Hooligans 3 - Never Back Down

    • Hooligans 3 - Never Back Down



      Alternativer Titel: Green Street Hooligans: Underground
      Produktionsland: Großbritannien
      Produktion: Simon Crowe / James Harris
      Erscheinungsjahr: 2013
      Regie: James Nunn
      Drehbuch: Ronnie Thompson
      Kamera: Jonathan Iles
      Schnitt: Tommy Boulding
      Spezialeffekte: -
      Budget: ca. -
      Musik: Paul Arnold / Andrew Barnabas
      Länge: ca. 90 Minuten
      Freigabe: SPIO/JK
      Darsteller: Scott Adkins, Kacey Barnfield, Joey Ansah, Jack Doolan, Josh Myers, Mark Wingett, Roberta Taylor, Spencer Wilding, George Russo, Billy Cook, Marcus Byron Keating, Christian Howard, Marc Edwards, Mike Fury


      Inhalt: Vor Jahren hat Danny sein Viertel und die Kumpel von der Westham Firm verlassen, um Kampfsport-Profi zu werden. Seine Karriere beweist, dass er das Richtige getan hat. Zweifel kommen ihm erst, als sein Bruder erschlagen wird. Eigentlich wollte er immer für Joey da sein, doch jetzt ist er tot. Danny kehrt nach Hause zurück und nimmt Kontakt zur alten Gang auf. Viel hat sich verändert in der Szene. Statt wilder Straßenschlägereien finden durchorganisierte Kämpfe statt. So etwas wie eine Liga ist entstanden und um die Platzierungen herum floriert das Wettgeschäft. Kämpfer auf Profi-Niveau dominieren, die altgedienten Hooligans können da nicht mithalten. Joey war hier sehr aktiv und irgendwo sind auch die Männer, die ihn getötet haben …




      Deutsche DVD Fassung: 10.12.2013 (Verleih: 02.12.2013)



      Nach dem doch eher durchwachsenen zweiten Teil der Hooligan-Reihe hatte man eigentlich gar nicht mehr damit gerechnet, das noch ein weiterer Film erscheinen würde. Doch James Nunn präsentiert nun mit "Hooligans 3 - Never Back Down" eine überraschend gelungene Fortsetzung in der Saga um die berüchtigte West Ham United Firm, die zumindest streckenweise wieder zu den ursprünglichen Wurzeln zurückkehrt. Rein inhaltlich mag es der Geschichte durchaus ein wenig an der nötigen Tiefe fehlen um als absolut gelungenes Drama durchzugehen, dafür offenbart sich dem Zuschauer jedoch ein äußerst hartes-und kompromissloses Szenario, in dem es größtenteils so richtig zur Sache geht. Mittlerweile finden die Auseinandersetzungen der verfeindeten Gruppen nicht mehr auf der Strasse statt und man räumt die Feindseligkeiten in einer Untergrund-Liga aus dem Weg, in der immer fünf Kämpfer der jeweiligen Gruppierungen in Street-Fights gegeneinander antreten. Das sich dabei eine nicht zu verachtende Härte zu erkennen gibt kann man sich bestimmt denken und so hat James Nunn hier auch etliche knallharte Kämpfe in Szene gesetzt, bei deren Ansicht einem teilweise die eigenen Knochen schmerzen. Für die Hauptrolle hat man Scott Adkins (Universal Soldier: Day of Reckoning) verpflichten können, der meiner Meinung nach die nahezu perfekte Besetzung des Haupt-Charakters Danny darstellt, der unbedingt den Mörder seines jüngeren Bruders finden will.

      Die Geschichte präsentiert dem Betrachter ein durchaus glaubhaftes Geschehen, wobei man an diversen Stellen durchaus die Frage aufkommen lassen kann, ob diverse Kleinigkeiten auch in der Realität so sein könnten. Dieser Punkt kommt insbesondere bei der Figur von Mason (Spencer Wilding) zum Ausdruck, der hier als Chef der Millwall Firma zu sehen ist und gleichzeitig einen Job bekleidet, der seine Figur bei manch einem eventuell in ein etwas unglaubwürdiges Licht rückt. Nichtsdestotrotz ist gerade seine Person eine der Stärken des Filmes, denn allein schon vom optischen Erscheinungsbild präsentiert sich ein echter Hüne von Mann, bei dessen Anblick einem das Herz in die Hose rutschen kann. Wenn man ihn dann auch noch kämpfen sieht merkt man schnell, das es sich bei ihm um eine wahre Bestie im Körper eines Menschen handelt, der es sichtlich Freude bereitet, seine Gegner regelrecht in ihre Bestandteile zu zerlegen. Man muss sicherlich kein Prophet sein um zu erkennen, das es am Ende ganz klar auf einen unvermeidlichen Showdown der beiden Hauptfiguren hinausläuft, doch bis es letztendlich so weit ist, wird der Betrachter mit einer durchgängig unglaublich kurzweiligen Story konfrontiert, die absolut keinerlei Längen erkennen lässt und dabei vollkommen schonungslose Filmkost anbietet, die einem unter die Haut geht.

      Manch einer wird "Hooligans 3 - Never Back Down" eventuell als reines Klopper-Szenario ansehen, doch mit dieser Einstufung würde man dem Werk keinesfalls gerecht werden. Denn auch wenn hier nicht die inhaltliche Tiefe des genialen ersten Teils zu erkennen ist, beinhaltet die Geschichte auf jeden Fall auch genügend Anteile eines Dramas, um so letztendlich eine sehr gelungene Mixtur darzustellen. Das Schauspiel der Akteure kann sich zudem auch absolut sehen lassen, sämtliche Rollen wurden hier sehr gut besetzt und Adkins sowie Wilding sind in dieser Beziehung die Highlights in einem Film, der mit solchen nicht gerade geizt. Vielleicht hätte James Nunn seinem Film noch etwas mehr Tiefe verleihen können, doch insgesamt gesehen ist ihm hier ein wirklich imponierendes Werk gelungen, das gerade nach dem eher schwachen zweiten Teil eine ganz deutliche Tendenz nach oben erkennen lässt.

      So kann man dann auch eine absolute Empfehlung für diese Fortsetzung aussprechen, die in erster Linie durch die Kompromisslosigkeit-und Härte ihrer Kämpfe ins Auge fällt. Dennoch definiert sich "Hooligans 3" nicht ausschließlich über seine Kampfszenen, sondern bietet gleichzeitig einen meiner Meinung nach durchaus realistischen Einblick in die englische Hooligan-Kultur. Es gibt etliche ähnlich gelagerte Genre-Kollegen, die nicht annähernd über die Qualität des vorliegenden Filmes verfügen, so das man ohne Weiteres einen Blick riskieren sollte, wenn man Werke dieser Machart zu schätzen weiß.


      Fazit:


      Nach dem eher enttäuschenden zweiten Teil der Reihe geht man wohl eher mit niedrigen Erwartungen an diesen Film heran, um dann letztendlich wirklich eine positive Überraschung zu erleben. Glänzend aufgelegte Darsteller, harte-und realistisch in Szene gesetzte Kämpfe und jede Menge Kurzweil zeichnen diese Geschichte aus, die es definitiv wert ist, zumindest einen Blick zu riskieren.


      [film]8[/film]
      Big Brother is watching you
    • Review:

      Über eine Stunde des Filmes vergeht, ohne dass überhaupt etwas passiert, dass entweder die Relationen, Charakterzeichnungen, oder die Story weiterbringt. Alleine schon wegen der dünnen Story, hätte man dem Film wenigstens mit mehreren Hooligan-, bzw. Kampfszenen füllen sollen, (so hätte er den Titelgebenden Namen vielleicht noch verdient), doch stattdessen zwingt sich der Film in eine Schiene die er nicht befahren kann.

      Schon oft hat man bei unnötigen „Love Interest“- Szenen in Männerfilmen die Augen verdreht, doch hier überschatten diese nervigen Szenen alles und vermindern die Qualität des Films, der ohnehin schon ganz unten auf der Unterhaltungsebene seinen Zweck und Daseinsberechtigung erfolglos sucht. Auch wenn die Dame sehr ansehnlich ist und manchmal ein bisschen Abwechslung zwischen Action und Storyline mit einem Love Interest beigemischt wird. Hier jedoch wird nicht beigemischt, sondern nur langweilige Füllzeit zu noch mehr Langeweile beigefügt und zu einem Gesamtwerk der Enttäuschung vermengt, die mit jeder Minute heranwächst.

      Der einzige Grund sich den Film bis zu Ende anzuschauen ist der charismatische Scott Adkins, der in manchen Actionfilmen schon seine Qualitäten bewiesen hat. Hier leider rettet auch er diese Tortur nicht und bringt die Hooligan Reihe auf Abwegen; auf dessen Fortsetzung wenn sie in diesem Stile weitergeführt wird, kaum einer noch Wert legen wird. Auch Anhängern von Hooligan Filmen wird es so gehen, denn es hat kaum was mit der Materie zu tun. Das Wort Hooligan im Titel, wurde wohl wegen der Vermarktung geschickt gewählt - und es scheint zu funktionieren, denn als Hooligan-Film Fan, glaubte ich ein Meisterstück in den Händen zu halten, zudem Scott Adkins die Hauptrolle inne hat. Doch sowohl was das Hooligan Segment betrifft, als auch die Kampfszenen - die zwar relativ schön anzusehen sind (denn es wird nicht nur stumpf und stupide aufeinander getreten) sind eine reine Enttäuschung.

      Das Thema Hooligans, wird fast gar nicht bedient, die Kämpfe, zwar einigermaßen gut choreografiert, hören sich aber so an, als würde man Kopfsalat an Kopfsalat hauen. Die Freigabe ab 18 ist reiner Hohn und wieder ein Zeichen dafür dass die Vergabe unmöglich nach einem logischen System vorgehen kann.

      Zusammengemixt aus Pseudo-Tragik, die auch die Grundstory ausmacht, unnötigem Liebesgehabe, das wirklich belanglos und nur langweilig umgesetzt worden ist und einigen Trainigsmontage-Szenen, die Sylvester Stallone nicht mal als Outtake auf eine Bonus DVD packen würde, fliegt der Film in eine Richtung von der man gerne den Blick abwendet.

      Gegen Schluss erst wird der Spannungsbogen etwas straffer und insgesamt bessert sich der Film, doch der lange, sehr langatmige Anfang steht als Aushängeschild des Ganzen darüber.
      Es ist auch eine nette Idee, die Hooliganszene im Untergrund stattfinden zu lassen, wo sie ihre Kämpfe wie Wettbewerbe aufziehen, doch die Ausführung dessen und die Geschehnisse die bis dahin führen schwächen alles an der Idee ab. Wie erwähnt ist auch die Inszenierung der Kämpfe, immerhin die Highlights dieses Films, etwas bei der man die Blinzelphase ruhig in die Länge ziehen kann. Sie sind nicht schlecht, aber auch nichts Besonderes.

      Allein für Adkins Fans empfehlenswert. Allen anderen die meinen hier das bekannte, jedoch immer wieder unterhaltsame Aufeinandertreffen englischer Chaoten zu sehen, sei abgeraten. Das Einzige was hier aufeinander trifft ist Eintönigkeit auf Monotonie.
      Dieses Spektakel kann ruhig ausgesetzt werden.
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