Bedingungsloses Grundeinkommen - Aufforderung zur Diskussion

    • TylerD schrieb:

      Nö, aber ich denke gerade obiges Modell durch.
      Ich habe die Frage geändert, da ich zu unterstellungsmäßig empfand.

      TylerD schrieb:

      Wir sind uns aber einig, dass die Jobs erledigt werden müssen. Wie wäre deine Lösung? Mehr bezahlen oder?
      Was heißt "mehr bezahlen"? Was ist "mehr"?
      Ich verfolge Euch! Egal, wann oder wo ... Ich werde Euch kriegen!
    • @TylerD na es gehört noch ne menge mehr dazu vom müllmann mal schnell zum gutbezahlten fussballer aufzusteigen und wenn es so ist denn ist es so... gibt genug quereinsteiger die aufeinmal rockstar sind... man muss ja denn nicht, man kann und könnte im eigenen interesse handeln und wenn es auch nur die alte ungeliebte arbeit ist, das kann jeder für sich selbst entscheiden... wenn keiner mehr den müll wegfährt, wird es auch gewiss leute geben die das nicht lange ansehen können und gerne weg machen...

      durch den mindestlohn hat sich ja auch schon etwas bei schlechtbezahlten jobs getan, mal von gewissen trickserein und gesetzeslücken abgesehen. ich glaub auch nicht das einer der keine ahnung hat mir nichts dir nichts so einfach nen manager job bekommt, man muss sich auch mit grundabsicherung die sachen erarbeiten, z.b. durch weiterbildung und engagement usw. aber wie heißt das thema nochmal bedingungslos nö? also ohne gegenleistung... was der mensch denn macht ist doch denn ihm überlassen. denke einige werden sich faule auf die haut legen ne zeitlang, aber lange wirds denen dabei nicht gut gehen...
    • Das bedingungslose Grundeinkommen ist m.E. Sozialhilfe im Exzeß.
      Einkommen OHNE irgendeine Gegenleistung.
      Nicht schlecht. Ein Geschäft, das nix verkauft und trotzdem verdient.
      Jemand, der nicht arbeitet und dennoch Einkommen hat.
      Wo kommt das Geld denn her? Wächst an Bäumen?
      Oder wird es von der arbeitenden Bevölkerung in Form von Steuern zur Verfügung gestellt?
      Also, da wäre ich ja schön blöd, wenn ich dann auch arbeiten würde.

      Das ist mit dem Sozialstaats-Prinzip hier gar nicht vereinbar. Danach soll ein Grundbedürfnis gesichert sein.
      Bedürfnisse kann man mal nach Maslow googeln. Zuerst geht´s um Essen, Trinken, Dach über den Kopf.
      Das Hartz IV befriedigt leider noch viel weitere Bedürfnisse als das reine Grundbedürfnis.
      Und ein bedingungsloses Grundeinkommen - man spricht da wohl um Beträge um die 2.000,--€ - würde das noch mal potenzieren.
      Die Schweiz stimmt ja in 3 Tagen darüber ab..und wird das Modell sicher haushoch ablehnen.

      Die Idee dahinter ist ähnlich falsch durchdacht wie beim Sozialismus bzw. Kommunismus - wenn ich mich nicht mehr mit den Alltagsgeldsorgen auseinandersetzen muß, habe ich die Muße, mein gesamtes Humankapital für die Allgemeinheit einzusetzen.
      Ich kann also statt Hilfsarbeiter zu sein, mich nun weiterbilden und Fachanwalt für Medizinrecht werden.
      Nee, is´ klar!

      Daß das nicht klappen kann, dürfte jedem sofort klar sein.

      Tatsächlich dürften die Auswirkungen wie jetzt schon bei Hartz IV so sein: ich lehne mich zurück und freue mich über das Geld von Amt.
      Nur dann in noch exorbintanteren Höhen.

      Daß Belohnung für Nichtstun ein Ansport für höhere oder hochwertigere Leistung ist, ist absoluter Unfug.

      Anders herum wird ein Schuh draus - nur der, der was leistet, bekommt auch Geld.
      Das ist Markt, das ist Kapitalismus, das ist gerecht.
      Für die Härtefälle (krank, behindert, intellektuelle Minderkapazitäten - im Volksmund "doof" genannt -) gibt es jetzt schon ein soziales Netz.
      Das ist m.M. jetzt schon überstrapaziert. Aber das wäre ein anderes Thema.
      Meine Bewertungskriterien:

      10= über jede Kritik erhaben; 9= Oberhammer mit unbeachtlichen kleinen Schwächen
      8= Pflichtkauf; 7= Must-See; 6= sollte man mal gesehen haben
      5= kann man gesehen haben; 4= muß man nicht sehen, tut aber noch nicht weh
      3= Hände weg; 2= körperliche Beschwerden treten auf
      1= Exitus oder: Tarantino geht ans Werk
      0= König Kacke auf einem Scheißhaufen oder: Rob Zombie geht ans Werk
    • @Desmodus: War es? Nun ich denke unehrenhaft ist das falsche Wort, wenig einträglich, unangenehm passt doch besser oder? Abdecker? Ehrlich gesagt nein!

      Nun ich denke mehr wäre die Summe bei der man genügend Menschen findet die sagen, ja für diese Summe würde ich diese Arbeit machen.

      @Skilla: Ich habe nicht gesagt, dass er gut bezhalt wäre. Ich denke ein Müllmann wird in den seltensten Fällen ein Luxusleben führen. Ergo könnte seine Denke doch sein: Cool ich kann mein bisheriges Leben weiterleben (also vom finanziellen Rahmen her gesehen) aber voll und ganz meinem Hobby Fussball nachgehen, gut nur in der Kreisliga, aber ich hab meinen Spaß... du verstehst?

      Die Frage ist ja letzendlich, WÜRDE es funktionieren wenn sagen wir mal 20-30% sich auf die faule Haut legen? Ich glaube fest daran, dass früher oder später ein Großteil irgendetwas mehr oder minder sinnvolles machen würde, aber wieviel "Faulenzer" könnte das System tragen (interssant finde ich, dass eine ähnliche Diskussion im Zusammenhang mit Hartz4 schon jetzt geführt wird lol)
      Wir sind der singende tanzende Abschaum der Welt!
    • Komakopf schrieb:

      Tatsächlich dürften die Auswirkungen wie jetzt schon bei Hartz IV so sein: ich lehne mich zurück und freue mich über das Geld von Amt. Nur dann in noch exorbintanteren Höhen.
      Und das ist die Krux an der Geschichte, obwohl ich vom bedingungslosen Grundeinkommen nicht ganz abgeneigt bin. Es bleibt immer die Frage, wie das finanziert wird und da habe ich einige Vorschläge genannt. Utopia heißt nicht ohne Grund "Nicht-Ort"!

      TylerD schrieb:

      Abdecker? Ehrlich gesagt nein!
      Der Abdecker hat die toten Tiere auf der Straße aufgesammelt und verbrannt. Zu den sogenannten unehrenhaften oder unehrlichen Berufen zählt auch der Kanalisationsarbeiter, Totengräber, Scharfrichter und Mitarbeiter bei der GEZ. ;)
      Ich verfolge Euch! Egal, wann oder wo ... Ich werde Euch kriegen!
    • @Komakopf: Klares Statement. Auch hast du angesprochen, dass das jetzige System ebenfalls am Kollaps ist. WIE würde ein perfektes System am Beispiel Deutschland für dich aussehen? DAS würde mich wirklich interessieren, ob du da was komplett Neues fordern würdest oder das jetzige in anderer Form, oder wie es aus deiner Sicht gerecht und gut wäre?
      Wir sind der singende tanzende Abschaum der Welt!
    • Komakopf schrieb:

      Jemand, der nicht arbeitet und dennoch Einkommen hat.
      Wo kommt das Geld denn her? Wächst an Bäumen?
      Oder wird es von der arbeitenden Bevölkerung in Form von Steuern zur Verfügung gestellt?
      Also, da wäre ich ja schön blöd, wenn ich dann auch arbeiten würde.
      ^^ das kenn ich von dieser minderheit, von dieser skrupellosen Gang, die sich Rentner nennen, genau deshalb geh ich auch nicht mehr arbeiten...

      Komakopf schrieb:

      Ich kann also statt Hilfsarbeiter zu sein, mich nun weiterbilden und Fachanwalt für Medizinrecht werden.
      Nee, is´ klar!
      ja, warum nicht? was ist daran so verkehrt, mit den finanziell gegebenen mitteln sein leben zum wohle der gesellschaft zu verbessern und auch seinen teil durch die arbeit dazu beitragen, z.b. durch steuernzahlen oder leuten helfen ihre ansprüche vor gericht zu verteidigen...

      Desmodus schrieb:

      Kanalisationsarbeiter, Totengräber
      ...diese arbeiten sehe ich als nicht unehrenhaft an...

      Desmodus schrieb:

      Und das ist die Krux an der Geschichte, obwohl ich vom bedingungslosen Grundeinkommen nicht ganz abgeneigt bin. Es bleibt immer die Frage, wie das finanziert wird und da habe ich einige Vorschläge genannt. Utopia heißt nicht ohne Grund "Nicht-Ort"!
      ...ich will nur von 1000 leuten je ein euro haben und ein euro geb ich auch weiter ^^ ist doch tragbar für jeden einzelnen ^^
    • Ich fang mal mit der Antwort zu Skilla an:


      Skilla schrieb:

      Komakopf schrieb:

      Jemand, der nicht arbeitet und dennoch Einkommen hat.
      Wo kommt das Geld denn her? Wächst an Bäumen?
      Oder wird es von der arbeitenden Bevölkerung in Form von Steuern zur Verfügung gestellt?
      Also, da wäre ich ja schön blöd, wenn ich dann auch arbeiten würde.
      ^^ das kenn ich von dieser minderheit, von dieser skrupellosen Gang, die sich Rentner nennen, genau deshalb geh ich auch nicht mehr arbeiten...

      Komakopf schrieb:

      Ich kann also statt Hilfsarbeiter zu sein, mich nun weiterbilden und Fachanwalt für Medizinrecht werden.
      Nee, is´ klar!
      ja, warum nicht? was ist daran so verkehrt, mit den finanziell gegebenen mitteln sein leben zum wohle der gesellschaft zu verbessern und auch seinen teil durch die arbeit dazu beitragen, z.b. durch steuernzahlen oder leuten helfen ihre ansprüche vor gericht zu verteidigen...

      Ich nehme an, das Erste war als Quatsch gemeint. Natürlich haben Rentner vorher schon eine Lebensarbeitsleistung erbracht und sich einen Anspruch verdient. Daß die Regierungen - egal welcher Coleur - die Rentner bescheißen, ist eine andere Sache.

      Zu den Hilfsarbeiter, der Fachanwalt wird.
      Klar, so etwas mag grundsätzlich möglich sein. Aber Du vergißt, daß die Menschen unterschiedliche mentale Fähigkeiten haben. Diese sind nach der Gauß´schen Verteilungskurve durchschnittlich verteilt. da gibt es Hochbegabte mit IQ 130 und mehr. Genau so viele gibt es dann mit 70 und weniger..also schwachsinnig.
      Das Mittelmaß ist 100.
      Nun kannst Du intellektuell Minderbegabte so viel Geld und Freizeit geben, bis der Arzt kommt - der wird wohl allerhöchstens mal Strohhalme zusammenstecken können, während andere an der Entwicklung eines Quantencomputers sitzen.

      Abgesehen davon..Du glaubst nicht im Ernst, daß eine nennenswerte Menge an potentiellen Arbeitskräften plötzlich zu höheren Zielen bestrebt ist, wenn man ihnen den Lebensunterhalt mehr als vergoldet? Das widerspricht jeglichen Erfahrungen.
      Meine Bewertungskriterien:

      10= über jede Kritik erhaben; 9= Oberhammer mit unbeachtlichen kleinen Schwächen
      8= Pflichtkauf; 7= Must-See; 6= sollte man mal gesehen haben
      5= kann man gesehen haben; 4= muß man nicht sehen, tut aber noch nicht weh
      3= Hände weg; 2= körperliche Beschwerden treten auf
      1= Exitus oder: Tarantino geht ans Werk
      0= König Kacke auf einem Scheißhaufen oder: Rob Zombie geht ans Werk
    • Nun zu Tyler:


      TylerD schrieb:

      @Komakopf: Klares Statement. Auch hast du angesprochen, dass das jetzige System ebenfalls am Kollaps ist. WIE würde ein perfektes System am Beispiel Deutschland für dich aussehen? DAS würde mich wirklich interessieren, ob du da was komplett Neues fordern würdest oder das jetzige in anderer Form, oder wie es aus deiner Sicht gerecht und gut wäre?
      Ein perfektes System gibt es nicht. Ich bin auch nicht sicher, daß unsere jetziges System vor dem Kollaps steht. Im Grunde fand ich die Hartz IV-Reform ja gut, sie ging nur nicht weit genug.
      Da ich ja zum Neoliberalismus stehe, gilt für mich das Motto: jeder ist seines Glückes Schmied.
      Auch stehe ich zum Sozialstaat, also daß sozial Schwachen durch die Allgemeinheit geholfen wird. Sozial schwach wäre aber bei mir sehr restriktiv ausgelegt - nur derjenige, der aufgrund Krankheit oder Behinderung nicht arbeiten kann. Der aufgrund intellektueller Defizite eben nur einfachste Tätigkeiten ausüben kann und deswegen entweder keine Arbeit findet oder nur eine sehr schlecht bezahlte. Alle anderen, die grundsätzlich arbeitsfähig sind, aber nicht arbeiten wollen, erhalten..NICHTS. Weder Hilfen noch Krankenversicherung noch Wohngeld etc. Denn wer trotz Arbeitsangebote nicht arbeiten will, der darf nicht auf die Solidarität der arbeitenden Bevölkerung hoffen.
      In Skandinavien ist man da ja sehr streng. Warum nicht auch hier?

      Darüber hinaus halte ich großzügige Geldleistungen für kontraproduktiv. Was motiviert mich zur Arbeit - dieses mühselige Aufstehen, Fahrtweg, 8 Stunden arbeiten...und das Tag für Tag, wenn ich doch alles vom Amt bezahlt bekomme? Klar, kann ich nicht 3x im Jahr reisen. Aber da ich das auch nicht kenne, vermisse ich das nicht. Ich habe alle Zeit der Welt für Filme, Playstation oder sonstige Freizeitaktivitäten.
      Besser wären da Bezugskarten. Damit kann der Bedürftige dann zu bestimmten Ausgabestellen und sich eben seine Tagesration an Nahrung abholen.
      Damit sind wir auch die Diskussion los, ob die Sozialhilfe hoch genug ist. Du bekommst alle notwendigen Nahrungsmittel ausgehändigt.

      Krankenversicherung ist grundsätzlich freiwillig. Wer will, kann sich privat versichern oder nicht.
      Wer sich dazu entscheidet, sich nicht zu versichern, muß dann eben Behandlungen selber zahlen. Gesetzliche Zwangsversicherungen halte ich für gescheitert, was man aktuell ja auch sehen kann - immer höhere Beiträge, immer weniger Leistung. Die privaten Krankenversicherungen geht es gut, sind deutlich günstiger und bieten wesentlich mehr Leistungen - weil sie marktwirtschaftlich arbeiten.

      Dazu für Kinder: freier Zugang zu jeglicher Schulbildung. Dafür aber mit einheitlichen Leistungsanforderungen. Wer es nicht schafft, macht einen Abschluß auf niedrigerem Niveau. Das hat den Vorteil, daß der Staat gleiche Zugangsvoraussetzungen zur Bildung schafft, aber die Schüler entsprechend ihres Leistungswillens oder Leistungsvermögens ihren weiteren Lebensweg bestimmen. Manche scheitern, manche werden Genies.

      Fazit: staatliche Leistungen nur für die unverschuldet Bedürftigen.
      Keine staatliche Zwangsversicherungen, sondern freie Wahl durch die Bürger..mit jeglichen Konsequenzen.
      Leistungen nicht in Geld, sondern in Sachbezug. Geld zur "Teilhabe am sozialen Leben" muß sich erarbeitet werden. (Das gilt jetzt nicht für den Fall, daß nur unverschuldet Bedürftige in den Genuß kommen, sondern übertragen auf die gegenwärtige Situation des Sozialhilfebezugs, wo auch Arbeitsunwillige den Hintern vergoldet bekommen)
      Gleicher Zugang zur Bildung; Leistungsmessung einheitlich anhand persönlicher Fähigkeiten.

      So, das war´s mal in Kürze....
      Meine Bewertungskriterien:

      10= über jede Kritik erhaben; 9= Oberhammer mit unbeachtlichen kleinen Schwächen
      8= Pflichtkauf; 7= Must-See; 6= sollte man mal gesehen haben
      5= kann man gesehen haben; 4= muß man nicht sehen, tut aber noch nicht weh
      3= Hände weg; 2= körperliche Beschwerden treten auf
      1= Exitus oder: Tarantino geht ans Werk
      0= König Kacke auf einem Scheißhaufen oder: Rob Zombie geht ans Werk
    • Nee... sowas kann ich mir nicht vorstellen, das dieses Modell durchführbar wäre. Würde sich gar nicht mal so übel anhören, aber ich glaub es nicht, das ein Bedingungsloses Grundeinkommen in der Realität eh umgesetzt werden könnte.
      Ich kann mir da vorstellen, dass o. g. "schmutzige Arbeit" niemand mehr machen würde, auch villt. wenn die Arbeiter das Doppelte verdienen würden als es jetzt zur Zeit so ist? Oder villt. doch??

      Sind wir doch ehrlich... es gibt auch genug arbeitsscheue Leute in unserem Staate, die keinen Bock auf Arbeit haben, nur vom Staat kassieren wollen. Meint ihr, das diese Leute noch nebenbei arbeiten würden? Viele Arbeiten würden gar nicht mehr getan werden. Vieles bliebe liegen.
      Doch könnte ich mir vorstellen, das Leute, denen das Bedingungslose Grundeinkommen nicht ausreichen würde und einen Luxusleben sich wünschen auch arbeiten gehen würden, egal in welchen Berufen auch immer...
      Und wie sollte überhaupt das Grundeinkommen aussehen? Sollte für den Menschen nur soviel gesorgt werden, das es gerade zum Leben reicht? Miete wird bezahlt, medizinische Versorgung ist frei, nur das der Mensch dann für sein Essen bezahlen müßte?

      Ich kanns mir nicht vorstellen... beim besten Willen nicht...

      Und... Kommunismus ist schon allein eine Utopie.

      Das ist aber nur meine Meinung.