Tatort - Der rote Schatten

    • Tatort - Der rote Schatten

      Herstellungsland: Deutschland
      Erscheinungsjahr: 2017
      Regie: Dominik Graf
      Kamera: Hendrik A. Kley, Jakob Beurle
      Buch: Raul Grothe, Dominik Graf
      Musik: Sven Rossenbach, Florian van Volxem

      Cast:
      Richy Müller: Thorsten Lannert
      Felix Klare: Sebastian Bootz
      Hannes Jaenicke: Wilhelm Jordan
      Oliver Reinhard: Christoph Heider
      Carolina Vera: Emilia Álvarez
      Michael Hanemann: Strobel
      Leonie Nonnenmacher: Luisa Heider
      Joachim Nimtz: Löffler


      Dominik Graf brachte gestern das Kunststück fertig, mich für einen Tatort zu interessieren. Eigentlich meide ich des Boulevardblatts liebstes Kind seit Ewigkeiten, doch die Vorankündigung, die mit Verschwörungstheorien über die RAF gespickt war, hinterließen bei einem alten Wohnzimmerrevoluzzer ein großes Interesse.

      Graf mischt zwei miteinander verbundene Kriminalfälle. Einerseits eine Eifersuchtsgeschichte, andererseits ein bleihaltiges Comeback der RAF. Im Prinzip nichts Außergewöhnliches, wenn da nicht die Verschwörungstheorie um die Selbstmorde der RAF Terroristen wäre. Das Gespenst der Verschwörung spukt seit Jahrzehnten in den Köpfen der Spinner, ob sie rechts- oder linksgerichteter Natur sind ist scheißegal, denn neben den Stammheim-Todesfällen werden auch die Selbstmorde von Rudolf Hess, Uwe Mundlos, Uwe Böhnhard, Walter Kexel und Wolgang Grams in Frage gestellt.

      Doch was die Spinner in ihren Hinterzimmern zusammenlabern, tangiert die „Politische Korrektheit“ peripher, aber wenn an einem heiligen Sonntag zur besten Sendezeit propagiert wird, dass Ensslin, Raspe und Baader von einem Killerkommando beseitigt wurden, dann tobt der Bär im Verfassungsschutzzwinger. Die BLÖD dreht auf und selbst der Aust meldet sich zu Wort. Alles Blödsinn, alles Schund, brandgefährlich! Da schafft es der Edel mit seinem Polit-Porno „Der Baader Meinhof Komplex“ schon nicht den RAF-Mythos zu zerstören, und dann tischt der Graf uns noch solche Lügen auf und lässt seinen brummigen Ermittler, Thorsten Lannert, auch noch zum RAF-Sympathisanten werden. Eieiei…

      Resümierend muss ich sagen, dass ich einen sehr guten Tatort, mit einem geschickten Spiel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, gesehen habe. Macht aber nix, denn ich bin ja schließlich auch nur ein Spinner.

      In diesem Sinne.

      Gut gemacht, Herr Graf!