The Editor

    • The Editor ist eine Parodie auf den Giallofilm und damit immer noch besser als ernste Giallo-Nachahmer zuletzt. Der Film passt aber nicht zusammen. Die oft ohrwurmartige Gaillomusik funktioniert hier immerhin weitestgehend. Manche Szenen sind so ulkig das sie nur als Komödie durchgehen, wie das verfüttern der Finger von der Inspektorgeliebten an den Haushund. Anderes wie das auftauchen vieler Vogelspinnen oder die weißen Augäpfel wurden damals im Giallogenre als mystisch dargestellt, hier wirkt es lieblos eingefügt, weder lustig noch mystisch. Der Film schwankt stetig von gorig, ulkig bis richtig derb schlecht. Letztes wiegt hier dann doch ganz schön.

      Für Gorehounds geeignet, Adam Brooks und Matthew Kennedy hatten zuvor mit Father's Day die selben Probleme einen einheitlichen Stil zu finden.

      [film]5[/film]
    • @Desmodus Synchro ist ok, also fällt zumindest nicht groß schlecht auf.

      Ich finde eher der Film hätte sich noch lustiger nehmen sollen, manches was zum lachen gewollt war, funktioniert nicht so wirklich. Das hat einzig bei Fathers Day zuvor noch besser funktioniert, dass man mehr Lachen und ihn als Trashfilm sehen konnte.
    • Ich finde ein Giallo ist schlecht zu parodieren und funktioniert evtl. nur bei Kennern. Generell haben Parodien auf Filmgenres (Fantastic Movie, Scary Movie, Date Movie usw.) einen schlechten Ruf.

      Wie sieht es mit den Extras aus? Geld möchte ich nicht nochmal ausgeben müssen. Es muss sich lohnen.
      Ich verfolge Euch! Egal, wann oder wo ... Ich werde Euch kriegen!
    • The Editor ist sicher nur was für Giallo Kenner und wegen der Gewalteinlagen auch für Gorehounds, aber für einen Slasher der im Mainstream funktionieren würde, reicht es nicht, die Handlung ist dafür nicht tauglich. Wenige werden ihn also nur sehen.





    • The Editor
      (The Editor)
      mit Paz de la Huerta, Adam Brooks, Matthew Kennedy, Conor Sweeney, Udo Kier, Laurence R. Harvey, Jerry Wasserman, Samantha Hill, Kevin Anderson, Brett Donahue, Tristan Risk
      Regie: Adam Brooks / Matthew Kennedy
      Drehbuch: Adam Brooks / Matthew Kennedy / Conor Sweeney
      Kamera: Adam Brooks / Matthew Kennedy / Jon'Nathon Stebbe
      Musik: Jeremy Gillespie / Norman Orenstein / u.A.
      FSK 16
      Kanada / 2014

      Rey Ciso war einst der berühmteste Film-Cutter der Welt, aber seit einem Unfall, bei dem er vier Finger verlor, muss er sich mit dem Schneiden von billigen B-Movies über Wasser halten. Als mehrere Darsteller aus seinem neuesten Film auf grausame Weise ermordet werden, gerät der verschlossene "Editor" schnell zum Hauptverdächtigen. Während sich die Leichen weiter stapeln, versucht Rey verzweifelt seine Unschuld zu beweisen und wird immer mehr in ein finsteres Geheimnis gezogen, das hinter den Kulissen lauert.


      Das Subgenre des Giallo erfreut sich auch in der heutigen Zeit noch immer einer ziemlich großen Fangemeinde, obwohl die Blütezeiten dieser Filmart in längst vergangenen Jahrzehnten zu suchen ist. Umso schöner ist der Umstand das in regelmäßigen Abständen immer wieder einmal der ein oder andere Neo-Giallo den Weg zu uns findet, wobei der vorliegende Vertreter "The Editor" nicht unbedingt in diese Kategorie einzuordnen ist. Handelt es sich bei dieser kanadischen Produktion aus dem Jahr 2014 viel eher um eine Hommage auf das Subgenre und diverse Regisseure, denn ganz eindeutig sind Ehrerbietungen an Größen wie Argento, Bava, Fulci und Co. unübersehbar, wobei stellenweise sogar fast schon diverse 1:1 Kopien gewisser Szenen aus mehreren Filmen der Altmeister zum Besten gegeben werden. Als Liebhaber erkennt man dann auch die Anlehnungen an Filme wie beispielsweise "Murder Rock", "The New York Ripper" und sogar "Das Haus an der Friedhofmaier", wobei das nur drei von mehreren Beispielen sind. Das Regie - Duo Adam Brooks und Matthew Kennedy haben aber nicht nur eine gelungene Hommage auf den Weg gebracht, denn gleichzeitig ist ihr Film auch eine Parodie auf das gesamte Genre, das "The Editor" auf eine äußerst charmante Art und Weise auf die Schippe nimmt.

      Der Beitrag nimmt sich selbst größtenteils nicht allzu ernst und wendet diesen Aspekt auch beim Gialli im Allgemeinen an. Hauptsächlich verantwortlich dafür sind ganz sicher einige Vertreter aus den späten 80er Jahren, denn als es mit dem Genre immer weiter bergab ging, nahm gleichzeitig auch die Qualität der einzelnen Filme immer weiter ab. Löchrige Geschichten, unfreiwillige Komik und stellenweise mangelnde Logik waren die Folge und so bekam man so manch skurrilen Beitrag zu sehen. Diese Seite des Subgenres findet in "The Editor" einen fast schon enormen Stellenwert und so ergibt sich dann letztendlich eine absolut gelungene Mixtur aus Ernsthaftigkeit und viel Spaß, an der man seine helle Freude haben kann. Rein inhaltlich hat die Erzählung nicht wirklich viel zu bieten und ehrlich gesagt offenbart sich stellenweise sogar ein relativ konfuses Konstrukt einer Geschichte, die allerdings ganz bewusst so in Szene gesetzt wurde. Um das Ganze für den Zuschauer noch etwas wirrer zu machen hat man diverse Mystery Elemente mit eingefügt, die das Szenario phasenweise wie einen wilden Drogentrip erscheinen lassen. Das erinnert dann fast schon an einen Film wie "Das Geheimnis des magischen Kreises" aus dem Jahr 1975, der ganz bestimmt nicht zu den besten Vertretern seiner Art zu zählen ist und im Bezug auf Verwirrungen beim Zuschauer als auch im Bezug auf mangelnde Logik ein wahres Paradebeispiel darstellen dürfte. War das damals beim genannten Titel noch als großes Manko auszumachen, so spielt es in vorliegendem Fall überhaupt keine Rolle. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn dadurch wird der Unterhaltungswert der dünnen Story doch ganz ungemein aufgewertet, da man dieses Stilmittel mit voller Absicht eingesetzt hat.

      So gerät der Inhalt mit zunehmender Laufzeit auch immer mehr in den Hintergrund und man erfreut sich vielmehr an den unzähligen offensichtlichen Anspielungen an andere Filme und deren Regisseure, sowie an unzählige Kuriositäten, die mit unglaublich viel Charme und Liebreiz ins Bild gesetzt wurden. Ein Highlight dürfte dabei wohl die Figur des ermittelnden Inspectors sein, der rein optisch wie der junge Donald Sutherland in "Die Körperfresser kommen" daher kommt. Die Zeichnung seiner Figur ist phasenweise urkomisch, was durch unendlich viele und kaum nachvollziehbare Handlungen zusätzlich untermalt wird. Ganz generell kann man das allerdings auf alle Protagonisten ummünzen, denn durch die Bank wurden sämtliche Charaktere völlig überspitzt und skurril in Szene gesetzt. Für Freunde des Subgenres gibt es also die volle Dröhnung, allerdings sollte man sich bei den Gialli schon ein wenig auskennen, da ansonsten die ein oder andere Pointe keinesfalls zünden dürfte. Doch selbst in diesem Fall sollte man durchaus einen Blick riskieren, denn "The Editor" hat auch in Sachen Härtegrad eine ganze Menge zu bieten. Füreine 16er Freigabe beinhaltet der Film nämlich so manch derbe und blutige Einstellung, was auch den Freund der härteren Gangart erfreuen dürfte.

      In der Summe sollte man also keinesfalls einen handelsüblichen Vertreter seiner Art erwarten, sondern vielmehr eine äußerst gelungene Kombination aus den guten und den schlechten Seiten des Genres. "The Editor" ist einerseits eine absolute Huldigung und stellt andererseits ein fast perfekte Parodie auf eine Filmart dar, die sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut. Mir persönlich hat dieser Beitrag ausnehmend gut gefallen und man muss den Machern Adam Brooks / Matthew Kennedy ein dickes Kompliment aussprechen, da ihre Hommage an ein lange Zeit in Vergessenheit geratenes Subgenre absolut gelungen ist.


      Fazit:


      Sehr viel Spaß, herrlich blutige Szenen und teilweise ein wahres Sammelsurium an Absurditäten sind die absoluten Markenzeichen dieser kanadischen Produktion. Drei Jahre nach seinem Erscheinen ist "The Editor" nun endlich auch bei uns auf Scheibe erschienen und man sollte sich dieses sehr unterhaltsame Filmchen keinesfalls entgehen lassen.


      [film]8[/film]
      Big Brother is watching you
    • Nachdem ich mir doch die deutsche VÖ auf Blu-ray besorgt habe, muss ich meine Bewertung von 9 auf 10 hochsetzen. Die deutsche Synchro ist okay und viele Anspielungen konnte ich jetzt besser verstehen. Deutsche Untertitel sind ebenfalls erhalten. Die Extras wurden noch mal aufgestockt. Ich glaube so eine umfrangreiches Making-of gab es auf der britischen DVD nicht? Das Mediabook hätte noch ein Booklet und ein Poster gehabt, aber so verzweifelt war ich auch nicht, um das kaufen zu müssen.
      The Editor parodiert nicht nur den Giallo, sondern auch andere italienische Horrorfilme. Dass der Polizei-Inspektor an Donald Sutherland angelehnt worden ist, habe ich jetzt durch die deutsche Synchro erfahren. :3: