Was soll bloß aus dir werden

    • Was soll bloß aus dir werden



      Produktionsland: West-Deutschland
      Produktion: Helmut Rasp (ZDF)
      Erscheinungsjahr: 1984
      Regie: Horst Flick
      Drehbuch: Jochen Ziem
      Kamera: Bernd Fiedler
      Schnitt: Eva Strohmer
      Spezialeffekte: -
      Budget: ca. -
      Musik: Birger Heymann
      Länge: ca. 94 Min.
      Freigabe: Unbekannt

      Darsteller:

      Michael Karnowsky
      Dagmar Biener
      Peter Seum
      Anita Lochner
      Jörg Friedrich
      Lars Rudolph
      Stefan Krusemann
      Gerhard Bienert
      Michael Roll
      Claudia Brunnert
      Bettina Karczewski
      Gilbert Leißner
      Marc Less
      Matthias Matz
      Nicole Minning
      Manfred Günther

      u.a.

      Inhalt: Der 12-jährige Boris (Michael Karnowsky) lebt im runtergekommenen Berlin-Kreuzberg und wird von Mitschülern gehässig nur "Kanake" genannt.
      Der Haussegen hängt schief, dort vernachlässigt schlägt er sich mit in Auftrag gegebenen Diebstählen herum und wird für alle Zwecke nur benutzt.
      Nur der neue, angehende Lehrer (Peter Seum) versucht dem Jungen zu helfen, stößt dabei auch in der Klasse auf deutliche Rollenverteilungen.
      Jedoch gelingt es ihm, langsam Zugang zu finden. Während das Schulamt mit den Methoden des Kollegen ganz und gar nicht einverstanden sind, hat Boris
      längst seine eigenen Vorstellungen getroffen...

      Trailer: -

      Meinung: In Zeiten wo das ZDF noch durch Qualität auffiel, entstand dieser lehrreiche Film über ein menschliches Miteinander zwischen Lehrer und Schülern.
      Und Peter Seum, verkörpert diese Rolle mehr als glaubwürdig, wo andere in Wirklichkeit wohl längst den Schlußstrich ziehen bzw. mehr durch Gleichgültigkeit auffallen, schluckt er die ehrlichen
      Behauptungen von Boris welcher sich stets nicht sicher über den Zeitpunkt seines nächsten Schulbesuchs ist, weil "Bringt nüscht kine Zeit"...bis zu einem Punkt verständnisvoll, versucht trotz wiederkehrender Rückschläge
      an dem Jungen die Hoffnung nicht zu verlieren und ebenfalls in der Klasse für Ordnung zu sorgen. Dabei wird das Wort "Kanake" deutlich erklärt um die gehässigen Mitschüler mundtot zu bekommen. Dabei kann
      Regisseur Horst Flick auf unbeschwert junge Schüler zugreifen, besonders Michael Karnowsky als Boris macht seine Sache absolut hervorragend und wird dabei von trister Atmosphäre in entsprechenden Altbauten unterstützt.
      Der deutlich berlinierische Akzent verstärkt die Geschichte noch dazu.

      Ein leider sehr, Sehr vergessener, pädagogisch gar wertvoller Film der es nicht verdient hat, in der Versenkung zu verschwinden.

      Wertung:

      9-10/10

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Black_Cobra ()

    • Etwas zu lehreich Inziniert mit der pädagogisch perfekten Lehrerrolle. Sieht man das nicht so eng, erwartet einen ein toller Jugendfilm mit einem Aussenseiter und wie es dazu kommen kann, weil das Elternhaus das Kind vernachlässigt. Diese Aussage des Films ist pädagogisch wertvoll. Abstossend für den Mainstrean aber das oft benutze Wort "Kanake", vielleicht gibt es deswegen keine DVD. Aber ganz ehrlich, der Film ist vollkommen zu unrecht unbekannt. [film]8[/film]

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert

      Death can Dance - weekly topically (Spotify)
    • Ich habe von dem Film noch nie was gehört. Den würde ich mir auch gern mal ansehen.
      Hab mal nach einer DVD gestöbert im Netz, aber wohl schwer zu finden.
    • Ganzer Film


      Alterius non sit, qui suus esse potest.

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    • Danke sehr, Uncut! Den schaue ich mir mal gleich an. Ich bin gespannt!
    • Uncut war schneller, man findet das Video auch bei uns im Stream.

      nightmare-horrormovies.de/easy…9F-aus-dir-werden-d-1984/

      @Chef: Wir hatten damals ne Klassenlehrerin welche ähnlich drauf war und sich teils arg ins Privatleben ihrer Schüler einmischte.
      Seis Bedarf nach Klamotten oder finanzielle Mithilfe damit alle auf Klassenfahrt mitkönnen. Der Film liegt hier erschreckend nah an der Realität.
    • Ich vermute als Kinofilm (ohne den Einfluss des ÖR) hätte er erfolgreicher sein können. Christiane F. würde bestimmt auch keiner kennen, wenn das ZDF es produziert hätte. Nach Christiane F. kamen einige Problemfilme über Problemkinder und Problemgesellschaft. Echt tu matscht (im gleichen Jahr 1984) habe ich bereits hier vorgestellt.
    • Jetzt auch eben angesehen und ich kann mich nur unseren Doomi anschließen.
      Ich fand den auch pädagogisch (und auch psychologisch) wertvoll.
      Danke auch Uncut, dass ich durch dich den Film nun auch sehen konnte.

      Ich hatte auch mal als Kind so eine derartige Erfahrung, und zwar saß in meiner Klasse neben mir ein Mädchen, deren
      Mutter sehr arm war. Oft hatte das Kind nichtmal ein Pausenbrot bei sich gehabt. Ich erzählte es
      meine Großmutter und ab nächsten Tag gab mir meine Großmutter eine Stulle mehr für das Kind
      mit, welches ich das Pausenbrot mit ihr teilen konnte. Das war in der 1. Klasse (wenn ich mich recht erinnere).

      Eines Tages bat mich meine Banknachbarin mit in ihrer Wohnung zu kommen. Da habe ich gesehen,
      wie arm diese kleine Familie war, ohne dass sie daran Schuld waren. Das Mädel und ich waren Freunde für lange Jahre gewesen...
      Mehr sage ich erstmal nicht dazu, denn es war eine sehr, sehr traurige und bittere Geschichte, die ich in meinem Leben
      nicht vergessen kann und werde...
    • Black_Cobra schrieb:

      Uncut war schneller, man findet das Video auch bei uns im Stream.

      nightmare-horrormovies.de/easy…9F-aus-dir-werden-d-1984/

      @Chef: Wir hatten damals ne Klassenlehrerin welche ähnlich drauf war und sich teils arg ins Privatleben ihrer Schüler einmischte.
      Seis Bedarf nach Klamotten oder finanzielle Mithilfe damit alle auf Klassenfahrt mitkönnen. Der Film liegt hier erschreckend nah an der Realität.
      Oh, das wusste ich nicht, hatte auch hier nicht geschaut.
    • Chef und ich fanden ihn pädagogisch wertvoll, doch wer liest sich mein Geschreibsl schon bis zum Ende durch :0:
    • Black_Cobra schrieb:

      Chef und ich fanden ihn pädagogisch wertvoll, doch wer liest sich mein Geschreibsl schon bis zum Ende durch :0:
      Ich, wenn ich's denn sehe. :0:
      Alterius non sit, qui suus esse potest.

      [/img]">
    • Uncut schrieb:

      Black_Cobra schrieb:

      Chef und ich fanden ihn pädagogisch wertvoll, doch wer liest sich mein Geschreibsl schon bis zum Ende durch :0:
      Ich, wenn ich's denn sehe. :0:

      Wenigstens einer (außer Chef).
    • @Cobra Ich hatte meine Kurzkritik schon fertig und dann gesehen das du einige Wörter genau so verwendest hast.

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert

      Death can Dance - weekly topically (Spotify)
    • Dr.Doom schrieb:

      @Cobra Ich hatte meine Kurzkritik schon fertig und dann gesehen das du einige Wörter genau so verwendest hast.
      Macht ja nix, wir haben teils auch die gleichen Veröffentlichungen verwendet :0:
      Außerdem können wir ihn doch gleich betrachten, bekanntlich werden meine Äußerungen nur gern übersprungen,
      hatten wir erst neulich wieder wo du 2 auf mein Beitrag verwiesen hast.

      BTW:

      Dr.Doom schrieb:

      aber das oft benutze Wort "Kanake", vielleicht gibt es deswegen keine DVD

      Wäre hirnrissig weil das Wort thematisch deutlich erklärt wird. Der Film gehört unbedingt auf Scheibe :6:
    • Ich habe mir die erste halbe Stunde angesehen und finde ihn sehr gut. Morgen wird weitergeschaut. Der Ursprung des Wortes "Kanake" wird hier erklärt.

      1984 war Berlin bereits ein Drecksloch? Das wird sich wohl nie ändern. :0:

      Meine Höchstwertung kommt wegen dem Zeitgeist der 80er Jahre. Also nicht verwundern.

      [film]9[/film]
    • Schön, da sind wir uns ja bisher einig und der Film ist auf Platz 3 der Rubrik Charts. Kommt nicht so oft vor in letzter Zeit. :3:

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert

      Death can Dance - weekly topically (Spotify)
    • Michael Karnowsky welcher so grandios den Boris verkörpert, spielte im Anschluß ne kleine eher unbedeutende Rolle (man erkennt ihn 100% an seiner markanten Stimme inkl. Dialekt)
      in Ein Heim für Tiere. Nochmal richtig als Bandenmitglied den coolen raushängen (qualmt und riskiert ne große Klappe gegenüber seinem Anwalt :3: ) konnte er noch 86 in Liebling Kreuzberg an der Seite von Manfred "Auf Achse" Krug,
      ehe er dem Fernsehen den Rücken kehrte. Wär schon nicht übel zu erfahren was aus dem Knaben geworden ist.
    • Das Ende ist unglaublich gut, wie der angehende Lehrer in seiner Prüfung mit der brenzligen Situation souverän umgeht.

      Black_Cobra schrieb:

      Erscheinungsjahr: 1984
      Laut Abspann ist der von 1983.
    • 83 fertiggestellt. Erstausstrahlung/Erschienen 27.03.1984