69 Tage Hoffnung

    • 69 Tage Hoffnung




      Produktionsland: USA, Chile
      Produktion: Alan Zhang, Robert Katz, Juan de Dios Larraín, Carlos Eugenio Lavin, Edward McGurn, Mike Medavoy, Andrés Calderón, Leopoldo Enriquez, José Luis Escolar
      Erscheinungsjahr: 2015
      Regie: Patricia Riggen
      Drehbuch: Hector Tobar (Buch), Mikko Alanne, Craig Borten, Michael Thomas, Jose Rivera
      Kamera: Checco Varese
      Schnitt: Michael Tronick
      Budget: ca. 25.000.000$
      Spezialeffekte: SPIN VFX
      Musik: James Horner
      Länge: ca. 127 Minuten
      Freigabe: FSK 12
      Darsteller: Cote de Pablo, Juan Pablo Raba, Antonio Banderas, Juliette Binoche, Rodrigo Santoro, Lou Diamond Phillips, James Brolin, Gabriel Byrne, Kate del Castillo, Naomi Scott, Jacob Vargas, Bob Gunton


      Inhalt:

      2010 richteten sich die Augen der gesamten Welt auf Chile, als dort beim Einsturz einer Gold- und Kupfermine 33 Bergleute lebendig begraben wurden. In den folgenden 69 Tagen bemühte sich ein internationales Team verzweifelt und unermüdlich, die eingeschlossenen Männer zu retten. Unterdessen warteten in banger Hoffnung nicht nur ihre Familien und Freunde, sondern Millionen Menschen, die sie gar nicht kannten. Doch 200 Stockwerke unter der Erdoberfläche wurde die Zeit aufgrund mangelnder Verpflegung sehr schnell knapp. Der Film erzählt eine Geschichte von Durchhaltevermögen, persönlicher Verwandlung und dem Triumph der Menschlichkeit – in den tiefsten Abgründen der Erde erleben wir die privaten Schicksale und die seelische Belastung der im Stollen gefangenen Männer, die großen Mut aufbrachten und sich einfach weigerten aufzugeben.


      Trailer:


      Kinostart in Deutschland: 11.02.2016
      Deutsche DVD & Blu-Ray Fassung: 14.07.2016


      Kritik:

      Der Einsturz des Bergwerks geht flott von statten, ohne längere Vorgeschichte, was dann auch schnell unterhalten kann.Das Highlight ist dann die Kumpels bei reichlich gedeckter Tafel garnieren zu sehen, wenn sie schon einige Tage in der Tiefe eingeschlossen sind, weil es fantasievoll eingefangen wird. Als der große Bohrer in den Schacht rein kommt, ist es sogar emotional. Der Film ist als Drama gelungen, auch wenn man keine Klaustrophobie in dem eingestürzten Bergwerk erreicht und über recht üppige 2 Stunden ist es zumindest nicht groß langweilig. Spannung kommt zum Finale noch mal auf, wenn die Kapsel stecken bleibt. Für Unterhaltungskino ist der Film allerdings etwas lasch inszeniert, dieses Bergunglück ist allerdings auch ausnahmsweise mal sehr glimpflich ausgegangen und was zudem ein Hype in der Berichterstattung in den westlichen Medien auslöste, wohl auch aus dem Grund, dass es sich um einen Schachteinsturz handelt, was als Unglück relativ selten vorkommt, in den meisten Fällen geschehen Bergwerkunglücke durch Schlagwetterexplosionen und dann auch oft mit sehr vielen Toten verbunden, fast ausschließlich in China, Rußland und der Ukraine hört man immer wieder von diesen schweren, explosiven Unglücken und neuerdings auch sehr gehäuft in der Türkei vorkommend, was mit den miesesten Arbeitsbedingungen überall dort zusammen hängt.

      Was eigentlich am wenigsten passt ist der Filmschluss mit grinsenden Gesichtern der geretteten Bergleute im Porträtbild. Heute interessiert sich in Wirklichkeit niemand mehr für einen der überlebenden Arbeiter, der Medienhype ist verblasst, viele Kumpels sollen psychisch erkrankt und untereinander die meisten zerstritten sein. Nicht mal der Film weckte richtig Interesse, wodurch das doch hoch angesetzt Budget an den Kinokassen bestenfalls gerade so eingespielt wurde. Ob das an den misslungenen Versuch lag einen größeren Star wie Jennifer Lopez zu verpflichten? Guter letzt hätte solch ein Star auch nur noch mehr Budget gefressen und wie man an den Hollywood-Kumpels unter Tage sieht, hätten Einheimische chilenische Laienschauspieler die Sache wahrscheinlich etwas charismatischer gestaltet, daran kränkelt der Film auch etwas. Wer sich für das Unglück noch interessiert, der kann trotzdem reinschauen, als Drama gehts noch durch.

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      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
      Electro in the Dark (Spotify Playliste)