Casablanca



    • Produktionsland: USA
      Produktion: Hal B. Wallis und Jack L. Warner
      Erscheinungsjahr: 1942
      Regie: Michael Curtiz
      Drehbuch: Julius J. Epstein und Philip G. Epstein
      Kamera: Arthur Edeson
      Schnitt: Owen Marks
      Spezialeffekte:
      Budget: ca. - 950.000 US $
      Musik: Max Steiner
      Länge: ca. 102 Minuten
      Freigabe: FSK 6

      Darsteller:

      Humphrey Bogart: Richard „Rick“ Blaine
      Ingrid Bergman: Ilsa Lund
      Claude Rains: Capitaine Louis Renault
      Paul Henreid: Victor László
      Conrad Veidt: Major Strasser
      Sydney Greenstreet: Signor Ferrari
      Dooley Wilson: Sam, Pianist
      S. Z. Sakall: Carl, Oberkellner
      Peter Lorre: Ugarte
      Madeleine Lebeau: Yvonne
      Leonid Kinskey: Sascha, Barkeeper
      Joy Page: Annina Brandel
      John Qualen: Berger, NS-Widerstand
      Curt Bois: Taschendieb

      Handlung:

      Casablanca während des Zweiten Weltkriegs: Frankreich ist von der deutschen Wehrmacht erobert und teilweise besetzt, nicht dagegen das französische Protektorat Marokko, das zu Französisch-Nordafrika gehört und damit durch das Vichy-Regime verwaltet wird.
      Viele fliehen nach Casablanca, um dort einen Flug ins neutrale Lissabon zu ergattern, von wo aus sie hoffen, weiter nach Amerika gelangen zu können.
      Die meisten gelangen allerdings nicht über Casablanca hinaus, da der korrupte französische Polizeichef Capitaine Louis Renault, zuständig für die Ausstellung der nötigen Visa, mit den Deutschen zusammenarbeitet.

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    • Casablanca ist ein US-amerikanischer Film von Michael Curtiz aus dem Jahr 1942.
      Er verbindet Stilelemente eines Melodrams mit denen eines Abenteuer- und Kriminalfilms. Casablanca entstand unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs und enthält eine starke politische Komponente durch den Einsatz Hollywoods gegen das nationalsozialistische Deutschland.

      Casablanca ist ein Klassiker des Kinofilms und genießt bis heute große Popularität. Einige Zitate aus Casablanca gehören zu den bekanntesten der Filmgeschichte.
      Die Hauptdarsteller Humphrey Bogart und insbesondere Ingrid Bergman verbindet man heute vor allem mit ihren Rollen in Casablanca, obwohl beide zu den erfolgreichsten Schauspielern ihrer Generation gehörten und davor und danach in zahlreichen großen Produktionen mitwirkten. Das American Film Institute wählte Casablanca 2002 zum besten US-Liebesfilm aller Zeiten und 2007 zum drittbesten US-Film aller Zeiten.

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      Historischer Hintergrund 1942:

      Die 1935 erlassenen Nürnberger Gesetze enthielten den deutschen Juden die „Reichsbürgerschaft“ vor und machten sie zu Staatsbürgern zweiter Klasse.
      Zwischen 1933 und 1941 mussten bis zu 300.000 Juden Deutschland verlassen.
      Der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt lähmte den kommunistischen Widerstand europaweit.
      Am 30. Januar 1939 hatte Hitler im Falle eines neuen Weltkriegs mit der „Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa“ gedroht.
      Im Verlauf des Krieges installierten die deutschen Besatzer Marionetten-Regime in vielen Ländern.
      Spätestens ab Herbst 1941 war Juden eine legale Ausreise verboten.
      Himmlers Stellvertreter Reinhard Heydrich ließ alle Juden Polens in Ghettos und Konzentrationslager deportieren.
      Im besetzten Polen begann nach der Wannsee-Konferenz 1942 die systematische Deportation, Versklavung und Ermordung von Juden aus ganz Europa.
      Am 10. Juni 1942 wurde nach dem Prager Attentat auf Heydrich der tschechische Ort Lidice (deutsch Liditz) von der SS dem Erdboden gleichgemacht.

      Paris fiel am 14. Juni 1940. London war bedroht, und am 22. Juni 1941 überfiel Hitler die Sowjetunion. US-Präsident Franklin Delano Roosevelt konnte den in der Bevölkerung tief verankerten Isolationismus nach Pearl Harbor im Dezember 1941 beenden.
      Die amerikanische Bevölkerung wurde auf die Kriegssituation eingestimmt und die Filmfabriken propagandistisch mit Hilfe des United States Office of War Information eingegliedert.
      Noch siegte Hitler.
      In Libyen fiel im Juni die britische Festung Tobruk.
      Die USA verstärkten ihre Hilfslieferungen und sandten Truppen.
      Am 8. November 1942 begann die alliierte Invasion in Nordafrika.
      Im Januar 1943 kam es in der marokkanischen Hafenstadt auf der Casablanca-Konferenz zu einem Treffen zwischen Roosevelt und Churchill. Auf der Konferenz von Teheran Ende 1943 schlossen Roosevelt, Churchill und Stalin ein Bündnis.

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      Vorlage:

      Als Vorlage für den Film diente das unproduzierte Theaterstück Everybody Comes to Rick’s (Jeder geht in Ricks Bar) von Murray Burnett und Joan Alison aus dem Jahr 1940.

      Am 8. Dezember 1941, dem Tag des Kriegseintritts der Vereinigten Staaten, wurde das Bühnenwerk an die Produktionsfirma Warner Bros. geschickt.
      Der zuständige Drehbuchlektor Stephen Karnot bezeichnete es als „anspruchsvollen Kitsch“ und prognostizierte dem Stoff ein großes Erfolgspotential.
      Für die Hauptrolle schlug er Humphrey Bogart, James Cagney oder George Raft vor, die zu dieser Zeit vornehmlich als Schurken besetzt wurden.

      Am 22. Dezember 1941 sicherte sich Warner Bros. die Rechte an dem Stück.
      Die Autoren erhielten 20.000 Dollar, eine für damalige Verhältnisse außergewöhnlich hohe Summe.
      Ein Angebot der Produktionsfirma MGM über 5.000 Dollar war zuvor bereits abgelehnt worden.

      In einem Memorandum vom 31. Dezember änderte der Produzent Hal B. Wallis den Titel der Produktion in Casablanca.
      Vermutlich wollte er durch diese Maßnahme an den Erfolg des United-Artists-Films Algiers aus dem Jahr 1938 anknüpfen, der ebenfalls nach einer afrikanischen Stadt benannt war.
      Wallis sagte dazu: „Dies könnte tatsächlich ein weiteres Algier werden – eine romantische Geschichte an einem exotischen Schauplatz.
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    • Zitate:

      Viele Zitate aus der deutschen Synchronfassung haben eine große Bekanntheit erlangt, auch unter Menschen, die den Film nicht oder nicht ganz gesehen haben.

      „Spiel’s noch einmal, Sam!“ ist – leicht verfälscht – eines der bekanntesten Zitate der Filmgeschichte.

      Im Original lautet die Szene:

      Ilsa: Play it once, Sam. For old times’ sake.
      Sam: [lying] I don’t know what you mean, Miss Ilsa.
      Ilsa: Play it, Sam. Play „As Time Goes By“.

      Das Falschzitat stammt aus der Marx-Brothers-Parodie von 1946 Eine Nacht in Casablanca und wurde in der Erinnerung des Publikums irrtümlich mit dem Originalfilm assoziiert. Der Film Play it again, Sam! von Woody Allen aus dem Jahr 1972 spielt ebenfalls darauf an.
      Dieses Zitat wurde im originalen Wortlaut (im englischen Original, wie in der deutschen Synchronfassung) auch im James-Bond-Film James Bond 007 – Moonraker – Streng geheim von 1979 verwendet:
      James Bond (Roger Moore) spricht diesen Satz mit sarkastischem Unterton, nachdem Drax' Handlanger Chang (Toshiro Suga) in Venedig nach einem Kampf durch das zersplitterte Buntglasfenster (Uhrenzifferblatt) auf bzw. in den Konzertflügel einer Orchestergruppe mit singendem Tenor fällt.

      „Schau mir in die Augen, Kleines!“ Dieses Zitat stammt aus der – oben erwähnten – ersten Synchronfassung. In der neueren sagt Rick: „Ich seh dir in die Augen, Kleines!“ Im englischen Original sagt er „Here’s looking at you, kid“ zwei Mal in Paris und zwei Mal in Casablanca, zuletzt in der Abschiedsszene auf dem Flughafen. Das Originalzitat aus der Abschiedsszene lautet:

      Ilsa: And I said that I would never leave you!
      Rick: (taking her by the shoulders): And you never will. But I’ve got a job to do, too. Where I’m going you can’t follow – what I’ve got to do you can be no part of. I’m not good at being noble, Ilsa – but it doesn’t take too much to see that the problems of three little people don’t amount to a hill of beans in this crazy world. Someday you’ll understand that. Not now. Here’s looking at you, kid.

      „Verhaften Sie die üblichen Verdächtigen!“ (Round up the usual suspects) gibt Polizeichef Renault als Anweisung an seine Untergebenen, um Rick zu schützen, der gerade Major Strasser erschossen hat. Der Titel des Films Die üblichen Verdächtigen bezieht sich auf dieses Zitat.
      „Ich glaube, dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.“ (I think this is the beginning of a beautiful friendship, zwei Wochen nach Drehschluss einsynchronisiert) beendet doppeldeutig den Schlussdialog zwischen Rick und Kapitän Renault und wird heute gerne als Ausdruck des plötzlichen Erkennens von gemeinsamen Interessen oder Zielen verwandt, die vorher nicht offenkundig waren. Hier war es doppeldeutig auf die historische Bündnissituation und einen möglichen Nachfolgefilm gemünzt.
      „Uns bleibt immer Paris.“ (We’ll always have Paris.) Auch dieser Satz von Rick an Ilsa ist Teil der Abschiedsszene auf dem Flughafen.
      „Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber bald und dann für den Rest deines Lebens.“ (Maybe not today, maybe not tomorrow, but soon and for the rest of your life). Mit diesen Worten warnt Rick Ilsa auf dem Rollfeld eindringlich, dass sie es bereuen wird, wenn sie jetzt nicht zusammen mit László das Land verlässt.

      „Ich bin Trinker.“ Major Strasser erzählt Rick, welche Informationen ihm über ihn vorliegen, und welche noch fehlen:

      Major Strasser: What is your nationality?
      Rick: I'm a drunkard.
      Polizeichef Renault: That makes Rick a citizen of the world.[38]

      Als das American Film Institute 2005 eine Liste der ‚Top 100‘-Filmzitate aus 100 Jahren amerikanischer Filmgeschichte aufstellte, fanden sich mit „Here’s looking at you, kid“ (Platz 5), „Louis, I think this is the beginning of a beautiful friendship“ (20), „Play it, Sam. Play ‚As Time Goes By‘“ (28), „Round up the usual suspects“ (32), „We’ll always have Paris“ (43) und „Of all the gin joints in all the towns in all the world, she walks into mine“ (67) gleich sechs Casablanca-Zitate auf der Liste – mehr als aus jedem anderen Film (danach kommen mit je drei Zitaten Vom Winde verweht und Der Zauberer von Oz).
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    • Besetzung:

      Von Januar bis März 1942 fanden Probeaufnahmen und Vorsprechen statt.
      Am 5. Januar 1942 kündigte ein Artikel in der Zeitschrift The Hollywood Reporter an, Ann Sheridan, Dennis Morgan und Ronald Reagan würden die Hauptrollen in Casablanca übernehmen.
      Diese Meldung stellte sich im Nachhinein jedoch als falsch heraus.
      Die Besetzung war für einen Hollywood-Film ungewöhnlich international, nur drei der im Vorspann erwähnten Schauspieler wurden im Produktionsland USA geboren. Viele der Darsteller und Crewmitglieder von Casablanca waren europäischer Herkunft – nicht nur der 1926 nach Hollywood gegangene Regisseur Mihály Kertész –, darunter Ungarn, Russen, Österreicher, Franzosen und Schweden.
      Durch die Internationalität der Besetzung und die persönlichen Schicksale der Darsteller erhielt der Film eine sehr authentische Note.
      Ingrid Bergman

      Humphrey Bogart war erst ein Jahr vorher durch Die Spur des Falken (1941) zum Star geworden, nachdem er zuvor meist nur Nebendarsteller war.
      Rick war Bogarts erste romantische Rolle, obwohl sie in ihrer zynischen Art auch Merkmale von Bogarts vorherigen Gangsterrollen hat. Bogart war entgegen vielen Gerüchten die erste Wahl für die Rolle des Rick, auch wenn Jack L. Warner ebenfalls Gangsterfilm-Star George Raft in Betracht zog.
      Am 14. Februar 1942 stand fest, dass Bogart den Part übernehmen würde. Seine Gage betrug 36.667 Dollar.
      Auch Ingrid Bergman brachte der Film wie Bogart einen Karriereschub, zwar war sie schon 1939 aus Schweden nach Hollywood gekommen, doch konnte sie bis Casablanca nur wenig auf sich aufmerksam machen.
      Neben ihr kamen für die Rolle der Ilsa auch Hedy Lamarr und Michèle Morgan in die engere Wahl. Ursprünglich sollte Morgan die Rolle übernehmen.
      Als sie jedoch 55.000 Dollar verlangte, entschied man sich statt ihrer für Ingrid Bergman, die die Rolle für 25.000 Dollar übernahm. Bergman stand zu dieser Zeit bei MGM unter Vertrag und wurde von Warner Bros. im Tausch mit Olivia de Havilland ausgeliehen.
      Am 22. April 1942, nachdem sie die Rolle bekommen hatte, schrieb sie ihrer Freundin Ruth Roberts: „Mir war warm und kalt zur gleichen Zeit. (…) Der Film heißt Casablanca und ich habe wirklich keine Ahnung, worum es geht.“

      Paul Henreid wurde als Victor Laszlo, Ilsas Ehemann und Freiheitskämpfer gegen die Nationalsozialisten, besetzt.
      Der Österreicher Henreid war zunächst dagegen, die Rolle des Victor László anzunehmen, da er befürchtete, in eine Schublade gesteckt zu werden.
      Erst als man ihm den dritten Platz im Vorspann und eine Gage von 25.000 Dollar zusicherte, willigte er am 1. Mai 1942 ein. Bevor er verfügbar wurde, zog man für den Part unter anderem Herbert Marshall, Dean Jagger und Joseph Cotten in Betracht.
      Henreid verstand sich weder mit Ingrid Bergman noch mit Humphrey Bogart gut, letzteren bezeichnete er als mittelmäßigen Schauspieler.
      Als Captain Renault wurde Claude Rains besetzt, einer der damals beliebtesten Charakterdarsteller in Hollywood.
      In weiteren Nebenrollen spielen auch Peter Lorre als Signor Ugarte und Sydney Greenstreet als Signor Ferrari, die sehr häufig miteinander in Filmen auftraten und als Bogarts Gegenspieler in Die Spur des Falken zu sehen waren.
      Pianist Sam wurde von Dooley Wilson gespielt. Er war der einzige Schauspieler des Films, der jemals in Casablanca gewesen war.
      Da er Schlagzeuger war, konnte er eigentlich kein Klavier spielen.
      Ursprünglich erwog Hal Wallis, die Rolle des Sam einer weiblichen Schauspielerin zu geben. Hazel Scott, Lena Horne und Ella Fitzgerald kamen in die engere Wahl.
      Nach der Veröffentlichung von Casablanca erhielt Wilson 5.000 Fan-Briefe pro Woche.

      Zu den Darstellern in kleinen Nebenrollen gehören unter anderem Dan Seymour als Abdul (Türsteher von Ricks Cafe); Gregory Gaye (Deutscher Bankier in Ricks Cafe), Leo White, Gino Corrado und Paul Panzer als Kellner in Ricks Cafe; Norma Varden als Frau des Engländers; Olaf Hytten als bestohlener Mann in Ricks Cafe, Torben Meyer als Bankpräsident aus Amsterdam; William Edmunds als zwielichtiger Schmuggler im Café; Frank Puglia als arabischer Händler, des Weiteren George Meeker sowie die früheren Stummfilmstars Monte Blue und Creighton Hale.
      Auch der kanadische Bassbariton-Sänger George London hat einen kleinen Auftritt als der Sänger der Marseillaise. Die mexikanische Sängerin Corinna Mura spielt auf ihrer Gitarre das Lied Tango Delle Rose.
      Angeblich soll auch Starkomiker Jack Benny einen Cameo-Auftritt als Statist haben, was aber als umstritten gilt.
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    • "Casablanca" ist zweifelsohne einer der grössten Klassiker überhaupt, vielleicht sogar der grösste von allen.
      Sogar schon als Kind hat er mich gefangen genommen, "was genau war da mit mir geschehen"?
      Ein erwachen Filme nicht nur als reine Unterhaltung wahrzunehmen, sondern als Kunst, zum nachdenken.

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    • HBO Max das zum Warner Konzern gehört hat sich etwas ganz besonderes einfallen lassen.

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    • Der (in meinen Augen) beste Film aller Zeiten!
      Viele halten ihn für eine schmierige Schnulze, oft sogar ohne den Film gesehen zu haben- weil sowas schaut man als Mann ja nicht.
      Das bescheuerte Marketing des Film in Deutschland unter dem Label "Was Frauen schauen" macht es da nicht besser.
      Selbst so manche Frau (zumindest diejenigen welche ich kenne) sehen das eher als Warnung vor ödest möglichen Belanglosfilmen.
      Wer Casablanca nicht kennt sollte dem Film eine Chance geben!


      CASABLANCA (1942)



      Casablanca, Französisch-Marokko, während des zweiten Weltkrieges.
      Große Teile Frankreichs sind von der Wehrmacht besetzt, wer die Möglichkeit hat flieht in das unbesetzte Casablanca
      um von dort zu versuchen einen Flug in das neutrale Lissabon zu kriegen.
      Dazu sind natürlich nur schwer erhältliche Visa nötig, weshalb Casablanca für viele flüchtende die Endstation ist.
      Captain Renault (Claude Rains), der Polizeichef von Casablanca, gibt sich zwar neutral, arbeitet aber auch mit den Deutschen zusammen.
      Eines Tages trifft der deutsche Major Strasser (Conrad Veidt) in Casablanca ein, da er erfahren hat dass Victor Laszlo (Paul Henreid),
      der Anführer einer Widerstandsgruppe zusammen mit seiner Frau Ilsa (Ingrid Bergman) unterwegs nach Casablanca sein soll.
      Renault teilt Strasser mit, dass sich in Casablanca so ziemlich alles interessante in und um dem beliebtesten Nachtclub
      "Rick's Cafe Amercain" abspielt, der Besitzer selbst, Rick (Humphrey Bogart) allerdings neutral ist und sich nirgends einmischt.
      Deshalb treiben sich auch eher schmierige Typen wie der Italiener Ugarte (Peter Lorre) dort herum, welcher im Besitz zweier Visa ist.
      Tatsächlich trifft auch Victor Laszlo mit seiner Frau am Abend im Cafe Americain ein,
      allerdings ohne zu wissen, dass Ilsa und Rick eine gemeinsame Vergangenheit haben...

      Der nicht wirklich passende Ruf als reine schnulzige Liebesgeschichte dürfte wegen der stark zensierten Version
      welche damals bei Erstaufführung in Deutschland gezeigt wurde entstanden sein- und hält sich teilweise bis heute.
      Damals wurden alle Szenen welche auf den Nationalsozialismus schließen lassen entfernt,
      so dass der Schwerpunkt wirklich nur noch auf der Liebesgeschichte lag.
      Natürlich ist eben jene Liebesgeschichte auch der Mittelpunkt des Films, aber nicht so sehr im Vordergrund wie man meinen könnte.
      Die Besetzung ist bis in die Nebenrollen erstklassig, die Geschichte ist spannend erzählt, die Atmosphäre dicht, die Balance perfekt.
      Bei manchen Kommentaren, vor allem von Bogart kann man sich auch ein schmunzeln nicht verkneifen.
      Kurz: Die perfekte Mischung aus Abenteuer, Spionage und natürlich auch Liebesfilm.
      Kein Wunder, dass Casablanca sich damals drei Oscars (bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch) holen konnte.
      Ich persönlich hätte mindestens auch noch Bogart und Dooley Wilson (Musik) einen gegeben.

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      Sowohl 1955 als auch 1983 gab es jeweils einen sehr kurzlebigen Versuch, "Casablanca" als TV-Serie zu etablieren.
      Beide Serien sollten die Vorgeschichte des Films erzählen, und waren für die damalige Zeit auch halbwegs prominent besetzt,
      waren aber kein Erfolg und wurden auch nie ausserhalb der USA gezeigt.
      Die Pilotfolge von 1955 ist im Bonusmaterial der Blu-ray enthalten.

      1974 machte man dem französischen Regisseur François Truffaut das Angebot ein Remake zu drehen, was dieser jedoch ablehnte.
      Ein "offizielles" Remake existiert bis heute nicht, dafür aber einige Filme, die sich Casablanca offensichtlich zum Vorbild nahmen.
      Teils im Sinne von "Frech geklaut", oft aber auch als Hommage an das Original. Mehr dazu etwas weiter unten.

      CASABLANCA als Hörspiel (1943)



      Nur ein Jahr nach dem der Film erfolgreich im Kino lief, wurde für einen amerikanischen Radiosender ein Hörspiel gleichen Titels produziert.
      Das besondere daran: Während Musik und Geräusche teils aus dem Film stammen, handelt es sich nicht nur auch um Tonausschnitte aus dem Film,
      stattdessen übernahmen Bogart, Bergman und Henreid ihre Rollen für das Hörspiel noch einmal und sprachen ihre Texte dazu passend neu ein.
      Dadurch konnte man auch die Laufzeit des Hörspiels mit gerade mal ca. 30 Minuten recht kurz halten.

      Eine deutsche Version gibt es nicht, auch die in Deutschland von "Der Hörverlag" veröffentlichte Version
      (1979 auf LP, 1996 als MC- eine CD ist mir nicht bekannt) enthält den Originalton.
      Dieses Hörspiel ist auch im Bonusmaterial der Blu-ray enthalten, natürlich ebenfalls im Originalton.

      Nur ein Jahr später, also 1944, gab es eine weitere Hörspiel-Version, mit welcher allerdings keiner der am Film beteiligten zu tun hatte.
      Diese ist mir nicht bekannt, wurde vermutlich auch nur im amerikanischen Radio gesendet.

      CASABLANCA Soundtrack



      Falls irgend jemand verrückt (oder Fan) genug ist, sich auch die Musik aus dem Film anzuhören, dem sei der Soundtrack empfohlen.
      Hier sind (unter anderem) sowohl "Knock on Wood" als auch "As Time goes by" von Dooley Wilson in jeweils zwei Versionen enthalten:
      Zum einen der Originalton aus dem Film, zum anderen die normale Aufnahme aus dem Studio.



      BARB WIRE (1996)



      Steel Harbour, im Jahre 2017- also damals, zum Dreh des Films in naher Zukunft...
      Der zweite amerikanische Bürgerkrieg tobt seit langem, überall herrscht Chaos- nur Steel Harbour ist noch eine Art neutrale Zone.
      Kopfgeldjäger haben in dieser Zeit viel zu tun und verdienen eine Menge Geld, während das regierende faschistoide Direktorium
      an einer biologischen Waffe arbeitet, welche wie eine Krankheit eingesetzt werden soll um gezielt bestimmte Menschengruppen zu vernichten.
      Barbara Kopetski, genannt Barb Wire, leitet einen Nachtclub in Steel Harbour- und ist nebenbei als Kopfgeldjägerin erfolgreich.
      Eines Tages kommt ihr Ex-Freund Alex mit seiner Frau in ihre Bar und bittet Barb um Hilfe.
      Die beiden gehören inzwischen dem Widerstand an, und seine Frau trägt einen Impfstoff in ihrem Körper, welcher als Gegenmittel gilt.
      Doch in Steel Harbour kann damit niemand etwas anfangen, sie muss unbemerkt über die stark bewachte Grenze der Stadt gebracht werden.
      Barb ist durch ihre Arbeit als Kopfgeldjägerin im Besitz von Kontaktlinsen, welche den gefürchteten Netzhaut-Scan an der Grenze
      und sonstigen Kontrollen umgehen können, und eben diese würden die beiden nun benötigen.
      Doch Barb denkt zunächst nicht im Traum daran, ihrem Ex zu helfen- bis das Direktorium auf ihre Spur kommt und in der Bar erscheint...

      Ja, Barb Wire ist purer Trash. Allerdings schon eher Nobel-Trash, der durchaus auch so gedacht war und unterhaltsam daherkommt.
      Die Story ist samt dem bösen, an Nazis erinnernde Direktorium bei Casablanca geklaut und in die "Zukunft" versetzt (der Film ist von 1996)
      bietet also wenig neues- kann aber mit der damals angesagten Pamela Anderson (und einem Udo Kier mit Spaß an seiner Rolle) auftrumpfen.
      Keine Frage: Optisch ist Anderson perfekt für diese Comic-Verfilmung besetzt, und das haben die Filmemacher auch reichlich ausgenutzt.
      Es gibt reichlich Kurven, Lack und Leder zu sehen, und natürlich darf die Anderson in ihrer Bar auch einen Strip hinlegen.
      Bis auf ein paar wenige Szenen (ein zum Glück selten eingesetzter Stuntman mit schlechter Perücke und sichtbar muskulöser als Barb)
      ist das ganze auch weitgehend ordentlich inszeniert und mit stylischer Optik ausgestattet.
      Hier kann man wahlweise die Anderson begaffen, die "Ähnlichkeiten" zu Casablanca mitzählen, sich berieseln lassen- oder alles zusammen.
      Wer letzteres kann, wird definitiv gut bedient- alle anderen werden hier vermutlich weniger Spaß haben.

      [film]7[/film]

      MACH'S NOCH EINMAL, SAM (1972)



      Der Filmkritiker Allan (Woody Allen) ist neurotisch, tollpatschig- und generell fürchterlich nervig.
      Wen wundert es da, dass ihn seine Frau verlässt?
      Trotzdem versucht das mit ihm befreundete Ehepaar Dick und Linda (Diane Keaton) ihm andere Frauen vorzustellen,
      allerdings mit sehr mäßigem Erfolg, da Allan wirklich jede Chance mit seinem Verhalten zunichte macht.
      Gelegentlich erscheint ihm auch Humphrey Bogart in Tagträumen, welcher ihm Tips zum Umgang mit Frauen gibt.
      Dummerweise bemerkt Allan schon bald, dass er seine theoretische Traumfrau schon lange kennt- nämlich Linda...

      Als großer Fan von Casablanca musste ich "Mach's noch einmal Sam" unbedingt ansehen.
      Der Film beginnt mit dem Ende von Casablanca, und steuert schon bald auf ein sehr ähnliches Ende zu...
      Ich bin aber wohl nicht der Typ für Allen's Filme, denn schon von der ersten Minuten an nerven mich seine Selbstgespräche im Film,
      und seine generelle (mir) extrem unsympathische Erscheinung macht es nicht besser.
      Der Humor ist meiner Meinung nach einfach nur platter, alberner Klamauk,
      dass Allan z.B. nicht seinem Föhn klar kommt fand ich jedenfalls nicht als lustig, sondern einfach nur als peinlich-blödes Overacting.
      Die Dialoge sind nicht besser:
      "Auf der Hochzeitsreise bin ich 14 Tage nicht aus dem Bett gekommen, ich hatte Durchfall".
      Hahaha, wie lustig. Und solche Klopse ziehen sich durch den ganzen Film.
      So Interessant ich die Grundidee des Films generell auch finde, so unpassend finde ich die Umsetzung.
      Für das Auftauchen des eingebildeten Bogarts, die generellen kleinen Casablanca-Referenzen
      und dem wirklich nett arrangierten Ende gebe ich gerade noch

      [film]4[/film]

      EINE NACHT IN CASABLANCA (1946)



      Während des zweiten Weltkrieges in Marokko: Nazis haben im Hotel Casablanca geraubte Kunstgegenstände und Gold versteckt,
      und versuchen dies Geheim zu halten bis man Gelegenheit hat den Schatz unbemerkt ausser Landes zu bringen.
      Die letzten drei Hotelmanager hat man schon beseitigt, in der Hoffnung weiteren Kandidaten für diesen Posten Angst zu machen,
      mit dem Ziel einen der ihren zum neuen Geschäftsführer zu machen und freie Hand zu haben.
      Dummerweise wurde danach allerdings nicht Ober-Nazi Heinrich Stubel zum neuen Chef ernannt, sondern Ronald Hühnerpuster (Groucho Marx).
      Dieser hat zunächst keinerlei Wissen vom Schatz, und auch gar kein Interesse daran-
      solange die Bar gut gefüllt ist, er mit Frauen flirten und sich überall umsonst bedienen kann.
      Ohne es zu wollen und nur durch seine schräge Art wird Hühnerpuster nun zum Problem für die Nazis...

      Hier haben sich die Marx Brothers zwar an den wichtigsten Eckpunkten bei Casablanca bedient,
      ansonsten aber einen sehr eigenständigen Film daraus gemacht, welcher abgesehen von leicht geänderten Zitaten
      ("Nehmen sie alle Verdächtigen fest") Inhaltlich nur selten an das große Vorbild erinnert.
      Macht aber gar nichts, wer generell etwas mit dem teils überdrehten Humor der Marx Brothers anfangen kann wird hier köstlich unterhalten.

      [film]8[/film]

      CARROTBLANCA (1995)



      Die Looney Tunes-Version des Klassikers wurde im deutschen TV nie gezeigt, daher existiert auch keine deutsche Synchro.
      Die Originalversion ist im Bonusmaterial der Blu-ray enthalten.

      Auf meiner UK-VHS sind neben der (sehr gelungenen) Titelgebenden Casablanca-Parodie
      noch weitere (allesamt deutlich schwächere) Looney Tunes-Geschichten mit (mehr oder weniger) Filmthemen vorhanden:
      - Dripalong Daffy (Eine generelle Parodie auf die klassischen alten US-Westernfilme)
      - Hare Do (Elmer Fudd ist auf der Jagd nach Bugs Bunny- welcher sich in einem Kino versteckt)
      - You Ought to be in Pictures (Realfilm, in dem die gezeichneten Daffy und Porky ohne ihre Zeichner in Trickfilmen erfolgreich werden wollen)
      - The Scarlet Pumpernickel (Daffy hat es satt in Filmen nur lustig zu sein- und erzählt eine dramatische Superhelden-Liebesgeschichte)
      - Box Office Bunny (Wieder eine Looney Tunes-Folge die in einem Kino spielt-immerhin mit einer "Friday the 13th" bzw "TCM"-Anspielung)
      Da frage ich mich jetzt nur noch, warum man den ziemlich witzigen "Duxorcist" oder auch "Night of the living Ducks" nicht draufgepackt hat...



      CUSUBLUNCU



      Selbst Disney kam nicht um den großen Namen Casablanca herum, und ließ vom italienischen Zeichner Giorgio Cavazzano
      einen immerhin 50-seitigen Comic, Stilecht in Schwarz/Weiss gehalten, zum Thema zeichnen.
      1987 entstand diese Version der Geschichte unter dem Namen "Cusubluncu".
      In den "Hauptrollen" Micky und Minnie sowie die anderen Figuren aus deren Comics. Donald als Bogart wäre mir lieber gewesen...
      In Deutschland wurde die Story allerdings erst 2007 veröffentlicht,
      und das auch nur im dritten Band der vierteiligen Jubiläumsveröffentlichung "40 Jahre LTB" (Lustiges Taschenbuch).

      INSPEKTOR CANARDO



      Wer wie ich lieber Donald Duck als Bogart gesehen hätte, dem empfehle ich die Comic-Reihe "Inspektor Canardo" von Benoit Sokal.
      Diese hat zwar inhaltlich nichts mit Casablanca zu tun,
      aber Inspektor Canardo (eine Ente) ist ganz klar in Optik und Verhalten an Bogart's Rolle aus Casablanca angelehnt.


      Man könnte nach diesem kleinen Bericht durchaus denken ich sei ein großer Fan des Films.
      Stimmt. Keinen anderen habe ich auch nur annähernd so oft gesehen wie Casablanca.
      Und so sieht der Raum mit meinem "Arbeitsplatz" aus, an dem ich diesen Bericht geschrieben habe:



      Da man die beiden kleineren in der Ecke nicht so gut erkennen kann (man möge die Spiegelungen entschuldigen...):

    • Schön das du ähnlich denkst wie ich, ein Poster von "Casablanca" habe ich übrigens bei mir im Flur hängen.
      So viele Frauen und so wenig Zeit...

      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...