Snowpiercer



    • Alternativer Titel: Snowpiercer
      Produktionsland: Südkorea/USA/Frankreich
      Produktion: Park Chan-wook, Lee Tae-hun
      Erscheinungsjahr: 2013
      Regie: Bong Joon-ho
      Drehbuch: Bong Joon-ho und Kelly Masterson
      Kamera: Hong Kyung-pyo
      Schnitt: Steve M. Choe
      Spezialeffekte: -
      Budget: ca. 39,2 Mio US $
      Musik: Marco Beltrami
      Länge: ca. 125 Minuten
      Freigabe: FSK 16
      Kinostart in Deutschland: 03.04.2013
      Deutsche DVD & Blu-Ray Fassung: 08.09.2014


      Darsteller:

      Chris Evans : Curtis
      Song Kang-ho :
      Go Ah-sung :
      Jamie Bell : Edgar
      Alison Pill :
      John Hurt : Gilliam
      Tilda Swinton :
      Octavia Spencer :
      Ed Harris : Wilford

      Handlung:

      Im Jahr 2013 kommt es trotz aller Bemühungungrn zur ultimativen Katastrophe - es ist misslungen die Erderwärmung zu stoppen, schon bald gerät die Welt in eine neue Eiszeit...
      Wer es überlebt hat lebt in einem 650 Meter langen Zug, der ohne je anzuhalten durch die Schneewüsten fährt.
      Im Zuginneren existiert eine klare und straffe Hirachie.
      Während in den hinteren Waggons die grosse Masse an Überlebenden in elendigen Verhältnissen vor sich hin vegitiert, ist der vordere Teil den wenigen Reichen vorbehalten die im Luxus schwelgen können.
      Das führt sehr bald zu Unruhen, die der junge Curtis (Chris Evans) und sein Freund Edgar (Jamie Bell) anführen.
      Diese wollen Wilford (Ed Harris), den Besitzer stürzen und die Macht übernehmen, und die Führung stattdessen an Gilliam (John Hurt) abgeben, dieser ist der Kopf der untersten Klasse.

      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • Kritik:

      Na Hilfe! Was war denn das? Auf solch einen Film in den man richtig versinken kann, war ich vorweg gar nicht eingestellt. Vielleicht überbewerte ich Snowpiercer nun auch etwas. Ich weis es nicht. Der Film hat seine Schwächen, denn die Schlachten sind etwas unübersichtlich schnell, wenn auch einfallsreich. Die Brutalität schimmert aber gut durch, ist für den modernen Mainstreamjünger alla Tribute von Panem wohl eine Spur zu hart und diese Härte wird durch die Endzeitstimmung zusätzlich geschürt. Ob das Ganze nun glaubwürdig ist, wie z.B. das abgehangene Fleisch hier in einem Zugabteil, wo soll das herkommen? Man kann sich das natürlich denken, aber ein bisschen abgehobenes Asia-Kino ist hier also drin, trotzdem find ich den Film dadurch nicht schlechter. Aus der dreckig apokalyptischen Grundstimmung wird ein hoher Spannungsfaktor, weil man wissen will, was es im nächsten Abteil alles zu sehen gibt, weil einen das Vorherige schon begeistert hat. Der WOW Effekt ist dabei absolut hoch und bleibt auch über die 2 Stunden Spielzeit konstant und unvorhersehbar.

      Der Film hat ersichtlich Asiaeinflüsse, ich bin kein Fan von diesem Bereich, auch wenn ich The Host von dem Regisseur Bong Joon-ho jetzt auch nicht wirklich schlecht fand, der aber auch kein wirklich herausstehender Tierhorrorfilm war, hier ist die Geschichte allerdings eine Mischung aus Asiakino, Endzeitstory alla Total Recall und Einflüsse auch aus SAW sind zu erkennen, wenn Gedanken auf sarkastisch böse Art manipuliert werden.

      „Ich weis wie Menschen schmecken. Babys schmecken am Besten.“
      Besonders schätze ich den Film, dass er aufzeigt das es keine Gleichheit unter Menschen geben darf, dass es immer eine sich fressende Gesellschaft und eine verwöhnte Reichengesellschaft geben muss um das in sich geschlossene Ökosystem aufrecht zu erhalten, ansonsten würde es außer Kontrolle geraten und entgleisen. Denn jeder hat seinen ihm vorbestimmten Platz.

      Für mich ist Snowpiercer einer der besten oder der beste Sci-Fi Film des letzten Jahrzehnts und gehört zu den Top 100 des Sci-Fiction Genre bereits mit dazu.

      [film]9[/film]
    • Ich kann mir gut vorstellen das Snowpiercer die Filmgemeinde spalten könnte.
      Wohin meine Tendenz letztendlich hingeht ist mir noch nicht wirklich klar, allerdings sind meine sehr hohen Erwartungen nicht erfüllt worden.
      Warum?
      Teilweise wird es unlogisch, gerade das letzte Viertel hat etliche unverständliche Lücken, während es oft knüppelhart hergeht kommt im nächsten Augenblick eine völlig unpassende Einstellung, bzw unglaubhaftes.
      Das der Regisseur Bong Joon-ho ist, erklärt natürlich einiges, wer Mother oder The Host geshen hat wird wissen was ich meine, seinen Stil muss man mögen, oder eben nicht.
      Wirklich überzeugen kann er mich mit seiner Vision des Romanes nicht, ich hätte mich wesentlich mehr auf die eigentliche Geschichte gekümmert.
      Trotzdem hat er gute Unterhaltung zu bieten, nachdenken inklusive, ich vergebe komplizierte 7/10.
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • Für mich muss sich nicht immer alles so recht mit Logik erklären lassen, wenn die Fantasyelemente gut reinpassen, bestes Beispiel dafür auch das Finale von Total Recall. Es ist aber auch bei mir ein schmaler Grad bis es zum Schwachsin wird, hier hat es funktioniert, da finde ich Die Tribute von Panem von der ganzen Charakterzeichnung her dämlicher wenn man es realistisch sehen will. Das es in dem einen Wagen rustikaler zugeht als im nachvollgenden kann man sich doch gut erklären lassen, nur einige Sachen sind natürlich recht weit hergeholt wie die erzeugte Wurstverarbeitung, ich meine wo soll das Vieh Platz haben und nachgezüchtet werden. lolp
    • Die Erde in naher Zukunft: Ewiges Eis und Schnee bedecken den einst so grünen Planeten. Kein Leben rührt sich. Nur ein Zug, der einsam durch die verlassene Schneelandschaft fährt, bietet den überlebenden Menschen noch Schutz vor der tödlichen Kälte. Hier haben sie ihre letzte Zuflucht gefunden. Doch die Masse der verbliebenen Menschheit fristet im hinteren Teil des Zuges ein Leben in ewiger Dunkelheit, während vorne die wenigen reichen Passagiere im Luxus schwelgen. Aber die Zeichen stehen auf Veränderung. Eine Revolution steht kurz bevor …


      Schon längst gilt ]Joon-ho Bong in Fachkreisen als bester Regisseur Südkoreas, doch spätestens mit "Snowpiercer" dürfte jedem klar werden, das der gute Mann ohne Frage ganz generell zu den Besten seiner Zunft zu zählen ist. Werke wie "The Host", "Memories of Murder" und "Mother" haben schon in der Vergangenheit eindrucksvoll unter Beweis gestellt, das Bong jederzeit dazu in der Lage ist, hochklassige Filme zu kreieren, doch mit vorliegendem Beitrag dürfte wohl sein bisheriges Meisterstück vorliegen das in allen Belangen gänzlich zu überzeugen weiß. Dabei könnte man aufgrund der Inhaltsangabe davon ausgehen, das hier lediglich eine weitere Verfilmung einer altbekannten Thematik stattfindet, die unter dem Mantel einer düsteren Zukunftsvision lediglich den brutalen Machtkampf einer 2-Klassen-Gesellschaft in den Vordergrund rückt. Im Grunde genommen ist dies auch sicherlich ein wesentlicher Gesichtspunkt einer Geschichte, die aber letztendlich doch so viel mehr zu bieten hat wie man mit zunehmender Laufzeit immer wieder feststellen muss. Das gesamte Geschehen ist räumlich begrenzt und spielt sich einzig und allein im sogenannten "Snowpiercer" ab, einem scheinbar endlos langen Zug, in dem die letzten Überlebenden einer eingefrorenen Welt ihr Dasein fristen. Wie nicht anders zu erwarten herrscht auch in dieser beklemmenden Lage ein gravierender Unterschied zwischen den Passagieren, denn während sich die Elite im vorderen Teil des Zuges ein herrliches Leben macht, muss sich ein Großteil der Menschen wie Vieh in den letzten Waggons einpferchen lassen und lebt dort unter den unwürdigsten Verhältnissen.

      Obwohl sich das jetzt alles relativ banal anhört ist es dann aber die Umsetzung des Ganzen, die beim Zuschauer für einen extrem nachhaltigen Eindruck und größtenteils zur wahren Begeisterung führt, denn was sich im ersten Moment wie ein normaler SCI/FI-Actioner anhört ist in Wahrheit ein grandioser Genre-Mix, der neben den erwähnten Zutaten auch höchst dramatische Züge erkennen lässt. Mit zunehmender Laufzeit lässt das Szenario eine immer mehr ansteigende Intensität erkennen, die sich keineswegs nur durch die gelungenen Action-Passagen, sondern vielmehr in visueller Hinsicht zu erkennen gibt. Dabei lässt der Regisseur den Betrachter zunächst eine ganze Weile im düsteren grau der letzten Waggons verweilen, bevor er danach mit einer visuellen Rausch-Palette aufwartet, je näher die "Revolutionäre" dem Vorderteil des Zuges kommen. Dies gelingt auch nur unter etlichen Verlusten auf beiden Seiten und nur einige Ausgewählte gehen dann das letzte Stück des Weges zusammen, um in den vordersten Waggon zu gelangen, in dem sich "die heilige Maschine" befindet die den Zug antreibt. Auf diesem Weg wird der Zuschauer dann mit etlichen visuellen Reizen konfrontiert, die ihn streckenweise in einen regelrechten Rauschzustand versetzen. Man versinkt fast in einer hypnotisch anmutenden Bilderflut und kann so wenigstens teilweise die von Haus aus bedrückende Grundstimmung abstreifen, die einen ansonsten die ganze Zeit über begleitet.

      Neben diesen Stärken setzt Joon-ho Bong desweiteren auf phasenweise erstklassige Dialoge, aus denen sich gerade zum Ende hin fast schon philosophische Ansätze erkennen lassen. So lässt sich dann auch die Klassifizierung der Menschen in einem ganz anderen Licht betrachten und das Szenario sendet so manchen Denkanstoß aus, mit denen man sich auch lange nach Beendigung des Filmes noch intensiv auseinandersetzt. In dieser außergewöhnlichen Kombination lässt sich dann auch die ganze Klasse von "Snowpiercer" erkennen der viel mehr ist als ein banaler SCI/FI-Actioner und dabei Fragen aufwirft, die man sich nicht ohne Weiteres sofort beantworten kann. In dieses herausragende Gesamtbild werden aber auch immer wieder recht skurrile Momente eingebaut und in erster Linie möchte ich an dieser Stelle auf die Passage verweisen, die sich in dem Teil des Zuges abspielen, in dem mehrere Kinder ganz normalen Schulunterricht über sich ergehen lassen müssen. Die Szenen erscheinen dabei irgendwie bizarr und scheinen auf den ersten Blick so gar nicht in die Abläufe hinein zu passen, bei genauerer Betrachtung kann man aber sehr wohl erkennen, das es hier auch um das Einbrennen einer gewissen Ideologie dreht, in deren Mittelpunkt immer der Zugbauer Wilford steht, der anscheinend nicht nur über "die heilige Maschine" wacht, sondern gleichzeitig auch für die Einteilung der Menschengruppen verantwortlich ist. Im Bild sieht man den guten mann dann auch erst in den letzten Minuten und auch wenn die Spielanteile von Ed Harris in dieser Rolle zeitlich sehr begrenzt sind, ist in den letzten Phasen des Filmes meiner Meinung nach die größte Stärke zu erkennen. Das Gespräch zwischen Wilford und dem Anführer der Revolutionäre (Curtis) ist unglaublich hochklassig und beantwortet auch sämtliche Fragen, die sich bis dahin noch unbeantwortet im Kopf des Zuschauers eingenistet hatten.

      Die ganze Chose bekommt eine ziemlich überraschende Wendung und man sieht sämtliche Abläufe aus einem vollkommen anderen Blickwinkel. An dieser Stelle kommt dann auch der schon kurz erwähnte philosophische Ansatz zum tragen und wenn man zuvor schon bei etlichen Szenen immens am Grübeln war, so stellt sich nun erst wirklich der Aspekt ein, das man die gesamte Geschichte äußerst nachdenklich-und durchaus auch emotional aufgewühlt betrachtet. Sicherlich wird "Snowpiercer" nicht bei jedem die gleiche Wirkung hinterlassen und eventuell wird die Geschichte auch die Meinungen spalten, doch für mich persönlich hat Regisseur Joon-ho Bong hier ein filmisches Meisterwerk abgeliefert das von der ersten bis zur letzten Minute restlos begeistert. Auch die Darsteller-Riege liefert durch die Bank erstklassige Leistungen ab und ist ein wesentlicher Bestandteil des überragenden Gesamteindrucks der sich hier letztendlich ergibt. In meinen Augen gibt es wirklich absolut keinen Grund zur negativen Kritik und so dürfte dieses Werk ganz bestimmt zu den größten Highligths zählen, die 2014 auf DVD erscheinen. Man kann sich im Prinzip nur ehrfurchtsvoll vor diesem Film verneigen, der einerseits bedrückend-und beklemmend daher kommt, andererseits jedoch auch mit gelungener Action, skurrilem Humor und grandiosen Dialogen aufwarten kann und nicht zuletzt mit einer tollen Darsteller-Riege besetzt ist, so das im Endeffekt ein brillantes Gesamtergebnis entsteht.


      Fazit:


      Wow, "Snowpiercer" ist einer dieser Filme, die meine schon nicht geringen Erwartungen noch einmal überflügelt hat. Ein herausragender Genre-Mix mit grandiosen Bildern, der von einem der besten Regisseure unserer Zeit brillant in Szene gesetzt wurde. Hier kann man nur eine unbedingte-und völlig uneingeschränkte Empfehlung aussprechen und wer sich dieses Werk entgehen lässt, hat es letztendlich nicht besser verdient.


      [film]10[/film]
      Big Brother is watching you
    • Also ich finde den auch genial. Er hat zwar mindestens eine deftige Logiklücke, aber die Umsetzung ist insgesamt klasse. Zunächst dachte ich mir "die letzten Menschen auf dieser Welt fahren Zug" was kann das nur wieder für ein Krampf werden, aber das wird tatsächlich gut, besonders dann auch durch die Auflösung des Ganzen!

      Wahrscheinlich gebe ich jetzt sogar einen zu viel, aber es ist so selten geworden, dass mir ein neuerer Film mal wieder Spaß gemacht hat, und dafür kriegt er:

      [film]9[/film]
    • Original von Dr.Doom:

      War für mich auch der beste Kinofilm des letzten Jahres.
      ...ist schon Geil, du erzählst immer was von "künstlich" was dich an Filmen aufregt, und wenn dann tatsächlich einer extrem gekünzelt ist (Snowpiercer), wird es der beste Kinofilm des Jahres für dich... lol lol lol
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...