Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibalen

    • Wer von euch die Doku noch nicht gesehen hat, hier ist sie, falls Interesse.
      Schon wie Meiwes die Taten beschreibt, kann einem schon den Magen umdrehen:
    • Ich fand die Doku auch sehr interessant, allerdings ist mir dabei nicht unbedingt schlecht geworden. Diesen Kannibalismus als Sex-Fetisch kann ich (zum Glück) nicht nachvollziehen, bin trotzdem der Meinung, dass sich volljährige Menschen sich im gegenseitigen Einverständnis aufessen dürfen sollten. Die Sexualität ist Privatsache, und was sich Erwachsene freiwillig gegenseitig antun, geht niemanden etwas an.

      Marian Doras Version wirkt sicherlich auch verstörend, da er intensiv auf die zwischenmenschliche (Liebes-)Beziehung von Meiwess/Brandes eingeht. Ich denke man kann und muss nicht alles nachvollziehen und verstehen können, jedenfalls zeigt Doras Cannibal die Protagonisten nicht als Monster, so wie es sich die Allgemeinheit wohl vorstellt. Dass Meiwess sofort wieder nach Partnern zum aufmampfen gesucht hat, zeigt auch, dass die Beziehung zu Brandes bei ihm zu keiner nachhaltigen und tiefen Befriedigung geführt hat. Auch im Film bleibt am Ende ein Gefühl der Leere.

      Auch ich habe allgemein extreme Schwierigkeiten mit homosexuellen Szenen, aber sowie @Salvage geschrieben hat, gehören sie natürlich in den Film unbedingt rein (zum Glück sind sie nicht pornografisch) Man kann den beiden Darstelleren wirklich höchsten Respekt zollen, dass die beiden das so stark umgesetzt haben. Nicht nur wegen der grandiosen Darsteller sehenswert, auch hier wieder eine überragende Regie-Arbeit von Marian Dora, in sämtlichen Bereichen meisterhaft umgesetzt.

      von mir sehr gute 8,5 von 10 Punkten (8,5/10)
    • @Knorrhahn: Ja, auch ich habe Schwierigkeiten mit homosexuellen Szenen, aber ich gehe jetzt mal von Marian Doras Film aus.
      Meine Meinung ist, dass von den beiden Protagonisten eine hohe Schauspielkunst abverlangt wurde. So etwas ist gar nicht so einfach
      zu spielen!
      Das diese Szenen einfach in den Film rein gehören, ist offensichtlich; denn noch immer bin ich der Meinung, ohne diese Szenen
      hätte der Film eben nicht diese enorme Wirkung auf den Zuschauer! Dora ging da Punkt für Punkt mit hoher Professionalität vor.
      Auf der einen Seite ist der Film auch ein Kunstwerk (mit widerlichen Szenen), welches echt verstörend auf den Zuschauer haben kann.

      Ich sehe es genauso wie du (obwohl mir der Gedanke graust), dass, wie du schreibst, dass dich volljährige Menschen im gegenseitigen Einverständnis aufessen dürfen; das sollte eben Privatsache sein.

      Cannibal ist mir - offen zugeb - mächtig auf den Magen geschlagen und habe ihn auch lange nicht mehr im Player rotieren lassen.
      Auch die Doku finde ich nicht so leicht verdaulich (Kopfkino!), aber hier wirkt Meiwies eigentlich ganz natürlich.
      Das hat sein "für und wider...."
      Das mal so by the way..
    • Einerseits kann ich es schon verstehen, dass viele Leute Doras Cannibal bzw. allgemein Dora zu heftig ist, andererseits finde ich es immer sehr schade, wenn seine Werke immer nur als krank abgetan werden, im Fall Cannibal hab ich schon so oft gehört und gelesen "ekliger Schwulen-Porno".

      Das entspricht einfach nicht der Realität und das hat der Film auch nicht verdient. Wie Du geschrieben hast, ist Dora sehr professionell. Alleine die Art und Weise wie er Filme erschafft, einfach beispiellos. Jedes Bild, jedes Setting ist interessant gestaltet, dazu das Spiel mit Licht und Schatten, alles verpackt in einem grandiosen Schnitt und begleitet mit wundervoller, kraftvoller Musik. Jeder Film von ihm ist immer ein audiovisuelles Erlebnis.

      Dazu kommt noch seine Fähigkeit, Laiendarsteller so gut in Szene zu setzen. In keinem seiner Filme wirken die Darsteller unglaubwürdig oder gar lächerlich. Und obendrein noch das minimale Budget (Cannibal wurde z.B. mit 2000 Euro produziert) und er hat bisher nur mit einer einzigen Cam gedreht. Auch dass er alles selbst macht, finde ich faszinierend. Für mich ist er der größte und talentierteste deutsche Regisseur aller Zeiten. Da können andere Filmemacher nur davon träumen.

      Klar darf und soll natürlich jeder darüber denken, wie er meint, dass seine Filme nicht gerade "angenehm" sind, ist auch klar. Dennoch würde ich mir wünschen, dass die Menschen seine Werke mehr würdigen würden. Alleine die handwerkliche Umsetzung sollte zumindest anerkannt werden.

      Ich bin überzeugt, dass Doras Cannibal Armin Meiwess sehr gut gefallen würde.
    • Der hat mir leider absolut nichts gegeben. Öde, langatmig erzählt, fand den nur vor sich hin plätschernd und habe den Film nicht bis zum Ende durchgehalten,
      Und das trotz vorhandener Zuneigung für ruhigere Erzählweisen. Musste ungelogen mit dem Schlaf kämpfen, ein schlechtes Zeichen.
    • Knorrhahn Siegberts schrieb:

      Einerseits kann ich es schon verstehen, dass viele Leute Doras Cannibal bzw. allgemein Dora zu heftig ist, andererseits finde ich es immer sehr schade, wenn seine Werke immer nur als krank abgetan werden, im Fall Cannibal hab ich schon so oft gehört und gelesen "ekliger Schwulen-Porno".

      Das entspricht einfach nicht der Realität und das hat der Film auch nicht verdient. Wie Du geschrieben hast, ist Dora sehr professionell. Alleine die Art und Weise wie er Filme erschafft, einfach beispiellos. Jedes Bild, jedes Setting ist interessant gestaltet, dazu das Spiel mit Licht und Schatten, alles verpackt in einem grandiosen Schnitt und begleitet mit wundervoller, kraftvoller Musik. Jeder Film von ihm ist immer ein audiovisuelles Erlebnis.

      Dazu kommt noch seine Fähigkeit, Laiendarsteller so gut in Szene zu setzen. In keinem seiner Filme wirken die Darsteller unglaubwürdig oder gar lächerlich. Und obendrein noch das minimale Budget (Cannibal wurde z.B. mit 2000 Euro produziert) und er hat bisher nur mit einer einzigen Cam gedreht. Auch dass er alles selbst macht, finde ich faszinierend. Für mich ist er der größte und talentierteste deutsche Regisseur aller Zeiten. Da können andere Filmemacher nur davon träumen.

      Klar darf und soll natürlich jeder darüber denken, wie er meint, dass seine Filme nicht gerade "angenehm" sind, ist auch klar. Dennoch würde ich mir wünschen, dass die Menschen seine Werke mehr würdigen würden. Alleine die handwerkliche Umsetzung sollte zumindest anerkannt werden.

      Ich bin überzeugt, dass Doras Cannibal Armin Meiwess sehr gut gefallen würde.
      Das ist aber nicht meine Meinung, zu sagen, es ist ein ekliger Schwulenporno! Sowas zu sagen ist sehr daneben. Ansonsten zu deinem Text: Ich hätte es nicht besser formulieren können.
      Soviel ich aber weiß, wollte es Armin Meiwes nicht, dass der Film veröffentlicht wird (habe ich mal so gehört; aber will mich da nicht festlegen!)
    • Da ging es nicht um den Dora-Film, sondern um "Rothenburg". Dagegen hatte Meiwess geklagt damals, aber verloren. Klar, so wie wir beide und die meisten User auf dieser Seite die Filme ansehen, kann man natürlich nicht vom Mainstream-Publikum erwarten.

      Dass auch manche die Dora-Filme als langweilig empfinden, kann man verstehen, da es sich halt um Kunst-Filme handelt, und Kunst entweder anspricht oder halt eben nicht. Sie sind halt nicht unbedingt "klassisch" erzählt, auch fehlt eine Spannungs-Kurve (würde auch gar nicht reinpassen), sind eben keine Unterhaltungs-Filme und auch gar nicht so konzipiert.

      Doch kann man zumindest, falls einem der Inhalt nicht gefällt, das geniale Handwerk von Dora und die tolle Schauspielkunst anerkennen. Gerade bei Dora geht es seitens der Kritiker oft in die beleidigende Schiene, was ich nicht für angebracht halte. Aber er hat sich, vor allem die letzten Jahre eine große, internationale Fanbase aufgebaut. Bei uns in Deutschland scheint man wohl leider allgemein besonders empfindlich zu sein, hat möglicherweise mit der elendigen Zensur zu tun. Filme haben ja nicht automatisch die Aufgabe, den Zuschauer "happy" zu unterhalten. Im Gegenteil, das zeugt doch von Qualität, wenn ein Film es schafft, im Zuschauer Emotionen auszulösen, am besten noch darüber nachzudenken. Das schaffen eigentlich nicht viele Filme (bei mir).
    • Knorrhahn Siegberts schrieb:

      Da ging es nicht um den Dora-Film, sondern um "Rothenburg". Dagegen hatte Meiwess geklagt damals, aber verloren. Klar, so wie wir beide und die meisten User auf dieser Seite die Filme ansehen, kann man natürlich nicht vom Mainstream-Publikum erwarten.
      sorry, das habe ich dann wohl falsch verstanden :97:
    • Danke für den Link zum Interview. Bin leider noch nicht dazu gekommen, es komplett zu sehen. Ist halt nicht unbedingt der Inhalt den man sich anschaut, wenn die Tochter nebendran sitzt :-).
      Demnach was ich bisher gesehen habe, hat Dora sich bei Cannibal wirklich sehr genau an den tatsächlichen Geschehnissen orientiert.
      Cannibal selbst finde ich sehr gut. Trotz aller Schrecken werden die beiden Akteure nicht als Monster sondern als Menschen mit Gefühlen dargestellt, die auf der Suche nach ihrer eigenen Erfüllung waren.

      Zum Thema homosexuelle Szenen: Bin ich normalerweise auch kein Fan von, aber Dora gibt in seinem Film anscheinend ziemlich genau wider, was sich tatsächlich zwischen den beiden abgespielt hat. Und da gehören diese Szenen nun mal einfach dazu und wirken auch absolut nicht selbstzweckhaft.
      Und außerdem: Der Film zeigt eine Kastration, die komplette Schlachtung eines Menschen und den anschließenden Verzehr. Wie man sich bei alldem dann tatsächlich über eine homosexuelle Sex-Szene zwischen zwei Männern aufregen kann ist für mich nicht nachvollziehbar. Wären es keine zwei Männer sondern zwei Frauen würden die meisten stattdessen wahrscheinlich laut und begeistert Tittöööön gröhlen.
    • Sehe ich das falsch, oder schneidet er den Penis lediglich ab und verzehrt ihn dann. Ist das alles? Sofern ja, kann selbst ich den Vorwurf schwuler Sexszene nicht nachvollziehen.
      Und ich tue mich ja auch schwer mit sowas!
    • Ich finde die Szenen auch alles andere als Selbstzweckhaft, er wurde bei uns in Deutschland ja fälschlicherweise als "Gewaltpornografie" beschlagnahmt und verboten zu verkaufen. Wie @Bonzaimann schrieb, wird 1:1 gezeigt, was in der Realtität passiert ist.

      Da kann man schon mal durcheinander kommen @Salvage, da wie gesagt Doras Cannibal vom Amtsgericht beschlagnahmt wurde, Meiwess aber gegen "Rothenburg" gerichtlich vorging, welcher aber bei uns die jugendfreie "Keine Jugenfreigabe" erhielt und ganz normal zu erwerben ist. Ich weis nicht, ob Meiwess Doras Film kennt, doch ich verumute, dass er ihm gefallen würde.

      @Cobra: Er versucht zunächst, den Pimmel abzubeissen, was nicht funktioniert, danach wurde amputiert. Der Penis wurde dann versucht zu essen, was ebenfalls aufgrund der Konsistenz nicht möglich war (ebenfalls in real 1:1 so passiert, diese Situation wurde auch in dem Film "Feed" gezeigt)
    • @Black_Cobra:
      Bevor die eigentliche Tat stattfinden zeigt der Film noch sozusagen die "Kennenlern-Phase" der beiden. Sie trinken gemeinsam Kaffee und haben danach auch Sex zusammen.
      Habe jetzt das Interview fertig gesehen und der Film scheint auch hier ziemlich genau mit dem eigentlichen Tathergang übereinzustimmen. Laut Aussage von Meiwes scheint insbesondere für sein Opfer die sexuelle Komponente auch sehr wichtig gewesen zu sein. So gesehen gehören die Szenen auch in den Film rein und es wird dabei auch keine Hardcore-Pornografie gezeigt.

      @ Knorrhahn:
      Die Beschlagnahme unter 184a hat mich auch sehr gewundert, einen pornografischen Hintergrund sehe ich da auch nicht wirklich.
      Ansonsten hätte es ihn aber bestimmt unter §131 erwischt.
    • Die widerwärtige und niederträchtige deutsche Zensur-Politik ist sowieso nicht nachvollziehbar, muss man nicht verstehen und kann zum Glück heutzutage weitesgehend ignoriert werden.
    • Danke Bonzaimann! Damit definitiv kein Film für mich.

      Trotz allem ist der Vorwurf den Film Schwulenporno zu unterstellen, nicht gerechtfertigt.

      Denn sofern es sich damals wirklich so abspielte, und so siehts dem aller Anschein danach aus, gehört es mit dazu.
      Authentische Filme können nur authentisch sein, wenn sie die (geschehene) Realität auch detailgetreu wiedergibt bzw. nacherzählt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Black_Cobra ()

    • Wer gerne mal das echte Haus von Armin Meiwess sehen möchte, hier ein wirklich tolles Video von Sebastian Reuter, der dort hingefahren und in das Haus "eingedrungen" ist. Desweiteren spricht er auch über die Verfilmungen der Thematik und liest auch Original-Konversationen aus Kannibalen-Foren vor.

      youtube.com/watch?v=jJ6imx9QM1A
    • Ich habe es mir angesehen und muss ehrlich zugeben, mir wäre das Haus i-wie unheimlich, wenn nicht sogar grausig.
      Aber dennoch würde es in mir sehr gemischte Gefühle auslösen von Faszination und Grauen, weil 1. wie tief menschliche
      Abgründe sein können, und 2. die Tatsache, dass in jenem Raum die Schlachtung vonstatten ging.

      Ob ich den Mut hätte, dieses (total vermüllte und schon brüchige) Haus zu betreten... ich weiß nicht...
      Aber interessant ist das Video allemal.

      Fakt ist, dass Marian Dora sich (fast!) 1:1 sich an die realen Tatsachen im Film "Cannibal.." gehalten hat.
      Das ist erstaunlich und faszinierend!!
    • Das CD Regal auf dem Sofa sieht interessant aus, allein deswegen würde ich mir schon zutrauen da rein zu gehen :254:
      Sicher recht spannend was ein Kannibale für Musik hört. Ganz schöne Bruchbude und Saustall vom feinsten! Rundgang wär schon ne coole Sache!
    • Junge, junge, hat der sich die Bude mit Asbachuraltem Computercram zu gemüllt. Ich hätte mich für so ne Ramschbude in Grund und Boden Geschämt und der läd da noch Fremde Leute ein.
      Alterius non sit, qui suus esse potest.

      Meine Filmsammlung:
      ofdb.de/usercenter/view.php?page=filmsammlung&uid=77023
    • defenitiv. Wobei es sicherlich auch nicht einfach ist, ein solch großes Haus ordentlich zu halten. Aber das sieht beim Meiwess echt schon Messie-mäßig aus. Eine psychologische Theorie besagt, dass der Zustand der eigenen vier Wände immer ein Abbild der Seele sein soll. Ob man das generell so sagen kann, weis ich nicht, hier "passt" es aber schon recht gut.
    • Pauschalisieren lässt sich ein solch recht weit verbeiteter, teils wahrheitsbehafteter Gedanke sicher nicht, hier jedoch passts 100pro wie die Faust aufs Auge.
    • Sieht schon ganz schön vermüllt aus. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass in all den Jahren schon einige Schaulustige eingestiegen sind und das Haus nach "Souveniers" durchsucht haben.