Godzilla



    • Alternativer Titel: Gojira, Godzilla - King of the Monsters, Daikaijû no tai Nimon Mairu
      Produktionsland: Japan
      Produktion: Toho
      Erscheinungsjahr: 1954
      Regie: Ishirô Honda
      Drehbuch: Ishirô Honda
      Kamera: Masao Tamai
      Schnitt: Kazuji Taira
      Spezialeffekte: Sadamasa Arikawa
      Budget: ca. JPY 100.000.000 (ca. 761033 €)
      Musik: Akira Ifukube
      Länge: ca. 92 Minuten
      Freigabe: FSK 12
      Darsteller: Akira Takarada, Momoko Kôchi, Akihiko Hirata, Takashi Shimura, Fuyuki Murakami, Sachio Sakai, Toranosuke Ogawa, Ren Yamamoto, Kan Hayashi, Seijirô Onda, Takeo Oikawa, Keiji Sakakida


      Inhalt:
      In Mitten des Meeres vor Japan läuft ein Schiff, welches auf ein Atoll. Die Schiffer können sich nicht erklären, wie sie dies hätten übersehen können. Doch schnell stellt sich heraus, dass es sich hierbei nicht um ein Atoll, sondern um den Riesensaurier Gojira (wie er im japanischen Original bezeichnet wird) handelt. Kurz darauf beginnt Gojira damit Japan anzugreifen und die Menschheit versucht alles um ihn zu stoppen, aber wird das reichen?

      Trailer:


      Blu-Ray: 28.03.2014


      Meinung:

      1954, 10 Jahre nachdem die Atombomben auf Japan abgeworfen worden sind, kreierte Toho ein neues Franchise, die Godzilla Filme. Gedreht von Leuten, die den Terror und das Grauen des 2t. Weltkrieges und auch der Atombombenangriffe live miterlebt haben, vermittelt der Film nur eine Botschaft: Zerstörung! Aber kann der Film auch noch fast 60 Jahre später überzeugen?

      In Mitten des Meeres vor Japan läuft ein Schiff, welches auf ein Atoll. Die Schiffer können sich nicht erklären, wie sie dies hätten übersehen können. Doch schnell stellt sich heraus, dass es sich hierbei nicht um ein Atoll, sondern um den Riesensaurier Gojira (wie er im japanischen Original bezeichnet wird) handelt. Kurz darauf beginnt Gojira damit Japan anzugreifen und die Menschheit versucht alles um ihn zu stoppen, aber wird das reichen?

      Die Geschichte von Gojira ist wirklich außergewöhnlich düster, besonders wenn man diese mit den neueren Godzilla Filmen vergleicht. Gojira an sich wirkt eher wie Manifestation der Grauen des 2. Weltkrieges und der schrecklichen Ereignisse rund um die Atombomben. Besonders gut ist dies gegen Ende ersichtlich, wenn Gojira ganz Tokio in ein Meer aus Flamen verwandelt, denn genau so sah Tokio erst 10 Jahre vorher aus. Zudem stimmt der Film einen fast melancholisch, wenn ein Kinderchor um Hilfe fleht und dabei ein sehr trauriges Lied in einer Kirche anstimmt. Desweiteren sieht man Menschen in Lazaretten sterben und Kinder um ihre Eltern weinen. Solche Bilder wirken in Anbetracht der anderen Godzilla Filme fast fehlplatziert, machen den ersten Film dadurch aber auch zu einem Unikat. Des weiteren wird auch die Zerstörungswut des Menschen angesprochen und zeigt auf, zu was der Mensch in seiner grenzenlosen Dummheit fähig ist. So bietet der Film nicht nur Unterhaltung, sondern regt auch zum Nachdenken an. Besonders verwunderlich ist hierbei die Freigabe der FSK, welche Godzilla in allen Schnittfassungen (es gibt drei verschiedene) mit der FSK 12 freigegeben hat. Denn der erste Godzilla behandelt dermaßen erwachsene Thematiken, wie die Zerstörung der Menschheit und die Zerstörungswut der Menschen, dass dies für einen 12 jährigen schlichtweg zu viel sein dürfte. Zudem ist der erste Teil einer der wenigen Godzilla Filme, die während der ganzen Spielzeit keine Einziehung fröhliche oder gar lustige Szene zu bieten hat und durchweg einen verhängnisvollen Grundtenor beinhaltet.

      Die Schauspieler sind wirklich sehr gut und halten können überzeugen. Hier gibt es kein Overacting, auch wenn manche Szenen in denen die Frauen vor Verzweiflung weinen, etwas aufgesetzt wirken. Kamera technisch geht man hier den gewohnten Gang. Meistens wird bei Auftreten von Godzilla von weit unten gefilmt, um ihn noch größer wirken zu lassen und die Szenen mit Menschen werden stets gut aber nie außergewöhnlich gefilmt.

      Musikalisch bekommt man hier direkt zu Beginn, den inzwischen bekannten, Godzilla Score zu hören. Die Geigenklänge haben auch heute nichts an Kraft und verzaubernder Wirkung verloren. Diese Musik wird im Verlauf des Films immer wieder benutzt und zwar meistens dann wenn die Menschen sich auf den Angriff von Gojira bereit machen.

      Die Monstereffekte sind für einen solchen alten Film absolut klasse geworden. Gojira sieht ordentlich aus, auch wenn man sich hier keinen der neueren Godzillas vorstellen sollte. Dennoch kann er überzeugen und auch der Schauspieler welcher in dem Anzug steckt macht seine Sache sehr gut. Hier werden Strommastern abgerissen und Häuser zerstampft, dass es eine wahre Freude ist. Auch den inzwischen bekannten Feueratem kriegt man hier das erste Mal zu Gesicht.

      Ganz kurz noch ein Wort zu den vorher angesprochenen verschiedenen Schnittfassungen. Es gibt die japanische Originalfassung, welche gut 92 Minuten geht und welche in Amerika den Titel Gojira (also den Originalnamen von Godzilla) trägt. Diese ist definitiv die erste Wahl, da sie so von dem Regisseur gewollt wurde. Dann gibt es noch die US Fassung, welche einen amerikanischen Nachrichtensprecher, welcher von Raimond Burr gespiellt wird, in das Geschehen wirft. Dieser kommentiert die Geschehnisse. Dabei wurden eben jene Szenen neu gedreht, allerdings fielen auch einige Szene der japanischen Fassung der Schere zum Opfer. Bekannt ist diese Schnittfassung als Godzilla - King of the Monsters. Diese Fassung lief so sogar in japanischen Kinos, weshalb sie definitiv einen Blick wert ist. Zusätzlich gibt es aber noch eine deutsche Fassung, welche man aber definitiv nicht berücksichtigen sollte, da diese die Japanische Schnittfassung zur Vorlage nimmt und diese um 12 Minuten verkürzt. In Deutschland wurden alle drei Schnittfassungen von Splendid in den Handel gebracht, weshalb es kein Problem ist die gewünschte Fassung zu erwerben. Aber man sollte bedenken, dass nur zwei Schnittfassungen von Interesse sein sollten. Die japanische und die englische.

      Fazit: Der erste Godzilla Film ist und bleibt ein Meisterwerk, welches zwar definitiv nicht für jüngere Filmbegeisterte gemacht ist, aber dennoch auf jeden Fall für Kaiju Fans, die ihn noch nicht kennen, ein absolutes Muss darstellt. Düster, unheilvoll und kraftvoll in der Aussage zeigt der Film, wozu Menschen in der Lage sind und bringt einen nach dem Abspann dazu noch weiter zu überlegen, ob es eigentlich richtig ist immer mehr Macht haben zu wollen. Unbedingt anschauen, aber wenn es geht nur in der japanischen Langfassung, um die volle Dosis Gojira zu bekommen!!
    • Original von Logge1002:

      Schon geändert. Ganz ruhig Hotte :3:


      Bin ganz ruhig. Ich denke aber, dass ich in der Frage der Betitelung nicht kleinlich bin/war. Ich hab mich eben vor allem gefragt, wie man auf Idee kommen kann die Angriffe auf Hiroshima und Nagasaki als Test zu bezeichnen. Das hat mich dazu verleitet die doch recht rüde Bezeichnung "schwafeln" zu verwenden.

      :6:
      The girl that silenced the world for 6 minutes...
      https://www.youtube.com/watch?v=Sj00vO48MTk
      Severn Suzuki

    • Auf der neuen US-DVD steht liebevoll „THE ORIGINAL JAPANESE MASTERPIECE“, und wie recht man damit doch hat. Die Kreatur Godzilla, im Japanischen Gojira genannt, ist zum Aushängeschild des Japanischen Kinos geworden und war nicht nur bloss eine Antwort auf King Kong. Godzilla hat sich überall auf der Welt einen Namen geschaffen. Es gibt Plüschtiere, Poster, Spielzeug, Figürchen, mehr als 20 weitere, offizielle Teile, Spin-Offs, ein unwürdiges US-Remake und unzählige VHS, VCD und DVD-Fassungen des Kultmonsters. Die Filmemacher wollten mit dem Film ihrer Kritik an den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki freien Lauf lassen und so verkam der Streifen nicht nur zu einem simplen Monsterfilm, sondern hatte auch sozialkritische Töne zu bieten, welche in der US-Fassung des Filmes geändert oder zensiert wurden. Die Geschichte nimmt sich recht viel Zeit und das Monster sieht man nicht sofort, was die Handlung tatsächlich spannend werden lässt. Es weiss zwar jeder in etwa die Godzilla ausschaut, aber auch im ersten Film, der in s/w gedreht wurde und von 1954 stammt? Und der Film kommt im s/w bedrohlich daher, wenn zu Beginn unzählige Schiffe auf mysteriöse Weise verschwinden, bis sich Godzilla dann zum ersten Mal zeigen lässt. Und die Kreatur, ein Mann in einem Gummikostüm, welches eine Miniaturstadt zerlegt, blieb der Reihe treu, auch im letzten Godzilla Film, der vor gut zwei Jahren veröffentlicht wurde, hat man darauf nicht verzichtet! Zwar hält sich die Zerstörungswut und der Sachschaden im ersten Film noch in Grenzen, doch im Grossen und Ganzen sind sie schon spassig und sehenswert inszeniert. Meine Lieblingsszene nebst der mit dem Zug ist jene, in welcher die dummen Reporter auf einem hohen Turm stehen und Godzilla mit den hellen Blitzlicht-Fotos magisch anziehen, und auch nicht weichen, als Godzilla den Turm zum Einstürzten bringt. Klasse Szene. Die Darsteller sind ebenfalls gut und agieren überzeugend. Gegen Ende gewinnt der Pathos zwar etwas an Überhand, aber die Japaner lebten damals wohl auch in schweren Zeiten. Klassiker des Monsterfilms und der Auftakt zu einer der erfolgreichen Reihen der Filmgeschichte!