Rocker




    • Produktionsland: Deutschland
      Produktion: Hans Kaden, Willi Segler
      Erscheinungsjahr: 1972
      Regie: Klaus Lemke
      Drehbuch: Klaus Lemke
      Kamera: Bernd Fiedler, Anna Harnisch
      Schnitt: Jutta Brandstaedter
      Spezialeffekte: -
      Budget: ca. -
      Musik: Santana, Them, Led Zeppelin, Rolling Stones
      Länge: ca. 85 Minuten
      Freigabe: FSK 16
      Darsteller: Hans-Jürgen Modschiedler, Gerd Kruskopf, Michael-Thomas Krannich, Paul Lys, Marianne Mim u.v.a.





      Der 14jährige Marc Jürgen Modschiedler muss mit ansehen wie sein älterer Bruder von Zuhältern totgeschlagen wird. Nachdem Marc seine Lehrstelle verliert ist er anschließend auch noch allein im Hamburg des Jahres 1972. Dort lernt er den Rocker Gerd kennen, der eben aus dem Gefängnis entlassen wurde. Die Zeiten haben sich geändert und nichts ist mehr wie früher, eine Tatsache die Gerd schnell erkennt.

      Lemkes „Rocker“ bietet ein authentisches Bild. Nichts ist an den Haaren herbei gezogen, der Film wirkt wie ein eine Reise mit der Zeitmaschine in das Hamburg der frühen 70er Jahre. Natürlich ist der Sachverhalt, dass Lemke Laiendarsteller agieren lässt nicht unbedeutend, denn das Spiel der Unbekannten vermittelt das damalige Zeitgefühl in Präzision.

      Die Dialoge die der Film beinhaltet, haben ebenfalls einiges zu bieten. Zitate wie „Du meinst also, dass du das Geld nicht zurückbekommst, du Klappstuhl, oder was?“ sind einfach genial und man fühlt sich wunderbar aufgehoben. Die Darstellerriege ist in allen Belangen sympathisch und wenn Gerd Kruskopf aus dem Knast kommt und ein lautes „Bambule“ in die Runde brüllt, dann hat das einfach was Besonderes.

      Neben dem Kern der damaligen Momentaufnahme bietet „Rocker“ eindeutig die Message, dass sich die Zeiten bereits ins Negative geändert haben. Die Hemmschwelle ist geringer und der „Rocker“ wird ganz und gar nicht mehr gefürchtet. Es gibt Paroli und zwar in harter Form. Hätte man jedoch einst gewusst in welcher Form sich die Zeiten noch mehr verhärten, dann würde man die Momente im Hamburg von 1972 wohl gern wieder zurückholen.

      Fazit: Ein authentisches und fast dokumentarisch angelegtes Zeitdokument in dem man sich sehr gut aufgehoben fühlt, but it's all over now, Baby Blue.


      8,5/10



    • Nicht lange her da habe ich ihn gesehen, ein für die heutige Zeit fast Anachronistischer Film.
      Derbe Sprache, authentische Typen, das mag daran liegen das alle Darsteller Laienschauspieler sind und unter ihren richtigen Namen auftreten.
      So etwas wurde damals noch vom ZDF produziert, heute eigentlich kaum noch denkbar.
      Habe gerade mal nachgeschaut, wirklich gelunge Umgangssprache die bei diversen Aufführungen gerne mitgesprochen werden vom Publikum. [film]8[/film]

      „Zwei oder drei Jahre.“
      „Du flachst mich nicht, Torte!“
      „Hast du schon mal gebumst?“
      „Daimler is Daimler, und das is mein Daimler.“
      „Wer rauchen kann, kann auch saufen.“
      „Raus aus Hamburg, weg vom Leder.“
      „Du meinst also, dass du das Geld nicht zurückbekommst, du Klappstuhl, oder was?“
      „Das ist mir doch jetzt auch egal.“
      „Dir ist doch alles egal, du kalter Puffer.“
      „Du fährst jetzt nach Hamburg, das schwör ich dir!“
      „Du bist doch'n Kerl oder was, mach dich gerade!“
      „Ja, gucken und gucken, da kommt ja nichts.“
      „Ja, schenk ein, bring an, ein Bier, doppelten Cola-Rum und für ihn weiß nicht, was er trinkt.“
      „Kannst du bitte mal sagen, wie spät das ist?“
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • Ich habe den zuhause rumliegen.
      Mit dem Film kann ich irgendwie nichts anfangen.
      Die Rocker Szene und auch der Jahrgang interessierten mich ja schon
      aber der Film ging völlig an mir vorbei.
      Diese Pappnasen kann ich nicht für voll nehmen.
      Das ist eher ein Film zum Fremdschämen^^^.
      Kann sein das ich vielleicht den falschen Humor für den Film habe.
    • Der lief vor längerer Zeit mal auf NDR (Thementag)
      Hat mich zwar nicht so ganz vom Hocker gehauen,war aber trotzallem ganz lustig.
      Der Haupdarsteller als Rocker sah ein wenig aus wie LEMMY von MOTÖRHEAD. :2::6: :
    • Den habe ich mir mal wieder gegeben, geniale Zeitreise.
      Die Benotung lasse ich mal bei 8, obwohl es auch noch eine Stufe höher gehen würde.

      Regisseur Dominik Graf in seiner Laudatio bei der Verleihung des Filmpreises der Stadt München 2010 an Lemke:

      „Sein Film ‚Rocker‘, das war für 1972 eine Zeitenwende, zunächst mal für Lemke selbst.
      " Wenn man die Erstausstrahlung von Rocker im ZDF, im Februar 1972, miterlebt hat, dann wird man nicht mehr vergessen, wann und wo das war.
      Rocker war mein Einstieg in etwas, das ich nicht definieren konnte, ich hatte keine Ahnung von den westdeutschen Stadtstraßen, keine Ahnung von wüst aussehenden Menschen auf Motorrädern, vom Kiez, von einer anderen westdeutschen Welt.
      Es war Fernsehen als pure Lebenserfahrung.“
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
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