Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibalen

    • Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibalen




      Produktionsland: Deutschland
      Produktion: Marian Dora, Frank Oliver
      Erscheinungsjahr: 2006
      Regie: Marian Dora
      Drehbuch: Marian Dora
      Kamera: Marian Dora
      Schnitt: Marian Dora
      Spezialeffekte: -
      Budget: -
      Musik: Ghazi Barakat, Victor Brandl, Alexander Hacke, J.G. Thirlwell, Brandl Victor
      Länge: ca. 90 Minuten
      Freigabe: ungeprüft
      Darsteller: Carsten Frank, Victor Brandl, Tobias Sickert, Joachim Sigl, Carina Palmer, Bernd Widmann, L. Dora, Manoush


      Inhalt:

      Ein "Mann" ist auf der Suche nach perversen Abenteuern. Er sucht sich diverse Männerbekanntschaften. Doch als diese beim Treffen die Gründe des "Mannes" erfahren, flüchten sie panikartig. Der "Mann" gibt nicht auf und sucht im Internet, gibt Anzeigen auf und liest welche. Per Internet und Mailkontakt stösst er auf "das Fleisch". Beide treffen sich und beide wissen, was passieren wird! Nach einer Nacht wird klar: "Das Fleisch" will sterben, "der Mann" will ihn fressen.


      Trailer:
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      Meinung:

      Nach dem ich einer der wenigen bin, der mit dem Rohtenburg von Martin Weisz absolut grauenhaftes erleben durfte, der diese Grauenhaftigkeit somit auch durchstanden hat, ohne wirklich die kommerzielle Ausschlachtung des realen Themas dabei zu beachten, so war ich sehr gespannt auf "Cannibal". Dies war wohl auch der größte Knackpunkt anhand der im Schnitt miesen Kritiken auf breiter Front. Der Film an sich ist mit Sicherheit sehr harte Kost. Zudem war es eine teils deutsche Produktion, die so real und brutal schon lange nicht mehr aus unserem Land das Licht erblickte.
      Mit hohen Erwartungen bin ich somit an „Cannibal – Aus dem Tagebuch des Kannibalen“ herangegangen, der ebenfalls die Rotenburg Geschichte verfilmte, ohne direkt einen Bezug auf die beteiligten Personen für sich in Anspruch zu nehmen. Die Kritiken sind zu „Cannibal“ jedenfalls im Gegensatz zu dem „Rohtenburg“ in Deutschland sehr unterschiedlich.

      Durchweg werden vor allem die Bilder sprechen und die Dialoge sind meist eher unterschwellig, es wird also wenig geredet und eine Kranke Atmosphäre darf sich aufbauen, wo jemand zum Kannibalismus findet oder besser gesagt dannach sucht. Insbesondere wird das Internet dafür genutzt, wo gut mitgelesen werden kann, was so an makaberen Texten gerade geschrieben werden.
      Die zunehmend dichter werdende Atmosphäre, begleitet von Rauchschwaden, laut tickende Uhren, düstere Sounduntermalung und schier stehende Luft ist einmalig geraten, dies vor allem in der Wohnung des Kannibalen, wo auch mit der Kamera sehr viele Nahaufnahmen sehr ansprechend geworden sind, mit einem dauerhaften Ekelfaktor unterlegt. Dazu wird viel auf Schattenbilder gesetzt. Wenn in den künstlich geformten Penis köstlich gebissen wird, ist für den Mainstreamjünger höchste Alarmstufe nicht doch noch schnell vom nun rollende Zug abzuspringen. Das nun folgende ist zum absoluten Abeckeln bestens dienlich. Vom Ansatz her könnte „Cannibal“ mit „Nektomantik“ verglichen werden, vom Ekelfaktor her nehmen sich beide nicht viel, anhand vom abgetrennten Geschlechtsteil, dem Liebkosen im reichlichen Schmutz und vor allem anhand der kranken, dichten Atmosphäre.
      Liebkosungen und Sexszenen zwischen den Männern gibt es in verdreckten Räumen zu erleben mit einbrechende Lichtstrahlen und etwas Pferdewiehern im Hintergrund untermalt, so etwas hab ich noch nie ähnlich krank gesehen,
      Die Szene wo der Pullermann abgeschnitten wird, erregt den Wunsch, dass sie schnell wieder vorbei gehen möge, so eklig und realistisch krank sieht diese Szene aus, samt dem Geschreie des freiwilligen Opfers. Mit Sicherheit ist „Cannibal“ mit den Ekelspitzen noch etwas widerlicher als Rohtenburg, wenn gleich die 2 Hauptdarsteller Carsten Frank (Andreas Bethmann's Angel of Death 2) und Victor Brandl hier weniger gefordert werden, als die Darsteller in Rohtenburg. Manoush ist dem Amateurfreund sicher auch ein Begriff. Die Bildsprache wird hier mehr Platz eingeräumt und auch die Story ist etwas einfacher gestrickt, wo bei Rohtenburg eine weile im Internet nach dem freiwilligen Opfer gesucht werden musste, mit ein paar Misserfolge diesbezüglich, so spitzt sich bei „Cannibal“ alles auf die grauenhafte Haupthandlungsszene hin, mit weniger Eindrücke der eigentlichen Geschehnisse, wenn gleich beide Filme dann im Mittelteil fast gleich ablaufen. So gesehen sind beide Film für mich auch in etwa gleich gut oder schlecht, wie auch immer, mit allerdings leichtem Vorteil für „Rohtenburg“, so wie die US Kritiken und Bewertung (wie imbd.com) es auch wiedergeben.

      „Cannibal – Aus dem Tagebuch des Kannibalen“ ist einer der ekligste Film überhaupt, beim Betrachter wird der psychische Druck enorm groß und Brechreiz darf sich von der Magengrube bis in die Kehle breitmachen dürfen. Für den Mainstreamjünger ist der Film absolut nicht geeignet und er wird auch noch lange Zeit ein großer Dorn für die Zensuren bleiben.

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    • Ich kann mich nicht daran erinnern,das es mir einmal so schwer gefallen ist,die Eindrücke und Empfindungen,die ein Film bei mir hinterlassen hat, in Worte zu fassen,wie nach diesem Film. Als erstes sollte man erwähnen,das man diesen Film besser nicht mit normalen Maßstäben messen sollte,denn ich bin der Meinung,das dies nicht möglich ist.

      Die ersten Worte werden in diesem Film nach 24 Minuten gesprochen und lauten "Ich bin dein Fleisch". Auch wird im weiteren Verlauf des Films mit den Worten eher spärlich umgegangen. Und genau das macht die Atmo des Films meiner Meinung nach noch um einiges bedrückender, als sie sowieso schon ist. Ich finde nicht, das dieser Film langweilig ist, so wie viele Leute das behaupten. Sicher, wenn man nur von den Gore-Szenen ausgeht, die erst in der zweiten Hälfte des Films kommen,dann mag es diesen Anschein erwecken. Bei diesem Film muß man halt von Anfang an wissen, auf was man sich einlässt, es kommt auf die Erwartungshaltung an.

      Ich persönlich finde den Aufbau des Films absolut richtig und auch die ganzen "schwulen Szenen" gehören einfach dazu. Das heisst natürlich nicht, das ich sie schön fand, aber sie gehören einfach zum Gesamtbild und verstärken die absolut kranke und verstörende Atmo, die den ganzen Film über herrscht. Wenn man sich immer vor Augen hält,das dieser Film ja an eine wirkliche Geschichte anlehnt,dann sieht man ihn mit ganz anderen Augen und auch nur unter diesem Aspekt kann der Film sich richtig entfalten und der Betrachter in die Geschichte eintauchen.

      Die menschlichen Abgründe die sich hier auftun, sind meiner Meinung nach für "normale" Menschen nur sehr schwer nachzuvollziehen und zu begreifen. Der normale Verstand versucht sich zu weigern, das Gesehene als Realität anzusehen, wenn auch nur indirekt. Und trotzdem sagt man sich selbst immer wieder: "So,oder so ähnlich ist es wohl passiert". Der Film löst die ganze negative Gefühlspalette im Zuschauer aus, er ist eklig, abstossend und auch verwirrend. Man will oder kann sich kaum vorstellen, das Menschen zu so etwas in der Lage sind und doch ist es so.

      Man sollte sich deshalb wirklich genau überlegen, ob man sich diesen Film ansieht oder nicht, denn es ist mit Sicherheit kein Film für die breite Masse. Ich könnte mir aber auch vorstellen, das einige Hartgesottene Schwierigkeiten mit diesem Film haben. Die Darsteller fand ich übrigens sehr gut ausgewählt, da es sich wirklich um absolute Durchschnittstypen handelt, die das ganze noch realistischer wirken lassen. Zum Ende gesellt sich zu der kranken Atmo auch noch eine sehr makaberer und morbider Anstrich ,wenn man allein die gedeckte Tafel sieht.

      Insgesamt gesehen ist "Cannibal" kein normaler Film, aber meiner Meinung nach auf seine Art und Weise ein Kunstwerk, auch wenn sich das in diesem Zusammenhang sicher sehr pervers anhört,aber es kommt wie gesagt auf die Betrachtungsweise an. Eine Punktvergabe verkneife ich mir, da dies bei diesem Film sehr schwer ist. Aber die Gore-Effekte sind sehr hart und derbe und allein schon wert, das man sich diesen Film ansieht.


      Bewertung entfällt, aber man sollte den Film schon gesehen haben.
      Big Brother is watching you
    • @Master , hast du richtig beschrieben, sehe das ähnlich wie du, für Deutsche verhältnisse gradezu eine Sensationelle Produktion. Selten etwas so morbides gesehen, ohne das der Film seine Linie verliert, man fühlt sich beim anschauen nicht recht wohl. Ein Paradebeispiel das hierzulande auch etwas gedreht werden kann was so selten zu sehen ist, aber wie gesagt, Vorsicht für Menschen mit leichten Magen und Nerven!
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...