Julchen und Jettchen, die verliebten Apothekerstöchter

    • Julchen und Jettchen, die verliebten Apothekerstöchter



      Produktionsland: Schweiz
      Produktion: Erwin C. Dietrich, David Sullivan
      Erscheinungsjahr: 1980
      Regie: Erwin C. Dietrich
      Drehbuch: Erwin C. Dietrich, Christine Lembach
      Kamera: Peter Baumgartner
      Schnitt: Marie-Luise Buschke
      Spezialeffekte: Karlheinz Reiber
      Budget: ca. -
      Musik: Walter Baumgartner
      Länge: ca. 76 Minuten
      Freigabe: FSK 18
      Darsteller: Jane Baker, Élodie Delage, Roman Huber, Hans-Ruedi Isler, Brigitte Lahaie, France Lomay, Mike Montana, Barbara Moose, Nadine Pascal, Flore Sollier

      Leider kein Trailer auffindbar




      Julchen und Jettchen lassen sich bilden.

      Dietrich, Franco, D'Amato, Rollin und wie sie alle heissen. Alle haben sie etwas gemeinsam, denn sie prägten die 70er und 80er Jahre mit ihren schlüprigen und meist sehr exploitativen Sexfilmchen und schufen damit ein Genre, dass wie keines andere mehr ausgeschöpft wurde, denn neben Gewalt ist wohl Sex der grösste kommerzielle Ritt, den der Film an sich beschreiten kann. Sexploitationfilme gehen dabei verschiedene Richtungen, denn während ein D'Amato immerzu Sex und oftmals Hardcoreanleihen mit massig Gewalt und Sadismus, bzw. auch viel Horrorthematik darin verwendete, bestritt jemand wie Dietrich eher die Klamotte, waren seine Sexfilmchen oftmals mit viel pubertärem Humor gefüllt.

      So auch in Julchen und Jettchen, in dem wir uns in einer Ausbildunsstätte für Apothekerinnen befinden. Natürlich ist das dann der weltfremde und herrliche naive Sleaze mit Friede - Freude Eierkuchen, wie es ein komödiantischer und ästhetischer Sexfilm braucht. Langsame und verträumte Bilder und Kamerafahrten über herrlich vegetative Landschaften, alte Bauten und Kanzane in der Blüte, während schülerisch neckige Mädchen frohlockend über die Wiese hüpfen und sich totlachen. Das ist alles sowas von naiv abgefilmt, dass es eigentlich kein Wunder mehr ist, wenn im Biologieunterricht die Körperorgane an lebendigen Objekten studiert werden. Da dürfen die sehr reizvollen Damen gerne ihre Hüllen fallen lassen, wenn die Brustknospen unter die Lupe genommen werden, die Lehrerin auch gerne mal ihr Röckchen hebt, um den vaginalen Aufbau zu erklären und das Julchen ein gewillten Mann bestellt, um der ganzen Klasse die männlichen Vorzüge informativ zu erklären.



      Das Alles, in dem die beiden sehr lieblichen Schwestern Julchen und Jettchen (Brigitte Lahaie) im Vordergrund stehen, wirkt wie eine Sexklamotte vom Feinsten, aber leider nie so wirklich mit dem nötigen Biss um durchgehend begeistern zu können. Natürlich sind die Damen allesamt recht respektvoll bei ihren Sexszenen gefilmt worden, und Dietrich schafft es, auch mit seiner komödiantischen Ausrichtung das sinnlich und ästhetisch in Szene zu setzen, aber wirklich spannend ist der Film dadurch auch nicht unbedingt. Ein vielleicht treibender Faktor mag der Sprecherkommentar sein, der während eines Zweitplots ironische Bemerkungen über ein Päarchen mit einer eingeschlafenen Liebe zum besten gibt. Das bildet mitunter den humorvollsten Teil der Grundstory, und mündet natürlich darin, dass sich der Grundplot der zwei Schwestern in ihrer Ausbildung mit diesem Zweitplot vereint, und die Moral von der Geschichte beweist, dass Apothekerinnen wohl die besten Liebesengel sind. Da hat sich der Anatomieunttericht doch noch gelohnt.

      Die Sexszenen sind natürlich alle bloss als normale Softerotik zu entlarven, denn Julchen und Jettchen ist kein Hardcoreporno, wie ihn D'Amato, Franco und Rollin ab und an mal drehten. Bieder ist das aber keineswegs, denn genug gespreizte Beine bekommen wir schon zu Gesicht, wär da nicht der meist unrasierte Mittelpunkt. Aber ein Lehrinternat mit willigen Nachwuchsapothekerinnen hat schon seinen Reiz, ja freilich.

      Fazit:
      Recht hübsch abgefilmte Sexklamotte, die seine Höhepunkte und komödiantischen und überzeugenden Momente hat, aber nicht durchgehend überzeugen kann. Wer bei einer solchen Story innovative Schübe erwartet liegt falsch, aber wer Brigitte Lahaie mag, für den ist Julchen und Jettchen eine kleine Sexperle für die Kurzweil zwischendurch. Und manchmal hat soviel sleazige Naivität auch mal ihren Reiz.

      62%

      [film]6[/film]