Rollerball



    • Alternativer Titel: Rollerball
      Produktionsland: USA
      Produktion: Norman Jewison
      Erscheinungsjahr: 1975
      Regie: Norman Jewison
      Drehbuch: William Harrison
      Kamera: Douglas Slocombe
      Schnitt: Anthony Gibbs
      Spezialeffekte: -
      Budget: ca. -
      Musik: André Previn
      Länge: ca. 115 Minuten
      Freigabe: FSK 18

      Darsteller:

      James Caan: Jonathan E.
      John Houseman: Bartholomew
      Maud Adams: Ella
      John Beck: Moonpie
      Moses Gunn: Cletus
      Pamela Hensley: Mackie
      Barbara Trentham: Daphne
      Ralph Richardson: Bibliothekar
      Shane Rimmer: Rusty
      Burt Kwouk: japanischer Doktor

      Mediabook (ink.Blu-Ray) + 4K UHD: 06.12.2019


      Handlung:

      In naher Zukunft sind die Nationen der Welt durch ein Konglomerat globaler Konzerne ersetzt worden, die jeweils auf ein einzelnes „Produkt“ spezialisiert sind: Energie, Transport, Nahrung etc. Individualismus und Selbstbestimmtheit treten zugunsten von durch die Exekutiven der Konzerne garantierten Sicherheit und Luxus in den Hintergrund. Jeder Konzern kontrolliert jeweils eine Stadt.
      Ein zentrales Mittel, die Massen ruhig und bei Laune zu halten, ist der brutale Sport Rollerball, eine Mischung aus Hockey, Roller Derby, Motorradrennen und Football, der nicht nur Kriege, sondern auch alle anderen Sportarten ersetzt.
      Gleichzeitig lassen die Konzerne zu, dass Teile des zentral gespeicherten Wissens der Menschheit in Vergessenheit geraten; die Vergangenheit geht verloren, jeder kritischen Nachfrage wird somit die Grundlage entzogen.

      Das Spiel Rollerball findet in einer Halle statt, in der jeweils die Mannschaften zweier Konzerne gegeneinander antreten.
      Ziel des Spiels ist es, eine schwere Metallkugel in einen Trichter zu befördern. Die Spieler tragen zwar Schutzpanzer und Helme, aber auch mit Metalldornen bewehrte Handschuhe. Für Fouls gibt es zwar Zeitstrafen, aber Regeln sind nur marginal vorhanden.
      Es bleibt nicht aus, dass es bei jedem Spiel Schwerverletzte gibt, teilweise auch Todesopfer. Das Ziel der Sportart ist nicht nur, die Massen zu unterhalten, sondern soll die Menschen auch davon abhalten, über die herrschenden Befindlichkeiten nachzudenken und Aufruhr zu stiften.
      Durch das brutale Spiel und die damit verbundene kurze Karriere der meisten Spieler soll aufgezeigt werden, dass Individualität zu nichts führt, und jeder Mensch nur seinen Teil zum Ganzen beitragen soll.

      Einer der besten Spieler ist Jonathan E von Team Houston, der aufgrund seiner großen Fähigkeiten bereits jahrelang erfolgreich Rollerball spielt, was von den Erfindern der Sportart nie vorgesehen war.
      Er wird von den Massen als Held gefeiert und verehrt.

      Der Houstoner Konzernchef Bartholomew befürchtet, dass Jonathans Popularität und Erfolg dem Zweck des Sports, die Massen unter Kontrolle zu halten und individualistische Heldenverehrung zu verhindern, entgegenläuft.
      Er fordert Jonathan E. zum Rücktritt auf, dieser weigert sich jedoch und spielt weiter. Nach dem Gespräch mit Bartholomew macht sich E. immer mehr Gedanken über die herrschenden Verhältnisse und möchte mehr über die Geschichte der Konzerne und die herrschenden Kräfte herausfinden.
      Sein Einfluss ermöglicht ihm einige Nachforschungen, jedoch stellt sich heraus, dass alle Geschichtsbücher vernichtet wurden, und alle enthaltenen Informationen in einen Computer eingespeist wurden, der jedoch fehlerhaft ist. Zeitgleich zeigt der Film die moralische Verkommenheit und Ignoranz der herrschenden Klasse.

      Da E. aufgrund seiner Popularität nicht ohne weiteres ausgetauscht werden kann, werden die Regeln ständig verändert, um ihn auf diese Weise zur Aufgabe zu zwingen.
      Das Spiel hat zum Schluss keine Zeitbegrenzung mehr, für Fouls gibt es keine Zeitstrafen und es dürfen auch keine Ersatzspieler mehr auf das Spielfeld.

      Interessantes zum Film:

      Die Rollerball-Arena wurde in der für die Olympischen Spiele von 1972 errichteten Rudi-Sedlmayer-Halle in München aufgebaut; für die hoch emporragende Konzernzentrale wurde das BMW-Hochhaus in München benutzt, für die avantgardistisch geschwungene Informationszentrale das BMW-Museum, weitere Außenaufnahmen wurden im Olympiapark gedreht.
      Die Einleitungssequenz mit Bachs Toccata in d-Moll trug nach Meinung des Regisseurs beträchtlich dazu bei, dem Stück die heutige enorme Bekanntheit zu verschaffen.

      Kritik:

      Rollerball ist voller Blei, das kann man wörtlich nehmen, denn einer der Hauptfiguren ist eine Metallkugel, dazu äusserst Actionreich und zudem derbe Brutal.
      Das erste mal habe ich den als kleiner Steppke in der ARD sehen können und war hellauf begeistert, dieses Faszination hat sich bis heute gehalten.
      James Caan hatte ich seitdem immer auf dem Radarschirm, den ganz ganz grossen Durchbruch hat er aber leider nie wirklich geschafft.
      Heute ist diese Thematik authentischer als damals, man könnte meinen die Macher hatten eine kleine Glaskugel.
      Brot und Spiele in der moderne, oder ist es gar das Ende der Zivilisation?
      Selten gehen Gewalt und Tiefe in Filmen Hand in Hand, hier funktionierts.
      Es fehlt nicht mehr viel und ich gebe beim nächsten anschauen möglicherweise noch eine Note mehr. [film]9[/film]

      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • Ich kann auch nur sagen/ schreiben, dass ich den Film einst im TV gesehen habe und ihn sehr gut fand. Das ist aber schon ewig her.

      Die DVD ist recht günstig zu ergattern.
    • Alternativer Titel: Rollerball
      Produktionsland: USA
      Produktion: Norman Jewison
      Erscheinungsjahr: 1975
      Regie: Norman Jewison
      Drehbuch: William Harrison
      Kamera: Douglas Slocombe
      Schnitt: Anthony Gibbs
      Musik: André Previn
      Länge: ca. 115 Minuten
      Freigabe: FSK 16






      Mitte der 70er Jahre hatte man in den USA folgende Vorstellung vom 21. Jahrhundert: Die Existenz der Länder ist abgeschafft und durch die einflussreichsten Konzerne ersetzt. Kriege gibt es keine und das Volk wird durch einen Sport namens Rollerball zufrieden gestellt. Eine Mischung aus Rollerskaten, Football, Motorradfahren und Ringkampf. Jonathan E. ist der große Star der Meisterschaft und die Konzerne befürchten dass Jonathan ihnen gefährlich wird, da er ein großes Ansehen beim Volk genießt. Als Jonathan E. seinen Rücktritt ablehnt, will man ihn aus dem Weg schaffen…und beim Rollerball zählt ein Leben bekanntlich nichts.

      ROLLERBALL ist ein großartiger Film von Norman Jewison (IN DER HITZE DER NACHT), der sich mit dem Schaffen von Heldenfiguren, sowie der damit geschaffenen Gefahr für die Obrigkeit beschäftigt. Ferner setzt sich der Film mit der Sensationsgeilheit der Öffentlichkeit und dem Thema Fanatismus auseinander.

      Der zentrale Kern des Films ist der Charakter Jonathan E.. Ein Rollerballspieler der vom Volk geliebt wird und der es nicht einsieht seine Karriere beenden zu müssen. Das Volk liebt das Blut, es liebt die Spiele und es liebt seinen Gladiator. James Caan macht in dieser Rolle einen vorzüglichen Eindruck. Eine Figur die mit der Tragik des Schicksals zu leben hat. Ein Held und ein Opfer zugleich. Eine Person die sich nicht verbiegen lässt, auch wenn diese Gegenhaltung weitere Opfer fordert.

      „Es gibt keine Regeln!“

      So sind diese nicht nur im Spiel, sondern auch im realen Leben außer Kraft gesetzt. Ein Menschenleben innerhalb der Arena zu verlieren ist Normalität. Der Zuschauer will es, er dürstet nach Blut, er dürstet nach Gewalt. Der Krieg ist abgeschafft, doch das Volk muss seinen Gewalttrieb ausleben. Am Rande der Spielfläche sammeln sich die Vertreter des Alltäglichen, mutiert zu den Bestien des Zuschauerrings.

      ROLLERBALL kann einige Ansätze zur Interpretation liefern. Als Rezipient wird man in eine (damalig) böse Zukunftsvision entführt und gewinnt mit wachsender Spieldauer immer mehr Einsicht in die Konstellation der gesellschaftlichen Rangordnung. Ob Sport als Ersatz für die Kriegsführung oder das schmutzige Geschäft der Politik und den oberen „10.000“ - ROLLERBALL füttert den aufnahmebereiten Beobachter der Szenerien, mit einer ihm mundenden Informationsvielfalt.

      Die Actionsequenzen die der Film bietet, werden großartig in Szene gesetzt. Kamera wie Schnitt ermöglichen ein Eintauchen in einen brutalen Sport. Einige Zwischenfälle, die für blutige Gesichter sorgen, verlangen dem Rezipienten ein starkes Mitfiebern ab und es kommt das Gefühl auf, als wurde man soeben selbst zu Boden geschlagen.

      Was die damaligen Stuntmen hier abliefern, ist einfach brillant.

      Fazit: ROLLERBALL zeigt sich als böse Zukunftsvision und bissige Gesellschaftssatire. Dabei nutzt Jewison die Konsequenz seines „Helden“, um ein ebenso konsequentes Finale wie Ende zu schaffen.
    • Schönes Review
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • Vor Jahren mal im TV gesehen und ich war begeistert,vor allem weil der Film einen dystopischen Hintergrund hat.
      Sehr gut das der hier mal besprochen wird,was mich auch gleich dazu gebracht hat das ich mir demnächst die DVD im MEDIA MARKT für 4.99 besorgen werde.

      Das Logo ist witzig,erinnert mich irgendwie an eine bekannte Hard Rock Band aus Hannover. :)
    • Eigendlich wollte ich mir dem Film noch eine Weile aufsparen,habe ihn aber trotzdem gestern Abend im den Player geworfen.
      FAZIT: Starker Klassiker aus den guten alten Seventies. TIPP

      [film]8[/film]
    • Rollerball ist eine weitestgehend eingestaubte Sci-Fiktion Mumie, die schon zu Beginn nicht schafft auf die Charaktere irgendwie einzugehen. Zunächst von Beginn an fast 20 Minuten ein sperriges Ballspiel und man ist bereits eingeschlafen, welches die trockenen Dialoge anschließend auch nicht interessanter macht. Verpassen wird man dann wenig, außer intensive Höhepunkt wenn mal Emotionen plötzlich geschürt werden. Vor allem das Ende mit seiner Aussage das Individualität viel wichtiger als manipulierte und verdoofte Massenware ist, eine zukunftsorientierte Aussagen die gerade Heute nicht hoch genug gelobt werden kann und tatsächlich mal so zutreffen kann, dass die Menschen den Sport als Abbau ihrer Aggressionen nutzen, die ihnen der von Konzerne beherrschten Welt eingeimpft wurde. Ein Remake, welches auch funktioniert und den Geist des Originals beinhaltet, wäre mal angebracht, denn wirklich geben kann man sich den Film mit seinen Längen bis zum ganz ordentlichen letzten Drittel dann trotzdem nicht. Es gibt die gleichen Schwächen wie beim etwa zur selben Zeit gedrehten Frankensteins Todesrennen, dass man sich die Sportart nicht erklären kann, es fehlt an Hintergründe warum der Held so gefeiert wird, hinzu kommt, dass Rollerball im Gegensatz zum Roger Corman Trash nur schwerlich unterhalten will.

      [film]4[/film]

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
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