Fleisch



    • Produktionsland: Deutschland
      Produktion: Rainer Erler und Helmut Rasp für das ZDF
      Erscheinungsjahr: 1979
      Regie: Rainer Erler
      Drehbuch: Rainer Erler
      Kamera: Wolfgang Grasshoff, Wolf Bachmann
      Schnitt: Hilwa von Boro
      Make Up: Evelyn Döhring
      Budget: ca. -
      Musik: Eugen Thomass
      Länge: ca. 114 Minuten
      Freigabe: FSK 16

      Darsteller:

      Jutta Speidel: Monica
      Wolf Roth: Bill (synchronisiert von Manfred Lehmann)
      Herbert Herrmann: Mike
      Charlotte Kerr: Dr. Jackson
      Christoph Lindert: Dr. Jacksons Assistent
      Bob Cunningham: Sergeant (synchronisiert von Wolfgang Kieling)
      Tedi Altice: Motel-Wirtin
      Ben Zeller: Sanitäter

      Handlung:

      Das frischvermählte Paar Mike, ein Amerikaner, und Monica, eine Deutsche, die gemeinsam in Princeton studieren, machen während ihrer Flitterwochen in Las Cruces im US-Bundesstaat New Mexico in einem billigen Motel Rast.
      Nach einem Schäferstündchen unternehmen sie einen Spaziergang, auf dem Mike von Sanitätern überwältigt und in einem Rettungswagen entführt wird.
      Monica kann, dürftig bekleidet, gerade noch fliehen und wird von dem Rettungswagen durch die Prärie verfolgt.

      Mein Herz schlägt für meine Mama &
    • Ich erinnere mich noch wie heute, auch diesen Film habe ich gemeinsam mit meinem Bruder gesehen und er hat er uns geschockt.
      Erlaubt haben unsere Eltern uns das sicher nicht, aber diese waren Selbständig im Hotel/Restaurant, und wir konnten relativ schalten wie wir wollten, herrliche Zeiten.
      Ganz grosses deutsches Kino - obwohl es ein ZDF TV Film war.

      Kommen wir zu den Reaktionen der Öffentlichkeit, er entfesselte eine lang anhaltende, hitzig geführte Diskussion, ist so etwas tatsächlich möglich?
      Grob kann ich mich noch an Zeitungsausschnitte erinnern, auch die Bravo war voll.
      Denn das Thema war Tabu, und die Menschen aufgewühlt und regelrecht geschockt.
      Einige Ärzte sprachen davon er verstoße gegen die Menschenwürde, er würde mit Ängsten spielen, auch ein Misstrauen gegenüber ihren Beruf sei zu erwarten.

      Der Spiegel brachte 2008 einen Artikel über Organhandel heraus, in dem Erlers Film geradezu als prophetisch gepriesen wurde, denn es gibt und gab ihn.
      Die damalige Frau des Bundespräsidente, Mildred Scheel, wollte die Auswertung des Films verhindern, denn er zeige eine Zukunft „die niemals Realität werden darf“.

      Doch es kam anders, nach der Erstausstrahlung am 21. Mai 1979 um 21:20 Uhr im ZDF wurde der Film ab dem 27. September 1979 in bundesdeutschen Kinos eingesetzt.
      Der Kinoeinsatz in der DDR startete mit großem Erfolg am 27. November 1981.
      Im ZDF wurde "Fleisch" keine komplett ungekürzte Ausstrahlung zuteil.
      Hier waren zwar alle in der DDR gekürzten Szenen enthalten, aber dafür fehlten gleich am Anfang ca. eine Minute lang die Szenen, die vor Beginn des Vorspanns in einem Musikstudio spielen.
      Der Film begann im ZDF bei allen Ausstrahlungen sofort mit dem Vorspann.

      Weitere Ausstrahlungen im ZDF fanden am 30. Oktober 1982 um 23:05 Uhr und am 16. Juni 1989 um 23:25 Uhr statt.
      Ich müsste ihn also wahrscheinlich 1982 gesehen haben, ob schon 1979 mit damals 7(!) jahren weiss ich nicht mehr, möglich wäre auch das...

      Anschliessend lief er sogar in über 120 Ländern im Kino lief, heute gilt er als ein "Klassiker" des gesellschaftskritischen Fernsehfilms jener Jahre und Meilenstein im Werk des großen Katastrophen-Propheten Rainer Erler.

      Seit dem 3. September 2021 ist dieser TV-Meilenstein erstmals auf Blu-ray erhältlich.

      [film]9[/film]
      Mein Herz schlägt für meine Mama &
    • Auf Youtube ist er auch zu finden:

      Mein Herz schlägt für meine Mama &
    • Der Film ist mir auch sehr gut in Erinnerung. Denke so mit 12 oder 13 Jahren habe ich den auf TV gesehen und war damals etwas geschockt. So wie ich den im Kopf habe, würde ich 9 von 10 geben. Wie es heute bei einer erneuten Sichtung ausschaut, kann ich jetzt noch nicht sagen. Ist aber in Planung :)
    • Walos2018 schrieb:

      Der Film ist mir auch sehr gut in Erinnerung. Denke so mit 12 oder 13 Jahren habe ich den auf TV gesehen und war damals etwas geschockt. So wie ich den im Kopf habe, würde ich 9 von 10 geben. Wie es heute bei einer erneuten Sichtung ausschaut, kann ich jetzt noch nicht sagen. Ist aber in Planung :)
      ...ich weiss nicht wie alt du bist, bei mir kommen TV Formate aus den 70/80ern auch heute nich sehr gut an.
      Für mich sind die qualtativ hochwertiger als was die Privaten oder auch der ÖR häufig zeigt.
      Gesehen habe ich letztens "Das Ding" aus dem Jahr 1979, war extrem unterhaltend.

      Mein Herz schlägt für meine Mama &
    • Einiger Meldungen nach zu urteilen ist die neue VÖ von Filmjuwelen qualitativ Müll.
      Zitat "Unscharf, seltsame Farben, blasser Kontrast"
      "Das Interview mit Erler liegt in nur PAL SD bei und zeigt trotzdem bessere Schärfe und natürlichere Farben als der Hauptfilm in „HD“"

      Gemachte Screenshots belegen die Ernüchterung.

      Enorm schwach für eine angebliche 2k Restaurierung.
    • Interview mit Rainer Erler: „Ich hatte alle Freiheiten“ - Medien - Gesellschaft - Tagesspiegel

      Ihr größter Erfolg war 1979 „Fleisch“, mit Jutta Speidel und Herbert Herrmann, der vom Organraub in den USA handelt. Das Publikum war mitgerissen und verstört. Genau das, was sie erreichen wollten?

      Mein Film war auch ein Plädoyer für Organspendeausweise. „Was ist der Mensch wert, so in Dollar und Cent…?“, fragt im Titel-Song Ron Williams, der auch in der Hochzeitsszene am Anfang mitspielte.

      (...)

      Sie haben gerade einen Vertrag mit der DVD- und Blu-Ray-Company Fernsehjuwelen abgeschlossen. Was versprechen Sie sich davon?

      Erfolg. Anfang 2021 kommen sieben meiner Filme remastered und in neuen, aktuellen Systemen auf den Markt. Für nächstes Jahr wären dann zum Beispiel „Das Blaue Palais“, „Die Quelle“ und „Reise in eine strahlende Zukunft“ an der Reihe, alle mit Doku und Videointerviews.

      ________________________

      ^^verwundert mich eben, bei den worten könnte man meinen das etwas beim mastering schief gegangen ist.
    • Für mich ist der gesellschaftskritische und Schockeffekt lange vergangen.
      Geblieben ist im wesentlichen die Erinnerung an eine noch relativ frische Jutta Speidel, die in späteren Jahren die übliche Distanzierung von ihrem Frühwerk betont und auch sonst eine Menge Langeweile verbreitet hat.
    • 5]<. schrieb:

      ^^verwundert mich eben, bei den worten könnte man meinen das etwas beim mastering schief gegangen ist.
      Möglicherweise wurde das Ausgangsmaterial schlecht archiviert, bei den ÖR leider Usus.
      Farbe/Schärfe liegen gar fernab jedlicher DVD-Qualität. Rotstich kommt noch hinzu.
      Das packen die auf eine blu-ray Als könnte man, wie teilw. andere (mich eingeschlossen), mit dem Film einfach nix anfangen, dementsprechend hat man ihn umsetzerisch so gebracht.
      Restauriert worden ist da jedenfalls großartig 0, fördert den Absatz nur besser.
    • Kritik:

      Fleisch hat mit seiner Entführung für das gewinnen von Organen zwar eine interessante Handlung, von der Härte her ist das aber nur absolutes TV Format, da wird man nicht wirtlich geschockt und Action gibt es bis auf eine kurze Verfolgung mit den Autos, die zudem recht trashig wirkt, dann auch nichts. Der Film ist nicht langweilig, wird auch recht gut gespielt, aber er hat absolut seine Schwächen in der Umsetzung der Handlung, da gibt es so einige Fragwürdigkeiten am Stück, wie das ausbleibende eingreifen der Polizei im Finale oder die kaum vorhandene interne Überwachung der mörderischen Organmafia oder das Entführen geht zu unglaubwürdig von statten.

      [film]5[/film]


      Meine unbekannte Youtube Underground-Playliste (Synth Pop, Dark Wave, EBM, NDH) :
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