Die letzte Kriegerin

    • Die letzte Kriegerin




      Alternativer Titel: Once Were Warriors
      Produktionsland: Neuseeland
      Produktion: Robin Scholes
      Erscheinungsjahr: 1994
      Regie: Lee Tamahori
      Drehbuch: Riwia Brown, Alan Duff
      Kamera: Stuart Dryburgh
      Schnitt: Michael Horton
      Spezialeffekte: Richard Taylor
      Budget: ca. -
      Musik: Murray Grindlay, Murray McNabb
      Länge: ca. 98 Minuten
      Freigabe: FSK 16
      Darsteller: Rena Owen, Temuera Morrison, Mamaengaroa Kerr-Bell, Julian Arahanga, Taungaroa Emile


      Inhalt: Der Film handelt von der Mori-Familie Heke in einer Stadt des heutigen Neuseeland und häuslicher Gewalt.
      Der Vater der Familie ist gewalttätig, die Familie fühlt sich in der Gesellschaft Neuseelands ausgegrenzt.
      Der Film nimmt gewisse Bezüge zur kriegerischen Vergangenheit des Volks der Mori.

      Kritik:
      Ich fange mal so an das jeder weiß was kommt, einer der besten Filme der 90er Jahre.
      Auch hier sind Schläge in die Magengrube sowohl wörtlich wie auch visuell zu nehmen.
      Teilweise will man nicht hinschauen, man bekommt die nackte Wut und muss ohnmächtig dabei zuschauen wie das Leben aller durch Taten einzelner verändert wird.
      Ein Einblick in die Welt entwurzelter Menschen die verzweifelt nach einem Sinn suchen.
      Vieles erscheint trostlos und gibt ihnen doch Hoffnung, ob es die Kinder, (falsche Freunde) oder Alkohol sind.
      Die letzte Kriegerin regt nicht nur auf und an, er ist dazu auch extrem wichtig, extrem Brutal und fast schockierender Weise muss man zugeben auch sehr unterhaltend.
      Das er beinahe 20 Jahre auf dem Buckel hat sieht man ihn nicht an, ist auch unwichtig.
      Wirklich äusserst intensiv und hart, eine Schande das die Fortsetzung What Becomes of the Broken Hearted? natürlich nicht in Deutschland erhältlich ist.
      Auch hier wird nicht jeder nach dem anschauen zum Alltag übergehen können, es bleibt etwas hängen, (k)ein Film - ein muss! [film]10[/film]




      Deutsche DVD & Blu-Ray Fassung: 18.03.2016 im Mediabook
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • Hier passt die Bezeichnung: intensiv gespielt, in allen Belangen. Knallharte Sozialstudie. Ganz, ganz, ganz großes Kino.
    • @Sid, ich nehme an auch du hast die Fortsetzung nicht gesehen oder doch?
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
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    • Ich wusste noch nicht mal das es eine Fortsetzung gibt. Dieser Film hier ist für mich ein absolutes Meisterwerk. Hier hat einfach alles gestimmt. Ganz ganz großes Kino !!!!! Die FSK 16 Fassung ist übrigens ungekürzt...

      [film]10[/film]
    • Kritik:

      Intensiv gespieltes Familiendrama im Gangstermilieu.
      So richtig nachzuvollziehen ist es nicht, dass sich eine Frau so von ihren prolligen, stetig besoffenen Mann zusammenschlagen und tyrannisieren lässt und nicht versucht abzuhauen, diesbezüglich wird hier harte Kost geboten, die betroffene Frau wirkt aber etwas zu taff für die Rolle einer Unterdrückten. Sehr gut geworden ist das brutale Finale, dort gibt es auch noch eine sehr harte Szene, wo jemand eine zerbrochene Flasche in den Körper gerammt bekommt. Es gibt eine Vergewaltigungsszene sowie knallharte Faustschläge, die auch mal blutig ins Gesicht der Frauen geschlagen werden, durch letzteres ist Die letzte Kriegerin für den Mainstream schon zu hart. Die Tattoos, insbesondere im Gesicht sehen etwas übertrieben aus.

      Die letzte Kriegerin ist nicht der große Hit, wie von Kritiker geschrieben, aber auch kein schlechter Film, emotional hat er ein paar Momente (dem gutem Cast zu verdanken), zumal er durch die intensive Schauspielleistung unterhält.

      [film]7[/film]

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
      Electro in the Dark (Spotify Playliste)
    • Original von tom bomb:

      @Sid, ich nehme an auch du hast die Fortsetzung nicht gesehen oder doch?


      Ich wusste gar nicht dass es eine Fortsetzung gibt. lolp
    • So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...


    • Ist ja genial!

      ...und natürlich niemals in Deutschland veröffentlicht worden. Schade, schade.
    • Ich kann mir auch nicht vorstellen das der plötzlich aufgelegt wird.
      Als UK Import bei Amazon zB:

      amazon.de/What-Becomes-Broken-Hearted-Import/dp/B00005N6RH
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
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    • Jetzt wirste aber ganz faul.... lolp shack
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    • Die letzte Kriegerin ist wirklich ein starker Film, kenne den schon ewigs. Das es einen zweiten Teil gibt hab ich erst jetzt erfahren! Hab den mal bestellt, gibts ja nur als englische Sprachausgabe.
      Bin gespannt ob er an den ersten rankommt, wurde ja kein Thread dazu aufgemacht also ist er entweder schrott oder es hat den hier immer noch niemand gesehen...
      " Kein Fest ohne Grausamkeit " Nietzsche
    • Kommt am 18. März 2016 im Mediabook. Großartiger Film! Für mich ein Pflichtkauf.

    • Film ist zwar gut, aber für meine Sammlung reicht es dann doch nicht.

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
      Electro in the Dark (Spotify Playliste)
    • ...dann fehlt aber was.
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
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    • Die letzte Kriegerin
      (Once Were Warriors)
      mit Rena Owen, Temuera Morrison, Mamaengaroa Kerr-Bell, Julian Arahanga, Taungaroa Emile, Rachael Morris Jr., Joseph Kairau, Cliff Curtis, Pete Smith, George Henare, Mere Boynton, Shannon Williams, Calvin Tuteao
      Regie: Lee Tamahori
      Drehbuch: Riwia Brown 7 Alan Duff
      Kamera: Stuart Dryburgh
      Musik: Murray Grindlay / Murray McNabb
      FSK 16
      Neuseeland / 1994

      Dies ist die Geschichte der Maori-Familie Heke, die in Neuseeland ein Leben am Rande der Gesellschaft führt. Das Familienoberhaupt ist Jake, genannt Jake the Muss, der seine Frau Beth und die Kinder über alles liebt. Wenn Jake jedoch Alkohol getrunken hat, verwandelt er sich in ein Monster und verprügelt Beth immer wieder aufs Schlimmste. Trotzdem versucht Beth alles, um die Familie zusammenzuhalten und die Gewalt ihres Mannes von den Kindern fernzuhalten. Doch am Ende kann sie nicht verhindern, dass die von Jake ausgehende Gewalt die ganze Familie beeinflusst und auf eine Tragödie zusteuern lässt...


      Die große Welt der Filme bringt immer wieder echte Perlen zum Vorschein, die beim Zuschauer einen wirklich nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Und dann gibt es auch noch die Kategorie jener Werke, die sich schon bei der ersten Sichtung dermaßen in das Gehirn des Betrachters einbrennen, so das der Betrachter sie nie mehr vergessen wird. Der neuseeländische Beitrag "Die letzte Kriegerin" dürfte wohl genau in diese Kategorie fallen, denn was Lee Tamahori im Jahr 1984 als sein Erstlingswerk veröffentlichte ist ein wahres Monster von einem Film. Zur damaligen Zeit höchstens von einigen wenigen Leuten als Geheimtipp gehandelt, wird der Beitrag mittlerweile von vielen als bester neuseeländischer Film aller Zeiten gehandelt. Ich möchte sogar noch einen Schritt weiter gehen, denn zumindest in der Sparte des Familien Dramas fällt mir kein einziger Beitrag ein, der dieser grandios inszenierten Geschichte das Wasser reichen könnte. Tamahoris Verfilmung basiert auf dem Roman "Once Were Warriors" von Alan Duff und erzählt die Geschichte der Familie Heke, die ein eher trostloses Leben am Rande der Gesellschaft führt. Alkohol und Gewalt beherrschen den Alltag, wobei ganz besonders Mutter Beth immer wieder unter den ekstatischen Gewaltausbrüchen ihres Mannes Jake leiden muss.

      An sich ist das noch nichts Besonderes, denn ähnlich gelagerte Szenarien hat man schon des Öfteren zu Gesicht bekommen. Es ist vielmehr die Umsetzung der vorliegenden Thematik, denn Tamahori ist es ganz fantastisch gelungen eine gelungene Kombination aus extrem gefühlvollen Momenten und Passagen rasender Brutalität ins Bild zu setzen. Das Ganze wirkt dabei so grausam authentisch, das man sich mehrmals ganz offensichtlich die Frage stellt, wie dieser Film so unglaublich gut gedreht werden konnte. Gerade die Gewalt Passagen erscheinen nämlich dermaßen echt das einem der Schrecken in die Glieder fährt. Man vermeint stellenweise selbst körperliche Schmerzen zu spüren, wenn Jake einmal wieder im besoffenen Kopf so unglaublich brutal auf seine Frau einprügelt, das man diese am Tag danach fast nicht mehr erkennen kann. Nun besteht "Die letzte Kriegerin" aber längst nicht nur aus diesen teils schockierenden Sequenzen, denn ganz generell beinhaltet das Werk eine unglaubliche inhaltliche Tiefe. Der Regisseur beschäftigt sich nämlich längst nicht nur mit der vorherrschenden Gewalt, er rückt auch die Gründe dafür immer wieder sehr gut in den Mittelpunkt des Geschehens. Diese sind hauptsächlich in einem Klassenkampf unter den Eheleuten zu finden, der sich allerdings nur im Kopf von Jake abspielt. Da Beth vom edlen Stamm der Maori abstammt redet er sich nämlich andauernd ein nicht gut genug für sie zu sein, was zwangsläufig die tief verwurzelten Minderwertigkeitskomplexe beleuchtet, die im Inneren des Mannes schlummern. Dabei würde man rein optisch nie auf diese Idee kommen, handelt es sich bei Jake doch um einen Mann, der ganz augenscheinlich nur aus unzähligen Muskelbergen besteht, die aber ausschließlich dazu dienen, seine ureigenste Unsicherheit zu überspielen. Dieser Aspekt zieht sich durch das gesamte Geschehen, gleichzeitig wird dem Zuschauer aber auch ein toller Einblick in die Lebensweise und die Rituale der Maori gewährt, der sich in erster Linie bei einer Begräbnis Zeremonie zu erkennen gibt.

      Damit ist man dann auch bei einem ganz entscheidenden Wendepunkt der Geschichte, der gleichzeitig auch die ganze Tragweite dieses grandiosen Dramas zum Ausdruck bringt. Erst der Selbstmord ihrer geliebten Tochter Grace öffnet Beth die Augen und nun zeigt diese starke Frau, das in ihr wirklich eine echte Kriegerin schlummert. Von nun an lehnt sie sich gegen die Gewalt auf und kommt auch an die Hintergrundinformationen, die zum Tod ihrer Tochter geführt haben. Insbesondere die Hintergründe hinterlassen einen ganz schalen Geschmack und lösen auch beim Zuschauer größte Betroffenheit aus. Man ist regelrecht sprachlos über das Gesehene und der eigene Verstand baut eine Art Schutzbarriere auf, um die Ereignisse nicht zu emotional auf einen wirken zu lassen. Das gelingt allerdings zu keiner Zeit, denn man kann sich unmöglich der grausamen Intensität dieses Filmes verweigern, der mit der Wucht eines Keulenschlags brachial auf einen einprügelt. Dazu wirkt das Szenario viel zu authentisch, zudem sind die schauspielerischen Leistungen der Protagonisten viel zu brillant und glaubwürdig, als das die Abläufe einen nicht in ihren verstörenden Bann ziehen würden.

      Lee Tamahori ist mit diesem Beitrag ein absolut herausragender Film gelungen, der im Laufe der vergangenen Jahre längst zu einem echten Klassiker aufgestiegen ist. Eine perfekt agierende Darsteller Riege, eine immer stärker aufkommende Gewaltspirale und eine alles überragende Hauptdarstellerin machen dieses Werk zu einem echten Erlebnis, das man nie mehr im Leben vergessen wird. Auch nach nunmehr über zwei Jahrzehnten hat "Die letzte Kriegerin" rein gar nichts von seiner teils schockierenden Faszination eingebüßt und feiert nun dank Mad Dimension seine würdige Blu-ray Premiere in Deutschland. Dafür hat das Label ein tolles Mediabook heraus gebracht, das neben dem Film auf Blu-ray sowie auf DVD auch noch eine weitere DVD mit sehenswerten Extras beinhaltet. Wer diesen fantastischen Film also noch nicht kennen und besitzen sollte darf hier bedenkenlos zugreifen, wobei Liebhaber des filmischen Dramas sowieso nicht um dieses echte Meisterwerk herum kommen.


      Fazit:


      "Die letzte Kriegerin" dürfte ohne wenn und aber zu den intensivsten und besten Filmen zählen, die das Genre des Dramas je hervor gebracht hat. Hier stimmt einfach alles bis in das kleinste Detail und es gibt noch nicht einmal ansatzweise einen Grund, warum man an dieser Stelle nicht die Höchstnote vergeben sollte.


      [film]10[/film]
      Big Brother is watching you
    • Absolut deine Meinung, besser geht nicht. :5:
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • tom bomb schrieb:

      Absolut deine Meinung, besser geht nicht. :5:



      Jepp, wenn man von einem perfekten Film spricht, dann handelt es sich hier um ein absolutes Paradebeispiel.
      Big Brother is watching you
    • Ich bin wieder "hängen" geblieben, wollte nur "eben" reinschauen, was soll ich sagen?
      Daraus wurde der komplette Film, absolute Filmperle.
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...