Repo Man



    • Produktionsland: USA
      Produktion: Peter McCarthy, Michael Nesmith, Jonathan Wacks
      Erscheinungsjahr: 1984
      Regie: Alex Cox
      Drehbuch: Alex Cox
      Kamera: Robby Müller
      Schnitt: Dennis Dolan
      Spezialeffekte: Roger George, Robbie Knott
      Budget: ca. -
      Musik: Steven Hufsteter, Tito Larriva
      Länge: ca. 92 Minuten
      Freigabe: FSK 16
      Darsteller: Harry Dean Stanton, Emilio Estevez, Tracey Walter, Olivia Barash, Del Zamora

      Inhalt:

      Otto Maddox, ein junger Punk in Los Angeles, verliert seinen Supermarktjob. Seine Eltern, die ihre Ersparnisse einem Fernsehprediger gespendet haben, können ihn nicht länger unterstützen. Er findet eine neue Anstellung bei der „Helping Hands Acceptance Company“, einer Agentur, die Fahrzeuge wiederbeschafft, deren Raten von den Haltern nicht beglichen wurden. Unter Anleitung seines Mentors Bud wird Otto zum „Repossession Man“ (kurz „Repo Man“). Ottos Firma muss die Fahrzeuge nicht nur den Haltern unter mitunter abenteuerlichen Umständen abnehmen (so wird Otto zusammengeschlagen, mit Tränengas besprüht und gerät in Feuergefechte), sondern konkurriert auch mit einem anderen „Repossession“-Unternehmen, den „Rodriguez-Brüdern“.

      Zur selben Zeit ist ein radioaktiv verstrahlter Wissenschaftler in Los Angeles unterwegs, dessen Wagen eine gefährliche Fracht enthält: Im Kofferraum liegen die Leichen von Außerirdischen, die eine derart hohe Strahlendosis abgeben, dass jeder, der den Kofferraumdeckel öffnet, auf der Stelle verglüht. Mehrere Geheimorganisationen sind hinter dem Leichnamen her. Als der Wagen von Punks gestohlen und eine hohe Belohnung auf diesen ausgesetzt wird, setzen sich auch Ottos Firma und die Rodriguez-Brüder auf dessen Spur. In der Folge wechselt der Wagen mehrfach den Besitzer, es kommt zu Schießereien zwischen den Konkurrenten, und schließlich taucht das aufgrund der Strahlung inzwischen grellgrün leuchtende Gefährt auf dem Parkplatz von Ottos Firma auf. Otto und sein Kollege Miller besteigen den Wagen, der sich in die Luft erhebt, über den Nachthimmel von Los Angeles jagt und zwischen den Sternen verschwindet.

      Trailer:



      Mediabook (inkl. Blu-Ray): 28.03.2019


      Kritik:

      „Wow, dass ist irrsinnig.“
      „Das Leben eines Repo Man ist immer irrsinnig.“

      Es wird die realistisch dreckige Seite Anfang der 80er Großstadt gezeigt. Jugendpunks herrschen über die Straße, sie klauen (vor allem Autos), nehmen und handeln mit Drogen, bemalen Wände und nehmen schmutzige, meist kurzweilige Arbeit an. Die Kulisse an der Straße ist zudem von Obdachlose besetzt. Der kulturelle und früh kommerzialisierte Punkrock ab Mitte der 70er ist mit den 80ern dann zum aggressiven und politischen Straßen-Stil geworden und war nun die bestimmende Jugendbewegung, es gab vor allem die Straßenpunks und die Karrierepunks, für letztere die schmutzige Arbeit annehmen wollten, wie hier Geldeintreiberei, Arbeit die noch Ende der 70er als Punk/Hippie verpönt war, genau wie hier im Film auch zu sehen. Der Konflikt zwischen diesen beiden Punk-Lagern und damit auch der spätere Übergang zum kommerzielleren New Wave, EBM, Dark Wave wird aufgezeigt.

      „Die Gesellschaft hat Schuld, die Gesellschaft machte mich zu dem was ich bin.“

      So richtig spannend ist die Handlung nicht, es ist keine richtige Unterhaltungs-Komödie, sie ist streckenweise unsinnig was die Handlung angeht. Die deutsche Synchronisierung ist nicht besonders gelungen. Das mit der Strahlung im Kofferraum eines Autos, was die ganze Zeit im Film zu sehen ist, wurde mir bis zum Schluss nicht klar und ist eigentlich zu viel Fiktion für die Thematik des Films. Der Ablauf ist gerade hinten raus zu sprunghaft, als ob man die Spielzeit noch im Rahmen halten wollte, scheinen ganze Handlungsstränge raus geschnitten. Es ist zudem nicht immer lustig oder nur schwer anzunehmen witzig, wenn dann wird mehr auf zynischer Lustigkeit gesetzt und die muss man erst mal für sich entdecken. Action und Härte kommen zudem zu kurz. Dennoch, dafür das dieses Werk alles andere als Mainstream-Unterhaltung ist, das Finale ist abgefahren und dazu die dreckige Straßen-Atmosphäre und harten Dialoge der 80er, reichen allgemein für einmal sehen. Ich kann ihn zwar nicht hochbewerten, aber trotzdem mag ich den Film. Zumindest wer absurde Handlungen oder etwas über die Punkkultur der 80er sehen mag, sollte reinschauen.

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      Filmsound:




      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert

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