Das Grauen auf Black Torment

    • Das Grauen auf Black Torment



      Originaltitel: The Black Torment
      Alternativtitel: Estate of Insanity, Man stirbt nur zweimal
      Herstellungsland: Großbritannien
      Erscheinungsjahr: 1964
      Regie: Robert Hartford-Davis
      Produktion: Tony Tenser, Robert Hartford-Davis, Michael Klinger
      Drehbuch: Derek Ford, Donald Ford
      Kamera: Peter Newbrook
      Schnitt: Alastair McIntyre
      Musik: Robert Richards
      Länge: ca. 82 Minuten
      Freigabe: FSK 16
      Darsteller: Heather Sears, John Turner, Ann Lynn, Peter Arne, Norman Bird, Raymond Huntley, Annette Whiteley, Francis De Wolff, Joseph Tomelty, Patrick Troughton, Roger Croucher, Charles Houston, Derek Newark, Kathy McDonald, Jack Taylor, Bill Cummings, Frank Hayden, Edina Ronay



      Nach dem Selbstmord seiner ersten Frau hat Sir Richard Fordyce sein Anwesen für längere Zeit verlassen. Die Dorfgemeinschaft hasst Richard Fordyke und beschwört ihn auch in seiner Abwesenheit, nächtens von Anne verfolgt durchs Dorf hat reiten sehen, wobei Anne ihm das Wort „Mörder“ hinterher rief. Als es im Dorf zu weiteren Morden kommt, gerät Richard Fordyke immer mehr in die Schusslinie…

      „Das Grauen auf Black Torment“ ist ein absolutes Juwel aus den 60er Jahren. Überraschend, dass dieser Film bei den Kritikern zu seinem Release-Zeitpunkt durchgefallen ist. Auch an den Kinokassen war der Film kein großer Erfolg. Dieses ist schon sehr verwunderlich, da der Film nämlich alles richtig macht. Robert Hartford-Davis bietet eine sehr gute Story und baut diese langsam auf, so dass der Zuschauer durchgehend in seinen Film eingebunden ist. Hierbei spielt eine herrliche Atmosphäre und ein sich ständig weiter spannender Spannungsbogen, eine ganz große Rolle. Das Finale wird in einer erwarteten Dramatik präsentiert und zeigt dem Zuschauer die lang erwartete Lösung auf.

      „Das Grauen auf Black Torment“ ist definitiv von den Hammer-Filmen seiner Zeit beeinflusst, des weiteren hat Hitchcocks „Rebecca“ Pate für diesen Film gestanden.

      Fazit: Ein farbenprächtiger, hochspannender Klassiker, der leider nie den Status erhalten hat, der ihm eigentlich gebührt. Ein Film, der mit Sicherheit sehr großen Einfluss auf Tim Burtons „Sleepy Hollow“ hatte.


      10/10

      Dieser Beitrag wurde bereits 11 mal editiert, zuletzt von sid.vicious ()

    • Ja, der war nicht schlecht ...

      Bin ohne grössere Erwartungen an den Film gegangen und wurde doch positiv überrascht - kann auf jeden Fall mit den Hammer Klassiker mithalten [film]8[/film] von mir
      Don't think twice, it's all right ...

      Sad Pictures by PK
    • Original von kaeuflin
      Ja, der war nicht schlecht ...

      Bin ohne grössere Erwartungen an den Film gegangen und wurde doch positiv überrascht - kann auf jeden Fall mit den Hammer Klassiker mithalten [film]8[/film] von mir


      Kann mich der Meinung nur anschliessen.
      Grüsse
      Stegman


      Sie müssen noch ne Menge lernen. Leben ist schmerz...und schmerz...ist so ziemlich alles. Sie...sie werden es lernen !
    • Das habe ich in der OFDb seperat veröffentlicht:

      Altbackener, aber in die Irre führender Gothicgrusler, der mit seiner puzzlehaften Inszenierung gekonnte Shocks herausholt und gewisse symbolische Knackpunkte wie eine in weisse Laken bedeckte Frau, deren Geschrei im tosenden Wind verhallt, durch die Ungewissheit des Zuschauers noch gruseliger wirken lässt. Wunderschön abgefilmt und in genügsamer Ruhe entfacht sich etwas Unerahntes, was übernatürlichen oder anderen Charakter haben könnte. Black Torment verpackt gekonnten Grusel wie er sein sollte, ohne viel Kitsch und Blut, aber mit den klassischen Rätselelementen, die am Ende ein Aha - Effekt ergeben. Top! 10/10


      Ist es ein Geist, ist es Schizophrenie, oder steckt etwas komplett Anderes dahinter? Ich darf es nicht verraten, denn sonst käme die schwarze Pest über mich.
      Das Grauen auf Black Torment strickt gekonnt ein Fädlein ins Nächste und lässt den Zuschauer Stück für Stück rätseln und puzzeln, sodass der Film fast schon Gialliartige Züge annimmt meiner Meinung nach. Zum Glück ist das hier aber kein Krimi, sondern ein exzellent ausgeklügelter Gruselfilm, der trotz seines Alters immer noch an den Nerven zerrt, ...gerade weil man nicht weiss, was hinter bestimmten Dingen wirklich steckt. Wenn die Frau mit weissem Schleier ihr Unwesen treibt und ihr gespenstiges Gezeter im Winde verhallt, und der Kopfbedeckte Rollstuhlfahrer durch die Korridore schleicht, dann jagt es einem aufgrund der Ungewissheit eiskalt den Rücken herunter. So hat ein Gruselfilm zu sein. Ohne Kitsch, ohne viel Blut und ohne viel übernatürlichem Schwachsinn.

      Konsequenterweise volle Punktzahl!

      [film]10[/film]

      Durch seine Wirkung stelle ich den Film gerne auf eine Stufe mit Wenn die Gondeln Trauer tragen, Sleepless oder Die Grotte der vergessen Leichen, obwohl letztere zwei dagegen extrem abstinken.
    • Der Film ist einer der größten Überraschungen, die ich filmtechnisch jemals erlebt habe. Ich kannte Das Grauen auf Black Torment vorher nicht und war absolut begeistert. Schauspielerisch, wie atmosphärisch perfekt.
    • Original von sid.vicious
      Der Film ist einer der größten Überraschungen, die ich filmtechnisch jemals erlebt habe. Ich kannte Das Grauen auf Black Torment vorher nicht und war absolut begeistert. Schauspielerisch, wie atmosphärisch perfekt.


      Kann ich so unterschreiben. Ich habe lahmen Grusel erwartet und wurde eines Besseren belehrt. Sicherlich ein Film, den ich mir öfters ansehen werde. Allein schon wegen der Szene, in der der Rollstuhlfahrer mit der Jacke überm Kopf aus dem dunklen Korridor angefahren kommt und nebenher noch die verschleierte Dame ihr Unwesen treibt. Einfach grandios in Szene gesetzt. Auf den Punkt genau.
      Moonshades Meinung sollte man sich in der OFDb bestenfalls nicht durchlesen, wenn man den Film als alter Gruselfan noch geniessen möchte.
    • Original von FUN

      Moonshades Meinung sollte man sich in der OFDb bestenfalls nicht durchlesen, wenn man den Film als alter Gruselfan noch geniessen möchte.


      Ich habe es gelesen.

      :12:
    • Original von sid.vicious
      Original von FUN

      Moonshades Meinung sollte man sich in der OFDb bestenfalls nicht durchlesen, wenn man den Film als alter Gruselfan noch geniessen möchte.


      Ich habe es gelesen.

      :12:


      Hoffentich nicht vor dem Ansehen.
      Moonshade ist mir allgemein zu kritisch und meckernd und wenn ihm Etwas nicht gefällt, dann schlägt er gerne mal zu herabwertende Töne ein und spoilert maßlos den gesamten Inhalt ab, um unterbreiten zu können, was seiner Meinung nach schlecht ist.
      Ich fand an Black Torment gar nichts vorhersehbar. Man hätte sich vielleicht sowas denken können, aber ich bin ja auch nicht so intelligent wie Moon :1:
    • Für mich war die Lösung nicht absehbar. Moonshade mag ein umfangreiches Filmwissen haben, aber er lässt in einigen Reviews zu sehr eine mögliche Objektivität vermissen. Den Film in dieser Form niederzumachen, nur weil dieser nicht gefällt, ist auch nicht im Sinne des Erfinders.
    • The Black Torment ( Das Grauen auf Black Torment, 1964)





      Regie: Robert Hartford-Davis

      Erscheinungsjahr: 1964

      Mit: Heather Sears, John Turner, Ann Lynn, Peter Arne, Norman Bird, Raymond Huntley, Annette Whiteley, Francis De Wolff, Joseph Tomelty, Patrick Troughton, Roger Croucher, Charles Houston, Derek Newark, Kathy McDonald, Jack Taylor, Bill Cummings, Frank Hayden, Edina Ronay




      Man schreibt das 18. Jahrhundert. Der frischvermählte Sir Richard Fordyke kommt, zusammen mit seiner jungen Frau Lady Elizabeth, nach längerer Abwesenheit auf Schloss Fordyke, seinen Familiensitz, zurück. Er wird dabei äußerst verhalten empfangen. Erst lässt sich daraus kein Reim machen, bis Sir Richard erfährt, dass kürzlich eine junge Frau, die einem furchtbaren Gewaltverbrechen zum Opfer fiel, noch unmittelbar bevor sie starb, seinen Namen nannte. Kurz darauf erspäht Sir Richard wiederholt vom Schlafzimmerfenster aus eine geisterhafte weißgekleidete Frauengestalt, die aussieht wie seine verstorbene erste Ehefrau Anne. Er erfährt auch, dass er bei mehreren Gelegenheiten während jener Zeitspanne, als er eigentlich in London war, von einer Reihe integrer Personen in der Umgebung von Schloß Fordyke gesichtet wurde. Unter anderem hat man ihn dabei beobachtet, wie er nachts von der eigentlich toten Anne Fordyke zu Pferde verfolgt wurde und diese ihm das Wort Mörder nachrief. Als Sir Richard eines Nachts der geisterhaften Erscheinung folgt, stößt er auf sein eigenes Pferd, das urplötzlich durchbrennt, nachdem er es besteigt. Er wird dabei erneut vom Geist der verstorbenen Anne verfolgt, die ihn mit unheimlicher Geisterstimme als „Mörder“ bezeichnet…

      Anmerkungen:

      „The Black Torment“ ist ein typischer Gothic-Horror-Streifen der alten Schule, der sehr stark an die schwarzweißen Hammer-Thriller der frühen 60er-Jahre erinnert. Dementsprechend sind die Spukphänomene nur scheinbar übernatürlich. Die hochspannende und kurzweilige Handlung bietet eine Reihe von Überraschungen und man ist sich bei keiner Person wirklich sicher, woran man eigentlich ist. Leidet Sir Fordyke unter Schizophrenie und Wahnvorstellungen, worauf einiges hindeutet, oder wird gegen ihn intrigiert? Ist er der Mörder seiner ersten Frau? Die Lösung scheint mit einem verschwundenen Buch zusammenzuhängen.

      Das geisterhafte Erscheinen der weißgekleideten Anne Fordyke ist in gepflegtem Gothic-Stil inszeniert, insbesondere die Szene mit der nächtlichen Verfolgungsjagd zu Pferd, in der die unheimliche Stimme des Phantoms zu hören ist. Eigentlich ist es völlig unverständlich, dass gerade diesem ausgesprochen unterhaltsamen Streifen kein kommerzieller Erfolg beschieden war. Es lag vermutlich an dem Umstand, dass der Film von der Kritik schlechtgeredet und damit einem potentiellen Publikum madig gemacht wurde.

      Als geübter Hammer-Film-Konsument konnte ich hier zwar die Umstände rund um Sir Fordyke teilweise erraten, die genaue Auflösung allerdings nicht. Was mir weniger gefällt ist das musikalische Titelthema, welches an einen Ballsaal oder ein Bankett des 18.Jahrhunderts erinnert und damit eher vornehme Langeweile provoziert als Thriller-Stimmung heraufbeschwört. Da gebe ich eindeutig den wesentlich dramatischeren Hammer-Klängen den Vorzug. Die Szenen-Musik hingegen ist wieder ganz in Ordnung.

      Die schauspielerische Leistung ist durch die Bank überzeugend. Das Finale präsentiert einen ordentlich inszenierten Fechtkampf. Der deutsche Titel ist Nonsens, da "Black Torment" wörtlich übersetzt soviel wie "Schwarze Qual" bedeutet und damit auf den Seelenzustand des Hauptprotagonisten hindeutet und nicht auf den Namen des Familiensitzes, welcher ja Fordyke lautet.

      Fazit:

      Sehr sehenswerter Geheimtipp . Wer Hammer-Filme mag, wird auch hier seine Freude haben.

      [film]8[/film]