Liebe (2014)

    • Liebe (2014)



      Produktionsland: Deutschland
      Produktion: Bogatzki.mov
      Erscheinungsjahr: 2014
      Regie: Kai E. Bogatzki
      Drehbuch: Kai E. Bogatzki
      Kamera: Lucas Blank
      Schnitt: Kai E. Bogatzki
      Spezialeffekte: Bianca Joram
      Budget: -
      Musik: René Bidmon
      Länge: ca. 16 Minuten
      Freigabe: ungeprüft
      Darsteller: Nikolai Will, Isabelle Aring



      Inhalt: Ein junger Mann kümmert sich um seine im Rollstuhl sitzende Frau.


      Trailer:


      Meinung:

      Liebe. Das größte Gut, dass es für einen Menschen im Leben geben kann. Die Geborgenheit und Fürsorge eines anderen Menschen. Was könnte es Schöneres geben? Doch Liebe kann gleichzeitig auch eine enorme Last werden. Was macht man, wenn der Partner nicht mehr selbstständig sein kann, wegen einer Krankheit oder einem Unfall? Gedanken, die man meist möglichst in die hinteren Regionen des Hirns verbannt, um sich nicht selbst vor diese unangenehme Frage zu stellen. Liebe, der neuste Kurzfilm von Kai E. Bogatzki traut sich, genau diese Frage zu stellen und scheut es dabei nicht, auch die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele zu zeigen. 16 Minuten, die man liebt?

      Ein junger Mann kümmert sich um seine im Rollstuhl sitzende Frau. Mehr sollte man von diesem Film nicht wissen. Mehr darf man auch vor der Sichtung gar nicht wissen, denn alles was darüber hinausgeht, zerstört die Erfahrung, die dieser Film hinterlässt. Es ist keine schöne Erfahrung, wie man sich anhand des Posters und dem damit verbundenen Spruch „Ein Abstieg in die Abgründe der menschlichen Seele“ schon denken kann. Doch was einen hier erwartet ist weit mehr, als ein simpler Blick in den Abgrund. Hier wird einem die Hölle offenbart.

      Der Film schafft es von der ersten Minute ein Unwohlsein im Magen des Zuschauers aufkommen zu lassen. Man sieht wie Nikolai Will, der hier eine wahrhaft meisterliche Leistung abliefert, mit einer Flasche Schnaps den Gehweg entlang geht. Dazu erklingen die Klänge aus der Feder des hervorragenden René Bidmon, welche einen sofortigen Wiedererkennungswert haben. Melancholisch, traurig und zerstört wirkt der Mann. Es ist sein Leben, was ihn gebrochen hat. Die Frau ist auf seine Hilfe angewiesen, ohne ihn geht nichts und nur dank ihm kann sie ein einigermaßen normales Leben leben. Der Zuschauer ist geschockt und in einer alles lähmenden Starre gefangen. Man hat förmlich Mitleid mit dem armen Mann und leidet mit jedem Satz, den er ausspricht. Die Kraft die er nicht nur für sich selbst, sondern auch für seine Liebe haben muss ist wahrhaftig zu beneiden.

      Doch auch immer wieder blitzen kleine Andeutungen auf. Die Frau, welche von ihm gebadet wird, ist eine enorme Belastung. Ein Blick zum Fön stellt nicht nur den Mann vor eine Entscheidung? Soll das Leid beendet werden? Die Musik setzt aus, die Stimme der Frau wird nur noch gedämpft wahrgenommen. Ist das die Lösung? Doch nein, so kann es nicht enden. Und wieder setzt sich diese Last in dem Magen des Zuschauers und des Mannes ab. Man muss stark sein.

      Doch was dann ab der 10 Minute passiert ist der wahrhaftige Schock und an dieser Stelle kann ich nur jedem empfehlen, sich diesen Film anzuschauen. Wo man zuvor ein Drama vermutete, schwenkt der Film nun in eine ganz andere Richtung. Einen Wechsel, der niemand ohne einen Schock zurücklassen wird und der auch beim erneuten Schauen immer noch genau da trifft, wo es wirklich weh tut.

      Filmisch wird das Ganze wunderbar inszeniert. Wie schon angesprochen leistet hier Nikolai Will wirklich Außerordentliches. Seine Darbietung des Mannes ist so herzergreifend, wie verstörend, fesselnd und einfach nur glaubhaft. Auch Isabelle Aring macht einen sehr guten Job, kann Will aber bei weitem nicht das Wasser reichen. Der Score, welcher von René Bidmon eigens für diesen Film komponiert wurde, ist, wie nicht anders zu erwarten war, ein absoluter Volltreffer. Es gelingt ihm eine dichte Atmosphäre der Klänge zu erzeugen und dabei das Tor zu den wahren Abgründen immer weiter zu öffnen. Melancholie ist hier das Stichwort. Der Mann lebt in einer tristen Welt und Bidmon nimmt einen sofort dahin mit. Nur zum Ende, als das ganze umschwenkt, da wird auch die Tür in eine andere, noch viel schlimmere, Welt aufgestoßen und das mit einem wahrhaftigen Paukenschlag.

      Bei der Kamera und dem Schnitt wurde vor allem auf eines sehr viel Wert gelegt. Ruhe. Erst kurz vor Schluss zeigt Bogatzki dann aber, zu was er in der Lage ist und mit welcher Bilderflut er einen vollends zerstören kann. Die Kameraeinstellungen sind nicht ohne Grund sehr einfallsreich gewählt, doch diesen Grund erahnt man bei der ersten Sichtung noch nicht. Clever und innovativ geht er hier vor und das wird belohnt, denn dieser Film bleibt im Gedächtnis.

      Fazit: Liebe ist ein Kurzfilm, wie man ihn selten sieht. Nicht scheu die Abgründe des täglichen Lebens zu beleuchten und dabei einen ganz eigenen Weg zu gehen. Einen Weg der für den Zuschauer zum Höllenritt wird und der einen in eine zutiefst traurige Stimmung versetzt. Der Schlag in die Magengrube folgt spätestens kurz vor Schluss und dieser trifft einen unerwartet und mit voller Wucht. Dank der grandiosen Darbietung von Nikolai Will und dem tollen Score von René Bidmon wird man hier wohl eines der diesjährigen Kurzfilm-Highlights finden. Uneingeschränkte Empfehlung!
    • ...und bei diesem Film die Mondscheinsonate von Beethoven.. Passt sicher wie die Faust aufs Auge bei diesem Werk... Kann man sich im Netz mal den ganzen Kurzfilm anschauen? Hab nur bis jetzt den o.a. Trailer gefunden. shack
    • Original von Salvage:

      ...und bei diesem Film die Mondscheinsonate von Beethoven.. Passt sicher wie die Faust aufs Auge bei diesem Werk... Kann man sich im Netz mal den ganzen Kurzfilm anschauen? Hab nur bis jetzt den o.a. Trailer gefunden. shack


      Nein bisher gibt es nur den Pressescreener. Am 14.06.2014 ist die Premiere danach wird eine offizielle DVD folgen :3:
    • Danke Logge :0:

      Na dann her damit!! *gern.sehen.will*
    • So nun kann der Film auch endlich bestellt werden:



      Entweder direkt über die Facebookseite der Macher oder per Email. :6: :6: Ich habe meine schon bestellt :6:
    • habs auch erstmal "festgenagelt" per E-Mail *haben.will* :0:

      Edit:

      habe mich mal mit Kai gemailt. Scheint ja ein echt netter Mensch zu sein... :6:
    • Kai ist wirklich ein toller Typ und seine Filme können auch total überzeugen. Bin auf deine Meinung sehr gespannt.
    • Ich werde dann berichten.. :0: :3:

      Logge: vorhin bekam ich eine ganz nette Mail vom Kai. Er schickt mir den Film mit Signierung. Yooohoooo lol lol
      Ich freue mich jetzt schon wie ein Schnitzel... :0:
    • Meine Fresse, das war für einen Kurzfilm von knapp 16 Minuten, ein ganz schön harter Brocken. Der Film beginnt bedrückend, fast schon depressiv, unterstrichen von wunderschöner Musik. Man hat von Anfang an ein etwas mulmiges Gefühl. Der Film schlägt aber immer wieder Haken - ich muss dazu sagen, ich habe in einem Magazin gelesen, um was es sich in etwa handelt, aber es gab ab der zehnten Minute eine Szene, die das wieder in Frage stellte - super gemacht - ich habe mich doch etwas erschrocken. Das Ende war dann ein richtiger Schlag in die Magengrube und läuft mir immer noch nach. Große klasse! Mehr schreibe ich nicht, denn sonst besteht Spoilergefahr.
      Ich kann jedem raten, sich dieses kleine Meisterwerk zuzulegen. Respekt an den Regisseur, von dem ich hoffe, dass er mal ganz groß rauskommt. :6: Verdient hätte er es und er ist zudem ein sehr sympathischer Typ.

      Hierfür kann ich nur die volle Punktzahl geben!

      [film]10[/film]
    • Gerne! Ich bedanke mich für die Vorstellung dieses kleinen Meisterwerks! :6:
    • Ich warte auch schon auf dieses Filmchen. Hoffe, das mir der gute Kai bald ihn versendet, oder schon versendet hat :0:
    • Original von Salvage:

      Ich warte auch schon auf dieses Filmchen. Hoffe, das mir der gute Kai bald ihn versendet, oder schon versendet hat :0:


      Für alle die es interessiert, der gute Kai hat heute sogar Geburtstag :0: :0: :0:
    • Die positiven Kritken machen ja schon neugierig. 8€ ist mir für 15 Minuten aber wohl schon zuviel. Ist das Arthauskino oder gibts auch was blutiges?

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
      Electro in the Dark (Spotify Playliste)
    • Nein, blutiges gibt es nicht. Es ist ein Liebesfilm der etwas anderen Art. :5:
      Kostet nur 6,45 Euro. lolp Da kannste nichts falsch machen.
    • Original von Dr.Gore:

      Nein, blutiges gibt es nicht. Es ist ein Liebesfilm der etwas anderen Art. :5:
      Kostet nur 6,45 Euro. lolp Da kannste nichts falsch machen.


      Da müssen wir Doom wohl nochmal das 1x1 erklären lolp
    • Ich kann warten auf eine Kurzfilmsammlung des Regisseurs, dann würd ich mal zuschlagen. Die wird man auch wieder eher los. lolp

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
      Electro in the Dark (Spotify Playliste)
    • Original von Logge1002:

      Original von Salvage:

      Ich warte auch schon auf dieses Filmchen. Hoffe, das mir der gute Kai bald ihn versendet, oder schon versendet hat :0:


      Für alle die es interessiert, der gute Kai hat heute sogar Geburtstag :0: :0: :0:


      habe ihn auch nur das Beste gewünscht. Stehe ja auch in Kontakt mit ihm, das so by the way... :0:
    • Original von Dr.Doom:

      Ich kann warten auf eine Kurzfilmsammlung des Regisseurs, dann würd ich mal zuschlagen. Die wird man auch wieder eher los. lolp


      ach Doomi, du Guter... Das ist sicher kein Filmchen für dich, schätze ich mal so salopp :0:

      Ich werde mir dieses Werk jetzt geben und dann berichten. Ich halte es jetzt nicht mehr aus und will iihn JETZT sehen.
      Bis bald :3:
    • So ihr Lieben, nun kann ich etwas zu dieser kleinen Filmperle schreiben:




      Was für ein Film... !!

      Ein junger Mann kümmert sich fürsorglich und selbstlos um eine junge Frau, die im Rollstuhl ihr weiteres Leben verbringen soll. Schon zu Beginn offenbart sich eine düstere Atmosphäre und ein beklemmendes Gefühl. Er kocht für sie, er badet sie.. Er zeigt ihr mit jeder Minute seine hingebungsvolle, selbstlose Liebe... Klingt fast so wie ein Hollywood Streifen?? Doch weit gefehlt!! Hier überlagern sich die Gefühle von tiefer Liebe, Verzweiflung und Traurigkeit. Selten kann der Zuschauer solche Intensität erleben wie in diesem Kurzfilm, der nur ca. 16 mins andauert.

      Auf der einen Seite handelt es sich um einen sehr sterilen Stil und auf der anderen um eine düstere aber dennoch visuell teils grelle Atmosphäre mit der es Kai Bogatzki geschafft hat, die Aufmerksamkeit des Zuschauers für sich zu gewinnen und voll zu beanspruchen. Ich möchte betonen, das LIEBE einen gewissen Anspruch hat. Schon zu Beginn ist er zwar stimmungsvoll, aber mit einer fesselnden Anfangssequenz. Man sieht den jungen Mann durch eine Straße laufen. Er kommt nach Hause, die Frau im Rollstuhl hat die Zeit damit verbracht, auf ihn zu warten - eine traurige Szene, die dem Zuschauer berührt.

      Zu bemerken ist noch, dass das Gesicht der Frau nie gezeigt wird. So bleibt sie in einen anonymen Bereich. Doch diese Anonymität ist perfekt auf dem Punkt gebracht! Hier hat Kai Bogatzki ein kleines Filmchen geschaffen, welches bemerkenswert ist, das zum Nachdenken anregt.

      Das Ende kommt dann überraschend drastisch daher und ist wie ein Schlag in die Magengrube; denn das hätte der Zuschauer bei weitem nicht erwartet.
      Wer ihn noch nicht gesehen hat, schaut euch den Film selbst an...

      Für mich ist LIEBE ein kleiner Edelstein. Dieser bemerkenswerte Regisseur hat hier ganze Arbeit und handwerkliches Können auf seinem Gebiet geleistet! Wir sollten ihn im Auge behalten^^

      Von mir bekommt dieses kleine Filmchen 10/10 Sternchen !!