Don't Worry, weglaufen geht nicht

    • Don't Worry, weglaufen geht nicht



      Produktionsland: USA
      Produktion: Charles-Marie Anthonioz, Mourad Belkeddar, Steve Golin, Nicolas Lhermitte
      Erscheinungsjahr: 2018
      Regie: Gus Van Sant
      Drehbuch: Gus Van Sant
      Kamera: Christopher Blauvelt
      Schnitt: David Marks, Gus Van Sant
      Spezialeffekte: Kai Shelton
      Budget: ca. -
      Musik: Danny Elfman
      Länge: ca. 115 Minuten
      Freigabe: FSK 12
      Deutscher Kinostart: 23. August 2018

      Darsteller:

      Joaquin Phoenix: John Callahan
      Rooney Mara: Annu
      Beth Ditto: Reba
      Jonah Hill: Donnie
      Jack Black: Dexter
      Udo Kier: Hans
      Kim Gordon: Corky
      Olivia Hamilton: Schwester Lilly
      Emilio Rivera: Jesus Alvarado
      Carrie Brownstein: Suzanne

      Handlung:

      Der 21-jährige John ist aus Oregon nach Los Angeles gekommen, wo er als Gebäudemaler jobbt. Gleichzeitig leidet er unter einem Alkoholproblem.
      Sein ebenso trunksüchtiger Freund Dexter überredet ihn zu einer nächtlichen Sauftour quer durch die Stadt.
      Betrunken schläft John auf dem Beifahrersitz ein, als Dexter mit seinem blauen VW Käfer einen schweren Autounfall verursacht.
      Während Dexter nur leichte Verletzungen davon trägt, wird John aus dem Wagen geschleudert und trägt eine Querschnittlähmung davon.

      Bei der Reha im Krankenhaus macht John die Bekanntschaft mit der attraktiven Schwedin Annu.
      Nach seiner Genesung hat er eine wieder auftretende Halluzination über Akrobaten im Park. John schließt sich den Anonymen Alkoholikern an und wird in die unkonventionelle Selbsthilfegruppe des schwulen und reichen Hippies Donny aufgenommen.
      Dieser bezeichnet seine Schüler als „Ferkelchen“ und vertraut auf Laozi, Gott und Chucky.
      Durch die Gruppe trifft John u. a. auf die herzkranke, übergewichtige Reba, die geschiedene Lebedame Corky, einen schwulen Straßenpoeten und den Deutschen Hans.

      Durch die regelmäßig Treffen gelingt es John allmählich sich von seinem Selbstmitleid und seinen Ausreden zu lösen.
      Gleichzeitig sucht er nach seiner leiblichen Mutter, da er als Kind adoptiert wurde.
      Die einzigen Informationen über sie sind, dass sie irisch-amerikanischer Abstammung, rothaarig und Lehrerin war.
      Als John von seinem Pfleger zu Hause eingeschlossen wird und an keinen Alkohol gelangen kann, erscheint ihm seine Mutter im Traum. Sie rät ihm, keinen Alkohol mehr anzurühren.

      Nach dem Traum über seine Mutter absolviert John erfolgreich das Zwölf-Schritte-Programm der Anonymen Alkoholiker.
      Er trifft durch Zufall Annu wieder, mit der er eine Liebesbeziehung beginnt und verarbeitet seinen schrägen Witz mit ungelenk gezeichneten Comic-Figuren. Der anfänglichen Veröffentlichung in einem Uni-Blatt in Oregon folgen weitere in namhaften amerikanischen Tages- und Wochenzeitungen, bringen ihm aber auch Kritik ein.
      Durch den finanziellen Nebenerwerb droht zwischenzeitlich die Fürsorge die Zahlungen an John einzustellen, die ihn für eine zwielichtige Person hält.

      John gelingt es im Rahmen der Gruppensitzungen seine schwierige Kindheit zu verarbeiten und beginnt, seinen Mitmenschen persönlich zu verzeihen, darunter seinen Eltern, seiner Sozialarbeiterin, dem Unfallfahrer Dexter und zuletzt seiner ihm unbekannten Mutter.
      Während Donnie an AIDS erkrankt, absolviert John auch den letzten Schritt und spricht über seine Alkoholsucht vor Publikum.
      Er ist mit sich ins Reine gekommen.
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • Das biografische Filmdrama basiert auf den Memoiren des Cartoonisten John Callahan.
      Dieser war dafür bekannt, in seinem Werk auf häufig makabere Art und Weise Behinderungen und körperliche Unzulänglichkeiten zu verarbeiten, aber auch Schwule, Alkoholiker, Katholiken und Bettler waren das Ziel seines Spotts.
      Seit einem Autounfall mit 21 Jahren im Jahr 1972 war Callahan querschnittgelähmt und konnte seine Arme nur etwas bewegen.
      Daher rührt auch die grobe Strichführung seiner Karikaturen.
      Einige seiner Bücher sind auf Deutsch erschienen, darunter seine Autobiographie Don’t worry, weglaufen geht nicht, auf der der Film basiert.
      Gus Van Sant und Joaquin Phoenix bei der Vorstellung des Films im Rahmen der 68. Berlinale

      Regie führte Gus Van Sant, der auch Callahans Memoiren für den Film adaptierte. Bereits in der Vergangenheit bewies der Regisseur in seinen Werken seine Vorliebe für außergewöhnliche Schicksale. So hatte er in Milk den schwulen Aktivisten Harvey Milk und in Last Days den Musiker Kurt Cobain porträtiert und in Good Will Hunting eine Coming-of-Age-Geschichte mit Matt Damon und Robin Williams gedreht.
      Letzterer war es auch, der Van Sant vorgeschlagen hatte, Don’t Worry, He Won’t Get Far on Foot zu verfilmen.
      Williams hatte das Unfallopfer den „lustigsten Mann auf vier Rädern“ genannt und sich noch vor Callahans Tod im Jahr 2010 die Rechte an dessen Autobiografie gesichert.[

      Die Filmmusik wurde von Danny Elfman komponiert.
      Der Soundtrack zum Film, der neben Elfmans Musik auch den Song Texas When You Go von John Callahan und ein Stück von Alex Somers enthält und insgesamt 23 Musikstücke umfasst, soll am 6. Juli 2018 von Sony Classical veröffentlicht werden.

      Der Film feierte am 19. Januar 2018 im Rahmen des Sundance Film Festivals seine Premiere.
      Ab 20. Februar 2018 wurde Van Sants Regiearbeit im Wettbewerb der 68. Berlinale und zudem im Rahmen des Teddy Awards, einem eigenen Wettbewerb, gezeigt.
      Im Juni 2018 wurde der Film beim Sydney Film Festival gezeigt.
      Beim Seattle International Film Festival 2018 wurde er als Abschlussfilm gezeigt.
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...