Savageland



  • Ein einsames Wüstenkaff auf der Grenze zwischen Arizona und Mexiko wird über Nacht auf einen einzigen Überlebenden dezimiert.
    Von den Opfern können nur Leichenteile geborgen werden, von dem Rest fehlt jegliche Spur. Blutspuren führen in die Tiefe der Wüste, wo sie abrupt enden.
    Die Behörden und Hinterbliebenen sind sich sicher: Der Überlebende des Massakers, ein illegaler Immigrant mit mexikanischen Wurzeln, ist der Täter.
    Doch war es wirklich er, welcher diese schrecklichen Taten begangen hat? Eine Rolle von Fotos, welche er in dieser verheerenden Nacht geschossen hat, erzählt eine andere Geschichte.


    Wenn ein Film von drei verschiedenen Regisseuren, welche zuvor keine Erfahrung mit dieser Berufung hatten, gedreht wird, sinken Erwartungen naturgemäß rapide.
    Doch "Savageland" trotzt allen Erwartungen und brilliert durch eine fesselnde, nervenaufreibende Story, welche sich zwar im Endeffekt einer abgenutzten Thematik bedient, doch diese auf unverbrauchte Weise effektiv neu belebt.
    Die jungen Filmemacher spielen gekonnt mit den Urängsten der Menschen, wie etwa der Angst vor dem Unbekannten und dem Unkontrollierbaren, mit siegreichem Resultat.
    Auch am physischen Horror mangelt es nicht, selbst wenn man keine blutigen Exzesse erwarten darf, denn der Film kommt vollständig ohne aus.
    Darüber hinaus wird sich an einer Kritik auf die subjektive und schablonenhafte Arbeit der US-amerikanischen Judikative und die Behandlung von Immigranten durch die Gesellschaft versucht,
    welche durch Reflexion zwar nicht einseitig bleibt, aber dennoch weiter hätte ausgebaut werden dürfen.
    Auch das Fehlen eines größeren Interpretationsfreiraumes fällt negativ ins Gewicht, da der Film dadurch gegen Ende doch ziemlich berechenbar wird.
    Trotzdem werden genug Fragen offen gelassen, damit sich auch nach dem Abspann noch genügend Denkmaterial finden lässt.
    [film]7[/film]
    "Wer das Negative regelmäßig ausblendet, wird positiv krank." - Paul Mommertz

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