Knallt das Monster auf die Titelseite!

    • Knallt das Monster auf die Titelseite!

      Alternativer Titel: Tödliche Schlagzeilen
      Originaltitel: Sbatti il mostro in prima pagina
      Produktionsland: Frankreich, Italien
      Produktion: Ugo Tucci, Claudio Mancini
      Erscheinungsjahr: 1973
      Regie: Marco Bellocchio
      Drehbuch: Goffredo Fofi, Sergio Donati
      Kamera: Luigi Kuveiller, Erico Menczer
      Schnitt: Ruggero Mastroianni
      Musik: Nicola Piovani
      Länge: ca. 84 Min.
      Darsteller: Gian Maria Volonté, Laura Betti, Fabio Garriba, John Steiner, Corrado Solari, Jacques Herlin, Carla Tatò, Marco Bellocchio, Michael Bardinet, Jean Rougeul, Gianni Solaro, Enrico DiMarco





      Mailand 1972: In Anbetracht des anstehenden Wahlkampfs will die rechtsorientierte Zeitung "II Giornale" den Mord an einem jungen Mädchen einem linken Aktivisten anhängen. Als einer seiner Journalisten den wahren Mörder aufspürt…

      Filme, die den Rezipienten auf besondere Weise berühren, erfüllen auch gleichzeitig den Zweck in die subjektive Unvergesslichkeit eingegliedert zu werden. Dazu zählen zweifelsohne „Betrachten wir die Angelegenheit als abgeschlossen“, „San Babila, 20 Uhr: Ein sinnloses Verbrechen“ und „Knallt das Monstrum auf die Titelseite“.

      Marco Bellocchios Meisterwerk aus dem Jahre 1973 zeigt sich als eine bitterböse Parabel auf das Pressewesen. Die Macht des Wortes, die Manipulation der öffentlichen Meinung. Dieses wird in einer nahezu fanatischen Weise vorgetragen, so dass sich unter den Zuschauern ein extrem mulmiges und beängstigendes Gefühl breit macht. Geleitet von einem wunderbaren Gian Maria Volonté als skrupelloser Chefredakteur Bizanti, dessen Spiel nur mit den Bestnoten gewürdigt werden kann.

      Es gibt nicht viele Filme, die mich nach der Sichtung hilflos und betroffen zurücklassen, „Knallt das Monstrum auf die Titelseite“ gelingt dieses allerdings immer und immer wieder. Ein durchweg böser Streifen, der wahrscheinlich näher an der Realität liegt als Otto Normalverbraucher es jemals für möglich halten könnte.