Bedingungsloses Grundeinkommen - Aufforderung zur Diskussion

    • Mit Kommunismus hat dieses Model aber nicht viel gemein Salvage!
      Bin auch der Meinung das dieses Model weder Zukunft hat, noch um zusetzen ist!
      Da wird eher der dreck von Neoliberalismus kommen!

      Aber Spielen wir mal Verrückt und es setzt sich durch, es wurde erwähnt das der Mensch an sich ein Wesen ist das was leisten möchte. Da gebe ich recht, aber wer ist denn mit seinem Job wirklich zu frieden und geht gerne Arbeiten? Die wenigsten. Also was passiert? Nehmen wie das Model der Linken mal, jeder Bürger der nicht Arbeiten geht, bekommt ein Grundeinkommen von 1050 Euro, Plus Miete und die Krankenversicherung wird auch noch Bezahlt! Sind wir bei cä 1600, 1700 Euro Netto! Das ist mehr als eine Ausgelernte Einzelhandelskauffrau Verdient. Die scheiß Arbeitszeiten hat, die Samstag bis 22 Uhr an der Kasse sitzt. Sie überlegt sich doch drei mal ob sie das macht oder lieber Zuhause ist. Durch dieses System würde Deutschland einknicken! Auch wenn der Mensch an sich ein Arbeitstier ist, bei 1600 Euro bleibt der größte Teil in Deutschland zuhause! Pflegekräfte die eh wenig verdienen und an jeder Ecke Fehlen, bekommen auch weniger als die besagte 1600 Euro! Ne, das Model ist für meine Augen nicht umzusetzen, es gibt die Grundsicherung bestehend aus Hartz 4, wer mehr möchte muss eben Arbeiten!
      „Du bist nicht Dein Job! Du bist nicht das Geld auf Deinem Konto! Nicht das Auto, das Du fährst! Nicht der Inhalt Deiner Brieftasche! Und nicht Deine blöde Cargo-Hose! Du bist der singende, tanzende Abschaum der Welt.“ Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realität.
    • Hat jetzt nicht sofort was mit bedingungslosem Grundeinkommen zu tun sondern mit dem von der Regierung gefeierten Mindestlohn von 8,50€ der ja auch Altersarmut entgegenwirken sollte.Mach euch mal die Mühe und rechnet mit einem Gehaltsrechner aus was in Lohnsteuerklasse 1 bei einer 38,5 Stunden Woche monatlich netto über bleibt.Davon abgesehen das man später bei dem was man an Rentenansprüchen erwirtschaftet in der Grundsicherung landet wird das Einkommen seitens des Amtes noch aufgestockt.Wenn man sich dann mal vor Augen führt das man nur etwas mehr als ein Sozialhilfe-/ALG2 Empfänger verdient muss man sich doch allen ernstes mal fragen ob Arbeit noch belohnt wird.
      So und nun komm ich zum bedingungslosen Grundeinkommen was ich ruhig mal bei 1100€ fiktiv ansetze.Nehmt mal die Nettosumme was bei obiger Berechnung rauskommt und vergleicht diese mit der von mir nedrig angesetzten Summe des Grundeinkommens.Da sollte bei jedem ein Licht angehen.Ich denke zumindest die Zeitarbeitsbranche die diesen Mindestlohn schamlos ausnutzt würde zusammenbrechen weil ich mir nicht vorstellen kann das noch jemand für diesen Lohn arbeiten gehen würde.
    • Ob der Mindestlohn richtig, zu niedrig oder zu hoch ist, sei mal dahingestellt.
      Es geht ja im Prinzip um den Wert der Arbeit, die geleistet wird. Der sollte eigentlich danach bemessen sein, wie die Nachfrage ist.
      Leider gibt es so viele Eingriffe von außen - z.B., auch durch die verheerenden Flächtentarifverträge, daß in manchen Orten die gleiche Arbeit sehr gut bezahlt wird, in anderen Orten zu wenig.
      Mindestlohn halte ich für falsch und zudem für sehr ungerecht.

      Nehmen wir mal eine alleinerziehende Erzieherin in Teilzeit. Die bekommt, wenn sie staatlich angestellt ist, die Entgeltgruppe 8.
      Das sind brutto etwa 2.800,--€. Bei Halbtagsbeschäftigung werden da 1.400,--€ draus.
      Abzüglich Steuern und Sozialversicherung bleibt ein Netto-Betrag von unter 1.000,--€.
      Ok, dann noch wieder plus Kindergeld.
      Sagen wir mal, sie muß mit 1.100,--€ netto monatlich über die Runden kommen.
      Da sie brutto so viel verdient, daß sie schon in den Umverteilungswahn der linken Politiker fällt, kann sie auf Erleichterungen nicht hoffen.
      Sie bekommt weder Wohngeld, noch erhält sie Aufstockung.
      Sie muß die Miete zahlen und den gesamten Bedarf an Nahrung, Kleidung, etc.
      Und jemand, der z.B. Schrauben sortiert oder Strohhalme zusammensteckt, bekommt bei Vollzeit mit Mindestlohn etwa 1.300,--€ brutto.
      Ist also vergleichbar, aber gerecht?

      Gönnen wir Kleinverdienern meinetwegen einen Mindestlohn und nehmen in Kauf, daß anspruchsvolle Aufgaben und weniger anspruchsvolle Aufgaben ähnlich oder gar gleich bezahlt werden.
      Ist das ok?
      Oder müssen wir nicht dorthin, daß wir den Markt entscheiden lassen, wie viel der Nachfrager/Konsument für eine Dienstleistung bereit ist zu zahlen?
      Ich wäre z.B. gerne bereit für eine gute Kinderbetreuung mehr zu zahlen als ich nach den gegenwärtigen Tarifabschlüssen müsste, um die Löhne zu finanzieren.

      Abgesehen davon führen höhere und nicht marktgerechte Löhne natürlich zu höheren Preisen..die dann mich treffen und den Niedriglöhner genauso.

      Altersarmut ist noch eine andere Baustelle. Wie ich ja schon vorher sagte - bei den Renten werden alle permanent beschissen.
      Hier müsste man eigentlich das Rentensystem komplett neu gestalten.
      Ich würde von unserem Äquivalenzprinzip (die Höhe der Einzahlungen bestimmt die Höhe der Rente) abrücken und die Rente durch kapitalgedeckte Versicherungen ersetzen.
      Aber das ist ein schwieriges anderes Thema.
      Meine Bewertungskriterien:

      10= über jede Kritik erhaben; 9= Oberhammer mit unbeachtlichen kleinen Schwächen
      8= Pflichtkauf; 7= Must-See; 6= sollte man mal gesehen haben
      5= kann man gesehen haben; 4= muß man nicht sehen, tut aber noch nicht weh
      3= Hände weg; 2= körperliche Beschwerden treten auf
      1= Exitus oder: Tarantino geht ans Werk
      0= König Kacke auf einem Scheißhaufen oder: Rob Zombie geht ans Werk
    • @Komakopf:

      Zu deinem Modell oben hab ich im groben die Frage zur Kranknversicherung. Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann würde das bedeuten du strebst (in etwa) ein Modell wie die USA an, was das anbelangt. Würde aber im Umkehrschluß bedeuten, dass eine Person (und du weißt die wird es geben), die nicht krankenversichert ist ja eigentlich nicht behandelt werden dürfte (auch nicht nach einem Unfall oder ähnlichem...) wäre so gesehen natürlich gerecht, die Person hat das Geld eben für anderen Kram auf den Kopf gehauen, aber wäre es menschlich? Insofern finde ich persönlich eigentlich die gesetzliche (Pflicht-)Krankenversicherung ne gute Sache. (Zumindest was eben die Grundversorgung angeht.

      Als ich meinte, dass das System vor dem Kollaps steht, habe ich im Übrigen genau auf die Rentenproblematik angespielt. Zudem ist meiner Ansicht nach eben zu oft eine größere Menge Leute ins System hinzugekommen, ohne das diese bislang eingezahlt haben (Ostdeutschland, jetzt Asylbewerber,... ich wiederhole mich: Das ist keine Wertung, keine Anschuldigung, das sind keine schlechten Menschen, ihnen steht das Geld zu, alles ist gut, es geht NUR um Fakten). DAS meinte ich mit das System steht vor dem Kollaps.

      Deine Überlegung, dass so wenig wie möglich in den Markt eingegriffen werden soll teile ich tatsächlich weitestgehend. Wie wir jetzt wieder am Milchpreis, früher bei der Abwrackprämie oder der Unterstützung bei Elektroautos sehen gibt es imho durch den Staat teilweise unfaire manipulationen am Markt.
      Du dachtest es dir bestimmt schon: jetzt kommt ein ABER: Der Markt wir das richtige Gehalt für Jobs finden, die Geld einbringen, da bin ich komplett bei dir. Nehmen wir aber jetzt als Beispiel Altenpfleger. Ich gehe davon aus, wir sind uns einig, dass diese Berufssparte extrem wichtig ist und noch wichtiger werden wird. Werden diese Leute jemals sehr gut bezahlt sein? Ich wage es zu bezweifeln, denn wer soll sie denn bezahlen? Die Rentner die in Zukunft ein echtes Problem bekommen werden finanziell? Da sehe ich tatsächlich handlungsbedarf, da die Wirtschaft sich einfach nicht genug dafür interessieren wird, da auf gut deutsch nix zählbares bei rum kommt.

      Der Rest deines Systems hört sich hart an (für den ein oder anderen ich nenne ihn mal "Bequemeren" Zeitgenossen, wäre aber warscheinlich deutlich fairer als das bisherige...
      Wir sind der singende tanzende Abschaum der Welt!
    • Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens ist phantastisch, nur wage ich zu bezweifeln wie das funktionieren soll.
      Die einen sagen so, andere wiederum so.
      Ich gehe aber mal davon aus das unsere Rente für die meisten von uns in etwa so aussehen wird, zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel.
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • @Tyler: zu den Fragen nehme ich gerne Stellung.
      Ja, ich stelle mir ein Krankensystem ähnlich wie in den USA vor. Du hast die freie Wahl, eine KV abzuschließen, oder eben nicht. Je nachdem mußt Du die Konsequenzen tragen.
      Schließe ich eine ab, dann muß ich regelmäßig Beiträge zahlen und nehme sie vielleicht jahrelang nicht in Anspruch, weil ich nicht krank werde oder nicht zum Arzt gehe.
      Gerade für junge Menschen oft eine vermeintlich sinnlose Investition.
      Wenn ich mich dagegen entscheide, dann mit der Konsequenz, daß ich meine Behandlungen selber zahlen muß.
      Ich war mal einige Jahre mit einer Amerikanerin zusammen, deren Mutter obendrein noch Oberschwester in einem privaten Krankenhaus war. Es stimmt - hast Du keine Krankenversicherung, wirst Du in privaten Krankenhäusern nicht behandelt. Du kommst dann in ein staatliches Krankenhaus. Dort wirst Du behandelt, keine Frage. Niemand läßt Dich verbluten oder mit offenem Beinbruch liegen. Aber..Du bekommst eine Rechnung.
      Und wie Du die dann zahlst, mußt Du selber sehen. Entweder hast Du Erspartes, oder Du machst Teilzahlung oder sonstwas. Inkasso-Unternehmen gibt es dort genauso wie hier.
      Wir reden ja über Arbeitnehmer! Der dürfte immer irgendwie in der Lage sein, zu zahlen.
      Arbeitslose haben ja gar nicht die Wahl. Hier stehe ich dann dazu, daß die unverschuldet Arbeitslosen durch die Solidargemeinschaft weiterhin finanziert werden. Die Arbeitsunwilligen jedoch nicht.
      Für diese Gruppe mag das dann unmenschlich sein. Aber ich finde es gerechter als wenn eine Solidargemeinschaft Arbeitsunwilligen noch die ärztlichen Behandlungen finanziert.

      Der Rentenmarkt steht tatsächlich vor dem Kollaps.
      Wenn wir über die Lösungen diskutieren wollen, brauchen wir aber einen Extra-Thread. Ich bin auch kein wirklicher Rentenexperte und kann nur meine Vorstellungen kundtun.
      Ich befürchte aber, daß es für ein komplett neues Rentensystem fast zu spät ist. Selbst wenn wir Neu-Beruftätige jetzt in eine kapitalgedeckte Rentenversicherung zwingen, bleiben eben noch die ganzen jetztigen Rentner und die Berufstätigen, deren Rente eben noch nach dem alten System bemessen wird.
      Fakt ist jedoch - hätte sich z.B. meine Mutter ihren Rentenbeitrag selbst z.B. bei der Bundesbank angelegt, so hätte sie jetzt ein Kapital, das ungleich höher ist als die Summe der zu erwartenden Rentenzahlung. Selbst wenn sie 100 Jahre alt wird und mithin dann 35 Jahre Rente bezieht, ist diese Summe geringer als eine voll kapitalgedeckte. Ob sie die Summe dann auf einen Schlag ausgibt oder monatlich sparsam damit umgeht, wäre dann eine andere Sache. Wahrscheinlich müßte man eine kapitalgedeckte Rentenzahlung auch tatsächlich monatlich auszahlen lassen. Bliebe nach dem Tod noch etwas übrig, sollte das an den/die Erben übergehen.
      Aber wie gesagt - schweres Thema.
      Meine Bewertungskriterien:

      10= über jede Kritik erhaben; 9= Oberhammer mit unbeachtlichen kleinen Schwächen
      8= Pflichtkauf; 7= Must-See; 6= sollte man mal gesehen haben
      5= kann man gesehen haben; 4= muß man nicht sehen, tut aber noch nicht weh
      3= Hände weg; 2= körperliche Beschwerden treten auf
      1= Exitus oder: Tarantino geht ans Werk
      0= König Kacke auf einem Scheißhaufen oder: Rob Zombie geht ans Werk
    • @Komakopf Kleiner Einwurf zu Inkassounternehmen.Durch den geringen Vedienst beim Mindestlohn bleibst du unter Pfändungsfreigrenze wenn keinerlei Überstunden oder Zuschläge dazukommen so das auf Dauer gesehen viele Firmen bei berechtigten Forderungen wohl leer ausgehen werden weil zahlungswillig aber nicht zahlungsfähig.Könnte auf Jahre gesehen auch noch ein riesiges Problem insbesondere für kleine Firmen und Unternehmen werden.
    • Trasher schrieb:

      @Komakopf Kleiner Einwurf zu Inkassounternehmen.Durch den geringen Vedienst beim Mindestlohn bleibst du unter Pfändungsfreigrenze wenn keinerlei Überstunden oder Zuschläge dazukommen so das auf Dauer gesehen viele Firmen bei berechtigten Forderungen wohl leer ausgehen werden weil zahlungswillig aber nicht zahlungsfähig.Könnte auf Jahre gesehen auch noch ein riesiges Problem insbesondere für kleine Firmen und Unternehmen werden.
      Da hast Du Recht, solange es sich um Gehaltspfändungen handelt.
      Sobald Du aber eine Konto-Pfändung machst und das Konto mehr als den Pfändungsfreibetrag nach § 850c ZPO ausweist, bekommst Du die Forderung.
      Ich habe das jahrelang gemacht bei ausstehenden Gerichtskosten. Mußte entscheiden, welche Beitreibungsart die geeignetste ist. Daher sage ich auch voller Überzeugung, daß es kaum "arme" Sozialhilfeempfänger gibt. Kontopfändungen waren fast immer erfolgreich.
      Ob es in den USA ähnliche Schuldnerschutzvorschriften gibt, wage ich mal zu bezweifeln.
      Meine Bewertungskriterien:

      10= über jede Kritik erhaben; 9= Oberhammer mit unbeachtlichen kleinen Schwächen
      8= Pflichtkauf; 7= Must-See; 6= sollte man mal gesehen haben
      5= kann man gesehen haben; 4= muß man nicht sehen, tut aber noch nicht weh
      3= Hände weg; 2= körperliche Beschwerden treten auf
      1= Exitus oder: Tarantino geht ans Werk
      0= König Kacke auf einem Scheißhaufen oder: Rob Zombie geht ans Werk
    • @Komakopf: Wie würdest du denn "Arbeitsunwillige" einstufen, bzw. beweisen, dass es sich um einen solchen handelt?

      Warscheinlich hast du es überlesen, wie stehst du zu dem Absatz, bzw. dem Problem, der Markt regelt alles ohne Eingrffe des Staates am Beispiel des Altenpflegers?

      @Alle: Um nebenbei (obwohl ich die bisherige Diskussion eigentlich äußerst interessant finde, auch wenn das BGE relativ schnell als nicht möglich eingestuft wurde) noch eine weitere Anregung:

      Würde ein System wie der PlanB (siehe link im Eingangspost) mit fließendem Geld (es fällt eine Zwangssteuer an, wenn das Geld gehortet wird um sicher zu gehen, dass es permanent im Umlauf ist), sozialem Bodenrecht (ist tatsächlich "eine Art" Kommunismus, da für jeden Grundbesitz eine Art Steuer erhoben wird, die an jemand ausbezahlt wird, der sich keinen Grundbesitz leisten kann, Ziel soll sein, die Schere zwischen Arm und Reich wieder etwas zu schließen, man bezieht sich darin hauptsächlich auf beispielsweise Großunternehmen, die allein durch die Zinseinnahmen (die es ja wg dem fließenden Geld nicht mehr geben würde) momentan eben Grund und Boden kaufen um den Geldberg etwas kleiner zu bekommen, auf dem sie sitzen) neben dem Grundeinkommen funktionieren können? Vorraussetzung wäre natürlich, dass es auf der ganzen Welt eingeführt würde, um der Globalisierung rechnung zu tragen.

      Oder hat noch jemand eine weitere Idee, wie das bisherige System reformiert werden könnte, wenn ihr Kanzler/in wärt?

      Bin schon auf weitere interessante Beiträge gespannt.
      Wir sind der singende tanzende Abschaum der Welt!