Unerträglich



    • Alternativer Titel: Unbearable
      Produktionsland: Deutschland
      Produktion: MFiNVersus
      Erscheinungsjahr: 2012
      Regie: Marcello Filippelli
      Drehbuch: Marcello Filippelli
      Kamera: Marcello Filippelli
      Schnitt: Johannes Kretzschmar
      Spezialeffekte: Sandra D'Aloi, Natacha Neuendorff, Marta Leszczynska
      Budget: ca. -
      Musik: Stefan Magasitz
      Länge: ca. 10 Minuten
      Freigabe: ungeprüft
      Darsteller: Nikolai Will, Christian Cujovic, Claudia Dalchow, Martin Kloss, Peter Eberst, Bernd Michael Straub


      Inhalt:
      An einem scheinbar friedlichen Ort, geschieht ein grausamer Kindermord. Die neuen Kommissar Partner Beck und Bergmann, ermitteln bereits die zweite Woche im Mordfall, doch bislang ohne einen Erfolg!

      Die schreckliche Befürchtung eines Serienmörders bestärkt sich, als urplötzlich vom Vater des ermordeten Mädchens, ebenfalls jede Spur fehlt! Es scheint etwas Unfassbares vor sich zu gehen und den Ermittlern wird klar, dass sie keine Zeit mehr zu verlieren haben!



      Der komplette Film:



      Meinung:

      Unerträglich, ein Kurzfilm von einem jungen, ambitionierten, deutschen Filmemacher. Der Titel spricht an und verrät doch nicht zu viel. Was ist unerträglich? Der Film an sich, die Geschichte, das Gezeigte? Fragen, die einem unweigerlich direkt vor Beginn des Filmes schon im Kopf rum schwirren. Lohnen sich die 10 Minuten und ist der Film etwa so wie es der Titel erahnen lässt?

      Die Geschichte von Unerträglich ist recht schnell zusammen gefasst. Die Polizei sucht einen Kindermörder. Doch was sie nicht wissen ist, dass bereits der Vater des Kindes die Suche begonnen hat und den Mörder finden will. Zunächst versteht nicht viel. Man hört eine Stimme aus dem Radio, die von der Suche der Polizei nach dem Mörder berichtet und sieht zeitgleich einen blutverschmierten Mann im Bad sitzen. Was ist hier los fragt sich der Zuschauer und ist überrumpelt, das Ganze wirkt fast unerträglich für den Beobachter. Allgemein findet sich das Wort bei genauer Betrachtung immer wieder im Verlauf des Filmes. Vielmehr beschreibt das Wort den Zustand der einzelnen Charaktere.

      Hier beginnt der Film sich merklich von anderen Independent Produktionen abzusetzen. In seiner recht kurzen Laufzeit von gerade einmal 10 Minuten schafft er es, viele verschiedene Bedeutungen für nur ein Wort zu finden. Der Vater erleidet unerträgliche Schmerzen, gleichzeitig empfindet er aber auch einen unerträglichen Hass für den Mann, der seine zweijährige Tochter getötet hat. Auf den Polizisten lastet eine unerträgliche Verantwortung. Sie wollen den Mörder finden, haben aber keine Spur und wissen nicht wie sie dies bewerkstelligen sollen. Darüber hinaus beschäftigt den einen Polizisten noch den Tod seines Kollegen, wodurch er zudem noch eine unerträgliche Trauer verspürt. Der Mörder an sich muss dafür unerträgliche Qualen erleiden. Das alles zusammen betrachtet lässt ein sehr stimmiges und gleichzeitig sehr ungewöhnliches Bild entstehen.

      Die Umsetzung an sich ist auch sehr gut geworden. Das Ganze ist sehr professionell gefilmt worden. Darüber hinaus erzeugt der Score von Stefan Magasitz erzeugt immer wieder eine sehr bedrohende, ja fast unerträgliche Stimmung im Bauchraum des Zuschauers. Die Leistung von Nikolai Will als leidender Vater setzt dem Film dann die Krone auf. Er leidet unentwegt und selbst am Ende hat sich der Hass nur in etwas noch viel schlimmeres verwandelt. Unerträgliche Schuldgefühle. Diese cleveren Ideen sind es dann auch, die Unerträglich sehr angenehm von dem üblichen Einheitsbrei absetzen kann.

      Fazit: Ein sehr interessanter, kurzweiliger und äußerst intelligenter Kurzfilm, den man sich auf jeden Fall mal anschauen sollte. Drama aus Deutschland mit einer tollen Ideen und einer grandiosen Umsetzung. Absolut empfehlenswert.
    • Kritik:

      10 Minuten meines Lebens verschwendet. Zu sprunghafte wenn auch absolut nachvollziehbare Handlung. Wenn dann die übliche Rache und Folterstory präsentiert wird und kaum über Tatort Härte hinauskommt, dann brauch man sich das nicht anschauen. Dann doch Bitte mit einer cleveren Aussage oder mit viel Brutalität. Keines von beiden ist vorhanden. Nur der durchaus glaubhaft agierende Vater und die melodramatische Musik am Ende zeigen, dass ein junger Regisseur durchaus handwerklich potenzial hat.

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