Wenn die Gondeln Trauer tragen

    • Wenn die Gondeln Trauer tragen



      Originaltitel: Don't Look Now

      Produktionsland: Italien, Großbritannien
      Produktion: Peter Katz
      Erscheinungsjahr: 1973
      Regie: Nicolas Roeg
      Drehbuch: Allan Scott, Chris Bryant
      Kamera: Anthony B. Richmond
      Schnitt: Graeme Clifford
      Spezialeffekte: -
      Budget: ca. 1.500.000 $
      Musik: Pino Donaggio
      Länge: ca. 105 Minuten
      Freigabe: FSK 16

      Darsteller:
      Julie Christie: Laura Baxter
      Donald Sutherland: John Baxter
      Hilary Mason: Heather
      Clelia Matania: Wendy
      Massimo Serato: Bischof



      Die Tochter von John Baxter und seiner Frau Laura ertrinkt in einem Teich. Um sich von dem Schicksalsschlag abzuwenden fährt das Ehepaar nach Venedig. Dort praktiziert John einen Job als Leiter einer Kirchenestaurierung. John und Laura lernen in einem Restaurant zwei Schwestern kennen, die behaupten in Verbindung zur Seele, der kürzlich verunglückten Tochter des Ehepaars, zu stehen...

      Mit Sicherheit einer der ganz großen Klassiker des stillen Horrorkinos. Nicolas Roeg gelingt es die psychische Stimmung der Hauptdarsteller glaubhaft zu vermitteln. Der Film ist eine Gradwanderung zwischen Hoffnung, Wahn und brutaler Realität oder soll man am Ende doch eine Prise Satire feststellen?

      Wie wirkt denn die Szene als Sutherland sich im Glauben befindet seine Tochter vor sich zu haben...? und wie wirkt letztendlich die Situation als Sutherland vor dem Messerziehenden Zwerg steht...? Erfährt man Das was man eigentlich schon vorher wusste, aber nicht glauben wollte- so wie es bei Polanskis "Rosemaries Baby" der Fall war?

      Ich denke das Ganze liegt wie immer im Auge des Betrachters- aber das Gesicht des Zwergs wird man nie versessen...

      10/10



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    • Ein wirklich grandioser Film. Lange nicht mehr gesehen, aber wenn ich mich richtig erinnere, hat er die schönste Liebesszene der ganzen Filmgeschichte. Sinnlich, erotisch, einfach sooo schön!!!
      Muss ich mir unbedingt mal wieder anschauen!!

      Drei Dinge sind unwiederbringlich:
      der vom Bogen abgeschossene Pfeil,
      das in Eile gesprochene Wort,
      die verpasste Gelegenheit.
      Ali der Löwe, Kalif des Islam
    • Gleich am Anfang ein tragischer Moment, die kleine Tochter bricht ins Eis eines Tümpels ein und ertrinkt. Zumindest wird es angedeutet, gezeigt wird davon nichts so richtig. Hiervon wissen die Eltern noch nichts, aber eine böse Vorahnung macht sich beim Vater breit, als ein Missgeschick passiert und etwas Blut anhand eines Mikroskops erscheint, wie auch immer dieses zustande kommt, jene Materie unter dem Mikroskops eine kunstvolle Form annimmt, dazu mit kirchlichen Hintergrundbild. Ziemlich abstrakt das Ganze.

      Es gibt Bootsfahrten durch Venedig zu sehen, wo die Häuser auch runtergekommen ausschauen. Kirchen werden im Innenbereich als Schauplatz herhalten, wo viele brennende Kerzen erscheinen.
      Eine mysteriöse blinde Frau mit weißen Augäpfeln wird dann bis zum Schluss die einzig mysteriöse Erscheinung bleiben. Die mit ihrer Kompanien den Eindruck von bösen Hexen machen.
      Langweilig wird der Film dann nach etwa 60 Minuten, da absolut nichts passieren möchte und der Mann nur seine Frau sucht, die wohl den Hexen verfallen sein könnte. Leider findet auch dies nicht statt, sie ist nur plötzlich verreist ohne noch mal bescheid zu geben, wieso und weshalb die Frau nicht von sich hören lässt erfährt man nicht (da die Telefonleitung gestört ist) und der Mann kann nicht mehr abwarten, er hat sich in Venedig hingegen verrückt gesucht, was schon ein sehr komisches Verhalten ist.

      Zum Glück wird einige male die Bimmel beim Hotelier geläutet, um diesen zu rufen, ansonsten würde der Schlaf einem beim betrachten übermannen.
      Es heißt somit ewig warten bis zur finalen Auflösung, die hier noch den Film etwas retten könnte. Leute, wenn diese dann erscheint, weiß man ganz sicher, einen übelst schlechten Film beigewohnt zu haben, wo lange Zeit die Hoffnung bestand, dass er besser wäre. Diese Auflösung ist so verkackt und verwuselt worden, mit wirren Sequenzen, wie sie nicht mal Fulci zu seinen letzteren Schandwerken drauf hatte. Ein totales Desaster ist diese billige Auflösung, wo nach dem Filmbeginn ewig drauf gewartet werden musste.

      Mit einem Fulci und Argento kann das Fernsehfilmchen definitiv nicht mal ansatzweise mithalten, da es keine spannenden Mordszenen gibt und auch keine echte Bedrohung. Nur allein eine Vorherseherin, die lange Zeit noch mystisch wirkt reicht nicht aus. Jene Hoffnung sie könnten etwas Böses mit sich bringen, am Ende aber auch zerplatzen.

      [film]3[/film]

      (Review bearbeitet: 31.06.2010)



      SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER


      Die Frau gelangt auf die Fähre und wird sich von ihrem Mann dort verabschieden um anschließend nach London zu fliegen, wegen einem Unfall. Der Mann soll später hinterher kommen. Sie verspricht dann noch anzurufen. Einige Zeit später meint der Mann seine Frau mit den 2 älteren wie Hexen wirkende Frauen zusammen auf eine Fähre vorbeifahren zu sehen, was ziemlich schnell geht. Er ist sich sogar sehr sicher, dass es seine Frau ist, es kommen bei ihm keinerlei Zweifel auf, trotz der Kopfbedeckung dieser (seiner) jungen Frau. In einen richtigen Bann gezogen wurde seine Frau ja nie bei den „Hexen“, woher nimmt er also an und ist sich so sicher, dass es seine Frau sein musste die er auf der Fähre sah? Der Hammer ist jetzt, dass der Mann doch sofort tatsächlich zu einen Kommissar geht um seine Frau suchen lassen, sogar Phantomzeichnungen werden angefertigt, die übrigens beide vollkommen unterschiedlich ausschauen und keine Ähnlichkeiten mit seiner Frau erkennen lassen. Der Kommissar meint zu den Phantomzeichnungen auch, dass sie aussehen wie Tote. Recht hat er und so sieht keine ernsthafte Phantomzeichnung aus, gemalt von einem Künstler. Nun erzählt der Mann dem Kommissar von den alten Frauen, dass sie ihn unheimlich waren, er hält es aber auch nicht für so wichtig. Na was denn bitte schön, was faselst du da den Kommissar ins Ohr und auf was willst du hin aus? Der Kommissar wird misstrauisch.

      Meine persönliche Rückblende nun mal kurz. Die Frau meinte doch sie rufe ihren Mann an, na bitte, es gibt doch ein Telefon wo man nach London mal anrufen kann und das gibt es auch in Venedig (was man auch sieht) und somit kann man sich erkundigen, ob die Frau gut in London angekommen ist, wo sie ja auch tatsächlich war. Nein, der Mann ist sich seiner Sache anhand eines kurzen Moments (die Frau war mit Kopftuch noch umhüllt, was zuvor nie bei ihr zu sehen war!) so sicher, dass er nicht drauf gekommen ist, mal das Telefon zu benutzen, lieber schaltet er einen Kommissar ein, der Ermitteln soll.

      Nun erfahren wir im Gespräch mit dem Kommissar, das der Mann am Flughafen angerufen hat um sich zu erkundigen, dort hieß es der Flieger sei ausgebucht gewesen. Es spricht also dafür, dass die Frau auch mit an Board war. Anschließend geht der Mann wieder darauf ein, dass er seine Frau auf der Fähre mit den 2 alten Damen gesehen haben will, man ist der Stur!
      In seiner grenzenlosen Dummheit wird der Mann anschließend Gassen von Venedig nach seiner Frau absuchen, dabei fällt ihm eine kleine Person auf, mit roten Klamotten, die nur kurz zu sehen ist und sich schnell versteckt. Was nun folgt ist eine kurze Vision des Mannes, der plötzlich sein ganz am Anfang vom Film durch ein Unglück verstorbenes Kind in dieser kurzen Erscheinung irgendwie wiedererkennt, nur weil es auch rote Kleidung hatte, die aber auch noch etwas anders aussah.
      Ein weiterer Höhepunkt ist, dass vom Kommissar nach dem Gespräch mit dem Mann sofort jemand beauftragt wird, den Mann dann zu folgen, der sich auch als „Mordkommission“ dann schnell zu erkennen gibt. Was für eine überflüssige Szene, denn sie hat anschließend überhaupt keine Verwendung mehr. Nun plötzlich sehen wir doch endlich tatsächlich wie der Mann nach London telefoniert und seine Frau erreicht, er ist sehr verdutzt, dass sie doch in London ist und kann es gar nicht so recht glauben. Es folgt ein Wörtlich „Heute früh ist die Leitung zusammengebrochen oder so was“, ein wirklich geistreicher Dialoge. Dieser erklärt aber ein wenig, wieso es zuvor nicht zu einem Anruf von der Frau oder dem Mann gekommen ist. Wenigstens ein aufzeigen dass ein Telefonat aufgrund von Leitungsprobleme aber auch stattgefunden hat, hätte hier schnell etwas mehr Klarheit bringen können. Natürlich ist damit noch nicht geklärt, wieso der Mann schon einen Kommissar deswegen sofort anheuern muss, statt erst mal wenigstens ein oder zwei Tag abzuwarten, zumindest vom halbwegs logischen her.
      Die Frau ist also wieder schnurstracks in Venedig, schaut auch erst mal beim Kommissar vorbei, warum auch immer. Dort wird sie mit der Phantomzeichnung konfrontiert, wo die Frau auch meint, dass diese ihr nicht sehr ähnlich kommt. Festzuhalten bleibt hiermit also, der Zeichner ist ein Hochstapler, aber niemand der ernsthaft Phantombilder zeichnen kann.
      Das nun abdrehen der blinden, älteren Frau ist so nichts unpassendes, sie kann ja übernatürliche Wahrnehmungen haben, für irgendwas müssen die alten Frauen ja auch gut sein und es soll schließlich ein falsche Fährte gelegt werden, dass man meint die alten Frauen seien Hexe, dass geht absolut in Ordnung, auch wenn es verwirren kann, was so gewollt ist. Somit gewinnt der Film nach 94 Minuten mal an Nervenkitzel. Die nun auftauchende Frau wird auch noch von der Blinden erneut gewarnt Venedig zu verlassen, wieso wird im Film aber nie geklärt, es soll damit wohl auch nur eine falsche Fährte gelegt werden, ziemlich grenzwertig find ich, denn die Glaubwürdigkeit dieser alten Frau steht somit stark auf der Kippe, ob ihre Visionen denn immer eintreffen. Zu guter letzt taucht wieder die in total umhüllte, in Rot gekleidete Person auf, sie ist klein und der Mann nimmt nun wieder an es könnte ja doch seine Tochter sein, ohne Gesicht oder Haare von dieser gesehen zu haben. Warum auch immer, die Tochter ist doch ertrunken und schließlich hat er doch seiner Frau mit Erfolg ausgeredet, dass die Tochter noch übernatürlich da sein könnte. Der Mann ist so dumm, dass er der nun flüchtenden Person schnell folgt bis sie in einer abgelegenen Gasse mit den Rücken zum Mann stehen bleibt, der Mann schmunzelt plötzlich, wohl in der Hoffnung, seine Tochter sei es. Diese kleine Person dreht sich um, metzelt den Mann nieder, denn so viel Dummheit muss schließlich bestraft werden. Bekannt war auch, dass ein Mörder in der Gegend sein Unwesen treibt, als einziges Mord-Highlight bis dahin, diente dafür eine aus dem Wasser gezogene Leiche. Nun gibt es mit dem angedeuteten Schnitt in den Hals (wo etwas Blut zu sehen ist) noch die ganzen Rückblicke in der Schnellzusammenfassung, was man evtl. vor seinem Tot so noch mal kurz Revue passieren könnte und der Film ist zu Ende erzählt.


      Fazit:

      Der zuvor sehr gefasste Mann wirkte auf mich ab Mitte des Filmes aus unerklärlichen Gründen wie auf Droge gesetzt oder Paranoia schiebend, was aber nicht zu den abgeklärten und nicht an übersinnlichen glaubenden Charakter in der ersten Filmhälfte passt, wo er noch meint, dass seine Frau von den alten Damen Abstand nehmen solle, da sie nur wirres Zeug reden, womit er ja auch recht hatte. Es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass dem Mann irgendwas von seinem gefassten Charakter abbringen könnte, außer dass der meint seine Frau gesehen zu haben, wo sie nicht sein sollte.

      Für mich war der ganze Ablauf einfach viel zu Dumm und somit hab ich auch meist keine Lust auf so was dann genauer drauf einzugehen, nur wenn ich hinterfragt werde, dann gerne mal.

      Meine Bewertung für die Story ist die niedrigste, denn gerade in den 60er/70er Jahren sind die Storys sehr durchdacht gewesen, solche Fehltritte wie hier sieht man zu dieser Zeit sehr selten. Wer auf richtige Ermittlungen oder Mordszenen setzt, wird nicht bedient werden, Humor gab es nur einen mit 2 unterschiedlichen Strümpfen einer der älteren Frauen. Nervenkitzel gibt es erst nach 94 Minuten und dass dann ganz flott bis zum Ende hin. Was den Film auszeichnet, ist weniger das hier mausgrau präsentierte Venedig, anhand der Gebäude, dass hat man mittlerweile schon viel schöner in Erinnerung, wie sogar bei qualitativen Totalschrott eines „Der weiße Hai von Venedig“. Punkten kann er bei mir lediglich mit seinen eingefangenen Momenten, wie einige Mal plötzlich weg-flatternde Tauben und ein paar ansprechende Kameraschwenks, dazu dann noch die Bootsfahrten durch das spiegelnde Wasser. Von den Charakteren war die Hauptrolle des Mannes ein Totalaussetzer, was den ganzen Ablauf völlig runter-reißt. Der Darsteller als Kommissar wirkte auch noch sehr unsympathisch, der Rest vom Cast ist hingegen gut besetzt.

      (2. Review eingefügt: 31.06.2010)
    • Original von Samazone
      Ein wirklich grandioser Film. Lange nicht mehr gesehen, aber wenn ich mich richtig erinnere, hat er die schönste Liebesszene der ganzen Filmgeschichte. Sinnlich, erotisch, einfach sooo schön!!!
      Muss ich mir unbedingt mal wieder anschauen!!


      Wo waren bei dem Film Liebesszenen und Erotik oder ist dies hier ein anderer Film? lolp
    • Den Film mit Werken von Argento oder gar Fulci zu vergleichen, halte ich schon einmal für vollkommen abwegig, ihn dann aber noch als fernseh-Filmchen zu bezeichnen, ist schon eine Frechheit :0:

      Der Film ist ganz eindeutig ein grandioses Stück Filmgeschichte, das eventuell nicht jeden geschmack trifft, weswegen aber noch lange kein Grund besteht, ihn deswegen völlig zu Unrecht und vollkommen unbegründet niederzumachen. lolp
      Big Brother is watching you
    • Original von Dr.Doom
      Mir hat er nicht gefallen, kann die guten Kritiken nicht nachvollziehen. Mit liegen solche alten Thriller wohl auch nicht.



      Das ist ja auch in Ordnung, finde nur den Vergleich ziemlich daneben und die bezeichnung "Fernseh-Filmchen" ziemlich abwertend, das hat wenig mit Geschmack zu tun.
      Big Brother is watching you