Ostermontag



    • Originaltitel: Ostermontag
      Herstellungsland: Deutschland
      Herstellungsjahr: 1991
      Länge: 65 Min.
      Regie: Heiko Fipper
      Effekte: Heiko Fipper
      Musik: Heiko Fipper
      Kamera: HF-Team
      Darsteller: Heiko Fipper, Stephan Fipper, Nicole Dietrich, Andreio Flower
      Produktion: HF Pictures


      Inhalt: Der psychopathische Heiko ist in seine Stiefschwester Nicole verliebt. Diese allerdings erwiedert seine Gefühle nicht und macht sich über ihn lustig. Gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester treibt sie ein gemeines Spiel mit Heiko. Dieser, völlig frustriert, beschließt die Zwillingsschwester seiner Stiefschwester zu ermorden. Jahre Später lädt Heiko Nicole zu sich ein, welche ihn dann besuchen kommt. Für Nicole beginnt nun die Hölle auf Erden, da Heiko seiner Frustration und Aggression nun freien Lauf lässt...


      Anmerkung: Der Film wurde 1991 gedreht und stellt somit einen der allerersten deutschen Vertreter sowohl im Bereich Amateur/Independent als auch Pseudo-Snuff/Torture dar. Er wurde von HF-Pictures im Jahr 2003 unter seinem Originaltitel Ostermontag veröffentlicht. Desweiteren erschien der Film über das US-amerikanische Label "Brain Damaged Films" (bekannt für die Traces of Death-Reihe) auch in Österreich, allerdings mit den Fantasie-Bezeichnungen "Snuff Massacre" bzw. "Das komabrutale Snuff-Massaker" in Mediabooks.


      Kritik: Der Film macht es einem nicht einfach. Zum einen ist die Rahmenhandlung schon recht schräg und nicht sehr glaubwürdig und alleine diese nachvollziehen ist schon nicht einfach. Leider verliert man auch etwa in der Mitte des Films völlig den Überblick. Auf einmal tauchen mehrere Personen auf (zwei Männer -gespielt von Stephan Fipper und Andreio Flower, bekannt aus "Das komabrutale Duell", und zwei Frauen) welche sich ebenfalls an den Gewalthandlungen beteiligen, aber sich auch gegenseitig töten. Warum, wieso, weshalb und vor allem WER diese Personen überhaupt sind ist nicht verständlich.
      Aber es kommt ja noch schlimmer: Mitten in der Handlung taucht auf einmal ein Maskierter Messer-Mann auf (der ebenfalls von Andreio Flower gespielt wird), wo man auch nicht weis, wer ist das und was macht der jetzt da. Und gleich zu Anfang bekommt man eine Szene serviert, die ebenfalls keinen Sinn ergibt: Hauptdarsteller Heiko prügelt sich mit 3 Personen im Treppenhaus, dabei wird jemand die Hand abgehackt. Warum diese Situation gezeigt wird bzw. wie es dazu kam und überhaupt.... wird nicht erklärt.

      Der Film tut so, als handele es sich um reale Aufnahmen (Polizei-Archiv), was natürlich lächerlich ist. Mir ist nicht klar, ob das ein "ernsthafter" Spaß sein soll wie z.B. im Fall der ersten Guinea-Pig-Filme oder die Idee von Fred Vogel mit seinem ersten August-Film oder ob es gewollt trashig sein soll - allerdings hatte ich durchaus den Eindruck, dass Heiko Fipper versucht hatte, einen wirklich bösen, ernsten und kranken Film zu schaffen.

      Wie bereits erwähnt, ist die Handlung ziemlich Banane und obendrein seeeehr schlecht erzählt. Einen Spannungsbogen oder dergleichen gibt es nicht. Die Effekte sind leider nicht sehr gut gelungen. Wie auch im Fall "Duell" sieht das Blut hier wieder sehr dünn, teilweise hellbraun aus. Perverse Einfälle gibt es schon, allerdings sind diese größtenteils auch nicht gut umgesetzt. Bemerkenswert wäre höchstens die allerletzte Sequenz nach dem Abspann (wirkt so, als wäre es Jahre später aufgenommen worden), welche tatsächlich sehr eklig und krank geworden ist (Vergewaltigung mit Messer und Pistole, welche in der Vagina abgefeuert wird). Andere Sachen wie z.B. Mund zunähen und Busen abschneiden waren weniger gelungen. Als sogar störend empfand ich das permanente Schlagen mit einer Plastik-Flasche, welches mit Glasgeräuschen untermalt wird. Das wirkt doch sehr albern leider.

      Positiv will ich noch anmerken, dass man schon erkennt, dass der Film mit sehr viel Herzblut gemacht wurde und man sich auch viel Mühe gegeben hat, so bekommt man teilweise auch einige interessante (wenn auch nicht gerade professionelle) Spielereien mit der Kamera und Schnitt präsentiert. Die Musik ist überwiegend auch recht passend und stimmig im Verhältnis.

      Am Störendsten empfand ich die Handlung, weil ich einfach völlig die Orientierung verloren hab und trotz mehrfachen zurückspulens mich nicht mehr auskannte. Ich würde den Film nicht weiterempfehlen, er ist qualitativ meilenweit entfernt von einem August Underground und selbst Guinea Pig 1 ist leider besser. Trotz allem: Heiko Fipper hat sich viel Mühe gegeben, aber Ostermontag wird wohl nicht viele Fans finden. Zumal eben das "Ernste" einfach nicht funktioniert und als Trash keinen Spaß macht. Eventuell wollte der Regisseur auch zuviel auf einmal in seinem Film reinpacken, ich weis es nicht.

      Bei aller Liebe, aber mehr als

      [film]2[/film] sind da bei mir leider nicht drin.
    • Den hat mir damals mal mein Kumpel geliehen.
      Watt 1 Rotz, watt eine Gülle!!!
      Den Rest hat mir dann die Szene zum Ende gegeben.
      Frauenverachtender Torture-Shice. Fipper hat hoffentlich nen guten Therapeuten gefunden.
    • The AeoN schrieb:

      Watt 1 Rotz, watt eine Gülle!!!
      Den Rest hat mir dann die Szene zum Ende gegeben.
      Frauenverachtender Torture-Shice. Fipper hat hoffentlich nen guten Therapeuten gefunden
      Der Film ist schlecht, das stimmt. Da gibt es auf jeden Fall wesentlich bessere frauenverachtende Torture-Filme.
    • Das hast Du aber noch sehr freundlich ausgedrückt. :prop:
    • Bei Interesse hier der ganze Film auf YT:

    • Grad nochmals in die letzte Szene reingeguckt.
      Unfassbar lol
      Wirkt im Gegensatz zu der Stümperei davor richtig professionell.
    • The AeoN schrieb:

      Wirkt im Gegensatz zu der Stümperei davor richtig professionell
      Ja finde ich auch. Ich vermute stark, dass die Endszene später (nach 1991) gedreht wurde. Der Comedy-Splatter von Fipper "Das komabrutale Duell" wurde ebenfalls in einem Zeitraum von mehreren Jahren gedreht. Wobei ich Duell wesentlich lieber mag, Ostermontag muss ich mir nicht unbedingt nochmal anschauen. Ja, für Hardcore-Interessierte sicherlich mal einen Blick wert, aber Duell ist wenigstens unterhaltsam und witzig.
    • Das komabrutale Duell hat ja schon nen ordentlichen Kultstatus erlangt. Ich habe nie den ganzen Film gesehen, sondern nur einzelne Szenen.
    • 100% Hardgore. Soso.

      Wenn ich mir das Cover anschaue, weiß ich direkt, dass das Budget so bei 67,38 € lag.