Die Rückkehr der Zombies






    • Die Rückkehr der Zombies
      (Le Notti del terrore)
      mit Karin Well, Gianluigi Chirizzi, Simone Mattioli, Antonella Antiori, Roberto Caporali, Peter Bark, Claudio Zucchet, Anna Valente, Raimondo Barbieri, Mariangela Giordano
      Regie: Andrea Bianchi
      Drehbuch: Piero Ragnoli
      Kamera: Gianfranco Maioletti
      Musik: Elsio Mancuso / Berto Pisano
      Ungeprüft
      Italien / 1981

      In einer abgelegenen Prunk-Villa in der Nähe von Rom forscht ein alter Professor und Archäologe nach den Geheimnissen der Etrusker und ihrer mysteriösen Riten. Besonders die Kunst, die Toten ins Leben zurückzurufen, interessiert ihn dabei. Doch noch bevor er die Geheimnisse entschlüsseln kann, entfesselt er die tödlichen Kräfte. Die Toten kriechen aus ihren Gräbern und begeben sich hungrig auf die Suche nach frischem Fleisch. Als der Besitzer der Villa mit einigen befreundeten Pärchen ein paar erholsame Tage auf dem Landsitz verbringen will, wird schnell klar, dass etwas nicht stimmt. Nach mehreren unheimlichen Omen müssen die die Gäste fassungslos feststellen, dass sie der Invasion der gierigen Untoten hilflos ausgeliefert sind.


      Dieser 1981 erschienene Vertreter des Italo-Zombiefilms besticht nicht gerade durch eine herausragende Story oder brillante Darsteller und beinhaltet sogar einen nicht unwesentlichen Trash-Faktor, dennoch ist "Die Rückkehr der Zombies" meiner Meinung nach zu den sehr guten Vertretern seiner Art zu zählen. Denn auch wenn der Zuschauer hier mit einer eher ziemlich dünnen Rahmenhandlung konfrontiert wird und auch die agierenden Schauspieler nicht unbedingt durch tolle Leistungen auffallen, ist es insbesondere die hervorragende Atmosphäre, die das Werk von Andrea Bianchi auszeichnet. Die fehlende inhaltliche Substanz der geschichte fällt eigentlich nicht sonderlich schwer ins Gewicht, denn das Geschehen ist äusserst unterhaltsam gestaltet und bietet vor allem jede Menge Zombie-Action, denn im Prinzip handelt es sich ganzzeitig um eine wilde Jagd der Untoten nach ihren noch lebenden Opfern. Dabei verfügt das Szenario über einen wirklich ordentlichen Gore-Anteil, über den man sich als Zuschauer nun wirklich nicht beklagen kann, was insbesondere die echten Gorehounds erfreuen dürfte, die auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen. Begleitet wird das ganze von einer herrlich bedrohlichen Grundstimmung, die sich im Laufe der Zeit immer stärker verdichtet und bis zum bitteren Ende nicht mehr aus der Geschichte weicht.

      Man sollte bei Bianchis Beitrag zum Zombie-Genre allerdings keinen gesteigerten Wert auf logische Abläufe oder normale Verhaltensweisen der Protagonisten legen, denn hier wird dem Betrachter eigentlich genau das Gegenteil serviert, was für manch einen eventuell einen hanebüchenen Eindruck hinterlässt, andererseits aber gerade den extrem hohen Charme dieses Filmes darstellt. So übertrumpfen sich die Darsteller nicht nur in größtenteil sinnbefreiten Verhaltensweisen, durch die sie die Untoten streckenweise förmlich zu diversen Attacken einladen, denn auch im Bezug auf das teilweise dargestellte Overacting und die vorhandene Theatralik befindet man sich anscheinend in einer Art Wettstreit, wer denn nun am besten übertreiben kann. Sind solche Dinge in vielen anderen Filmen vielmehr als eine Art Störfaktor anzusehen, so verleiht es dem Szenario in vorliegendem Fall viel eher jede Menge Charme und wirkt zudem noch absolut passend. Dennoch gibt es auch einen äusserst nervenden Faktor, der vom angeblich 13 Jahre alten Michael dargestellt wird. Dieser Bengel ist nicht nur extrem hässlich, auch hat man wohl noch nie einen älter wirkenden 13-Jährigen gesehen wie in diesem Film. Ausserdem nervt der Bengel durch seine äusserst penetrante Art, so das man sich sein vorzeitiges Ableben förmlich herbeisehnt.

      Das ist aber meiner Meinung nach auch schon der einzige negative Kritikpunkt in einem Zombiefilm , der einfach nur jede Menge Spaß macht. Wie in eigentlich allen Italo-Zombiefilmen wird man auch hier mit den verwesten Untoten konfrontiert, die sich optisch beispielsweise von den bläulichen Romero-Untoten vollkommen unterscheiden. Die Masken haben mir dabei sehr gut gefallen und auch die behäbigen Bewegungsabläufe der Menschenfresser vermitteln das genau richtige Feeling, das man aus der damaligen zeit gewöhnt ist, als die rennenden Untoten noch nicht in Mode waren. Ein Aspekt scheint dabei aber besonders interessant, denn obwohl die evolutionäre Weiterentwicklung der lebenden Toten ja eigentlich erst in Romeros "Day of the Dead" aus dem Jahre 1985 zarte Anfänge erkennen lässt, die dann so richtig in "Land of the Dead" (2005) zur Geltung kamen, bedient sich schon Bianchi der Thematik, das die Zombies anscheinend auch nach dem Tod dazu in der Lage sind, logisch zu denken und dementsprechende handlungen zu tätigen. So stellt es keinerlei Problem dar, das sie durch klettern in den ersten Stock des Schlosses eindringen können, oder aber auch mit Werkzeugen wie beispielsweise Äxten auf Türen einschlagen, um sich so Einlass in die Räumlichkeiten zu ermöglichen.

      Dies ist ein nicht unwesentlicher Aspekt, der dem Film trotz seines Trash-Anteils auch eine nicht unwesentliche Ernsthaftigkeit verleiht und der Zeit im Prinzip um Einiges vorraus ist. Insgesamt gesehen ist "Die Rückkehr der Zombies" auf jeden Fall einer der besseren Genre-Vertreter, bei dem ansonsten eher negative Punkte als positive Elemente angesehen werden können. Aus heutiger Sicht jagt einem das Geschehen sicherlich nicht mehr den Schrecken ein, wie es 1981 der Fall war, jedoch ziehe ich diesen Klassiker so manch neumodischem Werk jederzeit vor, da sich ganz einfach ein äusserst stimmiges Gesamtbild offenbart, das Härte, Gore und teils unfreiwillige Komik nahezu perfekt miteinander vereint und so für ein äusserst kurzweiliges Filmerlebnis Sorge trägt, das auch nach mittlerweile 30 Jahren nichts von seinem Reiz und dem liebenswerten Charme eingebüsst hat.


      Fazit:


      Andrea Bianchi hat mit "Die Rückkehr der Zombies" nicht unbedingt einen Meilenstein, aber einen sehr guten Vertreter des Genres geschaffen, der mit einer absolut erstklassigen Atmosphäre ausgestattet ist. Über offensichtliche Defizite in der Story kann man hierbei getrost hinwegsehen, denn trotz etlicher Logiklöcher offenbart der Film einen extrem hohen Unterhaltungswert, da seine offenkundigen Schwächen sich in absolute Stärken verwandeln. Streckenweise vollkommen überzogenes Schauspiel und ein äußerst alt aussehender 13-Jähriger sorgen für eine ordentliche Portion unfreiwilliger Komik, die den Gesamteindruck des Werkes aber sogar positiv aufwertet.


      [film]8[/film] Trash-Granaten
      Big Brother is watching you