Grabenplatz 17

    • Grabenplatz 17



      Produktionsland: Deutschland
      Produktion: Alf Teichs
      Erscheinungsjahr: 1958
      Regie: Erich Engels
      Drehbuch: Erich Engels, Wolf Neumeister
      Kamera: Georg Bruckbauer
      Schnitt: Martha Dübber
      Spezialeffekte: -
      Budget: ca. -
      Musik: Heino Gaze
      Länge: ca. 84 Min.
      Freigabe: FSK 16

      Darsteller:

      Kai Fischer
      Wolfgang Preiss
      Stefan Haar
      Franz Schafheitlin
      Carl Lange
      Gert Fröbe
      Charles Regnier
      Wolfgang Wahl
      Maria Sebaldt
      Maria Litto
      Elke Aberle
      Werner Peters
      Maria Paudler
      Renate Küster
      Robert Meyn
      Ralf Wolter
      Ursula Sieg
      Joachim Hess
      Ernst Reinhold
      Renée Franke (René Franke)

      u.v.a.

      Inhalt: Ein hochbrisanter Auftrag beschäftigt derzeit die Polizei in Hannover: Der kleine Michael (Stefan Haar) findet seine Mutter tot - Erwürgt! Seitdem fehlt von dem Jungen jedliche Spur.
      Kriminalkommissar Dr. Jäger (Wolfgang Preiss) nimmt zusammen mit seinem Assistenten "Willy" (Wolfgang Wahl) die Ermittlungen auf. Von Dr. Bühler (Franz Schafheitlin) erfahren sie das Michael an Leukämie
      erkrankt ist, und dringend ärztliche Behandlung benötigt. Für den Kommissar beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, da der Junge (dessen Freund die Aussage verweigert) welcher sich in den Händen der Entführer befindet,
      sonst in 7 Tagen sterben muss...

      Trailer: -

      Meinung: Mit Grabenplatz 17 liegt bei weitem kein 08/15 Krimi vor. Das liegt zum einen am bereits zu Beginn begangenen Mord, der Film startet gleich mit den Ereignissen im Anschluß
      worauf die Polizei sofort mit den Ermittlungen startet. Und zum anderen am Verzicht musikalischer Einbringung welche dramaturgisch den Spannungsbogen födern soll. Leider kommt dabei trotz Zusammenarbeit mit der Hamburger Polizei,
      zunächst nur wenig Spannung auf, jedliche Möglichkeit Dramatik aufzubauen, und sei es nur durch die Lage des Jungen, wird im Keime erstickt. Regisseur & Drehbuchautor Erich Engels, fordert vom Zuschauer enorm Geduld ab, versteht es jedoch
      gekonnt den weiteren Vorgang am laufen zu halten. Dazu bietet Grabenplatz 17 ein paar humorvolle Augenblicke, allen voran Kommissar Wagenknecht's bissiger Standardspruch "Sowas gibt's" sticht dabei hevor, genau wie das wegstoßen einer Frau welche dabei stolz jene Männlichkeit bewundert. Nicht weniger prägsam kommt der Kampf 2'er Kampfweiber welche im Ring inmitten einer Kneipe! loslegen. Unvergesslich ebenfalls ein Präsentator, welcher durchs Programm führt
      als um ihn rum es zur großen Schlägerei kommt während er munter weiter moderiert. Doch Engels kann den Erzählfluß halten und schaffts tatsächlich ab dem Moment

      Spoiler anzeigen
      als die Polizei den Täter bewusst laufen lässt


      Spannung aufzubauen obgleich so manch unvorsichtige Vorgehensweise eines erfahrenen Kommissars nicht unbedingt glaubwürdig ins Gewicht fällt.

      Was Grabenplatz 17 allerdings positiv hevorhebt, ist das unglaublich fiese Ende, was an Werke von Bava erinnert, als plötzlich eine nicht zu erwartende Wendung geschieht!
      Hierbei bekommt Wagenknecht seine eigenen Worte zurück welche pures Erheitern auslösen ehe der Film zum Bitterbösen, Finalen Schlag ausholt und den Zuschauer damit entlässt!

      Ruhig, Lustig, Bitter, Fies,
      Grabenplatz 17 ist Grandioses Kino mit starken Darstellern und aus meiner Sicht, ein definitives Erlebnis!

      Wie, trotzdem Höchstwertung?

      [film]10[/film]

      Ja, "Sowas Gibt's"

      :3:

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    • Gert Fröbe war ein guter Schauspieler.
      Alterius non sit, qui suus esse potest.

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    • Auf jeden Fall! Bereits 2 Jahre später überzeugte er als Kommissar in so manch Mabuse Film und jagte hier Kollege Wolfgang Preiss nach, welcher den Dr. spielte.
      Einfach und doch so prägsame Schauspielkunst, sowas gibt es heute leider nicht mehr.
    • Ich sah ihn zum ersten mal als Geiermeier in der Serie "Der kleine Vampir" (1986), "Der Mann ohne Gesicht" (1974), sowie "Es geschah am hellichten Tage" (1958) und "Der Grüne Bogenschütze" (1961)
      Alterius non sit, qui suus esse potest.

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    • Ja stimmt, im kleinen Vampir hat er auch mitgemacht. Die Rolle als "Schnüffler" stand ihm gut.
      In "Es geschah am hellichten Tage" spielte Fröbe sie förmlich alle an die Wand!
      Bewusst sah ich ihn erstmalig in den kultigen Mabuse Krimis, teils noch unter den von dir aufgezählten, Goldfinger und Waldwinter mit Kinski zusammen.
      Fest verankert in 1.Linie wird er mir auf ewig als Kommissar Kras in 1000 Augen des Dr.Mabuse & als Kommissar Lohmann in 2 weiteren Mabusefilmen (Stahlnetz & Testament)
      im Gedächtnis bleiben (wobei sein Vorgänger Otto Wernicke als Lohmann nicht minder agierte). Hat einfach immer tierischen Spaß gemacht und gefesselt wenn er dem Irren nach ist :0: Toller Schauspieler und für jede Rolle geeignet!
      Und natürlich im guten Grabenplatz 17 konnte Fröbe wieder punkten, aber zu dem Film komme ich noch.

      Edit: Meinung eingefügt, Fall geschlossen.

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