Babylon




    • Produktionsland: Deutschland
      Produktion: Ralf Huettner
      Erscheinungsjahr: 1992
      Regie: Ralf Huettner
      Drehbuch: Ralf Huettner, Andy T. Hoetzel
      Kamera: Diethard Prengel
      Schnitt: Margarete Rose
      Spezialeffekte: -
      Budget: -
      Musik: Uli Kümpfel, Joe Mubare
      Länge: ca. 86 Minuten
      Freigabe: FSK 16
      Darsteller: Natja Brunckhorst, Veronica Ferres, Michael Greiling, Dominic Raacke, Rolf Schimpf, Ina Siefert


      Inhalt:

      Zunächst ist es nichts als schneller Sex, der den Potenzprotz Lothar und die sanfte Krankenschwester Maria verbindet. Maria lässt sich auf einen One-Night-Stand ein, ein geplatztes Kondom ist Vorbote der bösen Ahnung, dass diese Nacht nicht ohne Folgen bleiben wird. Lothar erweist sich als rücksichtsloser Verführer und als Maria schwanger wird, versinkt sie in einem Albtraum, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint.

      »Babylon« beschwört den Untergang der Neuzeit in ausgewählter Farbdramaturgie, die an Genremeister Mario Bava oder Dario Argento erinnert. Virtuos verwendet Huettner Stilmittel des Horrorfilms und schafft es dennoch seine Geschichte mit viel Einfühlungsvermögen aus der Sicht der Frau zu erzählen. Ein erotischer und albtraumhafter Thriller zwischen Wahn und Wirklichkeit, so verstörend wie die frühen Filme eines David Cronenberg.


      Trailer:



      Deutsche DVD Fassung: 26.02.2010 (Verleih: 26.02.2010) good!movies

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert

      Death can Dance - weekly topically (Spotify)
    • Ralf Huettner ist ein nicht unbekannter Regisseur aus unserem Lande, insbesondere anhand der Komödie „Voll Normaaal“ mit Tom Gerhardt oder „Die Musterknaben“ wird man ihn einzuordnen wissen, selbst kann ich mir kein Urteil drüber bilden, da ich mich kaum daran erinnern kann und diese Komödien auch nicht mein Genre sind. Zuletzt beglückte uns Ralf Huettner aber definitiv mit einem Grotten schlechten Film und zwar mit dem Titel „Jagd nach dem Schatz der Nibelungen“. Nun ist doch tatsächlich ein Frühwerk des Mannes noch auf DVD erschienen, jener Film auch Horrorelemente vorzuweisen hat und das Werk nennt sich Babylon. Mit niedrigen Erwartungen hab ich also den Griff gewagt. Was hier schnell ins Auge sticht, ist der 80er Jahre Style der hübschen Damen und auch die Kulisse anhand der atmosphärisch dichten Großstadt, gibt durchaus was her. Dominic Raacke (ist der Till Ritter im Krimi Tatort) spielt hier den Lothar, ein Frauenaufreißer der ganz harten Tour, so ganz versteht man nicht, wie die hübschen Mädels so schnell auf ihn abfahren können. Er selbst macht aber einen sehr glaubhaften Eindruck, die schmierige Macho Tour scheint ihm angeboren und die naiven Damen fallen also auch schnell auf seine Masche rein. Nach Sichtung dieser Sexploitation-Wahre darf man schon erstaunt sein, dass dieser „Babylon“ für Herrn Raacke nicht der Genickbruch war, seiner noch erfolgreichen Karriere. Die hübschen Frauen werden von Natja Brunckhorst und die ebenfalls bekannte Veronica Ferres gut verkörpert, beide Damen sind ein Augenschmaus, zudem wird Veronica Ferres die Brust ein paar mal voll auspacken dürfen. Softsexszenen gibt es hier keine, es geht eher härter und nicht zu ausgedehnt zur Sache, so dass auch keine Langeweile aufkommt.
      Atmosphärisch werden vor allem auch die heruntergekommenen Diskotheken ausfallen, wo in einer nach Synth-Pop/Elektro-Sound kräftig ab-gefeiert wird. Die Story wird interessant vorgetragen, man sollte aber lange Zeit keinen Horrorfilm erwarten, sondern eher einen Erotik-Thriller, der stark 80er Jahre angehaucht ist und nicht so träge abläuft, wie die meisten TV-Serien der letzten Jahre. Mit dem letzten Drittel driftet dieses Werk fast schon etwas überraschend nicht nur in den Horrorfilm-Bereich, sondern sogar weg vom Mainstream in die Experimental-Phase. Es beginnt mit einer Geburt die abgetrieben werden soll, wo man auch noch etwas bei drauf hält, zumindest sieht man dann das entfernte Embryo mit ordentlich Blut gesuppe oder besser gesagt, nur dessen kleinen Kopf, der sich sogar selbstständig macht und wegkrabbeln gedenkt. Es gibt noch mehr ekelige Szenen zu sehen, wo ebenfalls ordentlich Blut in Erscheinung tritt. Zumindest geht der Film im späteren Verlauf auf die Psyche, wo es dann zum Finale hin sehr experimentell zur Sache geht, man kann sich nicht wirklich erklären was hier noch passieren wird. Preisgeben werde ich es an dieser Stelle nicht, man wird aber als Fan von außergewöhnliche Filme seine Freude an diesem ungewöhnlichen Erlebnis haben dürfen. Für den Mainstreamjünger ist dieses Werk mit dem letzten Drittel aber nicht geeignet, das fängt in Grunde genommen schon mit den platzen von Kondomen an, wo man Schwanger werden wird und endet im abstrusen Horrorsumpf der auf die Psyche schlägt.

      [film]8[/film]

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert

      Death can Dance - weekly topically (Spotify)