Das Schreckenshaus des Dr. Rasanoff - Augen ohne Gesicht

    • Das Schreckenshaus des Dr. Rasanoff - Augen ohne Gesicht



      Originaltitel: Les Yeux sans visage
      Produktionsland: Frankreich
      Produktion: Jules Borkon
      Erscheinungsjahr: 1960
      Regie: Georges Franju
      Drehbuch: Jean Redon (Buch), Pierre Boileau, Thomas Narcejac, Claude Sautet
      Kamera: Eugen Schüfftan
      Schnitt: Denise Natot
      Spezialeffekte: Charles-Henri Assola
      Budget: -
      Musik: Maurice Jarre
      Länge: ca. 88 Minuten
      Freigabe: FSK 16 ( Nach Neuprüfung, zuvor FSK 18 )

      Darsteller:
      Pierre Brasseur: Dr. Génessier
      Alida Valli: Louise
      Edith Scob: Christiane Génessier
      Juliette Mayniel: Edna Gruber
      François Guérin: Jacques Vernon
      Alexandre Rignault: Inspektor Parot
      Béatrice Altariba: Paulette


      Als der Leichnahm einer jungen Frau entdeckt wird, identifiziert diesen, Dr. Genessier als seine Tochter. Schon verwunderlich, da dem Leichnahm das Gesicht fehlt. Dr. Genessiers Tochter Christiane lebt allerdings versteckt im Hause Ihres Vaters. Dieser experimentiert im Keller nicht nur mit der Felltransplantation von Hunden. Er und Louise locken junge Mädchen in ihr Haus um diesen das Gesicht zu entfernen und anschliessend Christiane einzupfanzen. Allerdings nimmt Christianes Körper das neue Gesicht nicht an und dieses muss erneut operativ entfernt werden.

      Augen ohne Gesicht ist mehr als ein Horrorfilm, er bietet Gesellschaftskritik, Verzweiflung, Fanatismus und Poesie. Franju lässt uns viel Spielraum zur eigenen Interpretation, so ist Christiane am Ende der Engel ohne Gesicht in einer kranken, verblendeten Welt.



      10/10


      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von sid.vicious ()

    • RE: Augen ohne Gesicht

      kenne ich nicht, liest sich aber sehr interessant
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • Ein beeindruckender Film der für seine Entstehungszeit schon einige Details enthält die verhältnismässig hart sind, wie zB. die Gesichtstransplantation oder der von Hunden zerfleischte Doktor. Der Film lief früher auch mal im Fernsehen. Guter Streifen, leider irgendwie über die Jahre in Vergessenheit geraten.
    • Die erste deutsche DVD Auflage stammt von Eyeless Catcher und
      beinhaltet die Tonspur, die ARTE verwendete.

      Die kürzlich erschienene DVD von Concorde Video beinhaltet die alte
      Kino-Tonspur.

      Der Film ist mittlerweile ab 16 Jahre freigegeben, zuvor hatte dieser eine
      FSK 18 Freigabe.


    • Wiederveröffentlichung:
      08.10.2009 (Concorde)


      Meinung:

      Als Hintergrundgeräusche werden viele Laute zu hören sein, wie kläffende Hunde die man auch noch sieht und sogar Nebelschwaden ziehen immer wieder auf, auch im s/w Bild gut zu sehen.
      An Sounduntermalung gibt es Zirkusmusik, aber auch ein richtiger Ohrwurm, der stark melancholisch und instrumental daherkommt, der wie ein Gedicht die kranke Szenerie um das entstellte Mädel mit der Gesichtsmaske einfängt. Um diesem Mädel ihr hübsches Gesicht wiederzugeben, wird der Doktor mit seiner Gehilfen Frauen zu einem abgelegenen, großen Schloss locken und sie dort rasch über den Jordan schicken, um an Operationsmasse für die entstellte Tochter zu kommen. Schuld an dem entstellten Gesicht ist auch Doktor selber, anhand eines Autounfalls. Es wird Wert auf Dramatik und innere Zerrissenheit gelegt, wobei man bestens auf die Charaktere eingehen gedenkt.
      An Härte sieht man, wie die Gesichtshaut mit einem Skalpell und Zangen blutig rausoperiert wird und auch das Gesicht ohne Haut sowie entstelltes gibt es zu sehen. Zur damaligen Zeit auch sehr erstaunlich, sogar ein spitzer Gegenstand wird noch zum Mord genutzt, wobei man auch voll draufhält.
      Einige Ungereimtheiten wiegen nicht sehr schwer. Wie jemanden, dem die Gesichtshaut entzogen wird, die dann mit Mumienlaken um den Kopf erscheint. Für den Hundehorrorfreak gibt es im Finale noch wilde Bissszenen mit den Kläffern, wo man auch unterschiedliche Rassen präsentiert. Welche Aussage die freigelassenen weißen Tauben noch treffen sollten, konnte ich nicht klären. Jedenfalls darf man „Augen ohne Gesicht“ zu einem der s/w Horrorfilm-Klassiker zählen, der auch eine Inspiration für die Folter/Terrorfilme von Heute ist, wobei der Film im Gegensatz zum harmlos wirkenden „Augen der Angst / Pepping Tom“ nicht eingestaubt ist und immer noch gut funktioniert. Dies liegt vor allem daran, dass hier makabere Härte präsentiert wird und die Dialoge, welche zu dieser Zeit oft altbacken wirken, wird man nicht vorfinden, da man vor allem die atmosphärischen Bilder sprechen lässt, ohne an Tempo zu verlieren.

      [film]9[/film]

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert

      Death can Dance - weekly topically (Spotify)
    • Hab ihn eben gesehen. Leider hab ich nicht so wirklich einen Zugang zu dem Film gefunden. Dadurch dass für mich keiner der Protagonisten sonderlich symphatisch oder interessant war, kam für mich auch nur wenig Spannung auf, da mir das Schicksal der einzelnen Figuren nicht wichtig war. Zudem agieren vor allem die Polizisten recht dämlich, nachdem sie das Mädel in die Obhut eines offensichtlich Verdächtigen geben.

      Die Stärke des Films sind für mich seine Bilder, der Score und die düstere Grundstimmung.

      Für mich kein Klassiker, aber ein feiner Horrorfilm den man sich mal ansehen kann.


      [film]6[/film]
    • Hä? Kann es sein, dass Doomihase diesen Film tatsächlich gut bewertet hat? shack

      Nun aber:

      Hab mir gestern den Film mal angesehen, kann aber nicht behaupten dass er mich völlig überzeugt hat. Ich muss "TheThing" da zustimmen: Die Darsteller, bzw die Rollen die diese spielten, waren durch die Bank hinweg alle komplett unsympathisch. Ob dies am Drehbuch oder an der Übersetzung lag, kann ich leider nicht sagen, aber ich konnte mit keinem der Rollen mitfühlen. Die Tochter war nervig und nichtsaussagend, der Doktor war von Anfang bis Ende völlig fern jeglicher Empathie, wodurch man auch garnicht so recht wusste WIESO er seiner Tochter überhaupt helfen wollte und den restlichen (Neben)Darstellern fehlte es ebenfalls an Mimik.

      Die Geschichte an sich ist natürlich nicht unspannend und die Umsetzung war ebenfalls nicht völlig verkehrt, aber so richtig umgehauen hat mich an dem Streifen nichts. Schade.

      Ich gebe ihm
      [film]6[/film]
      Don't try to change me, I'm loyal to my hate.

    • Original von Diva de Sade:

      Hä? Kann es sein, dass Doomihase diesen Film tatsächlich gut bewertet hat? shack
      ]


      als ob ich alles schlecht bewerte lolp :3:
      ich verstehe nicht warum die Darsteller hier unsympathisch sein sollen

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert

      Death can Dance - weekly topically (Spotify)
    • Weil sie es sind.
      Nehmen wir den Doktor mal als Beispiel. Er hat den gesamten Film über ein und die selbe Miene:



      Sowas wirkt nunmal zwangsläufig unsympathisch, insbesondere da im Film nun auch nicht sooo viel gesprochen wird, wodurch man sich in die jeweiligen Rollen noch weniger hineinversetzen kann.
      Don't try to change me, I'm loyal to my hate.

    • Der Dr. denkt in der Szene bestimmt gerade, was labert die mich voll. Ich kann durchaus einen Ausdruck erkennen. Ich könnte jetzt als Vergleich den Gesichtsausdruck von Daniel Radcliffe, Elijah Wood oder Till Schweiger rein stellen. lol

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert

      Death can Dance - weekly topically (Spotify)
    • Starker Film,
      Visuell beeindruckend, tolle Details.
      Die Op Szene war sehr gut umgesetzt, für die Zeit.
      Ich war nie Fan vom französischen Kino, aber in letzter Zeit entdecke ich immer mehr schwarz weiß Perlen aus Frankreich die mich wirklich packen.

      [film]8[/film]