Ben - Aufstand der Ratten

    • Ben - Aufstand der Ratten




      Produktionsland: USA
      Produktion: Mort Briskin, Bing Crosby, Charles A. Pratt
      Erscheinungsjahr: 1972
      Regie: Phil Karlson
      Drehbuch: Gilbert Ralston
      Kamera: Russell Metty
      Schnitt: Harry W. Gerstad
      Spezialeffekte: -
      Budget: -
      Musik: Walter Scharf
      Länge: ca. 85 Minuten
      Freigabe: FSK 16
      Darsteller: Lee Montgomery, Joseph Campanella, Arthur O'Connell, Rosemary Murphy, Meredith Baxter, Kaz Garas, Paul Carr, Richard Van Vleet, Kenneth Tobey, James Luisi, Lee Paul, Norman Alden


      Der Film ist nur auf VHS erschienen, es gibt natürlich noch Bootlegs.


      Inhalt:

      Danny, ein 10jähriger Junge hat sich mit Ben, einer Ratte, und einigen seiner Artgenossen angefreundet. Der ehrgeizige Inspektor Kirtland jedoch hat herausgefunden, daß Ben eine regelrechte Rattenarmee unter seinem Kommando zusammengeführt hat. Diese Bedrohung möchte er mit allen Mitteln bekämpfen, als er jedoch die Verbindung zwischen Ben und Danny entdeckt, überschlagen sich die Ereignisse...


      Trailer:




      Meinung:

      Am Filmanfang sehen wir noch mal ein paar Ausschnitte von dem Film Willard, wo dieser gleichnamige Bursche eine Hassliebe zu seinen dick gefütterten Rattenfreunden entwickelt, einer der besten Rattenhorrorfilme überhaupt gab es dort, vor allem dank der guten Charakterintensivierung und den stark spielenden Darstellern. „Ben“ ist nun einer dieser Nager und der Film ist auch eine Fortsetzung vom Film „Willard“. Die schwarze Ratte Ben mit sogar eigenem Charisma ausgestattet ist also wieder da, ja sagen wir als Hauptdarsteller.
      Man erfährt, dass sein neuer Freund ebenfalls ein Außenseiter, sich mit Ratten sogar besser unterhalten kann als wie mit vielen Menschen. Die Ratten sind sehr intelligent, insbesondere die Oberratte Ben, diesen Ruf hinterlistig und schlau zu sein genießt die Ratte ja tatsächlich und das wird in diesem Film auch so aufgezeigt wie es ist. Auf Charakterintensivierung wird sehr viel Wert gelegt.
      Wenn der Junge das „Schip, Schip“ Rattenlied singt und noch mit einer Rattenpuppe vor seinen Freund der echten Ratte Ben singt sowie spielt, somit mit ihr spricht, wobei die Ratte scheinbar wirklich verstehen kann, erlebt man ganz großes Tierhorrorkino oder auch eher Tierfilmkino allgemein, wie man es nur während der 70er/80er Jahre hätte zeigen können. Von allen außer dem Jungen werden die Ratten als Plagegeister gesehen, aber auch sie wollen einfach nur überleben und der Mensch nimmt ihnen den Platz sowie die Nahrung weg, wovon diese doch genug haben? Somit werden die Ratten zum Gegenschlag ausholen und dringen in die Wohnungen sowie Öffentlichen Einrichtungen der Menschen ein. Es werden mit den Ratten genau solch Perfekte sitzende Tricks angewendet, wie bei „Die Vögel“, „Der weiße Hai“ oder bei „Die Meute“ zu sehen. Ob nach dem Film „Ben“ das Ansehen der Ratte anschließend doch auch etwas verbessert wurde? Schließlich wird Ben hier so wie ein Haustier behandelt und kraucht auch in den Sachen des Jungen rum oder kuschelt mit ihm, so wie es seit den 90ern nicht mal unüblich ist.
      Im letzten Drittel, als langes Finale gibt es den Kampf zwischen Ratten in riesiger Schar und den Menschen mit Flammenwerfer ausgestattet, wie in einem Kriegszenario schaut es aus, wo als Schauplatz die schmutzige Kanalisation mit vielen Wegen aufgezeigt wird. Die Fortsetzung „Ben“ ist somit sogar noch etwas besser als der Erstling „Willard“.

      Dialog: „Lebensraum, dass ist alles was sie wollen“ Antwort: „Dass was jeder von uns will“

      [film]9[/film]
    • RE: Ben - Aufstand der Ratten

      Ja Ben hat mir auch besser gefallen wie Willard, kommt irgendwie real rüber... Ziemlich gruselig das ganze, lohnenswerte 7,5/10
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • Ben fängt da an, wo Willard aufhört. Und Ben ist die Ratte, die das ganze überlebt hat und nun mit seinen Nager Kumpanen durch die Kanalisation zieht und Nahrung sucht. Doch die bösen Menschen stehen auch hier immer wieder im Weg. Jedenfalls kann sich ein kleiner Junge mit Ben anfreunden und die beiden werden Freunde. Und der kleine Junge klettert dann in die Kanalisation, da er unbedingt sehen will, wo Ben wohnt. Doch er wohnt nicht alleine und tausende von Ratten leben ebenfalls dort. Doch der kleine Junge und Freund von Ben wird in Ruhe gelassen, bzw. die Ratten schützen ihn sogar. So bekommt ein größerer Junge eine Lektion, da er ihn ärgern wollte, doch Ben hat seine „Untertanen“ ausgesandt.

      Die Geschichte baut eigentlich nur auf Ben und seinen neuen Freund auf. Nebenbei bekommt man das andere Geplänkel zu sehen und eben das die Polizei auf der Suche nach den Ratten ist, da es schon zu dem ein oder anderen Todesfall durch die Nager gekommen ist. Doch irgendwie will der Film nicht so recht Fahrt aufnehmen und bietet auch keine besonderen Highlights. Ab und an bekommt man auch ein paar Szenen mit den ganzen Ratten zu sehen, doch diese halten sich auch sehr in Grenzen und können nur bedingt gefallen.

      An Sachen Gore oder ähnlichem darf man hier eigentlich gar nicht viel erwarten, da so viel auch nicht passiert. Die 18er Freigabe ist auf jeden Fall viel zu hoch ausgefallen. Man bekommt meistens nur zu sehen, wie hunderte von Ratten einen Menschen anfallen und diese über ihn herfallen. Aber eben ohne besonders groß aufzufallen, oder sich da hervor zu heben. Auch die Ausrottung am Ende mit Flammenwerfern ist sehr schnell vorbei und bietet zudem nichts neues.

      An dem Film werden viel. ein paar Nostalgiker eher Spaß daran haben, sonst könnte einem der Film sicherlich nicht sonderbar gefallen. Eben da die Atmo, Spannung und eigentlich noch viele andere Sachen fehlen. Ein wenig an Unterhaltungswert ist zumindest gegeben und dadurch fällt der Film nicht gleich ganz durch. Aber auch Fans vom Tierhorror könnten hier evtl. ein wenig gefallen daran haben. Ansonsten die Erwartungen runter schrauben und gespannt sein, was man auf die Augen bekommt.


      5 / 10


    • Wer nur auf hysterischen und gleichermaßen trashigen Tierhorror aus ist, der in den 70er in diesem Genre vorherrschte, wird von Ben etwas enttäuscht, denn er konzentriert sich vielmehr auf psychologischer Basis auf die ungleiche Freundschaft eines herzkranken Jungen, der sich mit dem Herr der Ratten "Ben" anfreundet.

      Von allen Seiten verachtet, als die widerwärtigen Parasiten der Unterwelt beschimpft, wird ihnen kein Lebensraum gegönnt. Denny sieht das anders und so baut sich eine reelle Beziehung zwischen ihm und Ben auf, sodass man als Zuschauer bisweilen sogar gewillt ist mitzufiebern, als wäre es eine herzerweichende Liebesstory. Was für andere Menschen der blanke Horror ist, und diese Horrorszenen kommen auch vor, so ist das für Denny eine Art Zuflucht aus der Hoffnungslosigkeit seines Daseins.

      Ben ist liebevoll gedreht und erzählt, wird zwar nie wirklich spannend, doch kann als Drama insofern schon überzeugen, sofern man denn Ratten etwas abgewinnen kann und keine Phobie gegen sie hegt. Ben bietet zwar keinerlei Gore oder blutige Szenen, ist aber durchaus ansehnlich, weil er gerade eben nicht auf plumpe und aufgesetzte Tierhorrorszenen setzt. Positiv anzumerken ist, dass Ben nur wirkliche Tierszenen zu bieten hat und keine billigen Puppen verwendet. Das ist wirklich beachtlich, weil für diesen Film sicherlich viel Bindung und Vertrauen zu den Ratten hergestellt werden musste.

      Ben hat seinen reizvollen Charme, bietet dramatische und liebevolle Szenen und zum grössten Teil ist man wirklich dabei für die Ratten mehr Symphatie entgegenzubringen, als den Menschen, die mit den übelsten Mitteln den "Abschaum der Strassen" und "der sauberen guten Welt" vernichten wollen.

      „Lebensraum, dass ist alles was sie wollen“

      [film]8[/film]