Frankensteins Höllenbrut

    • Frankensteins Höllenbrut



      Originaltitel: Chikyu kogeki meirei: Gojira tai Gaigan
      Alternativtitel: Godzilla vs Gigan
      Herstellung: Japan 1972
      Regie: Jun Fukuda
      Darsteller: Hiroshi Ishikawa, Yuriko Hishimi, Minoru Takashima, Tomoko Umeda, Susumu Fujita
      Genre: Fantasy, Science Fiction
      Laufzeit: 102 Min.
      Freigabe: FSK 12

      Inhalt
      Aliens versuchen die Erde mit Hilfe der Monster King Ghidorah und Gigan zu erobern. Doch die beiden Erden Monster Godzilla und Angilus stellen sich zum alles entscheidenden Kampf um das Schicksal der Erde.


      Meine Meinung

      SHOCKING!!! Godzilla kann reden! Tatsächlich. Ihr verlest euch hier nicht. Während unser Lieblingsgummitier mit Todfeind Angurus beschäftigt und durch die Gegend stampft, wie ein altes Ehepaar spricht er auf einmal folgenden Satz:
      "Irgend etwas stimmt hier nicht. Lass uns der Sache mal nachgehen."
      Leider bleibt das nicht die einzige Peinlichkeit in dem Film. Hier wird Godzilla zum ersten Mal als Familientauglicher Schmusedino dargestellt, der lieber den Menschen hilft, anstatt ihre Städte zu plätten. Dies ist wohl mitunter und vor allem die Schuld des Regisseurs, der schon reichlich unsinnige Filme machte. Immerhin werden hier nochmal ordentliche Schläge und Tritte verteilt, was den Film wenigstens ansatzweise gut macht.
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    • Die Monster stapfen auch im neuen Jahr wieder fröhlich durch die Gegend und zerstören dabei die Häuser armer Menschen. Das Jahr ist noch nicht einmal einen Monat alt, da beschenkt uns Anolis Entertainment, schon mit dem nunmehr 12 Kaiju Classic und dabei handelt es sich um einen ganz besonderes Schmankerl. Frankensteins Höllenbrut, wie der sehr kreative deutsche Titel lautet, wird oftmals als einer der trashigsten Ableger der Godzilla Reihe betitelt. Aber stimmt das, oder versteckt sich hier eine wahre Perle an Kaiju Kost?

      Aliens haben sich der Körper zweier Männer bemächtigt und planen nun mit Hilfe von Ghidorah und Gigan die Weltherrschaft an sich zu reißen. Bloß gut, dass Godzilla und Anguirus rechtzeitig gewarnt werden. Godzilla befiehlt Anguirus auf dem Festland nachzusehen, was dort vor sich geht und schnell wird klar, dass auch der König der Monster einschreiten muss. Gleichzeitig versuchen die Menschen die Machenschaften der bösen Aliens zu vereiteln. Alles gipfelt im brutalen Kampf der vier Monster. Let’s get ready to rumble!

      Die Story ist zugegebenermaßen ein wahres Konglomerat an wilden Ideen. Da wären zum einen die Aliens, die eigentlich Schaben sind. Dann hätten wir den erfolglosen Zeichner, der urplötzlich zum Geheimagenten wird und sich die Rettung der Erde zur Aufgabe gemacht hat. Gleichzeitig darf Godzilla einen tollen Dialog mit Anguirus führen. Warum Monster miteinander reden müssen? Wer weiß das schon. In der japanischen Fassung tun sie dies lediglich in Form von Sprechblasen, in der englischen hingegen wurden diese Gespräche sogar noch synchronisiert. Was haben die Jungs denn da geraucht? Doch das war noch nicht das Schlimmste, kurz vor Schluss ertönt Godzillas Schrei, im erneuten Gespräch mit Anguirus und dabei hört sich der König der Monster so an, als hätte jemand auf einer Schallplatte seinen Schrei aufgezeichnet und ihn dann verfremdet. Was ist nur aus Godzilla geworden?

      Dennoch ist Godzilla vs Gigan aka Frankensteins Höllenbrut ein sehr unterhaltsamer, abgedrehter Kaiju Film geworden. Er braucht zwar seine Zeit um in Fahrt zu kommen, doch wenn die Monster dann auftauchen geht es wild zur Sache. Leider muss man gleichzeitig auch erwähnen, dass einige der Szenen aus anderen Filmen recycelt wurden, was schon sehr schade ist. Im informativen Booklet der Anolis Edition erfährt man dazu allerdings die Hintergründe und wie so oft, war es das liebe Geld, was einen besseren Film verhinderte. Interessant ist auch das Auftreten des Films selbst, so weiß man eigentlich nie genau, auf welche Zielgruppe das Werk zugeschnitten ist. Da wären zum einen die Agentenszenen, die sehr verspielt und fast schon lächerlich wirken. Auf der anderen Seite gibt es besonders zum Schluss sehr brutale Kampfszenen zwischen Gigan, Godzilla und Anguirus, in welchen Godzilla und Anguirus sogar bluten. Auch dauern die Kämpfe sehr lange, was dem einen sicherlich gefallen wird, könnte für die anderen etwas zu langatmig sein.

      Bei der Musik wurde fleißig recycelt und so bediente man sich an alten Tracks von Ifukube. Diese haben nichts von ihrem Charme und ihrer Kraft verloren, dennoch ist der Einsatz an manchen Stellen ein wenig unpassend. Die menschlichen Akteure geben ihr Bestes, die außergewöhnliche Story voran zu bringen. Die Aufnahmen der Miniatursoldaten sorgen beim geneigten Kaijufan für Freudentränen wie eh und je.

      Fazit: Frankensteins Höllenbrut ist ein sehr trashiges Monsterspektakel geworden. Die Story ist reichlich wirr und absurd, die Monsterkämpfe sind klasse, wenngleich zum Teil nur recycelt und die Musik von Ifukube weiß auch nach all den Jahren immer noch zu gefallen. Für Kaijufans ein absolutes Muss!!

      Zur Veröffentlichung: Anolis Entertainment spendiert einem weiteren Kaiju Klassiker eine bombastische Veröffentlichung! Die Bildqualität ist grandios, der Ton knallt und die Untertitel sind fehlerfrei. Gleichzeitig hat man die Wahl zwischen drei verschiedenen Fassungen in Form der japanischen ungeschnittenen Fassung , der deutschen Kinofassung und der 30 minütigen Super-8 Fassung. Doch das ist noch lang nicht alles. Neben den drei Filmversionen gibt es auch drei tolle Audiokommentare, allen voran der grandiose AK von Jörg Buttgereit, Alexander Iffländer und Bodo Traber. Die Monsterexperten wissen einfach wovon sie reden und es ist eine Freude ihnen bei philosophieren zuzuhören. Aber auch Thorsten Rosemann und Florian Bahr erfreuen mit tollen Informationen und interessanten Geschichten den Zuschauer, sodass ein mehrmaliger Genuss des Werks fast schon Pflicht ist. Darüber hinaus gibt es Trailer, Bildergalerien und einen Werberatschlag. Abgerundet wird das Paket von dem tollen Booklet aus der Feder von Ingo Strecker, das erneut mit lesenswerten Infos zur Entstehung des Films aufwarten kann. Absolut grandiose Veröffentlichung die Lust auf mehr macht. Und der nächste Titel steht mit King Kong – Dämonen aus dem Weltall schon in den Startlöchern. 2016 kann nur grandios werden! Danke Anolis!
    • Presse Kritik zur Blu-Ray VÖ vom 14. Dezember 2018




      Die Alien-Kreaturen um Godzilla werden langsam zum Medienhype, so wird es hier um ein Erlebnispark für Kinder gehen, dass errichtet wird, allerdings nur als Deckprojekt, wie sich ersichtlich früh herausstellt. Godzilla und sein Freund Anguirus können nun sogar Reden, was schon einige Lacher erzeugt. Unbeholfene Kampfeinlagen gibt es ein paar zu Beginn und weniger durch die Kreaturen, sondern durch die Menschen. Das Spielzugsachen des öfteren als echte Effekte verkauft werden, ist wahrlich billig und war in den 70ern so bereits überholt, wo die Tricktechnik nun wirklich schon weiter entwickelt war. Die Saurier sehen aber ganz gut aus. Städte sind absolut unbelebt und wenn die Schiff- oder Automodelle brennen, lässt einen diese kalt, außer man ist Nostalgiker dieser sehr alten Trickeffekte. Immerhin im Mittelteil knallt es richtig und zwar Minutenlang, wenn die Kreaturen die Großstadt mal wieder platt machen. Sobald Godzilla im Spielpark angekommen ist und ein errichtetes Ebenbild von sich sieht, geht der ganze Spaß erst richtig los, vor allem die Kampfszenen in diesem Tag Team Match von Godzilla und Anguirus vs. Ghidorah und Gigan, einen dreiköpfiger Drachen und eine Art Vogelsaurier mit Metallsäge quer über den Bauch, die von intelligenteren Aliens kontrolliert werden. Was die Fans von Godzilla sehen wollen, wird vor allem im Finale geliefert, denn diese Auseinandersetzung macht richtig Spaß, wird dann auch gut von der Kamera eingefangen, was so die viel älteren Filme der Reihe nicht liefern konnten. Die Story ist hingegen zum Vergessen und liefert lediglich als Aufhänger etwas neues darin, dass Godzilla ziemlich gutmütig gegenüber den Menschen ist, so gesehen eine Weiterentwicklung, dass er sich mittlerweile auf der Erde heimisch fühlt.

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      Filmbewertung: 1-3 Totalschrott 4-5 belanglos 6-7 einmal schauen möglich 8-10 sehenswert