Doll Man - Der Space-Cop!

    • Doll Man - Der Space-Cop!



      Originaltitel : Dollman
      Produktionsland: USA
      Produktion: Cathy Gesualdo, Charles Band
      Erscheinungsjahr: 1991
      Regie: Albert Pyun
      Drehbuch: Charles Band, Chris Roghair, Ed Naha
      Kamera: George Mooradian
      Schnitt: Margeret-Anne Smith
      Spezialeffekte: Mike Smithson
      Budget: -
      Musik: Anthony Riparetti
      Länge: 78:21 Minuten
      Freigabe: FSK 16
      Darsteller: Tim Thomerson,Jackie Earle Haley,Kamala Lopez,Humberto Ortiz,Nicholas Guest u.a.


      Inhalt:

      Brick Bardo ist der härteste Cop auf dem Planeten Arturus und bei allen Delinquenten berühmt-berüchtigt und gefürchtet.
      Es gibt keine Situation der er nicht Herr wäre und fast kein kriminelles Subjekt auf seinem Heimatplaneten das er nicht dingfest gemacht hat.

      Doch da wäre ja sein Erzfeind Sprung der mit Bardo noch eine Rechnung offen hat.Sprung wurde von ihm einst so über den Haufen geschossen, das von ihm nur noch sein Kopf auf einer fliegenden, frisbeeähnlichen Scheibe über geblieben ist.
      Und nun ist der ganze Planet Arturus in Gefahr da Sprung droht diesen mit einer Atombombe in die Luft zu jagen.

      Das kann Brick natürlich nicht zulassen, selbst wenn er für seine unkonventionellen Methoden bei Einsätzen von Präsidenten mehr als nur einmal getadelt wurde.
      Sprung und Bardo liefern sich eine rasante Verfolgungsjagd in ihren Raumschiffen und durch einen Sturm im All müssen beide auf der Erde Notlanden.

      Doch auf der Erde ist alles anders :
      Brick ist hier nur noch 13 Inch(knapp 33 cm) groß und bemerkt recht schnell das er hier auf einem Planeten gelandet ist der von "Riesen" bewohnt wird.

      “Gottverdammte Riesen. Ich hasse Riesen!“

      Es dauert nicht lange und Brick gerät auch auf unserem blauen Planeten mit Kriminellen aneinander.
      Doch Sorgen braucht er sich keine zu machen, schließlich hat er ja die wohl mächtigste Handfeuerwaffe des gesamten Universums in seinem Holster.

      Nach dieser Auseinandersetzung wird unser Miniatur Dirty Harry samt seinem Vehikel von Debbie mit nach Hause genommen, da er sie aus den Fängen der Gangster befreit hat und sie gibt ihm Asyl in ihrem Heim.
      Debbie ist allein erziehende Mutter, aktiv in der Nachbarschaftshilfe und kämpft mit allen Mitteln die Bronx von Gangstern zu säubern und zu einem besseren Ort zu machen.

      Auch der Gegenspieler des wohl coolsten Cop im ganzen Universum hat den Crash wohlbestanden überlebt und die Ghetto Gang nimmt ihn in ihre Obhut.

      Sprung berichtet ihnen über seine Atombombe und handlet mit dem Anführer Braxton Red einen Deal aus :
      Wenn er ihm hilft dem Mini Cop zur Strecke zu bringen erhält Braxton im Gegenzug seine Bombe.
      Der Ganganführer wittert seine Chance die Weltherrschaft an sich zu reißen und schickt seine Homies auf die Suche nach dem Cop.

      Sprug: „Wenn ihr mir helft, dann helfe ich euch!“
      Braxton Red: „Oh, mann – der redet! Wie willst du uns helfen?“
      Sprug: „Alles zu beherrschen. Die ganze Erde!“

      Als Debbie von Red und Sprung entführt und in das Hauptquartier der Gangster Bande verschleppt wird ist man sich schon sicher das der Dollman nicht lange auf sich warten lässt; dies könnte die Chance sein dir gesetzestreuen Puppe
      ein für allemal aus dem Weg zu räumen.
      Doch die Rechnung haben sie ohne Bardo gemacht der stets bis zur letzten Kugel kämpft.....


      Trailer:


      Blu-Ray (im Mediabook): 25.03.2016



      Meinung :

      Charles Band, Chef von Empire Pictures (u.a. RE-ANIMATOR und FROM BEYOND) der Nachfolgefirma von Full Moon Pictures, ist kein unbekannter Name wenn es um B-Movies geht.
      Schon seit Ende der 70ger ist er als Produzent,Darsteller und Regisseur tätig und er hatte bei Filmen wie PUPPETMASTER, TOURIST TRAP, TRANCERS, DRACULAS TODESRENNEN, ROBOTJOX, LASERKILL oder EVIL BONG seine Finger im Spiel.

      Auch DOLLMAN Regisseur Albert Pyun dürfte den meisten ein Begriff sein und Titel wie THE SWORD AND THE SORCERER, CAPTAIN AMERICA (1990), CYBORG (mit van Damme), RADIOACTIVE DREAMS oder unzählige KICKBOXER oder NEMESIS Filme gehen auf seine Kappe.

      Mit DOLLMAN präsentieren uns Band und Pyun ihre erste Zusammenarbeit und diese kann wetiaus mehr überzeugen und unterhalten als ihre zweite Kollaboration CYBER WORLD (1993).

      Wenn diese beiden Namen nun in einer Produktion in einem Atemzug genant werden kann man sich ausmalen das dabei ein astreiner B-Movie das Resultat sein wird.
      Und genau dies ist bei DOLLMAN der Fall : der Film ist kostengünstig in Szene gesetz, was man den Special FX zum Teil auch ansieht (dem Unterhaltungswert aber keinen Schaden zufügt!).

      Wenn man sich einen Film aus der Band'schen Full Moon Schmiede ansieht dürfte man eigentlich im Vorfeld schon darauf vorbereitet sein was einen erwartet.
      Und verglichen mit der cineastischen Diarrhoe die er heute fabriziert ( z.B. EVIL BONG) kann man DOLLMAN oder auch die PUPPETMASTER Reihe ohne Bedenken zu seinen besseren Produktionen zählen.

      Auch wenn das Budget hier sichtbar niedrig war wusste Pyun es doch effektiv einzusetzen und die Splatter FX in den Action Szenen sind deftig ausgefallen und haben es in sich; da werden öfters mal komplette Arme weggeschossen und auch einige Köpfe explodieren.

      Die Locations die für den Film herhalten mussten (Schutthalden, leere Fabrikhallen, Hinterhöfe und Wohngegenden in sozialen Brennpunkten) ähneln sehr den Sets die auch in den von Pyun gedrehten Endzeitkloppern wie z.B. CYBORG WARRIORS, CYBERWORLD oder ULTIMATE CHASE genutzt wurden.
      Sie wirken aber dennoch Authentisch und vermitteln ein Gefühl von Trostlosigkeit.

      Ein Defizit bezüglich der Special FX liegt in der Umsetzung der Szenen mit dem Miniatur Brado und Sprung; diese wirken doch sehr billig und künstlich wenn sie mit den "Riesen" in Szenen zu sehen sind.
      Pyun stösst hier tricktechnisch an die Grenzen des Machbaren, wofür man aber das übliche Mini Budget das bei Full Moon ja eigentlich ein Standard ist verantwortlich machen kann.

      Im groben und ganzen konnte Pyun aber auch hier mit ein wenig Geschick das bestmögliche rausholen.

      Aber man hat es ja hier mit einer Full Moon Produktion zu tun die dazu auch noch aus dem Jahr 1991 stammt und in Anbetracht dessen sollte man hier auch nicht zuviel bemängeln!

      DOLLMAN ist nunmal ein Low Budget Film der Spaß machen soll und dies tut er letztendlich auch!
      Highlight des Films ist Tim Thomerson (u.a. TRANCERS 1-5, NEMESIS 1 und 3, NEAR DARK) der seinen Part absolut überzeugend spielt; man nimmt ihn den knallharten Mini Cop die ganze Zeit über vollends ab.

      Ein bekanntes Gesicht ist hier in der Rolle des Braxton Red zu sehen; dieser wird von Jackie Earle Haley gespielt der später als Rorschach in WATCHMEN und als Freddy Krüger im Remake von NIGHTMARE ON ELM STREET größere Beachtung fand.

      Ein ausgefeiltes Drehbuch darf man hier nicht erwarten und dramaturgisch gesehen bekommt man nicht viel geboten; aber diese Faktoren sollten bei einer grotesken und abgefahrenen Trashgranate auch eigentlich keine Rolle spielen!

      Die Figur des Brick Bardo allein ist es schon wert diesen Film zu schauen; ein Obercooler Cop der eine Miniatur Version von Dirty Harry ist.

      Die Reminiszenzen an die DIRTY HARRY Filme sind nicht von der Hand zu weisen und so verwundert es nicht das unser Held hier nicht mit One Liner par excellence geizt.

      Die Mischung aus Cop Thriller und Science Fiction mit einem Mini Cop dürfte sich für Mainstream Kinofans sehr befremdlich anhören, doch Alber Pyun kocht dieses cineastischen Gebräu hier so gekonnt das ein Destillat ensteht welches es wohl zuvor auch so noch nicht gegeben hat.

      Und diese Tatsache macht DOLLMAN auch extrem sehenswert und das Endprodukt ist so einzigartig wie nur ein Film sein kann in dem Charles Band und Albert Pyun zusammen ihre Finger im Spiel hatten.

      Auch wenn Pyun sich seine Karriere in der Filmbranche eventuell etwas anders vorgestellt hatte lieferte er für Trash Aficionados einige unumgängliche Flicks.

      Albert Pyun ist bekannterweise ja Hawaiianer und hat im Alter von 14 schon erste Kurzfilme mit einer 16MM Kamera gedreht.
      Im Alter von 18 Jahren reiste er nach Japan, wo er eine Ausbildung als Cutter und Kameramann absolvierte und Assistent von Akira Kurosawa wurde.

      Das Potenzial war also durchaus vorhanden doch leider versumpfte Pyun dann doch auf kurz oder lang im B-und C-Movie Bereich.

      Wer also auf Trash Filme steht und Dirty Harry Coolnes mag ist bei DOLLMAN bestens aufgehoben.
      Am Rande sei noch zu erwähnen das Tim Thomerson als Dollman auch einen Gastauftritt in dem Film COSMO - DER AUSSERIRDISCHE(BAD CHANNELS) hat und es auch eine "direkte" Fortsetzung zu DOLLMAN gibt.
      Diese Fortsetzung heißt TOD IM SPIELZEUGLAND (DOLLMAN VS. DEMONIC TOYS) und Charles Band bietet hier wieder ein "Crossover" seiner eigenen Filmreihen, so wie es auch bei DÄMONISCHE SPIELE der Fall war (welcher ein Crossover der PUPPET MASTER und DEMONIC TOYS Filme ist).

      DOLLMAN bildet den ersten Teil einer Pentalogie die sich DEMONIC DOLLS nennt und folgende 5 Filme, die aber auch als eigenständdige Filme funktionieren, sind dieser zuzurechen :

      -Doll Man - Der Space-Cop! (1991)
      -Demonic Toys (1992)
      -Cosmo (1992)
      -Tod im Spielzeugland (1993)
      -Demonic Toys: Personal Demons aka Demonic Toys Revenge (2009)

      8 von 10 fliegenden Köpfen
    • Kritik:

      Regisseur Pyun gehörte sicher zu den schlechtesten Vielfilmern Hollywoods in den 90ern. Dollman ist in Grunde noch sein bester Film den ich kenne, auch wenn es mit Puppenhorror hier wenig zu tun hat im Vergleich zu den 2 besseren Nachfolgern. Es ist hier ein Liliputaner-Roboter-Action-B-Trash mit schrägen Outfits, wie vor allem der Fiesling mit den abgetrennten Kopf auf einen fliegenden Roboter.

      Das ganze Unterfangen wird vor allem zum Finale zur absoluten Lachnummer, denn nur wegen solch einen Blitzknaller an angeblich so weltenzerstörende Universale-Fusions-Bombe bekriegen sich die Undergroundkämpfer gegenseitig? Das Ende soll wohl ein schlechter Scherz sein. :D

      Für einen Pyun Film ist Doll Man ausnahmsweise mal nicht langweilig.

      [film]6[/film]

      [bier]7[/bier]

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert

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