Hundstage (1975)

    • Hundstage (1975)



      Alternativer Titel: Dog Day Afternoon
      Produktionsland: USA
      Produktion: Martin Bregman und Martin Elfand
      Erscheinungsjahr: 1975
      Regie: Sidney Lumet
      Drehbuch: Frank Pierson
      Kamera: Victor J. Kemper
      Schnitt: Dede Allen
      Budget: ca. -
      Musik: ua. Uriah Heep und Elton John
      Länge: ca. 119 Minuten
      Freigabe: FSK 12

      Darsteller:

      Al Pacino: Sonny Wortzig
      John Cazale: Sal
      Charles Durning: Moretti
      Chris Sarandon: Leon
      Beulah Garrick: Margaret
      James Broderick: Sheldon
      Carol Kane: Jenny
      Lance Henriksen: Murphy

      Handlung:

      Drei Männer dringen kurz vor ihrer Schließung in eine New Yorker Bank ein und ziehen ihre Waffen. Gleich zu Beginn des Überfalls verlieren sie die Kontrolle über die Situation: Mit einer M14 bewaffnet befiehlt der Anführer des Überfalls, Sonny Wortzig (gespielt von Al Pacino), einem Komplizen seinen Revolver auf den verängstigten Sicherheitsangestellten der Bank zu richten, um ihn in Schach zu halten.
      Dieser wiederum, von der Situation völlig überfordert, weigert sich dies zu tun. Er beichtet Sonny, dass er das einfach nicht könne und beschließt - mit dem Einverständnis Sonnys - die Bank zu verlassen. Sonny muss ihm hinterherlaufen, um noch die Autoschlüssel zu bekommen, als Sonny schließlich einer Angestellten der Bank befiehlt den Tresor auszuräumen, stellt sich heraus, dass darin nur etwa 1.000 Dollar lagern.
      Währenddessen hält sein anderer Komplize, Sal (John Cazale), die Bankangestellten in Schach. Daraufhin verbrennt Sonny die Liste mit den Kennungen der Schecks und der Scheine, was zu starker Rauchentwicklung führt und die Aufmerksamkeit eines Mannes im Gebäude gegenüber auf sich zieht.

      Dieser verständigt die Polizei, die kurz darauf das gesamte Gebäude umstellt. Schaulustige und das Fernsehen gesellen sich dazu.
      Sonny und sein Komplize Sal nehmen die Bankangestellten als Geiseln und fordern vom Detective Sergeant Eugene Moretti einen Hubschrauber und ein Flugzeug, um außer Landes zu kommen. Trotz allem ist das Verhältnis zwischen den Geiselnehmern und ihren Geiseln entspannt.
      Sie teilen alle das gleiche Schicksal, eingeschlossen in einer Bank bei tropischen Temperaturen.
      Die Geiselnahme nimmt immer abstrusere Ausmaße an, denn Sonny wird durch seinen Ausruf Attica! Attica!, mit dem er auf die blutige Niederschlagung des Gefängnisaufstandes 1971 im New Yorker Gefängnis Attica anspielt, zum Liebling der Menge...

      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • Wirkt auf mich ziemlich absurd als es echt sein könnte, wie das der Bankräuber einen anderen Mann geheiratet hat und dieser beim Überfall angefordert wird, um den noch mal zu sprechen, dass fand ich eigentlich nur dämlich. Die Geiseln können mit den Waffen der Gangster rumspielen(!!). Ein unfreiwillig komisches Geiseldrama, dass auch einiges nicht erklärt wie die Verbindung zum Attica-Gefängnisaufstand. Damals musste man das wohl nicht erklären, aber mittlerweile weis man mit den Rebellen Ausrufen von dem Hauptakteur nichts mehr anzufangen und ich musste diese Szenen auch mehrfach vorspielen und nachlesen, weil ich es nicht verstanden habe.

      Die Dialoge sind mitunter etwas nervig, es wird auch sehr viel geredet oder eher geschrien, möglicherweise liegt das an der krächzenden deutschen Synchro die einige Filme der 70er leider auch bekommen haben, auch ein paar gute, dass ist Heute überholt und auf Dauer nur schwer zu ertragen. Dennoch finde ich den Aspekt gelungen und zeitlos wie mit dem Kapital umgegangen wird, das Heute solche Verbrecher derart gefeiert werden, weil sie gegen das Kapital und dem Staat sind, konnte damals tatsächlich Kultstatus in der Bevölkerung erreichen. Ich sag nur Charles Manson! Es trifft auch hier zu und es macht den Film bis zu letzt interessant, selbst wenn es zu wenig Action gibt und auch die Geiseln werden halt sanft behandeln und es entsteht kein Psychoterror wie bei solchen Geiseldramen meist zu vernehmen.

      So gut wie viele Kritiker meinen, ist dieser Film nicht, für Action und Psychoterror sucht man sich einen anderen Streifen auch gerne aus den 70ern. Die Aussage ist aber interessant. Die Szenerie im Finale in einem Flughafen ist hart, verstörend und atmosphärisch, es macht nachdenklich und man kann sich bestens in die Figur des Geiselnehmers (Sonny) dabei hineinversetzen, dies macht eigentlich einen großen Film aus, somit durchaus noch Sehbar.

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      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
      Electro in the Dark (Spotify Playliste)