Starship Troopers - Robert A. Heinlein (Roman)

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      Starship Troopers


      Autor: Robert A. Heinlein
      OT: Starship Troppers
      Verlag: Bastei Lübbe
      Seiten: 334
      Erschienen: 1998 (Erstveröffentlichung)
      ISBN: 3-404-14159-8


      Der Roman zum Film von Paul Verhoeven – steht auf dem Einband meiner Ausgabe von 2000 zu diesem kleinen Klassiker der Science Fiction – Literatur. Kleiner Klassiker deshalb, weil es wichtigere Bücher gibt und bis zur Verfilmung durch Verhoeven das Buch auch eher nur in absoluten Sci – Fi – Fankreisen wirklich bekannt war. Und ich glaube, auch nach dem Film werden es nicht viele gelesen haben und wenn, werden sie bitter enttäuscht wurden sein. Denn das Buch bzw. der Film, haben nur marginal miteinander zu tun. Doch so ist das ja oft bei Buchverfilmungen. Deshalb bin ich auch der Meinung, dass man ein Buch und dessen Verfilmung nur bedingt miteinander vergleichen sollte. Denn meist ist es doch so, dass das Buch nur der Ideengeber für eine Verfilmung ist, der wahre Inhalt des Buches aber zugunsten der Darstellbarkeit und der Sehgewohnheiten des Publikums, zurückgestellt wird.
      Aber warum wird der Leser des Buches, welcher zuerst den Film gesehen hat, nun enttäuscht werden? Ganz einfach. Der Schreibstil Heinleins lässt eine Werkgetreue Verfilmung einfach nicht zu. Das Werk Heinleins ist sehr umfangreich. Ich selber habe inzwischen 20 seiner Romane gelesen und immer noch ist kein Ende in Sicht. Bei den von mir gelesenen Werken handelt es sich allerdings auch nur um jene, welche nach vielen Jahren Dahinsiechens endlich in den letzten Jahren ungekürzt erschienen sind. Alle weiteren Bücher, welche nur in gekürzter Form erhältlich sind, meide ich bisher.
      Doch zurück zum Buch an sich. Die Grundstory dürfte aus dem Film bekannt sein. Denn da hat sich Verhoeven an das Buch gehalten. Die Menschen stehen im Krieg mit den Bugs und eine totalitäre Regierung unterdrückt die Bevölkerung - ein Punkt, den Verhoeven nur bedingt herausgearbeitet hat. Sicher ist dies auch nicht einfach gewesen. Denn wie so oft in den Romanen Heinleins, lässt er auch in „Starship Troopers“ die Geschichte aus Sicht eines angehörigen des Militärs erzählen. In diesem Fall ist das Rico, welcher im Film als kraftstrotzender Schönling dargestellt wird. Im Buch ist Rico eher ein nachdenklicher Charakter, der auch des Öfteren an seiner Regierung zweifelt. Kennt man Heinleins Schreibstil, weiß man, dass er seine Protagonisten sehr oft ins Philosophieren abgleiten lässt. Seitenlange Gedankenstrenge mischen sich mit ein wenig Action. Denn, die Action an sich steht in den wenigsten Büchern Heinleins wirklich im Vordergrund. Und so mag es dann auch nicht verwundern, dass eben jene interessanten Gedankengänge im Film nur noch Randnotizen sind.
      Natürlich gibt es noch viele weitere Unterschiede. Man muss immer bedenken, dass Heinlein Mitte des letzten Jahrhunderts agiert hat. So ist natürlich die Bewaffnung der Soldaten in seinem Buch bei weitem nicht so modern, wie im Film dargestellt. Der Film braucht natürlich möglichst coole Waffen, weil der Zuschauer das so sehen will und weil es ja auch ordentlich knattern und krachen muss. Dem Film als Verfilmung des Buches war das wenig zuträglich. Da, wo das Buch eher düster, ja fast schon mit einer morbiden Sicht auf die Gegenwart und Zukunft ausgerichtet ist, wird im Film einfach vieles durch platte Action publikumsfreundlich serviert. Aber natürlich wird man auch einige Parallelen feststellen können. Der Brainbug, diverse Figuren und Handlungsstränge sind nah am Buch dran.

      Doch nun zum Buch selber. Heinlein ist ein routinierter Autor, der wie schon gesagt, ein sehr großes Werk vorzeigen kann. „Starship Troopers“ zählt dabei sicher zu den wichtigsten Werken des Autors. Zwar nicht für mich, aber für einen Großteil der Sci – Fi – Gemeinde. Und sie haben ja nicht einmal Unrecht. Das Buch ist eine düstere Zukunftsvision. Geprägt von einem totalitären System (ein von Heinlein sehr gern beschriebenes Thema) wird die Menschheit als Zweiklassengesellschaft beschrieben, deren Mittelpunkt der Krieg mit den Insekten ist. Wer sich nicht an diesem Krieg beteiligt, bleibt außen vor. Nur wer seinem Staat dient, beim Militär ist oder war, bekommt alle Bürgerrechte zugesprochen.
      Und dies bildet dann auch den Kern des Buches. Die Zweifel Ricos, ob es denn nun wirklich so gerecht auf der Welt zugeht, wie die Regierung es gern allen weiß macht. Dabei wird dieses totalitäre Regime sehr genau beschrieben. Aber, es sollte ja auch nicht verwundern, dass dieses Thema immer wieder und vor allem in „Starship Troopers“ bei Heinlein auftaucht. Die 50er Jahre, bildeten den Anfang des kalten Krieges, mit einem fehl interpretiertem Kommunismus auf der einen Seite und einem ausuferndem Kapitalismus auf der anderen Seite. Diese Thematik taucht immer wieder in Heinleins Büchern auf, genauso wie die Angst vor einer Invasion des Unbekannten oder besser Bekannten Unbekannten. Die Bedrohung für die westliche Welt war der so genannte Ostblock – in Heinleins “Starship Troopers“ und anderen Büchern, unbekannte Planeten. Und die Invasoren waren die Außerirdischen, die Kommunisten. Hier die Insekten. In anderen Büchern wie z.B. „The Puppet Masters“ heimliche Invasoren, die unsere Körper in beschlag nehmen. Damit griff Heinlein aber kein neues Thema auf. In den 50er und 60er Jahre und auch darüber hinaus, wurde diese thematisch vereinfachte Darstellung des Konfliktes zwischen Ost und West sehr oft in Film und Buch auf die feindliche Begegnung zwischen Mensch und unbekannten Außerirdischen herunter reduziert. Ein einfaches Mittel, um die jeweils eigene Bevölkerung in Angst und bei Laune zu halten. Im Osten fand dieser Konflikt aber eher in Büchern und Heftromanen sowie in der öffentlichen Propaganda statt, da das Medium Film nicht so ausgeprägt war.
      Und so begibt sich Heinlein eher auf eine philosophierende Ebene, die erzählt und schildert, es aber eben nicht so derb krachen lässt, wie im Film dargestellt. Und trotzdem, das Buch überholt den Film natürlich spielend. Denn Heinlein schreibt spannend und fesselnd, was ich schon bei vielen seiner Bücher feststellen musste, als ich nach 4 oder 5 Stunden zum ersten mal wieder erschrocken auf die Uhr blickte. Aber Vorsicht, Heinlein ist dies nicht mit allen seiner Romane gelungen!
      Als Ergänzung zum Buch ist der Film sicher geeignet, und genauso funktioniert das natürlich auch umgedreht. Aber immer daran denken – zwischen einem Film und einem Buch liegen öfters Welten. Denn Heinleins Buch ist kein Splatterroman so wie der Film sich in die Nähe des Splatterfilms begibt. Das Buch geht eher subtil zu Werke, während Verhoeven die Brechtstange auspackte.
    • Hast du die Animationsserie ST - Der Kampf geht weiter, welche laut Vorspann auch auf diesem Buch basieren soll gesehen? Ist diese eher wie das Buch, denn die Serie hat bis auf den etwas jämmerlichen Animationsstil recht gut gefallen.

      Welche Bücher von Heinlein kannst du denn sonst noch empfehlen? Gute Sci-Fi Bücher sind immer willkommen!
      Wir sind der singende tanzende Abschaum der Welt!