Martyrs

    • Produktionsland: Frankreich, Kanada
      Produktion: Frédéric Doniguian, Richard Grandpierre, Simon Trottier
      Erscheinungsjahr: 2008
      Regie: Pascal Laugier
      Drehbuch: Pascal Laugier
      Kamera: Stéphane Martin, Nathalie Moliavko-Visotzky
      Schnitt: Sébastien Prangère
      Budget: 6.500.000 $
      Musik: Alex Cortés, Willie Cortés
      Länge: ca. 97 Minuten
      Freigabe: SPIO/JK: strafrechtlich unbedenklich
      Darsteller: Robert Toupin, Patricia Tulasne, Morjana Alaoui, Mylène Jampanoï, Catherine Bégin, Juliette Gosselin, Xavier Dolan-Tadros, Isabelle Chasse, Emilie Miskdjian, Mike Chute, Gaëlle Cohen, Anie Pascale





      Inhalt:

      Frankreich, Anfang der 70er-Jahre, ein verlassenes Industriegelände. Keine Menschenseele ist zu sehen, als sich die zehnjährige Julie schreiend und blutend durch die staubigen Straßen schleppt, dem Wahnsinn nahe, auf der Flucht vor unbekannten Peinigern. Als sie endlich aufgefunden wird, weist ihr geschundener Körper die Merkmale monatelanger Entbehrungen auf, aber keinerlei Anzeichen sexueller Gewalt. Das Mädchen wird in ein Krankenhaus eingewiesen. Täter und Motiv bleiben im Dunkeln. 15 Jahre später klingelt es an der Tür einer vierköpfigen Familie. Als der Herr des Hauses öffnet, sieht er sich Julie gegenüber - und dem todbringenden Lauf eines Jagdgewehrs.


      Trailer:


      Homepage: martyrs-lefilm.com/


      Kino: Fantasy Filmfest 2008

      US DVD Fassung: 28.04.2009
      Deutsche DVD Fassung: ?? ( Verleih: 01.04.2009 )
      Österreich Fassung: 30.04.2009 (NSM - 2 Disk Special Edition)
      Schweiz Fassung: 30.03.2009 (Frenetic Films)


      Österreich Mediabook (DVD + Blu-Ray): 28.02.2014


      Kritik:

      Ich habe in letzter Zeit schon oft gehört, dass dieser Martyrs ein typischer aktueller französischer Folterfilm sein soll, so wie zuvor von "Inside", "Frontier(s)" und "High Tension" zu sehen. Diese Richtung schlug in diesem Jahr durchaus der britische "Eden Lake" auch ein, aber Frankreichs "Martyrs" sollte man trotz seines schon vernommenen Rufes diesbezüglich nicht auf jene Stufe stellen, nein gewiss nicht.
      Gut, in einem einzigen Punkt wurden bereits eben erwähnte Genre-Filme der letzten Jahre sogar übertroffen und zwar die brutale Vorgehensweise gegen eine Frau, jener Ablauf aber eher den Terrorfan Ansprechen dürfte, als den Gorehound, denn viel Splatter gibt es nicht, dafür harte Schläge mit Köpfchen gegen Wände und Prügel, die bis zum nahen Tode geht, was von sehr angsteinflößende und verstörende Schreie der Frauen begleitet wird, somit sich die Härte viel mehr im Kopf abspielen wird, als optisches vorhanden ist. Deswegen würde ich den Härtegrad insgesamt hinter einen "High Tension", "Hostel" oder "Saw" ansehen, aber diesen unterschiedlichen Gewalt-Punkt miteinander zu Vergleichen, sollte man wohl doch besser sein lassen.

      Was man zumindest erwarten darf, ist eine düstere, dreckige und blutverschmierte Kulisse, mit sehr gut agierende Darsteller, insbesondere unsere 2 schwarzhaarigen Hauptcharaktere die Schönheiten "Morjana Alaoui" und "Mylène Jampanoï", auch noch zu erwähnen wäre die Junge "Juliette Gosselin" am Filmanfang, die irgendwann mit Sicherheit auch mal solch eine Luxusschnitte sein dürfte. Alle Charakter sind nicht nur von der Optik, sondern auch vom schauspielerischen Talent her bestens besetzt, wovon Hollywoodfilme momentan meist nur Träumen können.

      Womit ich in diesem Film allerdings überhaupt nicht klar kam, ist der komplizierte und verwurstelte Charakterbezug der Lucie, wenn sie wie wild in ein Haus einbricht und eine scheinbar Perfekte und sympathisch wirkende Familie metzelt.
      Dies ist sicherlich ein Kritikpunkt, bei dem ich auch ein Auge zudrücken könnte, auch wenn man zu wenig über die Familie aufgezeigt hat. Natürlich kann man sich dies gut mit dem realen Leben Erklären, es wirkt auf mich allerdings irgend wie nicht passend zu den sehr lieben und sympathischen Gesichtszügen der Darsteller, andererseits ist man anschließend auch um so mehr geschockt, wenn herauskommt, dass diese Eltern für das Verbrechen verantwortlich sein sollen. Allerdings funktioniert die umkippende Antipathie und Überraschung keinster Weise, da unser wiederkehrendes Opfer (Lucie) den Fehler macht und unschuldige Kinder der Familie gleich noch berechnend mit umbringt und somit den Unsympathiefaktor bei sich behält und die Eltern auch als Opfer durchgehen werden, weil man vor Opfer Lucie zudem vorher nur eine Wage Vermutung gehört hat, deren Geisteszustand man ja nun nicht mehr Vertrauen kann, dass dies auch wirklich die Foltereltern sein könnten, was nicht mal Anna glauben will. Es werden keinerlei Beweise (wie Fotos) von Lucie gezeigt, sie ist sich nach gut 15 Jahren aber doch irgendwie sicher, dass es die Foltereltern sind. Bis auf den Keller im letzten Drittel, gibt es bis dato nicht mal einen Beweis dafür, ob sich Lucie nicht doch um ein Haus vermacht hat oder völlig Geisteskrank ist, dass wäre ja mal eine Wendung, die Frau hat sich vertan!

      Dass mit dem Folterkeller ist jedenfalls viel zu spät eingefügt worden, man hat nie das Gefühl, dass Lucie hier rechtens (oder aus Selbstjustiz) gehandelt hat, sondern kommt sich vor, wie das Erleben aus der Sicht einer Psychopathin, hiermit sind jetzt nicht die Geister-Wahrnehmungen gemeint. Aus einer Vermutung heraus gleich eine Selbstjustiz zu Vollstrecken, lässt den Charakter für mich und viele andere mit Sicherheit als psychisch nicht Zurechnungsfähig rüberkommen und der Film hat zu diesem Zeitpunkt bei mir auch schon aufgrund der fehlenden Sympathie zu Lucie verloren. Somit ist ein Mitfühlen mit dem Opfer und der Komplizin in der Hauptrolle gar nicht mehr möglich, wenn man das Abschlachten unschuldiger Kinder verabscheut, da kann auch die gute Darstellerin den sehr unsympathisch gewordenen Charakter nicht mehr glatt polieren und man wünscht sich somit, dass dieser auch schnell ein Ende bereitet wird.

      Dabei hätte doch alles einigermaßen gut werden können, mit einem Rachemotiv, verschmutzter Kulisse und überzeugenden Darstellern. Mit dem auftreten der Sekte, die wie aus heiteren Himmel auch recht unpassend genau an diesem Tag und Moment noch Auftritt, bekommt der Film eine überraschende Wendung. Zumindest gibt es nun Folterszenen gegen eine Frau, was an sich viel Intensität aufzeigt, dass wiederum vom Zuseher ein gutes Gemüt abverlangt, wenn gleich ich hier irgend wie keinen Bezug mehr zu gebotenen fand, da ich die Anna ja als Komplizin der unsympathische rübergebrachten Lucie ansah und es ihr irgend wo auch zu recht geschieht, was an Folter nun folgen sollte. Selbst diesen harten Teil des Filmes habe ich eher mit etwas Langeweile verfolgte. Die Industial Sounduntermalung ist zumindest Perfekt dazu gewählt, wurde aber zu wenig eingesetzt.

      Noch mal zum Finale, ich fand die Sektenthematik mit dem erlangen wollen vom Wissen nach dem Tode an sich ganz interessant, insbesondere mit dem Schlusspunkt dann, wenn gleich ich das Jenseits gerne erklärt haben wollte (gibt es auch nichts von). Diese 2.Hälfte mit dem Folterkeller passt nicht wirklich zur ersten Filmhälfte, da es einfach zu großer Zufall ist. Eine Ganzkörperenthäutung würde im Verlauf in Wirklichkeit auch noch sofort zum Tode führen und an das Jenseits glaube ich nicht wirklich, deswegen wäre ich auf eine Erklärung diesbezüglich richtig gespannt gewesen, aber was die Kirche nicht Erklären kann, soll dann Martyrs schaffen? Man hätte es zumindest Versuchen sollen, denn schließlich darf ein Film ja auch unnatürliches Aufzeigen.

      Man hätte hier vom Material her 2 ordentliche Filme draus machen können, so bleibt bei mir aber nur der Eindruck, zu viel gewollt zu haben. Somit ist Martyrs in meinen Augen rein spekulativ nicht unbedingt massentauglich und erst gar nicht einfach zu Verstehen, da sich die 3 weiblichen Charaktere und das Pseudo Phänomen alle samt sehr ähnlich sehen, so wie bei asiatischen Darstellerinnen in deren Filmen. Aber die Gewaltdarstellung allein, die Tabu Themen bricht, findet trotzdem seine Fans, wenn gleich ich einige Werke gesehen habe, die mit ähnlicher Thematik schon wesendlich glaubhafter und rationaler gefoltert haben, ohne ins stark rücksichtslose und hirnlose zu verkommen, anhand von schwacher Charakterintensivierung und Rücksichtslosigkeiten, von "High Tension", "Inside", "Frontier(s)" bis hin zu "Snuff Road" und "Bloodsucking Freaks" gibt es besseren Stoff diesbezüglich.

      [film]7[/film]

      Edit: Aufwertung am 20.03.2014 von 5 auf 7 Punkte. Mehr dazu auf Seite 9.
    • also mir hat martyrs im gegensatz zu frontier(s) und inside leider gar nicht gefallen...
      die erste halbe stunde is war eigentlich nicht schlecht, hat mich irgendwie an nen ital. rachwestern erinnert... held wird was böses angetan, danach geht es auf blutigen rachefeldzug... nunja soweit so gut... aber ab dann... ich weiß nicht vllt erwarte ich auf meine alte tage doch zu viel von den filmen... mir hat die zweite hälfte des films gar nicht gefallen (einziges highlight waren die geilen effekte bei der häutungsszene) aber sonst fand ich den recht eher langweilig und das ende war mehr als unzufriedenstellend...

      es ist ein film, den mal mal gesehen haben sollte, sich meines erachtens jedoch nicht lohnt in die heimische dvd sammlung zu holen. aber die geschmäcker sind ja verschieden gott sei dank... (5/10 punkten) [im vergleich inside erhält bei mir ne glatte 10/10] :3:

      ich bin aber auch mal gespannt, was die franzosen noch so schönes in der kommenden zeit produzieren
    • Original von Dr.Doom
      Den Film würde ich mir definitiv mal in der Videotheak ausleihen, vorausgesetzt, dass sie ihn in unserer kleinen Videotheak auch haben.


      also solange du nicht im ösi land oder bei den eidgenossen wohnst, wirste wohl leider wenig glück haben den in ungeschnittener weise als verleihversion zu bekommen... so wie ich mitbekommen hab wird bei dem ähnlich stress gemacht, wie bei inside, den du bei uns ja leider auch nur als re-import aus ösiland bekommst... ich hatte den damals im kino gesehen das war halt schon was anderes, als zu hause auf em kleinen tv :5:
    • Als Offiziell sollte am 05.11.2008 eine Verleihfassung erscheinen, was wahrscheinlich aber doch nicht geschehen ist. Zumindest weis meine Videothek von nichts. Sie haben zwar nicht alles, aber im Computer haben sie auch nichts gefunden. Ich glaub auch, dass die dt. Fassungen alle geschnitten werden, ohne den Film gesehen zu haben. :)
    • Original von Dr.Doom
      Ich glaub auch, dass die dt. Fassungen alle geschnitten werden, ohne den Film gesehen zu haben. :)


      hab das aus recht zuverlässiger quelle, dass die fassung nur cut kommen wird... nunja mir soll es egal sein, ich hab ihn 1 mal gesehen, das reicht mir auch... :P
    • Original von Dr.Doom
      Die DVD erscheint Heute und hat eine Spielzeit von ca. 93 Minuten. Die Originallänge bei dem FFF betrug ca. 97 Minuten. Die DVD dürfte somit geschnitten sein. lolp


      ist doch meine rede... aber nur um ihn mal gesehen zu haben, sollte es ja reichen, wenn du dir mal die cut version anschaust und wenn du dann noch wissen willst, was fehlt schau doch einfach auf der seite mit den schnittberichten (keine ahnung, ob ich hier die seite verlinken darf) vorbei
    • Das erscheinen der dt. DVD Fassung wurde auf unbestimmt Zeit verschoben, ich habe mich ja schon gewundert, dass mein Videotheak von nichts weis, somit wandert der Film wieder in die "Coming Soons" Ecke zurück, hoffentlich nicht für immer. lolp