Auf die Knie, Django

    • Auf die Knie, Django




      Alternativer Titel: Auf die Knie, Django - und leck mir die Stiefel
      Produktionsland: Italien
      Produktion: Fernando Franchi
      Erscheinungsjahr: 1968
      Regie: Gianfranco Baldanello
      Drehbuch: Gianfranco Baldanello, Augusto Finocchi, Marius Mattei
      Kamera: Mario Fioretti
      Schnitt: Alberto Verdeio
      Spezialeffekte: -
      Budget: ca. -
      Musik: Lallo Gori
      Länge: ca. 92 Min. (deutsche DVD geschnitten) Ungeschnitten ca. 96 Min.
      Freigabe: FSK 18
      Darsteller:

      Robert Woods: Black Jack Murphy / Django
      Rik Battaglia: Skinner
      Lucienne Bridou: Susan Sorella
      Federico Chentrens: Gordon
      Dali Bresciani: Julie Skinner
      Larry Dolgin: Reb
      Nino Fuscagni: Peter
      Sascia Krusciarska: Estelle
      Mimmo Palmara: Indianer Joe





      Django hat mit einigen Halunken zusammen eine Bank überfallen. Nach dem erfolgreichen Überfall kommt es jedoch zum Streit um die Beute. Doch nicht nur das, Djangos Schwester wird vergewaltigt und skalpiert und Django fast zu Tode gefoltert. Fast… denn er überlebt die Matern der Hölle und ist nun auf Rache aus.

      Lallo Goris Musik kann man auf eine gewisse Weise als untypisch für einen Italo Western ansehen. Die Musik ist interessant angelegt, entpuppt sich allerdings nicht wie viele andere Genremelodien zum Ohrwurm. Trotzdem oder gerade deswegen gelingt es der Komposition als sehr eigenständig zu wirken. Eigenständig ist auch sehr passend für diesen wahrlich einzigartigen Western.

      Gianfranco Baldanello kann man nicht gerade als eine Referenz innerhalb des Italo-Western-Genre sehen, dazu mangelt es -abgesehen von „Seine Winchester pfeift das Lied vom Tod“- auch an bekannten Titeln die unter seiner Regie entstanden. Wer jedoch innerhalb Baldanellos Filmografie nachforscht der wird nicht an „Auf die Knie, Django“ vorbei kommen.

      Der zum Teil in Israel gedrehte Western erhielt in Deutschland nachträglich das typische Verkaufs-Siegel aufgestempelt und aus Black Jack Murphy wurde Django. Recht witzig ist eine Situation in der einer der Gejagten vor den Initialen auf Djangos Sattel zurück schreckt, da er die Buchstaben J M erspäht. Welcher damalige Kinozuschauer wird hier nicht mit Fragezeichen über dem Haupt aus dem Kinosessel aufgesprungen sein?

      Doch die Firmierung der Hauptperson ist wesentlich undramatischer als das was später streckenweise von den deutschen VHS und DVD Anbietern praktiziert wurde. Nämlich ein Ende in dieser Form zu entstellen um es möglicherweise publikumsträchtiger zu machen und somit die eigentlich böse Message, die der Film zu bieten hat, zu vernichten. Der Konsument sei demnach gewarnt wenn er die deutsche DVD einlegt und es sei ihm empfohlen lieber nach einer französischen DVD oder nach der ungeschnittenen englischen VHS Ausschau zu halten.





      Genug der Vorrede und endlich hin zum Film. Wie bereits angesprochen wurde „Auf die Knie, Django“ zum Teil in Israel gedreht. Die Landschaften die geboten werden zeigen sich als trostlos und karg. Auch die Kulissen sind äußerst baufällig und der Film bietet somit eine gute und dreckige Grundlage. Eine Grundlage die einen der brutalsten Italo Western präsentiert, den die damalige Leinwand jemals sah. Doch nicht allein die Grausamkeit ist es die Baldanellos Western so einzigartig macht. Auch eine gewisse Art von Nihilismus zeichnet den Film aus und lässt ihn somit noch gemeiner wirken. Um diese Wirkung zu erreichen benötigt man natürlich auch eine entsprechende Besetzung. Hier begegnen uns ein Paradeganove namens Mimmo Palmara als wortloser und fieser Indianer. Ein gut genährter (im Vergleich zu anderen Rollen) Rik Battaglia als Skinner und ein einzigartig brillanter Robert Woods als Black Jack Murphy. Robert Woods hat mir persönlich als Jonny Madoc in Lucidis gleichnamigen Western oder als El Puro schon außerordentlich gut gefallen, allerdings muss ich eingestehen das der gute Mann innerhalb „Auf die Knie, Django“ noch ein gewaltige Schüppe drauflegt.

      Natürlich kann jetzt die Gegenargumentation kommen das der Film nicht ausreichend auf den Charakterwandel seiner Hauptfigur Black Jack Murphy zum Psychopathen eingeht, aber dieses ist aus meiner Sicht fast tertiär. Denn das was Robert Woods hier abzieht ist schon ganz große Klasse. Der einstige lebenslustige Halunke ist zu einem Krüppel geworden, zieht mit einem Stock durch die Gegend und lässt ein diabolisches Lachen erklingen, welches als Bote des Wahnsinns an seiner Seite schreitet. Schwarz gekleidet und leicht gekrümmt lässt Woods die Aussage „Hüte dich vor den Gezeichneten“ zu einer ernstzunehmenden Warnung werden.

      Die Rachestory die der Film als Grundschema mit sich bringt ist demnach weniger von Bedeutung als die Art wie diese Rache von Jack Murphy praktiziert wird. Denn obwohl er die Folter überlebt hat macht es eher den Anschein, dass ihn der Schlund der Hölle ausgespuckt hat.

      Fazit: Ein düsterer IW der knallharten und brutalen Gangart, der in seinem letzten Drittel zu einem kleinen Inferno wird und dessen „Guter“ noch fieser ist als die eigentlich „Bösen“.

      [film]9[/film] (für die ungeschnittene Version mit dem richtigen Ende)



    • Dem rotzigen Rüpel wurde ein schönes Gewand geschneidert. So wird das gute Stück ausschauen.