Milchwald



    • Arbeitstitel: Verloren
      Produktionsland: Deutschland / Polen
      Produktion: Clarens Grollmann, Mario Stefan
      Erscheinungsjahr: 2003
      Regie: Christoph Hochhäusler
      Drehbuch: Benjamin Heisenberg, Christoph Hochhäusler
      Kamera: Ali Olcay Gözkaya (Ali Olay Gözkaya)
      Schnitt: Gisela Zick
      Spezialeffekte: -
      Budget: ca. -
      Musik: Benedikt Schiefer
      Länge: ca. 87 Min.
      Freigabe: FSK 12

      Darsteller:

      Sophie Charlotte Conrad
      Leo Bruckmann (Leonard Bruckmann)
      Judith Engel
      Horst-Günter Marx
      Miroslaw Baka
      Hanna Kochanska
      Anna Bojarska-Skoczylas (Anna Bojarska-Urbanska)
      Monika Pietsch
      Magdalena Karczewska
      Anne Langenickel
      Harald Richter
      Rudolf Csermely (Dr. Rudolf Csermely)
      Kathrin Schlenstedt
      Paul Kaersten
      Karl-Fred Müller (Karl Fred Müller)

      Inhalt: Mitten in der Einöde, gabelt Silvia (Judith Engel) ihre 2 Stiefkinder auf, mit deren sie vollkommen überfordert ist. Denn sowohl die 9-jährige Lea (Sophie Charlotte Conrad) als auch der 7-jährige Bruder "Konstantin" (Leonard Bruckmann)
      nehmen die ohnehin bereits nervlich angespannte Frau nicht für voll. Im Wagen kommt es zum Streit, worauf beide rausfliegen und Silvia weiterfährt. Im Glauben, den Kindern einen gehörigen Denkzettel verpasst zu haben, dreht sie um, doch Lea und
      Konstantin sind spurlos verschwunden. Silvia hat Angst, dem Kindsvater "Josef" (Horst-Günter Marx) die Wahrheit zu erzählen, bis er sich selbst mit anschließend polizeilicher Hilfe auf Suche begibt. Den Kindern hat sich leicht zwangsweise ein Pole angenommen, welcher ihnen hilft, doch können sie "Kuba" (Miroslaw Baka) trauen? Als 10.000€ Belohnung ausgesetzt werden, riecht dieser Lunte, verlangt jedoch keine Polizei! Doch so leicht wie Kuba sich das vorstellt, wird es nicht. Denn zwischenzeitlich sucht Lea vergeblich nach Konstantin und steuert auf eine Spirale des Grauens zu...

      Trailer:



      Meinung: Der 1. Langfilm von Christoph Hochhäusler, kann von Beginn an eine starke 70er Nostalgie aufbauen. Diese Einöde ist nicht nur unbeschreiblich, sondern absolut fantastisch ausgewählt wie eingefangen. Nicht milder intensiv kommt die
      deutliche Anspannung während Silvia mit den Kindern im Auto sitzt, ehe das Schicksal seinen Lauf nimmt. Lange wird der Zuschauer nicht hingehalten, sondern erlebt innerhalb kürzester Zeit genügend Charaktereinführung um rapide Teil des Geschehens zu werden. Jenes gilt zunächst auf Stiefmutter Silvia bezogen, eine vollkommen überforderte, dazu noch verantwortungslos feige Sau, welche den fragenden Mann bezgl. Verbleib der Kinder, lieber mit Reizen versucht vom Thema abzulenken als blitzartig die Wahrheit zu erzählen! Der Vater ist dann noch so bescheuert mit ihr zu schlafen als weitere Fragen zu stellen, schließlich sollte seine Neue mit den beiden heimkommen was nicht geschehen ist. Doch rutscht das letzte bisschen Verstand erst mal in die Hose, kann es mit Verantwortungsbewusstsein nicht weit hergeholt sein. Hierbei kommen deutlich familiäre Halbherzigkeiten ans Licht, da auch die Kinder keine große Lust haben nach Hause zu kommen. So verläuft die Geschichte zwar weiter ruhig, jedoch nicht unspannend. Und gerade durch die stets triste Atmosphäre, punktet Milchwald durch eben genau diese ruhige Erzählweise, baut Dramatik auf ohne übertrieben dramaturgisch zu wirken. Im Interview sagte Hochhäusler, er wolle mit seinen Filmen die Zuschauer erreichen, was ihm in mehr als Respektabler Form auch gelungen ist! Doch der Film kann mehr als daraus seine ganze Kraft schöpfen, er ist authentisch! Nicht nur Lea, besonders Konstantin welcher ein schreckliches Geheimnus zu umgeben scheint, sieht nicht nur deutlich gezeichnet aus, sondern steht psychisch komplett neben sich, das die Frage des Polen -Was ist mit dir passiert?- durchaus Berechtigung hat. Eine Antwort dazu, bleibt der Film seinem Zuseher schuldig, und steigert die bisherig kaum auszuhaltene, spürbare Ausweglosigkeit ins Unermessliche! Riesen Lob an den Jungdarsteller Leonard Bruckmann dafür! Seine Filmschwester kann ebenfalls von darstellerischen Qualitäten auf sich Aufmerksam machen, auch wenn ihr späterer Auftritt in der Harald Schmidt Show eher peinlich war.

      Regisseur Christoph Hochhäusler liefert mit seinem 1. Spielfilm, ein Schonungsloses, Beinhartes, Gnadenlos Hartes Brett von Gewaltigem Independent-Kino mit nachhaltigem Ende ab, und lässt Filme wie Jack locker am Straßenrand liegen!
      Ein Werk, welches zudem in Frankreich sehr positiv nach Kinopräsentation aufgenommen wie laut Regisseur innig diskutiert wurde.

      [film]10[/film]
    • :97: ...was für ein blöder Trailer...
      Alterius non sit, qui suus esse potest.

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    • Dacht ich erst auch. Andererseits endlich mal einer, wo nicht viel verrät. Macht es spannender.
      Bin heute noch froh nicht an dem vorbeigegangen zu sein, besonders diese triste Kälte was er vermittelt,
      fand ich enorm anziehend.
    • Ich seh da nur ne Alte an der Tanke, die erst stundenlang keine Anstalten macht Auszusteigen und dann blöde da rumläuft, das macht den Film für mich schon von vorn herein Langweilig.
      Alterius non sit, qui suus esse potest.

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    • Der Trailer vermittelt zwischen den Zeilen ne starke Trostlosigkeit. Muss man schon recht offen sein für. Natürlich ist er als reiner Trailer nicht spektakulär,
      hat den heutigen jedoch viel voraus weil die schlicht den ganzen Film in 2-3 Min zeigen. Weniger ist oftmals mehr.
      Aber ich kann deine Meinung durchaus nachvollziehen, so isses ja nicht. Dachte gestern Abend beim ansehen das gleiche,
      andererseits schätz ich ihn wieder auf Grund seiner "leeren" Art.