The Cottage




    • Produktionsland: Großbritannien
      Produktion: Ken Marshall / Martin Pope
      Erscheinungsjahr: 2008
      Regie: Paul Andrew Williams
      Drehbuch: Paul Andrew Williams
      Kamera: Christopher Ross
      Schnitt: Tom Hemmings
      Spezialeffekte: Vesna Giordano / Clive R. Kay
      Budget: ca. 2.500.000 Pfund
      Musik: Laura Rossi
      Länge: ca. 88 Minuten
      Freigabe: FSK Keine Jugendfreigabe
      Darsteller: Andy Serkis, Reece Searsmith, Jennifer Elison, Steven O'Donnell, James Bierman, Cat Meacher, Danny Nussbaum, Logan Wong, Jonathan Chan-Pensley, Simon Schatzberger, Doug Bradley, Dave Legeno, Katy Murphy, Georgia Groome, Eden Watson


      Nachdem ihr Entführungskomplott gescheitert ist, verstecken sich die ungleichen Brüder David und Peter in einem einsamen Haus auf dem Land - wo ihre Nerven auf eine harte Probe gestellt werden. Mit einer Geisel im Schlepptau, die sich standhaft weigert, den Mund zu halten oder sich fesseln zu lassen, werden die beiden schnell zu Gefangenen ihres eigenen Opfers. Richtig ernst wird die Lage allerdings, als die drei die Bekanntschaft ihres psychotischen, Axtschwingenden Nachbarn machen.




      Bei "The Cottage" handelt es sich um eine rabenschwarze und irrsinnig witzige Horror-Komödie, die diese Bezeichnung auch wirklich verdient. Der typisch britische Humor, den man ja gerade in den letzten jahren in mehreren Horror-Komödien begutachten konnte (Shaun of the Dead, Doghouse), kommt hier besonders gut zur Geltung und sorgt so für ein extrem kurzweiliges Film-Vergnügen der Extraklasse. Dafür sorgen allein schon die herrlich skurrilen und teils vollkommen überzeichneten Charaktere, die für ein Highlight nach dem anderen sorgen. Insbesondere die 3 Entführer stechen hier besonders hervor, denn sie geraten in die unmöglichsten Situationen, die sie allerdings größtenteils durch ihr eigenes Verhalten hervorrufen, das phasenweise schon so grotesk wirkt, das man sich vor lachen kaum noch halten kann.

      So entsteht nicht gerade selten eine ungeheure Situationskomik, die noch zusätzlich durch sehr witzige Dialoge unterstützt wird und so das Sehvergnügen noch lustiger gestalten, als es sich schon von Haus aus präsentiert. Doch es ist nicht nur der geniale Humor, der diesen Film so absolut sehenswert macht, auch die Horror-Elemente kommen keineswegs zu kurz. Dabei sollte man allerdings anmerken, das "The Cottage" zwei vollkommen unterschiedliche Filmhälften zeigt, die jedoch beide absolut überzeugen können. Dreht sich in der ersten Hälfte noch alles um die Entführung, die sich mit der Zeit als vollkommen fehlgeschlagen darstellt, so bitet die zweite Filmhälfte ein recht blutiges und hartes Szenario, bei dem alle Horror-Fans auf ihre Kosten kommen dürften. Das geschehen hat sich nämlich vollkommen gedreht und die Entführer wie auch ihre Geisel sehen sich mit einem psychophatischen Killer konfrontiert, der nichts anderes im Sinn hat, als seine Opfer frühzeitig aus ihrem Leben zu entlassen.

      Das auch die anschließenden teils sehr blutigen Passagen mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor versehen sind, versteht sich fast schon von selbst und so folgt ein Schlachtfest, das dem Betrachter in so einigen Szenen die Tränen in die Augen treibt. Der vorhandene Härtegrad ist dabei recht beachtlich, was auch die Freigabe des Films verständlich und nachvollziehbar macht.

      Doch das eigentlich Highlight sind ganz eindeutig die hier agierenden Darsteller, die man meiner Meinung nach nicht besser hätte auswählen können. Ganz besonders fällt einem da Reece Searsmith auf, der im Laufe der Geschichte wirlich so Einiges über sich ergehen lassen muss und wahre Nehmerqualitäten entwickelt. Nicht nur, das er gleich zu Beginn von der gefesselten Geisel mit Kopfnüssen bombadiert wird, im weiteren geschehen verliert er auch noch einen halben Fuß und erscheint auch ansonsten wie der geborene Pechvogel. Doch auch die anderen Charaktere werden absolut brillant dargestellt und tragen so ihren Teil zu einem sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Film-Vergnügen bei.

      Insgesamt gesehen bekommt man einen äusserst gelungenen Genre-Beitrag serviert, der so dermaßen kurzweilig ist, das man gar nicht bemerkt, wie schnell doch die Zeit vergeht. Eine nahezu perfekte Mischung aus britischem schwarzem Humor und einer gehörigen Portion Horror sorgt dafür, das noch nicht einmal der Anflug von Langeweile entsteht. Hervorragende Darsteller, die von einem Fettnäpfchen in das andere treten, sorgen durch ihre schauspielerische Leistung für eine wahre Flut von Lachsalven, so das die Lachmuskeln des Zuschauers phasenweise schon arg strapaziert werden. Und ganz nebenbei entfaltet sich auch noch eine wirklich gelungene und sehr dichte Atmosphäre, die dadurch, das sich das Szenario nur bei Nacht abspielt, auch recht bedrohliche Ausmaße annimmt. Wenn man alle diese positiven Eigenschaften zusammennimmt, dann kann man Regisseur Paul Andrew Williams (London to Brighton) zu einem weiteren sehr gelungenem Film gratulieren.


      Fazit:


      "The Cottage" ist eine wirklich mehr als gelungene Horror-Komödie, die insbesondere durch den vorhandenen schwarzen Humor zu überzeugen weiss. Allerdings kommen in der zweiten Filmhälfte auch die Freunde der härteren Welle voll auf ihre Kosten, so das man von einer absolut gelungenen Mixtur sprechen kann. Das Besondere sind hier die vollkommen unterschiedlichen Filmhälften, die aber beide absolut kurzweilig und sehr unterhaltsam sind. Kein echter Fan sollte sich dieses teilweise schon skurrile Werk durch die Lappen gehen lassen, denn ansonsten hätte man wahrlich etwas verpasst.


      [film]8[/film]
      Big Brother is watching you
    • RE: The Cottage

      Es sind wirklich einige sehr witzige und deftige Szenen dabei, warum mich "The Cottage" als Gesamtpaket nun nicht voll überzeugt ist wohl am ehesten damit zu begründen, das es auf Dauer nicht gelingt das angefangene Niveau zu halten, zugegebener Weise auch nicht einfach! Manches wirkt zu sehr aufgedrückt, zu gewollt. Nun soll es nicht so rüberkommen als ob er schlecht wäre, das ist nicht so. Schade nur das mit ein wenig mehr Ideenreichtum mehr hätte werden können. Allerdings ist das Meckern auf gehobener Ebene. Für Freunde Britischen Humors und harter Metzelsezen ein muss mit kleinen Fragezeichen. [film]7[/film]
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • Gollum vs. The Devil

      Ich habe mir eigentlich nichts erwartet. Die Story auf dem Backcover der DVD laß sich wie tausende andere zuvor und das Coverartwork steht dem in keinster Weiße nach und trotzdem wurde ich in allen Punkten positiv überrascht. "Andi Serkis" (den meisten Leuten bekannt als Gollum von Peter Jacksons Herr der Ringe Trilogie) und "Reece Shearsmith" machen als ungleiches Duo eine ziemlich gute Figur. Ich hab mich vor Lachen oftmals nicht im Stuhl halten können. Der Film hat einen herrlich schwarzen Humor und unterhält von der ersten bis zur letzten Minute. Auch Gorehounds kommen hier voll auf ihre Kosten, wird der Film ab der zweiten Hälfte oftmals ungemein brutal. Hier kann ich ganz klar eine Empfehlung aussprechen. Vergesst schlechte Filme wie "Severance" oder den unsäglichen "Botched". Das hier haut rein und zwar ohne Ende.
      Topfilm, Topdarsteller und das Wiedersehen mit "Doug Bradley" (Pinhead) macht einfach Laune ohne Ende.

      Gott weiß bis heute noch nicht das ich ihn erschaffen habe.
    • The Cottage ist eine Horror-Komödie mit bissigen britischen Humor, er steht auch einem "Shawn Of The Dead" in nicht vielem nach.
      Die Schauspieler sind gut besetzt, mit an Board "Pinhead" Doug Bradley und als Star darf Andy Serkis (Herr Der Ringe, King Kong) was hergeben, es ist also sogar einer aus Peter Jacksons Stammbesetzung mit am Start. Jennifer Ellison ist das Blondinchen mit prallen Brüsten ausgestattet, sie wird aber nicht das typische Blödchen sein, sondern eher eine Frau für die harte Tour, wirklich sehr gute Charakterzeichnung und natürlich passende Schauspielleistung.
      Ein paar Anspielungen, wie auf die Kellertreppe eines "Tanz der Teufel" gilt es zu erwarten. Mit viel Splatter sollte man zumindest nicht rechnen, somit ist "The Cottage" so wie "Shawn Of the Dead" auch für die Masse gut verdaulich. Die härteren Szenen sind dann ein paar Gore-Ergebnisse mit Köpfe oder Hände, wie ein halbierter Schädel, wo aber nur in dieser Rübe etwas drin steckt. Wobei es dann im letzten Drittel doch auch für den Gorehound noch interessanter wird, wie ein ausführlich entfernter Fuß. The Cottage darf vollends unterhalten, bietet einige verstreute, aber zündende Schockeffekte, wie ein plötzlich durch die Glasscheibe geworfener Kopf, wo man zusammenzucken darf. Die Maske des auftauchenden Deformierten schaut ordentlich aus, hat ein paar Ähnlichkeiten mit den Entstellten aus „Wrong Turn", das bullige Erscheinungsbild des Monsters darf ebenfalls passen. Das nächtliche Waldgebiet mit abgelegenen Häusern und passend dreckiger Innenausstattung, lässt die nötige Atmosphäre aufkommen. The Cottage ist somit sogar einer der besten britischen Horror-Komödien, mit vor allem vielen lustigen Ideen, eine durchweg gute Satire also, wo der Horrorfilm-Fan, der sich amüsieren will, auch bedenkenlos zugreifen kann.

      [film]8[/film]
    • :48: Letztens gesehen, als er auf Pro Sieben lief. Hat Spaß gemacht The Cottage nach langer Zeit mal wieder zu sehen. Musste mir den auch in der Wiederholung ansehen. Die Umsetzung von Gaunerkomödie zum Slasherterrorfilm fand ich schon damals gelungen. Auch der Humor und der gutplatzierte Gore gefiel. Weiß nichtmal genau warum ich ihn bisher nicht gekauft habe, sollte ich mal endlich nachholen.

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    • Wow hab ihn gerade geguckt und bin positiv überrascht.
      Sehr witzig, mit genialen Darstellern.
      Backwoodklishees wurden auch alle gebraucht, was mich sehr amüsiert hat :)
      Mir ist nur schleierhaft was mit dem zweiten Chinesen geschehen ist, vielleicht hab ich auch nur mal nicht aufgepasst.
      Das Ende ist ein Genuss und die Sequenz nach dem Abspann macht nocht extra gute Laune ;)

      [film]9[/film]

      Abzug wegen der verdammt geilen aber nervenden Tussi ( warum muss die so ne Zicke sein? ) und des 2ten Chinesen desen verschwinden ich einfach nicht mitbekommen habe, aber das ändert sich ja vielleicht noch''
      "Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit alles zutun!"
      - Fight Club
    • Ich geb dem Film [film]10[/film] weil das der erste Streifen ist, wo ich mich sooo dermaßen nicht mehr einbekommen hab vor Lachen^^
      Und weil diese kleinen nebenstorys einen ziemlich amüsieren und die darsteller ihre sache ziemlich gut machen...und gerade diese "Zicke" gibt dem Film die richtige Würze =D

      Auch die Reaktionen sind nicht immer so, wie man mit rechnen würde!

      Daher : 10 / 10
      Lieben Gruß, Nijara

      Es wird ein Tag kommen, an dem die Menschen über die Tötung eines Tieres genauso urteilen werden, wie sie heute die eines Menschen beurteilen. Es wird die Zeit kommen, in welcher wir das Essen von Tieren ebenso verurteilen, wie wir heute das Essen von unseresgleichen, die Menschenfresserei, verurteilen. (da Vinci, Leonardo, 1452-1519, ital. Universalgenie)
    • WTF... Übels schräge Typen, Kidnappen ne Blondine und kommen auf die hochaggressive Spezies Frau mal überhaupt nicht klar und zeigen auf wie man eine Entführung auf keinen Fall aufzieht. Herrlich schwarzer Humor mit absurden Dialogen und einem total verrückten Storyverlauf mit den wohl sympathischsten Schwächen der Filmgeschichte... Und in der in der zweiten Hälfte zum herrlich überspitzten Fun-Splatter mutiert, teilweise da bis bis ins Groteske abdriftet, weil mitunter entsetzlich grausam und entsetzlich komisch Hand in Hand durch den Wald spazieren. Wenn man aber erstmal weiß wie man ihn zunehmen hat ein verdammt schräger streifen in dem viel selbstironie mitschwingt und man auf keinen Fall irgendwie versuchen sollte mitzufühlen, denn der überlebeninstinkt wird hier fast vorgeführt.

      [film]8[/film]