Corpus Christi

    • Corpus Christi



      Produktionsland: Polen
      Produktion: Leszek Bodzak, Aneta Cebula
      Erscheinungsjahr: 2019
      Regie: Jan Komasa
      Drehbuch: Mateusz Pacewicz
      Kamera: Piotr Sobocinski Jr.
      Schnitt: Przemyslaw Chruscielewski
      Spezialeffekte: Piotr Krzyczmonik
      Budget: ca. -
      Musik: Evgueni und Sacha Galperine
      Länge: ca. 115 Minuten
      Freigabe: FSK 16

      Darsteller:

      Bartosz Bielenia: Daniel / Pfarrer Tomasz
      Eliza Rycembel: Marta
      Tomasz Zietek: Daniels Mithäftling
      Łukasz Simlat: Vater Tomasz
      Anna Biernacik: Martas Freundin
      Aleksandra Konieczna: Martas Mutter Lydia
      Lidia Bogacz: Mutter
      Bogdan Brzyski: Molinskas Sohn
      Mateusz Czwartosz: Bonus


      Kinostarts in Deutschland: 03.09.2020
      Deutsche DVD & Blu-Ray Fassung: 05.03.2021


      Handlung:

      Kurz vor seinem 21. Geburtstag wird Daniel aus der Haft entlassen.
      In seiner Zeit in einer Jugendstrafanstalt diente er dem Gefängnispriester Pater Tomasz als Messdiener, schnappte dabei die eine oder andere Gebetsformel auf, fand Gefallen an den Predigten und erlebte eine spirituelle Transformation.
      Er wollte nach der Haftstrafe selbst gerne in ein Priesterseminar eintreten, doch das Verbrechen, das er begangen hat, hindert ihn daran.
      Statt sich im Zuge einer Wiedereingliederung in einem Sägewerk als Arbeiter zu melden, gibt er sich in einem nahegelegenen Dorf, entsprechend verkleidet, als Priester aus.

      Der neue Seelsorger kann, nach anfänglichen Vorbehalten, die äußerst konservative Kirchengemeinde mit der Zeit für sich gewinnen.
      Bei seiner ersten Messe muss er improvisieren, weil ihm die richtigen Worte fehlen, und erklärt, auch Stille könne ein Gebet sein.
      Auch die erste Bewährungsprobe im Beichtstuhl absolviert er dank einer passenden App auf seinem Smartphone problemlos und kann so der besorgten Mutter raten, die ihr Kind beim Rauchen erwischt und geschlagen hat, ihm einfach stärkere Zigaretten zu kaufen.

      Insbesondere bei den jungen Gemeindemitgliedern kommt der coole Gottesmann mit seiner ungewohnt lässigen Art gut an.
      Dem Bürgermeister, der zugleich Besitzer des Sägewerkes ist, sind die radikalen Predigten jedoch ein Dorn im Auge.
      Zudem will er unbedingt verhindern, dass ein tragischer Unfall aus der Vergangenheit neu untersucht wird...

      So viele Frauen und so wenig Zeit...

      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • Produktion:

      Wahre Begebenheiten und Stab

      Corpus Christi geht auf wahre Begebenheiten zurück.
      Im Jahr 2011 hatte die Geschichte von den Machenschaften Patryk Błędowskis in Polen für Schlagzeilen sorgte: Der damals 19-Jahre junger Mann gab drei Monate lang vor, Priester zu sein und hielt Messen.
      Im Jahr 2014 erzählt Mateusz Pacewicz, der Drehbuchautor des Films, diese Geschichte im „Dużym Formacie“, einer Beilage der polnischen Tageszeitung Gazeta Wyborcza. Zudem hatte Pacewicz das Buch Kazanie na dole (auch Sermon at the bottom) über Błędowskis Geschichte veröffentlicht.


      Regie führte Jan Komasa.
      Er baut den Film auf den wahren Ereignissen der Geschichte rund um den falschen Priester auf und reichert diese mit fiktiven Elementen an. Beispielsweise haben die Geschehnisse in der Jugendstrafanstalt und die Tragödie, die das Dorf heimgesucht hat, nicht stattgefunden.
      Über die Geschichte dieses jungen Mannes, der aus einer Jugendhaftanstalt entlassen worden war und sich in der Pfarrei St. Andrzej Bobola in der kleinen Gemeinde Budziska in der Woiwodschaft Masowien als Priester ausgegeben hatte sagt Komasa, die Menschen dort hätten ihn geliebt und seien schockiert gewesen, als sie davon erfahren hatte, das er nicht wirklich Priester war.
      Das Erstaunlichste sei gewesen, dass die Leute in dem Moment, als er aufgeflogen war, anfingen, Briefe an den Vatikan zu schreiben.
      Zu jedermanns Überraschung habe der Vatikan seine Sakramente sanktioniert, was ein großes Problem löste, da die Menschen in der Gemeinde nicht wussten, ob sie verheiratet oder ob ihre Kinder getauft waren.

      Wie auch bei seinem Nachfolgefilm The Hater, in der Maciej Musiałowski die Hauptrolle von Tomasz übernahm, sei Komasa bei beiden Filmen daran interessiert gewesen zu zeigen, wie die Gruppe einen Einzelnen beeinflusst und wie die auserwählten Prügelknaben plötzlich zu jemandem werden, vor dem man Angst hat. Sie seien jedoch irgendwie auch Helden.
      Die Heldentat von Daniel in Corpus Christi sei in gewisser Weise, die Gemeinschaft zu versöhnen, indem er vorgibt, jemand zu sein, der er nicht ist.
      Ralf Schenk vom Filmdienst bemerkt, Komasas Hauptfigur sei keiner von jenen tatsächlichen kirchlichen Würdenträgern, die wie in dem vieldiskutierten Erfolgsfilm Klerus von Wojciech Smarzowski aus dem Jahr 2018 alkoholsüchtig sind, Kinder missbrauchen und streng verbotene Kontakte zu homosexuellen Seilschaften unterhalten, sondern ganz im Gegenteil: "Daniel versieht seinen selbsterwählten Dienst ohne Arg, unorthodox und verantwortungsvoll, sehr nahe an denen, die seines Zuspruchs und seines Trostes bedürfen."
      So viele Frauen und so wenig Zeit...

      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • Wenn etwas Action drin ist, könnte der nicht schlecht sein. aber kann auch viel Laberei sein, was nicht so packt.. Die Kritiken sind mir zu überschwänglich.


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    • Was für Action?

      :197:
      So viele Frauen und so wenig Zeit...

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    • Ergreifend, ich bin mir auch sicher wenn manche Menschen im Leben eine Chance erhalten würden - sie könnten so viel bewegen.

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      So viele Frauen und so wenig Zeit...

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    • Was für ein innerlicher Kontrast zwischen schwer erziehbarem Jugendlichen und dem heiligen Pfarrerleben. Ein kirchlicher Rausch zwischen Sex, Drogen und Industrie. Ich musste bei einigen Ansprachen des Jugendlichen als Pfarrer mir die Hände vors Gesicht halten, wenn er zuvor noch im Elektromusikrausch unter Drogen gefeiert hat, somit ich peinlich berührt war auf kommendes Gesprochene, dass es lächerlich werden könnte. Dieser Corpus Christi ist eine Granate, tiefsinnig im Inhalt und das Thema Priester und Gebete habe ich so direkt und ehrlich dargestellt noch nicht gesehen. Das was der Zuschauer weis, weis die streng Gläubige Gemeinde nicht, so findet der Junge, getarnt als Priester ansehen was der Beruf ja mit sich bringt und was der Junge so noch nicht kannte. In der Gemeinde gibt es vor allem ein großen Konflikt und der unerfahrene Pfarrer darf mit seiner eigenen Weise damit umgehen und die Gemeine damit beeinflussen.

      Das muss man erstmal als Regisseur so alles hinbekommen, dass es zu keiner Zeit unglaubwürdig wird. An Härte gibt es am Ende samt Blutgesuppe was deftiges serviert. Allgemein weis das offene Finale richtig gut zu gefallen, man kann seine Gedanken dadurch weiter schweifen lassen, was noch alles passieren könnte. Corpus Christi ist einer der besten Filme des Jahres.

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    • "Wisst ihr was wir gut können? Menschen aufgeben, mit dem Finger auf sie zeigen.
      Verzeihen heißt nicht vergessen - Verzeihen heißt Lieben - Jemanden trotz seiner Schuld zu lieben.
      Ganz gleich was er getan hat."

      Wahre Worte, wenn auch so einfach daher gesagt. In der Praxis jedoch nicht unbedingt je nach Fall, ratsam.
      Genau so gut könnte man nem Kinderschänder/Mörder/Vergewaltiger ne 2. Chance geben der was von Erläuterung faselt, und i-wann ne Wiederholungstat begeht.
      Das Opfer wird sich bei uns dann sicher für aufbringende Liebe in Richtung Täter bedanken.

      Trailer sieht gut aus, der Film ist es augenscheinlich auch. Doch seine hörbare, im Eingang erwähnte Aussage lässt ihn für mich fragwürdig erscheinen & im Regen stehen.
      Er dürfte bei vielen für großes Stirntippen sorgen. Insbesondere Leute die immer wieder aufs Neue enttäuscht wurden, werden dem schwerlich bis 0 abgewinnen.
    • Der Film ist aber gut, glaub da wird es nicht viele geben, die den 0 abgewinnen können.


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    • Dem Film selbst nicht, denn der scheint Gewaltmäßig seine Momente zu haben was abgefeiert wird, aber die Kernaussage dürfte auf wenig Anklang stoßen.
      Daran wird wohl keine Zweifel bestehen.

      Ich glaube viel mehr das die Mehrheit keine Toleranz für solche Schweine aufbringt wie weiter oben aufgezählt.
      Spätestens wenn sie Opfer werden oder gar waren bzw. es jemanden aus Familie/Freundeskreis etc. trifft, mal wieder in der Zeitung steht ist es plötzlich vorbei :5:
      Wer möchte das nächste Opfer auf dem Gewissen haben? Scheiß egal so lang nicht eigenst betroffen?
      Wie viele könnten noch leben, würde man angeblich geläuterte nicht auf freien Fuß gesetzt haben?

      Was möchte der Film erreichen? Den Leuten einhämmern jedem Schwerstverbrecher seine Taten zu billigen?
      So gesehen könnte jeder sorgenfrei kleine Kinder knallen, wenn sein Vergehen akzeptiert wird.
      Dem als Dank Liebe entgegenbringen? Das wird wohl niemand machen. Mit Recht!

      Kann er noch so gut sein, die Grundaussage halte ich, zumindest auf Allgemein bezogen, für gefährlich wie äußerst fragwürdig.
      Muss ich mir nicht ansehen.
    • Ich hoffe die 1er Wertungen haben den Film auch gesehen jetzt. :0:


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    • nightmare-horrormovies.de/inde…&postID=345304#post345304

      Ja und? 2.Chance geben, rennen noch genug Kinder rum. Vielleicht haben die ja mehr Glück....
      Ich will nicht abstreiten das der Inhalt des Films auf ganz andere Gegebenheiten abzielt, ändert dennoch nix an seiner fragwürdigen Aussage.
      Ob geläuterte Schlägertypen, Nazis, Diebe etc., geschenkt. Aber ein Kinderschänder sollte keine 2. Chance mehr kriegen jemals wieder Gefahr zu laufen
      selbiges zu wiederholen. Wer das anders sieht, ist krank.
    • Die Kinderthematik kommt im Film allerdings nicht vor oder ich habe was verpasst.


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    • Das denke ich nicht, sonst wäre der Aufschrei sicher größer.
      Sein Inhalt dürfte es geschafft haben die Leute so "abzulenken" das jedlich weitere Gedanken um die Ausmaße der Kernaussage
      unter den Teppich fiel.

      "Ganz gleich was er getan hat." schließt nunmal alles geschehene mit ein.
      Weiß noch wie jemand wegen sexuellen Mißbrauchs an Kindern im Anschluß seines Knastauffenthalts versucht hat, seine Tat zu rechtfertigen (!) faselte was von Spätentwicklung und kam mit Zeitsprüngen daher^^
      seinem Gesprächspartner mit Bundesverdienstkreuz für dessen über Jahre hinweg erbrachte Hilfeleistung, wurde schlecht :0: Trotz Proteste der Zuhörer/seher welche nicht verstehen konnten weshalb solche Menschen Gehör kriegen, stimme ich zu das JEDER verdient zu Wort zu kommen, alles weitere ergibt sich währenddessen. Gespräch wurde dann auch abgebrochen weil der Typ alles andere als Geheilt rüberkam und sich nicht aufrichtig für den Mißbrauch entschuldigte.

      Sorry, da is keine Vergebung drin. Und solche Filme wie der hier besprochene werden da 0,0 ändern dran. Ganz im Gegenteil, wirkt er mit dem Grundtenor viel mehr nach Freibrief, wer im Leben noch keine 2. Chance erheilt kann sich ALLES erlauben!
      Dazu Glasklares Nein (!) Ein Film mit derlei Aussage - Da würd ich mir im wahrsten des Wortes "im falschen Film" vorkommen!