Gier




    • Herstellungsland: Deutschland
      Erscheinungsjahr: 2009
      Regie: Helmut Brandl, Günther Brandl, Monika Brandl
      Kamera: Günther Brandl
      Drehbuch: Helmut Brandl, Günther Brandl
      Länge: ca. 129 Minuten
      Darsteller: Helmut Brandl, Monika Brandl, Martin Eherer, Katrin Rau, Oliver Schiessl, Günther Brandl, Friedrich Baumgartner, Katharina Buchberger, Maria Schiessl, Andrea Adam, Maria Unterberger, Romy Glasel


      Inhalt:

      Ein heruntergekommener Mann sucht Hilfe bei einer Psychologin. Er schildert ihr seine unglaubliche Geschichte. Er erzählt, dass er Menschen tötet. Dass er ihr Blut trinkt. Er erzählt, er sei ein Vampir! Ist der Mann ein verrückter Spinner? Ein psychopatischer Mörder? Oder sagt er die Wahrheit? Die schwierige Frage muss diese Psychologin nun beantworten. Und je mehr er erzählt, je deutlicher wird, dass die Antwort schrecklicher ist, als sie es je für möglich gehalten hätte.


      Trailer:






      Deutsche DVD Fassung: 02.01.2010
    • Unser Hauptdarsteller verkörpert einen Vampir er geht sogar zu einem Psychiater deswegen, um sich auszusprechen.
      Die Hintergründe des Vampirs werden dabei aufgezeigt, auch er wurde von einem anderen gebissen, so gibt es Unterhaltungen zwischen Psychiater und Vampir und es wird uns per Rückblenden erzählt, wie jemand zum Blutsauger geworden ist. Vom Gesprochenen her ist unser Hauptdarsteller Helmut Brandl als der Vampir oft nicht so richtig deutlich zu verstehen, da er zuviel in seinen Bart reinnuschelt und der Akzent auch zu sehr hervorsticht, er ist sicher nicht die Idealbesetzung für solch eine tragende Rolle, dabei wirkt er auch viel zu blass und erinnert sogar etwas an einen Daniel Küblböck. Die Psychiaterin Monika Brandl zeigt zudem zu viel Overacting, als talentfreie und ernst spielende Laiendarstellerin auch nicht die beste Wahl hier, sie hat mir bei „Online“ von Helmut zuvor auch nicht so gefallen. Die Handlung an sich wie ein Vampir so langsam erkennt was er ist, fand ich ansprechend, nur halt die Besetzung passt nicht so richtig. Die Effekte, wie verbrannte Haut sehen nicht glaubhaft genug aus. Selbst das an sich gut ausschauende Blut geht anfangs keiner richtigen Bissszenen und Narbenbildung, Einrisse oder Zerstückelungen voraus, das Blut wird einfach nur sichtbar draufgeschmiert wie die Marmelade auf das Brot. Im weiteren Verlauf wird der Gore aber so wie es sein sollte, kommisch dass es Anfnags so derb billig aussah. So gibt es plötzlich ein Messerstich in den Hals, da schaut das blutige Resultat gut aus, wobei ein Biss in den Hals besser gepasst hätte, um an das herausströmende Blut zu kommen. Die Laufzeit ist mit über 2 Stunden natürlich viel zu aufgebläht geraten. Als Kulisse werden abgelegene Gassen mit Graffitibemalung oder Prostitutionsgegenden, Diskotheken und Fußgängerzonen aufgezeigt, alle samt stimmig eingefangen. Eine Darstellerin lässt es sich nicht nehmen, ein paar Nacktszenen zu zeigen. Mit der Zeit stört die Erzählgeschichte zwischen Vampir und Psychiaterin, die gelieferten Morde und wie diese entstehen sind gelungen und unterhalten gut, aber die stetigen Unterbrechungen mit der Erzählung sind hier nicht geglückt, was mehr an den schwachen Darstellerleistungen liegt, als die Tatsache, dass es so gemacht wurde. Im weiteren Verlauf kommt noch ein kranker Sadist ins Spiel, der gerne zusehen darf, wie der Vampir Frauen aussucht und sich an diesen dürstet. Das Make Up bei einem der Drogendealer ist sehr trashig, wenn dieser wie ein böser Clown rautenförmig schwarz um die Augen geschminkt ist. Auf einen Trip sind die Protagonisten natürlich auch gerne mal, schön chillig wie es halt so ist. Ein aufgezeigtes Geschäftsessen mit der Psychiaterin mündet sogar auf trägen deutschen Soap Niveau, vollkommen überflüssig, dies hätte ganz rausgeschnitten werden können. Sehr schöne Aufnahmen werden geliefert, wo der Vampir geheilt schien und dann plötzlich im nächsten Moment seinem Blutdurst wieder verfällt, dabei wird dessen Abgedrehtheit mal richtig gut aufgezeigt. Zu Loben wäre noch die sehr ansprechende gute Sounduntermalung von Michael Donner, wodurch einige blutige Momente richtig stimmig wirken dürfen, kann aber gegen die fortschreitende Langeweile nicht bestehen, insbesondere weil sich die Szenen dann nur noch wiederholen mit Vampir findet Frau und stillt dann seine Gelüste. 2 auf mich sehr unsympathisch wirkende Darsteller in den Hauptrollen haben den Film in meinen Augen nicht richtig wirken lassen können, die Nebendarsteller haben sogar viel sympathischer gewirkt, das Konzept dahinter ist aber ansprechend. Insbesondere im Finale, mit seiner sehr überraschenden Wendung und dem offenen Ende, zeigen die Brandl’s, dass sie aktuell mit die besten Filmemacher aus Deutschland sind, nur Darstellerrollen sollten doch besser abgegeben werden. Überraschungen und Wendungen zu präsentieren, dafür haben sie ein großes Talent. Eine kürzere Variante des Gesamtwerkes hätte noch eine bessere Wertung ergeben.

      [film]5[/film]
    • Und wieder schlagen die Brandls zu. Das Dreiergespann macht sich immer mehr einen Namen in der Szene und kann vor allem durch abwechslungsreiche Storys überzeugen. Die Brandls haben schon viele verschiedene Filmarten gedreht, sei es nun ein Horrorstreifen, ein Psychothriller oder eben, wie mit Gier, einen Vampirfilm . Aber taugt dieser Vampirfilm auch etwas, oder sollte man ihm lieber einen Pflock ins Herz rammen?

      Adrian Perkins ist ein Vampir. Zumindest behauptet er das. Auf einer Flughafentoilette wurde er von einem merkwürdigen Typen gebissen. Seitdem verändert er sich. Er verträgt das Tageslicht nicht mehr und kann nachts nicht mehr schlafen. Was ist nur mit Adrian? Er sucht Rat bei einer Psychiaterin, denn er kann so nicht weiter leben.

      Die Story von Gier fällt recht schwer, da der Zuschauer fast die komplette Handlung mit Hilfe von Rückblenden erzählt bekommt. Man bekommt also mit jeder Erzählung von Adrian immer mehr Einblick in sein Leben. Doch genau hier ergibt sich schon das erste Problem. Gier ist ein sehr ruhiger und langsamer Film, der sich fast nur aus Gesprächen zwischen Adrian und seiner Psychiaterin, sowie aus den Rückblenden zusammen setzt. Dadurch entsteht leider relativ wenig Spannung, zumal das Erzählte, mit einigen Ausnahmen, stets hervorsehbar ist. Zudem bietet der Film, mit seiner Lauflänge von 2 Stunden, sehr viel Leerlauf, bzw. gewinnt einfach nicht richtig an Fahrt. Die Schauspieler hingegen wissen, für die Verhältnisse, zu gefallen. Setzten sie sich doch aus dem gewohnten Kader, der üblichen Brandlfilme zusammen. Helmut und Monika Brandl sind hier die Hauptdarsteller und machen das Beste aus ihren Rollen.

      Die Musik stammt aus der Feder von Michael Donner. Er liefert, wie nicht anders von ihm gewohnt, wieder einen sehr guten Score ab, der die gezeigten Szene wundervoll untermalt. Hier herrscht allgemein eine sehr triste und ruhige Stimmung. Das Ganze wirkt ein wenig wie ein Kammerspiel, welches nur durch die Rückblenden, aus engen Schauplatz ausbrechen kann. Man erlebt, wie Adrian mit seiner „Krankheit“ leben muss und genau hier passt der Soundtrack perfekt. Die Kamera ist, wie von den Brandls nicht anders gewohnt, sehr gut und fängt wunderschöne Bilder ein. Dies ist, zusammen mit dem Score, einer der Höhepunkte des Films.

      Die Effekte sind zunächst recht schwach, werden aber im Laufe des Films immer besser. Man bekommt wirklich einige sehr nette Effekte zu Gesicht, die sich würdig in die Story einfügen, ohne jemals sinnlos zu wirken. Die DVD ist recht gut geworden, bietet sie neben dem Hauptfilm, doch allerlei Bonusmaterial.

      Fazit: Recht ordentlicher Independentfilm, der leider durch die lange Spielzeit und die schwache Story etwas an Fahrt verliert, ansonsten aber mit guten Schauspielern, einem sehr guten Score und ordentlichen Effekten punkten kann. Für Fans des Independentbereichs durchaus einen Blick wert, wenn man mit der langsamen Erzählweise etwas anfangen kann.

      Objektive Wertung: 5,5/10 Punkten (für die Verhältnisse)

      Subjektive Wertung: [film]7[/film] Punkten
    • also, Gier ist m.E. keinesfalls uninteressant und es lohnt sich wirklich, sich für diesen Film zu öffnen.
      Was will uns der Film sagen?
      Es stimmt, dass er ganz ruhig anfängt - und das ist von den Brandls so gewollt und auch gut durchdacht. Ganz allmählich, ich möchte sogar sagen: ganz behutsam geht es hierbei in die Tiefe der Gefühlswelt - Schritt für Schritt!
      Der Vampir will einfach nicht akzeptieren, was er ist. Er kämpft dagegen an, sucht nach Auswegen; doch immer tiefer gerät er in einem Strudel zwischen Hoffnung und dem Zwang zum Töten.
      Es ist ein gefühlsbetonter Film, der das Seelenleben von Innen nach Außen kehrt - und das ist m.E. recht gut dargestellt.

      Ich gebe 7/10
    • Original von teufelstanzer:

      Trailer sieht gut aus, und die Kritiken sprechen für den FIlm. Bei Filmundo bekommt man den ja schon für 4 Piepen. Denke das ich mir den mal ordern werde. Danke Leute lolp


      By the way: Auch der Neue Western-Film auf DVD ist echt gut geworden - mit vielen Extras und Outtakes.. "Und sie kehrten niemals wieder" ist eine deutsche und spanische Produktion. Das Brandl-Team hat auch an dem berühmten Drehort "Spiel mir das Lied vom Tod" ihre Zelte aufgeschlagen und dort gedreht. :prop:

      Kaufempfehlung. lolp