Die Jungfrauenquelle

    • Die Jungfrauenquelle



      Originaltitel: Jungfrukällan
      Produktionsland: Schweden
      Produktion: Ingmar Bergman, Allan Ekelund
      Erscheinungsjahr: 1960
      Regie: Ingmar Bergman
      Drehbuch: Ulla Isaksson
      Kamera: Sven Nykvist
      Schnitt: Oscar Rosander
      Spezialeffekte: -
      Budget: ca. -
      Musik: Erik Nordgren
      Länge: ca. 95 Minuten
      Freigabe: FSK 16
      Darsteller: Max von Sydow, Birgitta Valberg, Gunnel Lindblom, Birgitta Pettersson, Axel Düberg, Tor Isedal, Allan Edwall, Ove Porath, Axel Slangus, Gudrun Brost, Oscar Ljung, Tor Borong


      Inhalt:

      Schweden im 14. Jahrhundert: Das junge Mädchen Karin, Tochter einer reichen Gutsbesitzerfamilie, will Kerzen zum Weihen in die Kirche bringen - ein alter Brauch, den nur eine Jungfrau vollführen kann. Unterwegs wird sie von Wegelagerern brutal überfallen, vergewaltigt und getötet. Nach der Tat ziehen die Mörder weiter. Ohne zu ahnen, dass es sich um das Elternhaus des toten Mädchens handelt, suchen sie ausgerechnet dort Unterkunft für die Nacht. Als einer von ihnen Karins Kleid ihrer Mutter anbietet, hat er sein Todesurteil gefällt...


      Trailer:
      -




      Kritik:

      Erstaunlich harter und einer der ersten Rape'n'Revenge Streifen. Was sich bei der Vergewaltigung des hübschen Sonnenschein-Mädchens durch die Wurzelfresserbande in der Psyche beim Betrachter auftut, ist erstaunlich wenn man den Jahrgang beachtet. Der Film wurde damals kontrovers gesehen, von vielen Kritikern nieder gemacht und in Bayern kurze Zeit beschlagnahmt. Ein verdienter Oskar für Ingmar Bergman. Auch wenn man dem Film die klassische Heimatfilm Ausrichtung anmerkt und er damit schon wieder etwas als eingestaubt gelten mag, ähnliches kann man aber auch von Cravens Last House on the Left schon behaupten, der diese Bergman Geschichte nachgemacht hat. So gesehen treffen sich beide Filme doch auf Augenhöhe, Craven natürlich mit mehr Gewaltdarstellung aber mit schlechter wirkende Darsteller bedacht. Birgitta Pettersson ist hier hingegen das perfekt hübsche und naive Mädchen mit Heile-Welt-Denke und professionell geschauspielert, dem die Lüstlinge reihenweise hinter her hecheln.

      [film]7[/film]
    • Last House on the Left hat seinen Stellenwert in der Filmhistorie sicher zu Recht erhalten und die Weichen für das Rape and Revenge Genre gestellt, aber was viele Kritiker meist vergessen, ist, dass der Film von Wes Craven selbst nur ein Remake ist. Ingmar Bergman hat die zu Grunde liegende schwedische Volkssage bereits zwölf Jahre zuvor verfilmt und mit Jungfrukällan ein toll gespieltes und schön bebildertes Drama über Gewalt und Rache in einem mittelalterlichen, religösen Kontext geschaffen, das, gemessen an seiner Entstehungszeit, äußerst düster und brutal ist.

      Zugegeben, bis auf einige Ausnahmen halte ich von diesem Genre nicht viel, da die Filme unsäglich vorhersehbar sind und sich meist nur auf Gewaltszenen beschränken. Da kommt mir dieser Film von Ingmar Bergman gelegen, da er eine solche Reduzierung nicht nötig hat, und, obwohl er dem Zuschauer detaillierte Bilder erspart, es dennoch schafft, die friedliche Atmosphäre in eine bitterböse zu verkehren. Jungfrukällan ist nicht der beste Bergman Film, aber dennoch ein sehr gutes Drama, das seiner Zeit weit voraus ist, und allein in seiner Schlusssequenz, in der die "Jungfrauenquelle" entblößt wird, mehr Brillanz vorweist als die meisten Exploitationfilme.

      [film]8[/film]
    • Huch, den hab ich vor 1-2 Monaten auch gesichtet. Aber so gut fand ich den gar nicht.

      Ja, vermutlich ist das der erste Film seiner Art, aber dafür trotzdem viel zu schwach!

      Nette Story, keine wirkliche Atmosphäre, relativ überzeugende Darsteller. Und auch wenn man dem Film wirklich zugestehen muss, dass sowas nicht Gang und Gebe war, kann ich ihn nicht besser beurteilen, weil ich eben nicht in den 50ern oder 60ern lebte. Trotzdem noch mit viel Bonus:


      [FILM]4[/FILM]
    • DrGore schrieb:

      Für die damalige Zeit sicher ein harter Brocken.
      Mich hat er gepackt und gefesselt. Vielleicht
      tatsächlich ein Wegbereiter für das Subgenre
      Rape and Revenge. Zumindest ist Ingmar Bergman
      einer der bedeutesten europäischen Regisseure.

      [film]10[/film]

      Sehr gute Wahl !!
      Deinem Text stimme ich 100% zu. Ingmar Bergman war einer der bedeutensten Filmemacher überhaupt

      [film]10[/film]
    • Salvage schrieb:

      DrGore schrieb:

      Für die damalige Zeit sicher ein harter Brocken.
      Mich hat er gepackt und gefesselt. Vielleicht
      tatsächlich ein Wegbereiter für das Subgenre
      Rape and Revenge. Zumindest ist Ingmar Bergman
      einer der bedeutesten europäischen Regisseure.

      [film]10[/film]
      Sehr gute Wahl !!
      Deinem Text stimme ich 100% zu. Ingmar Bergman war einer der bedeutensten Filmemacher überhaupt

      [film]10[/film]

      Dankeschön! Ich habe am selben Tag noch "Wilde Erdbeeren" geschaut, die Filme
      haben was an sich, dem man sich nicht entziehen kann.