Blutrache - Dead Man's Shoes

    • Blutrache - Dead Man's Shoes






      Blutrache - Dead Man's Shoes
      (Dead Man's Shoes)
      mit Paddy Considine, Gary Stretch, Toby Kebbell, Jo Hartley, Seamus O'Neill, Stuart Wolfenden, Paul Sadot, Paul Hurstfield, Emily Aston, George Newton, Neil Bell, Craig Considine, Matt Considine, Andrew Shim, Arthur Meadows
      Regie: Shane Meadows
      Drehbuch: Paddy Considine / Shane Meadows
      Kamera: Danny Cohen
      Musik: Aphex Twin
      Freigabe: FSK Keine Jugendfreigabe
      Erscheinungsland/Jahr: Großbritannien / 2004
      Produktion: Steve Beckett, Peter Carlton, Will Clarke, Tessa Ross, Barry Ryan, Mark Herbert
      Schnitt: Celia Haining, Lucas Roche, Chris Wyatt


      Trailer:




      "Wer ist die Bestie, wer ist das Monster?" fragt Richard eines seiner Opfer. Seine Rache ist ebenso grausam wie das, was die Clique gelangweilter Vorstadt-Dealer im Drogenrausch seinem schwächlichen Bruder Anthony angetan hat. Stundenlang haben sie den naiven Jungen erniedrigt und gequält - und ihn zerbrochen. Jetzt ist Zahltag.


      Dieser Rache-Thriller von Regisseur Shane Meadows ist wie ein brutaler Schlag in die Magengrube, es geht eine extreme Härte und Brutalität von ihm aus, die man wirklich schwer in Worte fassen kann. Damit meine ich keineswegs besonders harte Passagen an sich, denn von denen gibt es eigentlich recht wenige, sondern den Gesamteindruck, den dieses Werk beim Zusachauer hinterlässt.

      Meadows ist es hier brillant gelungen, aus einer eigentlich simplen Rache-Story ein kleines Meisterwerk zu formen und in Szene zu setzen. Allein die Dramaturgie des Geschehens ist nahezu perfekt, der Betrachter wird mit ständigen Rückblenden lediglich Stück für Stück mit den Dingen konfrontiert, die dem jungen Anthony zugefügt wurden. So wird die Spannung stetig weiter erhöht und man verliert zu keiner Zeit das Interesse an der Geschichte.

      Viel eher tritt das Gegenteil ein, voller Neugier begleitet man am Bildschirm Richard und Anthony, der den ganzen Film über an seiner Seite ist auf der Jagd nach den Leuten, die für die Quälereien an Richards Bruder verantwortlich waren. Und nachdem die ersten Täter von Richard getötet wurden, stellt man sich zwangsläufig die Frage, warum seine Rache so extrem hart ausfällt. Denn nach dem Wissen, das einem der Film bis dahin durch die Rückblenden geliefert hat, kann man als Betrachter einfach keine Verhältnissmäßigkeit zwischen den taten herstellen.

      Erst als nur noch einer der Gruppe über ist, fügen sich auch die letzten Puzzleteile zusammen und das Gesamtbild wird sichtbar. Es wirkt ganz zwangsläufig wie ein Tiefschlag und ist absolut schockierend, auch wenn man eventuell schon etwas Ähnliches vermutet hat. Gerade die Tatsache, das einem das gesamtbild nicht von Beginn an bekannt ist und erst kurz vor Ende des Films komplett zusammenfügt, macht "Blutrache" zu einem ganz besonderen Film, der auch sehr nachhaltig wirkt und nach dessen Sichtung man sich erst einmal etwas erholen muß. Denn eigentlich stürzt einen dieses Werk in einen absoluten Gefühls-Zwiespalt, auf der einen Seite symphatisiert man mit dem "Rächer", allein schon aus dem Grund, da die Täter allesamt sehr unsymphatisch sind, auf der anderen Seite fragt man sich unwillkürlich, ob die Rache in dem Maße gerechtgertigt und verständlich ist.

      Hinzu kommt hier auch noch das sehr dramatische Ende, das man so nicht unbedingt vorhersehen konnte und das die Ausmaße der ganzen Tragödie noch einmal in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Auf jeden Fall bekommt man es hier mit einem äusserst brillantem und sehr intensiven Film zu tun, bei dem es sich meiner Meinung nach nicht um die oft typische 08 / 15 Ware handelt. Ein Rachefilm der nicht ganz üblichen Art, der schockiert und fassungslos macht, aber auch ein perfektes Filmerlebnis darstellt.


      Die DVD:

      Vertrieb: Ascot Elite
      Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
      Untertitel: Deutsch
      Bild: 1,85:1 (16:9)
      Laufzeit: 86 Minuten
      Extras: Audiokommentar, Deleted Scenes, Erweiterte Szenen, Alternatives Ende, Trailershow
      Big Brother is watching you
    • Kritik:

      Der Film stellt im Verlauf einige Charaktere vor, die von der Drogengang missbrauch, gepeinigt und terrorisiert werden, somit ist das Ratespiel sehr interessant, wer nun der Elefantenmensch ist, eigentlich ist es einer mit der Schnorchelmaske, der hier so genannt wird, der jedenfalls sich Rächt. Es gibt dann auch früh genug eine Auflösung und wir bekommen den wirklichen Rächer zu Gesicht. Die Härte ist im Film hoch und die Darsteller sind überzeugend. Die genauen Hintergründe des Ablaufs erfährt man mit Beginn des letzten Drittels. Dieser Rachethriller ist weit aus realistischer und intensiver als as was Quentin Tarantino verzapft, schön depressiv und dreckig geht es hier zur Sache, dafür gibt es wenig Action. Was noch fehlt ist etwas mehr Spannung und Abwechslung in der Geschichte, um ihn richtig als herausragend einzustufen.

      [film]7[/film]

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
      Electro in the Dark (Spotify Playliste)
    • Folgende Adjektive kommen mir bei jeder Sichtung dieses Filmes in den Kopf: düster, trist, melancholisch und realistisch.
      Ein harter Rachefilm, welcher ohne viel Action, pseudo-intelligenten Wendungen und langes Ratespiel auskommt. Die Schauspieler sind durchgehend
      auf gutem bis sehr gutem Niveau. Besonders Paddy Considine liefert hier eine sehr gute Performance ab. Aber auch Gary Stretch Darstellung des Anführers der Drogenbande ist nicht zu verachten. Die musikalische Untermalung steht im perfekten Kontrast zum brutalen Geschehen des Filmes. Auch die von mir hoch angesehene Band Aphex Twin leistet eine gute Arbeit.

      [film]9[/film]
      "Wer das Negative regelmäßig ausblendet, wird positiv krank." - Paul Mommertz