Der Hauptmann

    • Der Hauptmann



      Produktionsland: Deutschland, Portugal, Polen, Frankreich
      Produktion: Frieder Schlaich
      Erscheinungsjahr: 2018
      Regie: Robert Schwentke
      Drehbuch: Robert Schwentke
      Kamera: Florian Ballhaus
      Schnitt: Michał Czarnecki
      Spezialeffekte: Michael Rudnik
      Budget: ca. - 5.800.000 Mio Euro
      Musik: Martin Todsharow
      Länge: ca. 119 Minuten
      Freigabe: FSK 16
      Deutscher Kinostart: 15. März 2018
      Deutsche DVD & Blu-Ray Fassung: 07.09.2018


      Darsteller:

      Max Hubacher: Willi Herold
      Milan Peschel: Freytag
      Frederick Lau: Kipinski
      Waldemar Kobus: Hansen
      Alexander Fehling: Junker
      Samuel Finzi: Roger
      Bernd Hölscher: Schütte
      Mirosław Dusza: Prison Guard 11
      Marko Dyrlich: Brockhoff

      Handlung:

      Nur wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird der deutsche Soldat Willi Herold von einer Gruppe betrunkener Landsleute durchs Dickicht gejagt. Jedoch gelingt es dem Deserteur schließlich, sich so gut zu verstecken, dass die Suche nach ihm abgebrochen wird. Nur unzureichend bekleidet schleppt er sich nun durchs Niemandsland, immer mit der Angst, getötet zu werden.

      Doch dann findet er in einem Militärfahrzeug eine Offiziersuniform. Er zieht sich diese an und wird wenig später von dem Soldaten Freytag überrascht, der glaubt, einen echten Hauptmann vor sich zu haben. Daher schließt er sich ihm an.

      Als Herold erkennt, dass Kleider Leute machen und welche Möglichkeiten sich für ihn ergeben, beginnt er, versprengte deutsche Soldaten einzusammeln und gründet eine Kampftruppe.
      Mit Sturmgewehr bewaffnet und angeblich auf Geheiß des Führers hin begehen sie gemeinsam Gräueltaten an allen, die sich ihnen in den Weg stellen. Aus einfachen Soldaten werden in den letzten Tagen des Krieges abscheuliche Monster.

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    • Biografischer Hintergrund:

      Regie führte Robert Schwentke, auf die Frage, wie er zu diesem Film gekommen sei, sagte Schwentke in einem Gespräch mit der Deutschen Welle, er habe nach einer Story gesucht, bei der man etwas über die dritte, vierte, fünfte Täterreihe erzählen könne: „Es gibt bemerkenswerterweise in Deutschland nur zwei Filme, die tatsächlich aus der Täterperspektive erzählt sind.“

      Einer davon sei Aus einem deutschen Leben mit Götz George von 1977, eine fiktive Filmbiografie von Rudolf Höß. Auch in der deutschen Literatur gebe es abgesehen von einen sehr frühen Heinrich-Böll-Roman und einem Werk von Hubert Fichte nichts aus der Täterperspektive, so Schwentke: „Es ist auffällig, dass wir die einzige Kultur sind, die nichts aus der Täterperspektive erzählt hat.“

      Es sei darum gegangen, einen modernen Film zu machen, der ganz klar heute gedreht wurde und der rückblickend mit unseren Vorurteilen und unseren Filtern in die Vergangenheit schaut, so Schwentke. Daher sei er auch in vieler Hinsicht sehr abstrakt.
      Der Film spiele zwar spezifisch im Zweiten Weltkrieg oder 1945, so Schwentke weiter, aber er sei generell auch ein Film über einen Zustand der Welt.

      Über die Rolle, die sein Protagonist im Film annimmt, sagte Schwentke, „Es hat geholfen, dass es die letzten zwei Kriegswochen waren, wo Not am Mann war und alle möglichen Leute befördert wurden, aber natürlich hat es auch etwas mit der Uniform selbst zu tun. Die Uniform verleiht ihm Sicherheit, er kann sich dahinter verstecken.“

      Produziert wurde der Film von Frieder Schlaich von Filmgalerie 451, Paulo Branco von Alfama Films und Piotr Dzięcioł und Ewa Puszczyńska von Opus Film.
      Vom Deutsch-Polnischen Filmfonds erhielt der Film eine Produktionsförderung in Höhe von 100.000 Euro und eine Entwicklungsförderung in Höhe von 40.000 Euro.
      Von Eurimages wurden 400.000 Euro beigesteuert.

      Von deutscher Seite erhielt das Filmprojekt eine Drehbuchförderung der Filmförderungsanstalt und Produktionsförderungen des Deutschen Filmförderfonds in Höhe von rund 723.000 Euro, des BKM in Höhe von 450.000 Euro, der Filmförderungsanstalt in Höhe von rund 349.000 Euro und von der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg in Höhe von 160.000 Euro.
      Des Weiteren gewährte die Mitteldeutsche Medienförderung 350.000 Euro. Der Film wurde ebenfalls vom Medienboard Berlin-Brandenburg gefördert.
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    • Sieht mir nach einer verfilmung von "Der Hauptmann von Köln" der von der DEFA 1956 mal gedreht wurde, den ich aber nicht kenne, der sich daran orientiert.
      Nur der Inhalt klingt ähnlich.


      de.wikipedia.org/wiki/Der_Hauptmann_von_K%C3%B6ln
      Der Trick dass man keinen Kater bekommt, besteht darin nicht aufzuhören zu trinken!!!

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    • Eigentlich schon traurig, dass der Film in so einer großen Kinokette wie Cinestar in nur 4 Kinos Deutschland-weit anläuft. Eh schon schwierig genug, auf dem Dorf ohne viel Aufwand das nächste Kino aufzusuchen ...
      Das ist der Weg unsichtbar zu sein. Werde einfach ein Teil der Nacht.
      Ziehe mit dem Wind und die Schatten. Tue was du tun musst, frei vom jeden Gefühl,
      so dass keine Seele es fühlt und kein Herz es hört.
    • Trotz seiner drastischen Aussage, seines schockierenden Inhalts konnte er mich nicht komplett berühren, ich empfand keine wirkliche Wut, keinen grossen Groll, dabei jedoch immer wieder die Frage stellend warum? Was macht Krieg aus Menschen?
      Vielleicht liegt es am "Hauptmann"?
      Er spielt seinen Part solide, er ist ja auch erst einmal nicht das Böse was allerdings sehr schnell aus ihm herausbricht, mehr überzeugen konnte mich Frederik Lau als einfacher Gefreiter der wahrscheinlich alles schlimme der Welt miterleben musste, seine Wut, Hass und Frust an den Gefangenen auslässt.
      Es mag daran liegen das man über Herolds "Motivation" nichts erfährt, er hätte es ja alles stoppen können, warum also?
      Will Schwentke mit den in Zeitlupe gedrehten Bilder, sowie der poppigen Musik der Sauf und Sexorgien an Fellini erinnern? Ein wenig too much.
      Fazit, der Krieg lässt das schlimmste im Menschen heraus, soweit so bekannt.

      [film]7[/film]
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    • Vom Filmtitel her erwartete ich 0-8-15, aber dass trifft hier nicht zu. Die Reichsthematik wurde schon sehr oft, zu oft aus Deutschland verfilmt. Dieser Vertreter ist aber ziemlich ungewöhnlich. Die Handlung ist spannend und absurd wie jemand vorgibt ein Hauptmann zu sein, all zu sehr driftet das Werk damit aber nicht in die billige Komödien Ecke ab, denn dafür sind die rücksichtslosen Tötungsszenen unschuldiger Juden zu brutal und machen nachdenklich. Zudem wird der Film hinten raus ein ziemlicher Filmriss, ob dass nun so richtig geglückt ist, naja man hätte noch etwas mehr gegen Ende erklären können, so richtig zufrieden war ich damit nicht, aber beeindruckt hat mich die komplette Szenerie im Lager II. Es ist erstaunlich was Rank und Anzüge ausmachen können, wie Menschen sich damit manipulieren lassen. Um das Wesen des Hauptmanns richtig zu verstehen, muss man das Ende abwarten. Es ist aber schön zu sehen, wie aus Einem den man mitfiebert, irgendwann die Person auf einen in Abscheu und Hass umschlägt.

      Nachdem Robert Schwentke in Hollywood ziemlich viel modernen Abfall zusammen gedreht hat, darunter auch der von einer Masse gefeierten Actionfilme alla R.E.D. - Älter, Härter, Besser ist Schwentke anschließend nach einigen Kassenflops, ins europäische Kino zurückgekehrt und siehe einer an, plötzlich ist die Qualität auch wieder da, was besonderes zu liefern. Auf die Psyche geht der Film wieder mal so richtig gut ab, ähnlich wie bei seinem Werk Tattoo - Rette deine Haut damals, was ihn bekannt gemacht hat. Der Hauptmann ist auch interessant für welche, die eigentlich keine typischen Reichsfilme mehr sehen wollen, dafür aber das besonders absurde Kino lieben, was Herz und Seele präsentiert und modern sowie böse gehalten ist.

      [film]8[/film]