7 Days



    • Produktionsland: Kanada
      Produktion: Nicole Robert
      Erscheinungsjahr: 2010
      Regie: Daniel Grou
      Drehbuch: Patrick Senécal
      Kamera: Bernard Couture
      Schnitt: Valérie Héroux
      Spezialeffekte: Guillaume Murray
      Budget: ca. 3.400.000 $ (kanadisch)
      Musik: Nicolas Maranda
      Länge: ca. 106 Minuten
      Freigabe: FSK Keine Jugendfreigabe
      Darsteller: Rémy Girard, Claude Legault, Martin Dubreuil, Fanny Mallette, Pascale Delhaes, Rose-Marie Coallier, Pascal Anctil


      Inhalt:

      Wie weit gehst du, wenn jemand deinem Kind Leid zufügt? Diese Frage stellt sich auch Bruno Hamel, als er am Grab seiner Tochter steht. In seiner Trauer kann die Antwort auf diese Frage nur lauten: Über alle Grenzen hinweg! Er fasst den Plan den Mörder seiner Tochter zu kidnappen und ihn 7 Tage für seine Tat büßen und leiden zu lassen. 7 Tage Folter. 7 Tage Terror. 7 Tage, in denen das Opfer zum Täter und der Täter zum Opfer wird.


      Trailer:



      Deutsche DVD Fassung: 27.08.2010 (Verleih: 06.08.2010)

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
      Electro in the Dark (Spotify Playliste)
    • Vorgestellt wird uns eine Familie mit kleiner Tochter an Board. Das Kind kommt von der Schule nicht mehr nach Hause, sie wird nun vermisst. Das Komische daran ist, dass die Eltern kaum Trauer zeigen, insbesondere die Mutter hätte mehr Emotionen aufzeigen dürfen, sie wirkt vollkommen fehlbesetzt. Nach dieser grausigen Erkenntnis, dass das Mädchen gemeuchelt wurde, bekommen wir anschließend keine richtigen Trauerbilder zu sehen. Die Darsteller sind sicherlich schlecht besetzt, aber auch die Regie muss sich einiges ankreiden lassen, hier nicht mehr Bezug aufgebaut zu haben. Der Film strahlt zu viel Ruhe aus, es kommt lange kein richtiges Tempo auf und die Sounduntermalung gibt es nicht, was sicherlich hier gut angebraucht wäre.

      Es gibt im Verlauf eine Entführung zu sehen, worauf dann die Folter folgen wird. Auf die Charaktere ist man wie erwähnt schlecht eingegangen und die Folter lässt einen meist im Bezug auf die Person schlicht weg kalt. Es gibt aber noch eine eklige Operation an offenem Leib zu sehen. Die Leiche des Kindes wird einmal erschreckend aufgezeigt. Das Opfer wird angepinkelt. Es gibt ordentlich Schläge, insbesondere ein Bein wird auch mal stärker in Mitleidenschaft gezogen und eine Kette auf den Kopf geschmettert. Zumindest der Härtegrad an sich ist sicherlich hoch genug, zwar sind diese Szenen auf den Film sehr breit verstreut, aber sie sind gelungen um einen auch zusammenzucken zu lassen. Das unser Folteropfer öfter Rachepläne schmiedet und Wörter wie „fick dich“ benutzt ist hingegen alles andere als glaubwürdig.

      Der Zuschauer wird sich hier damit befassen, ob Selbstjustiz angebracht ist oder nicht. Unpassend ist, dass jemand entführt wird, nur weil die Person anderer Meinung ist, was sehr unrealistisch erscheint. Zumal dieser Einbruch in einem Haus nicht aufgezeigt wird. Nein der Einbrecher ist plötzlich einfach in der Bude drin und es wird keine Erklärung für geliefert wie das sein konnte. Hier hätten mehr Handlungsszenen aufgezeigt werden müssen. Die Dialoge sind gelegentlich ebenfalls nicht nachzuvollziehen,
      Spoiler anzeigen
      wie ein: „Jedes Mal wenn sie ihn Quälen, töten sie ihre Tochter“, Vorgetragen von einer Frau die eigentlich selbst wenigstens etwas Hass auf den Triebtäter besitzen sollte, auch dies Szene will hier nicht gelingen.


      „7 Days“ liefert ein intensives und aktuell problematisches Thema mit der nötigen Härte. Die schlechten Darsteller und fehlende, sowie nicht nachzuvollziehende Schnitte und Charakterbezüge gepaart mit Tempoarmut, lassen das Werk trotzdem nicht über Durchschnitt hinauskommen. Die surreale Erscheinung im letzten Drittel sollte jeder für sich einschätzen, ob er dies so mag, es hätte aber hierbei mehr draus gemacht werden können. Das Finale an sich ist dann immerhin so ziemlich das Beste hieran, wo auch mal Tempo aufkommt und Ungewiss ist, was noch geschehen könnte, eine große Überraschung gibt es allerdings dabei nicht mehr.

      [film]6[/film]

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
      Electro in the Dark (Spotify Playliste)
    • Interessant mal Filme aus dieser Perspektive zu sehen. Es kann nicht ausgeschlossen werden das viele Menschen, inklusive mir so reagieren würden wenn ihnen dieses passiert. Leider bleibt ein wenig die logik auf der strecke, manches wirkt arg aufgesetzt. Nichts desto Trotz ist 7 Days grausam gute Unterhaltung, manche Tabus werden gezeigt, ein Film der es ganz klar auf die härte im Kopf und der Seele absieht, und das auch zum Teil erreicht. [film]7[/film]
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • Sehr geiler Film. Als Vater war ich aufgrund der Berichte über den Film sehr unsicher, ob ich mir den Film ansehen soll oder nicht.

      Ich muss sagen , dass er mich sehr mitgenommen hat. Die Härte der Bilder und die Kälte der Hauptperson lassen einen schon sehr tief in die eigene Seele blicken, wenn man sich vorstellt in einer ähnlichen Situation zu sein.

      Ein typischer Film, bei dem ich noch minutenlang mit leeren Blick auf den Abspann starrte.

      8 von 10 Punkte.
      Ich bin nicht die Signatur - ich mach hier nur sauber!
    • Einer der besten,härtesten und aufwühlendsten Filme der letzten Jahre.Der Streifen kommt ganz ohne jegliche Hintergrundmusik daher und auch die Atmosphäre ist sehr kalt und bedrückend.Das Motiv des Vaters ist nachvollziehbar wenn auch für mich nicht zu tolerieren.Die Schauspieler fand ich sehr glaubwürdig und was ich dem Film zugute halte ist das die Folterungen graphisch nicht sehr ausgewalzt waren so das man hier nicht von "Torture-Porn" reden kann.Jeder der mal einen Film sehen möchte der einen aufwühlt dem sei dieser hier empfohlen.
    • Werd ich mir wohl als nächstes besorgen.Hört sich ja mal ganz intressant an.
      "Die schönsten Torpedos in den Rohren, das Stück für fünfundzwanzigtausend Mark, und alles was wir brauchen ist für fünzig Pfennig alter Draht..."

      "Der Genuss einer guten Zigarre lässt uns an Zeiten zurückerinnern, die es gar nicht gegeben hat." (Oscar Wilde)
    • Original von pave
      Werd ich mir wohl als nächstes besorgen.Hört sich ja mal ganz intressant an.


      Solltest Du - lohnt sich. Ich bin voll auf der Seite des Hauptakteurs - ob das richtig ist oder nicht....
    • Natürlich kann man das nachvollziehen, ein Wahnsinn wozu manche Menschen fähig sind, und ich meine jetzt nicht den Vater sondern dieses Untier von Mörder.
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • der film ist auf jeden fall gelungen. leider ist es nicht meine thematik. ich ich kann mir foltern nicht so reinziehn. zumindest nicht wenns so realistisch ist. trotzdem hat der film was. dieser zwiespalt is echt interessant und es regt einen wirklich auf.ich würd das sehr wahrscheinlich genau so sehen wie der mann. aaaber ich kann auch die andere seite verstehen.

      das haben se echt gut hinbekommen.
      dafür...

      [film]7[/film]
      "One side of me says, I'd like to talk to her, date her. The other side of me says, I wonder how her head would look on a stick? " (Edmund Kemper)
    • Ein sehr harter, düsterer, teilweise depressiver und nachdenklicher Film.
      Mich hatte er jedenfalls sehr berührt.
      Ausserdem war er sehr gut gespielt.

      8 von 10





    • 7 Days
      (Les 7 jours du talion)
      mit Claude Legault, Remy Girard, Martin Dubreuil, Fanny Mallette, Rose-Marie Coallier, Alexandre Goyette, Dominique Quesnel, Pascale Delhaes, Maxime Bessette, Pascal Contamine, Daniel Desputeau, Valerie Gervais-Lillo, Isabelle Page
      Regie: Daniel Grou
      Drehbuch: Patrick Senecal
      Kamera: Bernard Couture
      Musik: Nicolas Maranda
      Keine Jugendfreigave
      Kanada / 2010

      Wie weit gehst du, wenn jemand deinem Kind Leid zufügt? Diese Frage stellt sich auch Bruno Hamel, als er am Grab seiner Tochter steht. In seiner Trauer kann die Antwort auf diese Frage nur lauten: Über alle Grenzen hinweg. Er fasst den Plan, den Mörder seiner Tochter zu kidnappen und ihn 7 Tage für seine Tat büßen und leiden zu lassen. 7 Tage Folter. 7 Tage Terror. 7 Tage, in denen das Opfer zum Täter und der Täter zum Opfer wird.


      Rache-Thriller gibt es wie Sand am Meer, doch nur wenige wissen auch wirklich zu überzeugen. "Ein Mann sieht rot" ist hier wohl als echter Klassiker zu nennen, doch ist "7 Days" trotz ähnlicher Thematik dennoch vollkommen anders gelagert. Für mich persönlich stellt dieser Film ein kleines Meisterwerk dar, das an Intensität und authentischer Wirkung kaum zu überbieten ist. Ganz anders als bei etlichen action-und tempogeladenen Genre-Kollegen besticht dieses kanadische Werk durch eine vielmehr sehr nüchterne und ruhige Erzählweise, die das gesamte Geschehen noch um Einiges härter auf den Betrachter einprasseln lässt, als es sowieso schon der Fall ist. Ist schon die erste Phase des Filmes an bedrückender-und beklemmender Stimmung kaum zu toppen, so verstärkt sich dieses Gefühl beim Zuschauer noch einmal um ein Vielfaches, wenn der rächende Vater mit seinen Folterungen am Mörder seiner Tochter beginnt. Unterstützt wird diese fast erdrückende Atmosphäre noch zusätzlich durch die phasenweise sehr matten und blassen Farben, die dem Ganzen streckenweise schon etwas Gespenstisches verleihen.

      Als Betrachter ist man während der gesamten Geschichte ständig hin-und hergerissen, denn steht einerseits das gesetzlose handeln des Vaters im Raum, so kann man dies vom rein menschlichen Standpunkt aus durchaus nachvollziehen. Und so stellt man sich selbst während des Filmes nicht selten die Frage, wie weit man selber gehen würde, wenn man in der gleichen Situation wäre. So ertappt man sich auch oft dabei, wie man eine Art Befriedigung dabei verspürt, wenn der Mörder der kleinen Jasmine gequält und gefoltert wird. Hier bekommt auch der gewählte Titel des Filmes seine ganz eigene Bedeutung, den man ohne Vorkenntnisse oder die Inhaltsangabe schwerlich einordnen kann. 7 Tage will Bruno den Mörder seiner Tochter quälen, ihm die Schmerzen zufügen, die sein Kind erlitten haben muss, um ihn danach endgültig zu töten, denn Jasmine hätte ihren neunten Geburtstag gefeiert. Und so gibt es jeden Tag wieder neue Foltermethoden, bei deren Ansicht einem wirklich kalte Schauer über den Rücken jagen, denn der von ihnen ausgehende Härtegrad ist wirklich nicht für schwache Gemüter geeignet. Es ist aber bei weitem nicht nur der Härtegrad, der einem hier zu schaffen macht, die ganze Inszenierung des Geschehens entfaltet nämlich eine solche Intensität, das es den Betrachter wie ein Schlag in die Eingeweide trifft.

      Doch auch das absolut brillante Schauspiel der Protagonisten trägt seinen Teil dazu bei, hier die Authenzität der Ereignisse so realistisch und nachvollziehbar erscheinen zu lassen. Kann man ganz generell von mehr als nur überzeugenden Darbietungen sprechen, so ragt Claude Legault in der Rolle des verzweifelten Vaters noch einmal zusätzlich heraus. Seine Interpretation geht einem richtiggehend unter die Haut und es entsteht nicht selten der Eindruck, das er lediglich eine Rolle spielt. Vielmehr vermittelt sein Schauspiel den Eindruck, das dieser Mann wirklich gerade seine Tochter durch einen Sexualmord verloren hat. Das herausarbeiten seines unerträglichen Schmerz über den Verlust ist ebenso grandios gelungen, wie die Zweifel die ihn mit der Zeit überkommen, ob sein Handeln diesen etwas erträglicher macht. Dies alles geschieht fast gänzlich ohne Worte, lediglich die grandiose Mimik Legault's bringt sämtliche Gefühle so dermaßen intensiv zum Ausdruck, das es einen selbst als Zuschauer nur noch fröstelt, da man Schmerzen und Zweifel fast körperlich mitträgt. Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, das sich die Geschichte fast schon wie ein interaktives Erlebnis darstellt, in das man schon fast zwangsläufig involviert wird und so phasenweise schweissgebadet vor dem Bildschirm sitzt und die Augen einfach nicht vom geschehen abwenden kann, von dem eine einzigartige und grausame Faszination ausgeht, der man sich einfach nicht erwehren kann.

      Vergleichbare Filme wie "Ein Mann sieht rot" oder auch "Death Sentence" sind sicherlich temporeichere und actiongeladenere Vertreter einer Thematik, die meiner Meinung nach selten so intensiv wie in vorliegendem Werk dargestellt wurde. Insbesondere die äusserst nüchterne und ruhige Erzählweise verleiht "7 Days" eine solch intensive Wirkung, das man diese streckenweise nur sehr schwer ertragen kann. Insbesondere Menschen, die selber Kinder haben, dürften die Taten des Hauptdarstellers vom menschlichen Standpunkt her nachvollziehen können und bei den dargestellten Folterungen sogar so etwas wie stille Befriedigung verspüren. In diesem Film wird die gesamte Gefühlspalette durchlebt, wobei diese sich auf die negativen Gefühle beschränkt. Die Emotionen des Zuschauers werden auf eine harte Probe gestellt, denn dieser Film ist nicht unbedingt für Leute geeignet, die etwas zarter besaitet sind. Harter Tobak, der selbst hartgesottenen Menschen mit einer ganzzeitigen Gänsehaut überziehen-und manch einen an seine Grenzen führen dürfte. Dies ist nicht auf die visuelle Härte bezogen, denn in der Beziehung gibt es weitaus härtere Filme. Allerdings habe ich selten ein so beklemmendes und hartes Gesamtpaket gesehen, das einen emptional wirklich an die Grenzen des Erträglichen führt.

      Fazit:


      "7 Days" ist an Härte und Intensität kaum zu überbieten. Noch nie habe ich einen Rache-Thriller gesehen, bei dem nur ganz selten der Eindruck entsteht, das es sich nur um einen Spielfilm handelt, vielmehr entsteht fast ganzzeitig das Gefühl, das man selbst ein Teil des Geschehens ist. Das allein zeigt schon ganz eindeutig die Wirkung, die durch die stattfindenden Ereignisse ausgelöst wird. Der Zuschauer wird fast schon zum Spielball der Ereignisse, verfäält er doch immer mehr in die Rolle des Vaters und durchlebt dessen gesamtes Gefühls-Chaos, das aus grenzenloser Wut, den stärksten Rachegefühlen aber auch aus großen Selbstzweifeln besteht. Grandiose Darsteller, eine realistisch-und authentische Inszenierung und eine extrem beklemmende Grundstimmung sorgen hier für ein Film-Erlebnis, das unter die Haut geht und Spuren hinterlässt. Gleichzeitig hinterlässt der Film einen solch nachhaltigen Eindruck, das man auch nach langer Zeit immer wieder an ihn denkt.


      Die DVD:

      Vertrieb: Splendid
      Sprache / Ton: Deutsch / Französisch DD 5.1
      Untertitel: Deutsch
      Bild: 2,35:1 (16:9)
      Laufzeit: 106 Minuten
      Extras: Trailer, Trailershow, Booklet


      [film]9[/film]
      Big Brother is watching you