Train to Busan

    • Was habe ich mich hier wieder vorab gefreut, leider etwas zu früh.

      Problem 1 ist für mich ich kann hier keine glaubhaften Emotionen entdecken, das habe ich aber öfters bei Asiatischen Produktionen.
      Problem 2, wo bleibt die Spannung? - Obwohl es auf leben und Tod geht, die Zombies ala WWZ sprinten wie Usain Bolt - es fehlt auch noch an Tempo.
      Problem 3 ist der fehlende Gore, für einen Zombiefilm fehlt mir da etwas.
      Zudem, warum fressen die eigentlich nicht die Opfer auf? Die laufen Sekunden später los ohne gross erkennbare Wunden.
      Problem 4 die teils dürftigen schauspielerische Leistungen sowie eine noch schlechtere deutsche Synchro.

      Ich will ihn aber nicht madiger machen wie er ist, positiv sind einige Kamerafahrten, beeindruckende Bilder bzw Szenerien.
      Das Reh zu beginn war auch witzig, ansonsten das übliche, kann niemals mit den grossen dieses Genres mithalten, netter Zeitvertreib, das wars dann auch schon.

      [film]6[/film]
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • Kritik:

      Ein vom Auto gemeucheltes Reh ist in einem Horrorfilm längst nichts unbekanntes, vor allem zu Filmbeginn schon öfters gesehen. Da sind sie wieder, die weißen Augen aus dem Jenseits, mir bekannt aus den Lucio Fulci Filmen. Wie die Zombies sich in der Großstadt ausbreiten wird dann genau richtig erzählt, sie werden nicht gleich ins Szenario rein geschmissen, sondern man fühlt wie sie sich ausbreiten, wie die Apokalypse über den Horizont hereinbricht, genau mit den richtigen Tempo inszeniert. Nur die Entstehungsgeschichte des Virus wird hier nicht genauer erklärt. Die Zombies sind sehr schnell und aggressiv, es gibt einige harte Bissszenen, aber wenig richtigen Splatter den ich zumindest nicht brauch, wenn die Handlung packend ist. Einzig das sich die Zombies in rasend schnellen Angriffen übereinander türmen, ist eine Unart die aus World War Z sehr genau übernommen wurde und leider hier genau so schlecht ausschaut was der Computer daraus macht. Allgemein sind die paar Effekte aus dem PC zu billig, zumindest für den Anspruch des Films. Was ich sehr gelungen empfand ist die Auseinandersetzung der Charaktere untereinander, so wie der Überlebenskampf und einige beeindruckende Szenen wie das sich Zombies am Ende eines fahrenden Zugs hängen, selbst wenn mit dem auftürmen auch dabei leicht übertrieben wurde, beeindruckt es. Dabei wirkt der Film auch aktuell, wie der Einsatz von Videofilme über Handys um sich über das Geschehen zu informieren, die Regierung redet ja wie zutreffend nur alles erneut schön.

      Südkorea hat die innovativsten Film-Schocker der heutigen Zeit, frei von moderner Monotonie. Nach Snowpiercer der übrigens auch in einem Zug spielt, wird sogar das Zombiegenre noch mal richtig geweckt, wo man mit den Darstellern mitfühlen kann und sie durchweg spannend begleitet auf dem Weg zu einem sicheren Ort. Ihr Überleben beschäftigt den Zuschauer, er hofft statt sie wie bei Dutzendware an Zombiefilme , nur als Opferfleisch wahr zu nehmen. Die Schauspieler agieren wie oft bei Asiafilme gerne mal ins leichte Overacting, macht aber bei dem Genre nicht unbedingt was aus, bei Dawn of The Dead hat es damals schließlich schauspielerisch auch einiges ins ulkige gezogen und ich finde auch das Komik zu einem Top Horrorfilm definitiv dazu gehört. Mit schaurig emotionalem Ende bleibt Train to Busan im Gedächtnis und wird zum besten Horrorfilm des Jahres.

      [film]9[/film]


      editiert/bearbeitet: 21.02.2017





    • Train to Busan
      (Boosanhaeng)
      mit Yoo Gong, Soo-an Kim, Yu-mi Jung, Dong-seok Ma, Woo-sik Choi, Eui-sung Kim, Gwi-hwa Choi, Seok-yong Jeong, Chang-hwan Kim, Myung-sin Park, Eun-kyung Shim
      Regie: Sang-ho Yeon
      Drehbuch: Sang-ho Yeon
      Kamera: Hyung-deok Lee
      Musik: keine Information
      FSK 16
      Südkorea / 2016

      Sok-woo und seine Tochter Soo-ahn befinden sich an Bord eines hochmodernen Schnellzugs, der sie von Seoul nach Busan bringen soll. Während der Fahrt werden sie und die anderen Insassen unvermittelt mit einer Horde Untoter konfrontiert, die nicht zögern, an ihr blutiges Werk zu gehen. Das Aussteigen bei rasender Geschwindigkeit ist unmöglich, also müssen die Überlebenden einen Weg finden, den Zug nicht zu ihrem Sarg werden zu lassen.


      Wohl kaum ein anderer Film hat in der letzten Zeit einen dermaßen großen Hype ausgelöst wie der vorliegende Zombie-Blockbuster "Train to Busan" aus Südkorea. Mit etlichen Vorschusslorbeeren bedacht weckte die Produktion also durchaus hohe Erwartungen beim Zuschauer, der die Veröffentlichung auf DVD und Blu-ray somit kaum erwarten konnte. Mittlerweile hat sich die Hysterie wieder ein wenig gelegt und auch die Bewertungen des Filmes scheinen die Begeisterung der Fans durchaus zwiespältig darzustellen, was in erster Linie wohl in der Machart der Geschichte zu begründen ist. Umso wichtiger erscheint deshalb auch der Aspekt, das man mit den richtigen Erwartungen an das Ganze heran geht, denn wer hier einen Zombiefilm der alten Schule erwartet, könnte im Endeffekt ohne Weiteres ein wenig enttäuscht sein. Und so sollte man beispielsweise keinesfalls einen Vergleich mit den echten Größen des Genres anstellen, denn wer ein ähnlich gelagertes Szenario wie bei "Zombie - Dawn of the Dead" oder auch "Woodoo" erwartet, wird definitiv nicht auf seine Kosten kommen. Regisseur Sang-ho Yeon präsentiert nämlich keine Geschichte mit dem Härtegrad eines George A. Romero oder Lucio Fulci , vielmehr kann man die Produktion am ehesten mit dem amerikanischen Blockbuster "World War Z" vergleichen. Das dürfte aber aufgrund einer 16er Freigabe nicht wirklich verwundern, denn allein daraus geht doch schon eindeutig hervor, das man an dieser Stelle einen Beitrag kreiert hat, der ziemlich stark auf die breite Masse zugeschnitten ist. Wenn man das als Grundlage anerkennt und somit die eigene Erwartungshaltung in die richtigen Bahnen lenkt, dann wird man auf jeden Fall mit einem wahrhaft erstklassigen Genre-Vertreter konfrontiert, der keinerlei Wünsche offen lässt.

      Nach einer eher kurzen Einführung von gut 20 Minuten geht es dann auch gleich mal richtig zur Sache und das zu Beginn noch recht ruhige Erzähltempo erfährt eine enorme Steigerung. Sobald der Zug sich in Bewegung gesetzt hat ist es vorbei mit der bis dahin eher beschaulichen Grundstimmung. Es entfaltet sich schlagartig eine extrem dichte und klaustrophobische Atmosphäre, was selbstverständlich dem räumlich begrenzten Schauplatz innerhalb des Zuges geschuldet ist. Fast im Minutentakt treten dabei immer bedrohlichere Züge in den Vordergrund, wobei das Ganze von unzähligen Action-Passagen und einem enormen Tempo umrahmt wird. Gleichzeitig wird auch der sehr gelungene Spannungsbogen immer weiter in die Höhe getrieben, was sich ganz zwangsläufig auch auf das Sehverhalten des Betrachters niederschlägt. Die beengte und scheinbar aussichtslose Situation der Reisenden fährt einem nämlich richtig unter die Haut und phasenweise fühlt man sich dabei, als wenn man selbst als Passagier mit an Bord wäre. Der enthaltene Härtegrad bewegt sich dabei in einem ausreichenden Rahmen, ohne das jedoch die normalen Grenzen in irgendeiner Weise überschritten werden. Das mag nicht jedem schmecken, denn übertrieben blutrünstig geht es nur in wenigen Einstellungen zur Sache. Der geneigte Gorehound wird also nicht unbedingt auf seine Kosten kommen, dafür werden allerdings die Freunde des modernen Zombiefilms mit Mainstream-Anstrich bestens versorgt. Mich persönlich hat lediglich die manchmal etwas unpassende Hochglanz-Optik ein wenig gestört, denn phasenweise erscheint das Szenario dann doch etwas zu glatt, was sich allerdings wirklich nur auf die visuelle Umsetzung bezieht. Ansonsten gibt es keinerlei Grund zur Beanstandung, denn "Train to Busan" ist absolut erstklassiges Popcorn-Kino, wobei diese Bezeichnung bei einem Zombiefilm immer etwas befremdlich erscheinen mag. Mit knapp zwei Stunden Laufzeit ist das Werk ordentlich bemessen und trotz der Spielzeit kommt an keiner Stelle Langeweile auf.

      Das hat Sang-ho Yeon allein schon durch die temporeiche Erzählstruktur seiner Story nahezu vortrefflich vermieden, denn die äußerst seltenen Ruhephasen des Filmes kann man sich an einer Hand abzählen. Immer wenn man meint, das die Ereignisse einem etwas Zeit zum verschnaufen geben, steht schon die nächste Auseinandersetzung zwischen Menschen und Untoten vor der Tür. Dabei kann man diese Bezeichnung auch ohne Weiteres wörtlich nehmen, denn innerhalb des Zuges müssen sich die Überlebenden von Wagen zu Wagen durchkämpfen, um sich mit anderen Passagieren zu vereinen. Dabei passiert dann auch eine ganze Menge und gleichzeitig bekommt man auch einen guten Einblick in die verschiedenen Charaktere der Gattung Mensch. Nicht jeder denkt hier an die Allgemeinheit, verschiedene Akteure unserer Spezies legen stattdessen eine Art von Egoismus an den Tag der sämtliche Rahmen zu sprengen droht. Wirklich überraschend ist das allerdings nicht, zudem sind etliche Handlungen diverser Personen auch sicherlich dem Umstand der Todesangst zuzuordnen, so das man schwerlich das Urteil über die Protagonisten fällen kann. Dennoch merkt man, wie sich durch das Verhalten Einzelner eine gewisse Wut in einem selbst aufbaut und gleichzeitig stellt man sich die Frage, wie man wohl selbst reagieren würde wenn das eigene Leben so extrem bedroht ist.

      Letztendlich bin ich mir sicher, das "Train to Busan" die Lager der Fans etwas spalten wird, denn nicht jedem wird dieser auf Mainstream getrimmte Beitrag zusagen. Mir hat der Film allerdings ausnehmend gut gefallen und obwohl ich mit den Klassikern des Sub-Genres aufgewachsen bin, kann ich auch diesem modernen Szenario jede Menge abgewinnen. Es muss eben nicht immer nur das übliche Splatter-Gore Festival sein, manchmal ist es auch äußerst gelungen, wenn sich der Fokus mehr auf Action als denn auf einen übertrieben Härtegrad richtet. Tote gibt es hier mehr als genug, nur von den Tötungen an sich bekommt man halt die etwas entschärfte Version zu sehen. Dennoch kann man sich auf keinen Fall beklagen, denn was Sang-ho Yeon eventuell an visueller Härte etwas versäumt hat, wird durch jede Menge Tempo, erstklassige Action und eine bedrohliche Grundstimmung jederzeit ausgeglichen. Am besten sollte man sich jedoch selbst ein Bild davon machen, denn sehenswert gestaltet sich dieser asiatische Genre-Beitrag definitiv und manch einer könnte vielleicht sogar seine Vorliebe für den heutigen Mainstream-Zombie entdecken.


      Fazit:


      "Train to Busan" ist sicherlich nicht die von vielen Leuten fälschlicherweise erwartete Splatter und Gore Explosion, was man meiner Meinung nach aber allein schon aufgrund der 16er Freigabe auch nicht erwarten konnte. In Sachen Kurzweil und Unterhaltungswert ist dieser Beitrag allerdings eine echte Granate und dürfte auch eine riesige Zielgruppe bestens bedienen. Mir hat die Geschichte extrem gut gefallen, so das ich nur eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen kann.


      [film]9[/film]
      Big Brother is watching you
    • tom bomb schrieb:

      Was habe ich mich hier wieder vorab gefreut, leider etwas zu früh.

      Problem 1 ist für mich ich kann hier keine glaubhaften Emotionen entdecken, das habe ich aber öfters bei Asiatischen Produktionen.
      Problem 2, wo bleibt die Spannung? - Obwohl es auf leben und Tod geht, die Zombies ala WWZ sprinten wie Usain Bolt - es fehlt auch noch an Tempo.
      Problem 3 ist der fehlende Gore, für einen Zombiefilm fehlt mir da etwas.
      Zudem, warum fressen die eigentlich nicht die Opfer auf? Die laufen Sekunden später los ohne gross erkennbare Wunden.
      Problem 4 die teils dürftigen schauspielerische Leistungen sowie eine noch schlechtere deutsche Synchro.

      [film]6[/film]

      Meine Rede. Typisch überlanges Süd Korea Kino, dem einige Schnitte gutgetan hätten. Das man den Film so abfeiert hinterlässt bei mir eher ein Stirnrunzeln. Ich sehe da auch nicht wirklich was Neues, was die ganzen eingesackten Filmpreise rechtfertigen würden! In einem Verkehrsmittel mit Sabberlingen eingesperrt zu sein, ist seit der World War Z Flugzeugszene auch nicht mehr neu. Sicherlich kann man einen Subtext der Angstzustände der globalisierten Gesellschaft in den Film hineininterpretieren - aber das kann man in jeden  x beliebigen Film!

      Ebenso fehlt mir hier der Zombie Splatter Gore. Dafür hat man das Drehbuch mit dem sentimentalen Vater/Tochter Twist vollgestopft. Ich hatte jetzt nie das Gefühl der totalen Bedrohung, wie ich sie bei andern Artverwandten verspürt habe - alles läuft mit angezogener Handbremse und drückt mir einfach zu viel auf die Tränendrüse. Irgendwie läuft der Film nie auf Hochtouren, da fehlen mir schlichtweg die Herzschlag Sequenzen. Kaum geht mal die Post ab, wird als komplementärer Versatzstück gleich in der nächsten Szene wieder mit der schwangeren Braut Zeit vergeudet oder mit der Tochter und ihrer Mutter Theresa Ansichten, die ihren Papi zu einem sozialen Mitmenschen bewegen will.

      [film]6[/film]

      Inzwischen feilschen grosse Studios wie Fox, Sony Picture oder Gaumont um die Rechte, um Train to Busan einen westlichen Anstrich zu verpassen. Ich hätte da nix dagegen, die wissen wenigstens wie man einen Film originell cutet.
    • Ich dachte die Zombie-Thematik ist durch, es gab kaum noch welche, die mich interessierten.
      Aufgrund diverser Vorschusslorbeeren, war ich auf diesen sehr gespannt. Und er hat mich nicht
      enttäuscht. Trotz der Laufzeit von knapp 2 Stunden, gab es keinen Leerlauf, ich fand alles sehr
      stimmig und spannend. Wiederholungen gab es ebenfalls nicht, man hat sich immer was neues
      einfallen lassen, um einem bei Laune zu halten. Gerne mehr davon!

      [film]9[/film]
    • Bin vollends begeistert, der Spannungsbogen reißt bis zur letzten Sekunde nicht ab. Für mich bewahrheitet es sich immer wieder, in einer Zombieapokalypse ist das schlimmste wenn die Zombies so schnell rennen können. Ich dachte zunächst auch, in der Thematik rund um Zombies wurde inzwischen alles erzählt, die Idee mit den Zug ist so simpel wie genial und dazu noch fabelhaft umgesetzt. Ein Punkt Abzug gibt es trotzdem, da die Rollen leider für so ein Film doch zu sehr stereotypisch sind und wenig überraschendes bieten. Dafür fand ich es zur Abwechslung mal sehr angenehm, was den Film meiner Ansicht nach auch in gewisser-weise von anderen Zombiefilmen abhebt, ist das die Protagonisten in ihrer Heldenrolle sich gegenseitig abwechseln und nicht ein einzelner die Rolle von vorne bis hinten übernimmt. Zudem finde ich es vollkommen in Ordnung, dass man über die Entstehung und des Ausbruchs des Virus weitestgehend in Unklaren gelassen wird oder man in irgendeiner weise, durch seine Vorgeschichte (Beruf) bei der Säuberung/ Bekämpfung des Virus hineingezogen wird. Es geht einfach um das nackte Überleben und das Retten seiner Liebsten.

      [film]9[/film]
      Das ist der Weg unsichtbar zu sein. Werde einfach ein Teil der Nacht.
      Ziehe mit dem Wind und die Schatten. Tue was du tun musst, frei vom jeden Gefühl,
      so dass keine Seele es fühlt und kein Herz es hört.