Grotesque

    • Eindeutig einer der kaputtesten Filme, die ich je geseh hab.
      Alles in allem gelungen; auch wenn ich teilweise den Eindruck hatte, dass alles ziemlich minimalistisch ist (Nur 3 Schauspieler; manche Dialoge etc.).

      Bin aber ohne Erwartungen rangegangen und vor allem das thrashige Ende hat die kleinen Schönheitsfehler ausgemerzt; wird auf jeden Fall einen Weg in meine Sammlung finden.
      [film]8[/film]
    • "Grotesque" wurde ja im Vorfeld als der so ziemlich heftigste Japan-Sicko seit "Guinea Pig: Flowers of Flesh and Blood" gepriesen, was ich dann zu sehen bekam, war eine Art filmisches Soziologie-Experiment mit vordergründig altruistischer Grundprämisse: Wie viel Schmerz ist man bereit, über sich ergehen zu lassen, um das Leben eines Menschen, den man liebt, zu retten? Im Grunde genommen also ein ähnlicher Stoff, wie er bereits im Tom Shanklands "WAZ" verarbeitet wurde (wenn auch innerhalb des Copthriller- und Serienkillergenres). Während in "WAZ" allerdings Rache das ausschlaggebende Motiv für die Taten war, ist der Täter in "Grotesque" einfach nur ein wahnsinniger Sonderling, der, aus rein hedonistischen Motiven heraus handelnd, im Öualen seiner Opfer seinen Fetisch ausleben will. Mit dem äußeren Rahmen eines Kammerspiels, das den Gefangenen keine reellen Möglichkeiten zur Flucht ermöglicht, wirkt die nihilistische Welt von "Grotesque" dadurch außerordentlich bedrückend, depressiv und menschenfeindlich. Letztendlich schockiert der Film v.a. aufgrund seiner atmosphärischen Trostlosigkeit, in der für Empathie kein Platz mehr ist. Entsprechend wenig Mitgefühl hatte ich auch mit den Opfern.

      Wer Hardcore-Splatter ohne Pause erwartet, wird vielleicht etwas enttäuscht:
      Gefoltert wird häufig durch Verletzung der Genitalbereiche, was zwar ausgesprochen widerwärtig ist, aber nicht unbedingt blutig. Manche Quälerei findet auch mehr im Off statt. Trotzdem kommt auch mal die Kettensäge zum Einsatz und es geht generell schon häufig sehr derbe zu (mit oben erwähntem "Flowers of Flesh and Blood" kann Grotesque" hier aber nicht mithalten).
      Allein der Schmerz vermag es, dich spüren zu lassen, dass du wirklich existierst.
    • Die Opfer sind junge Asiaten, diese benehmen sich in der Folterfalle wie tollwütige Affen, insbesondere vom schreien her.
      Dieser Japaner versucht auf die Folterwelle eines Saw/Hostel mit aufzuspringen und verfehlt das Thema komplett. Es wird keine sinnvolle Story angeboten, man weis nichts über die Charaktere welche in Erscheinung treten und das ganze Schauspiel ist eher auf Experimental Horror ausgelegt, um den die meisten Filmfans einen Bogen machen sollten, außer man steht auf rein verstörende Gore und Folterszenen, ohne dem einen Sinn und Drive zu verleihen.
      Die Dialoge der Asiaten sind stink langweilig, weil auch sehr abgehakt gesprochen wird, mag auch mit an der deutschen Synchronisierung liegen, aber mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht nur.
      Die Kamera schwenkt stetig hin und her wie auf einen Schiff drehend, ein blutiger Amateur ist hier für eine echte Seefahrt verantwortlich.
      Man bekommt als Hingucker zumindest die kleinen aber feinen Titten der Hauptdarstellerin auf der Folterbank sehr ausführlich zu Gesicht. Die klassisch gedudelte Musik geht ja mal gar nicht, diese Jahrmarktsmusik passt auch nicht zum Ablauf.
      Lange Zeit wird überhaupt nicht gefoltert, sondern es gibt nur Fesselspiele mit Ableckerei, schnell fühlt man sich sogar wie in einem billigen Porno ohne Story.
      Nach 30 Minuten gibt es dann eine Szene mit einer Kettensäge, wo Fingerkuppen weggesäbelt werden. Die Erwartungen an ganz hartem Goren wird man aber nicht gerecht, da haben die Saw oder Hostel Filme wesendlich mehr Gewalt zu bieten, zumal das Finger abschnippeln recht Blutleer zur Sache geht und die Finger auch eher wie Plastik ausschauen. Als Highlight gibt es immerhin eine Brustwarze die abgeschnippelt wird, was seine Wirkung dann sicher nicht verfehlen wird.
      Ohne Humor funktioniert das goren aber nicht wirklich, dies was schon bei Murder-Set Pieces der Gongschlag für den Film und auch hier kommt nur jemand auf seine Kosten, der reines splattern sehen will, wobei man aber auch damit halt nicht das volle Programm bekommt.
      Zumindest hat man sich für den Showdown was ganz originelles einfallen lassen, anhand einer Szene die man ansonsten bei Fun-Splatter Filme vermuten könnte, kommt fast sogar sehr überraschend bei diesem Langweiler. Diese Szene ist wenigstens richtig gut geworden, was dort auch einen kräftigen Lacher nach sich ziehen darf. Dennoch rettet es den Film nicht, zumindest hebt es ihn aber noch über den Bodensatz. Die ganzen Anpreisungen und vergleiche auf dem Cover sind übrigens eine Frechheit, ohne jetzt darauf auch noch eingehen zu müssen.

      [film]3[/film]
    • Hoffe das der Film bei mir besser ankommt...
      Erstmal meine hochgeschraubten Erwartungen wieder etwas runterschrauben^^...
      Vorsicht vor dem zurückgekehrten Wahnsinnigen!!! :00008040: :00008040: :17: rofl


      Indigestion
      Für Menschen mit "gepflegtem" Musikgeschmack! :221:





    • Grotesque
      (Gurotesuku)
      mit Tsugumi Nagasawa, Hiroaki Kawatsure, Shigeo Osako
      Regie: Koji Shiraishi
      Drehbuch: Koji Shiraishi
      Kamera: Yohei Fukuda
      Musik: Kazuo Sato
      Ungeprüft
      Japan / 2009

      Als Gefangene eines psychisch gestörten Fremden erwacht ein junges Liebespaar gefesselt in einem ihnen unbekannten Raum. Schnell wird ihnen von ihrem Entführer deutlich gemacht, dass er die Zeit, die auf die wartet, voll von Schmerzen sein wird. Es gibt nur ein Entrinnen, ein Funken Hoffnung: sie sollen den Fremden erregen... durch ihren Überlebenswillen.


      Nachdem ich schon so viele verschiedene Meinungen über diesen mittlerweile schon berüchtigten Film gelesen hatte, war es nun an der Zeit, sich einmal selbst ein Bild über das Folter-Szenario zu machen, das sich hier dem Zuschauer offenbart. Und was soll ich sagen, wer der Meinung ist, das Filme wie beispielsweise "Saw" oder "Hostel" schon heftig daherkommen, der sollte sich diesen Film wirklich ersparen, da es sich letztendlich um nichts Anderes als eine Ansammlung brutalster Härte handelt, die wohl selbst manch hartgesottenem fan äusserst schwer im Magen liegen dürfte. Da sich das ganze Geschen fast ausschließlich in einem Raum abspielt und lediglich 3 Darsteller mitwirken, entfaltet sich recht schnell eine kammerspielartige Grundstimmung, die durch die gegebene Situation ein starkes Gefühl der Beklemmung und Machtlosigkeit beim Betrachter auslöst, da man zum untätigen Zuschauen verdammt ist und nicht hilfreich in das Geschehen eingreifen kann.

      Wenn Regisseur Koji Shiraishi mit seinem Werk schockieren wollte, dann ist ihm das vortrefflich gelungen, denn insbesondere die vorhandenen SFX sind von der derben Sorte und zudem auch noch reichlich vorhanden. Doch am schlimmsten habe ich persönlich die Eiseskälte des Täters empfunden, der sich an der Qual seiner Opfer aufgeilt und sichtliche Freude an seinem perversen Treiben empfindet. Seine Beweggründe für die von ihm begangenen Taten gestatten dabei einen recht intensiven Einblick in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele und lösen beim Zuschauer echte Fassungslosigkeit und totales Unverständnis aus, phasenweise fühlt man sich einer Ohnmacht nahe, da man es einfach nicht fassen kann, das ein menschliches Wesen zu solchen Abartigkeiten fähig ist, wie sie hier dargestellt werden.

      Nun stellt sich einem fast zwangsläufig die Frage, ob Filme dieser Art unbedingt notwendig sind, in denen extreme Härte und Brutalität so explizit dargestellt werden, nur um durch einen immer stärker anwachsenden Härtegrad den sogenannten Gorehounds Befriedigung zu verschaffen. Ich finde, das dies nicht notwendig ist, denn wenn es sich so wie in vorliegendem Fall ausschließlich um eine Aneinanderreihung blutiger und perverser Passagen handelt, das Gesamtwerk aber ansonsten nichts zu bieten hat, ist ein solcher Film schon durchaus als grenzwertig anzusehen. Es wäre ja schon fast vermessen, den sogenannten Inhalt der Geschichte als Rahmenhandlung zu bezeichnen, die eigentlich gar nicht vorhanden ist. Vielmehr wirkt "Grotesque" schon teilweise verstörend und man fragt sich ganz unweigerlich, ob der Regisseur hier seine eigenen Neigungen zum Ausdruck bringt, da das Szenario, das sich hier offenbart, eigentlich nur einem kranken Hirn entsprungen sein kann.

      Sicher, eingefleischte Gorehounds werden voll auf ihre Kosten kommen, werden aber auch ihre Schwierigkeiten bekommen, wenn es darum geht, diesem Werk eine Art Sinn oder Berechtigung zuzusprechen. Ich selbst bin nun wirklich kein Kostverächter und schaue mir auch sehr gern harte Filme an, aber was sich hier präsentiert, ist einfach nur krank und abartig. Mit Film an sich hat das Geschehen eigentlich herzlich wenig zu tun, so das es auch extrem schwer ist, eine richtige Bewertung abzugeben. Meiner Meinung nach handelt es sich lediglich um eine vollkommen sinnbefreite Gewalt-Orgie, die lediglich bei völlig abgestumpften Fans, die einfach nie genug Härte sehen können auf eine große Zustimmung treffen dürfte, wer allerdings einen Film und nicht nur aneinandergereihte Brutalitäten sehen möchte, der wird hier nicht auf seine Kosten kommen und eventuell schon lange vor dem Abspann die DVD aus dem Player nehmen, um nicht noch mehr Zeit sinnlos zu vergeuden.


      Fazit:


      "Grotesque" im eigentlichen Sinne als Film zu bezeichnen, fällt schon sichtlich schwer, denn die hier in Szene gesetzte Schlachteplatte ist lediglich für Gorehounds geeignet, denen es ausschließlich auf den Härtegrad ankommt. Storymäßig bekommt man im Prinzip rein gar nichts geboten und wird zudem noch mit einem völlig unpassenden Ende konfrontiert, das jeder Beschreibung spottet. Selbst für eingefleischte Horror-Fans, zu denen ich mich definitiv zähle, dürfte dieses Sammelsurium an Abartigkeiten nicht ausreichend sein, um ein positives Urteil abzugeben, denn ein etwas höherer Anspruch an einen Film sollte eigentlich in jedem Zuschauer vorhanden sein.


      [film]3[/film]
      Big Brother is watching you
    • Ein gutes Review! So sehe ich das auch. Was die Berechtigung dieses Films angeht: Es ist halt ein Japanischer Sicko. Was für eine Berechtigung haben denn zB: Filme aus der Guinea Pig Reihe? Die Japaner stehen nunmal auf extrem krankes Zeug. Wie kommt es denn das zum Beispiel das Nekromantik grade in Asien schon fast so was wie Kultstatus besitzt? Dazu kommt sicherlich noch der Fakt, das der Regisseur dem derzeitigen Trend nach immer härteren Filmen gefolgt ist und versucht hat noch eine Spur draufzulegen. Die Hoden-Szene fand ich wirklich eklig...aber solche Szenen gibts zB. auch in solchen Japanischen Kunst-Pornos wie "Im Reich der Sinne" und der läuft sogar Uncut im Fernsehen, da er als Kunst gilt!

      Aber Grotesque ist wirklich nur was für Gorehounds. PS: Die letzte Szene fand ich gar nicht so schlecht! lol

      Gruß,
      deo!
      :0:
    • Sicher kann man bei vielen Filmen die Frage nach ihrer Berechtigung stellen, aber dieses Werk hier hat für mich ganz generell nicht viel mit einem Film zu tun. Und die Japaner sollten sich einmal allesamt auf ihren Geisteszustand untersuchen lassen. :0:
      Big Brother is watching you
    • Original von Master of Horror
      Sicher kann man bei vielen Filmen die Frage nach ihrer Berechtigung stellen, aber dieses Werk hier hat für mich ganz generell nicht viel mit einem Film zu tun. Und die Japaner sollten sich einmal allesamt auf ihren Geisteszustand untersuchen lassen. :0:


      Das liegt sicherlich auch daran das die Japaner einem sehr hohen Gesellschaftlichen Druck ausgesetzt sind. Arbeits-Moral, keinen Urlaub nehmen (die meisten nehmen NIE Urlaub von der Arbeit, das wäre ja eine Beleidigung gegenüber den Arbeitgeber). Das geht ja schon in der Schule los...unglaublich viel Druck...was die Japaner dann in ihrer Freizeit durch extreme "Hobbies" oder Gewalt-Phantasien (Extrem-Bondage, Torture, Vergewaltigungs-Phantasien usw.) kompensieren. Die ganzen Mangas (die hier zum größten Teil wegen Kinderpornograpghie verboten sind), extreme Filme und andere für uns Westliche Menschen "seltsame" Dinge. Tja, andere Länder andere Sitten...

      Ist auch ein Stück weit Tradition, seit den Tennos und den Samurais gings in Japan viel um Gehorsam, Ehre und grausamen Riten...

      Naja...Watt soll man machen? :11:
    • Original von deodato
      PS: Die letzte Szene fand ich gar nicht so schlecht! lol
      :


      Das ist die einzige Szene die wohl jeder was abgewinnen kann, weil sie ziemlich lustig ist, was den Film ansonsten gefehlt hat. Es ist hier ja nur eine aneinanderreihung von Goreszenen, hab ich zuletzt bei Das Komabrutale Duell aus Deutschland schon gehabt, von Amateure die nur Gore aufzeigen wollten. Es gehölt aber etwas mehr dazu um mich zu unterhalten, wenn dabei keine Abwechslung entsteht ist es Schrott.
    • Meine 6 Punkte beruhen auch mehr auf der sich zeigenden Härte, obwohl ich das Szenario in diesem engen Raum und der Macht des Psychopathen schon reizvoll finde, aber die Aiaten schaffen es bei mir einfach nicht ein anderes Gefühl ausser Ekel und Neugier zu erzeugen.
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...