Mundo Verde



    • Originaltitel: Kapax del Amazonas
      Herstellungsland: Kolumbien
      Erscheinungsjahr: 1982
      Regie: Miguel Ángel Rincón, Aldo Sambrell
      Darsteller: Kapax, María Bauza, Aldo Sambrell, Eva Bravo, Flor Marina Rodríguez, Elza Cristina Porras, Rosa María Mora, Alfonso Sanhauria, Pepe Lozano Vargas, Gabriel Lozano Vargas, César Buriticá, Efraín Sánchez
      Länge: ca. 80 Min.
      Freigabe: FSK 16

      Das Dschungelleben ist langweilig...

      Authentisch und schockierend will er sein, denn auf dem Cover prangern solche reisserische Sprüche wie "Den Ritualen der Wilden ausgeliefert" und "Gefangen unter Wilden". Doch was ist Mundo Verde wirklich? Ist er ein Kannibalenfilm? Ist er ein Mondo? Nein, denn Mundo Verde ist ein schlichtweg dilletantisch inszenierter Abenteuerfilm, der neben seiner Plotlosigkeit rein gar nichts richtig macht. Stattdessen bekommen wir eine halbgare und gar nicht sehenswerte Geschichte einer Frau zu sehen, die im Dschungel samt Flugzeug abstürzt und von einem Indianer aufgenommen, gepflegt und vergöttert wird. Mit Dramatik, grösseren Charakterzeichnungen ist da nichts, stattdessen reinster Schmu, denn der untalentierte Regisseur sah es als sinnvoller an, mal zwischendrin, völlig ohne Zusammenhang Natur ,-bzw. Tieraufnahmen reinzuschneiden, die aber, neben dem anderen huschen Bildschnittalbernheiten, wenigstens etwas zeigen. Tiere eben...

      Die 70 Minuten sind ganze 50 Minuten zuviel, denn wenn die Antrophologin, zwischenzeitlich zur Dschungelgöttin mutiert, mit Voice over Stimme vom Dschungelleben erzählt, schläft man schön sanft ein. Zwar gibts hier Rituale zu bewundern, aber was bringt das, wenn das Alles das Niveau eines Dokumentationsfilmes hat, der weder Spannung, Atmosphäre, sowie nachvollziehbare Zusammenhänge besitzt, keineswegs schockiert und nichteinmal anmahnt, bzw. in Frage stellt. Aber zumindest kann man nachvollziehen, wie schrecklich langweilig ein Dschungelleben doch sein muss. Da wundert es nicht mehr, dass die Frau zwar die Hölle auf Erden erlebt, einfach nur noch weg will, aber mit dem Indianer Bettspielchen vollführt. Die Langeweile muss man ja überwinden können. Doch anders für den geneigten, interessierten Konsument, der sich in der Erwartungshaltung, so etwas wie eine unentdeckte Perle wie Nackt und zerfleischt sehen zu können, letztendlich quälen muss.

      Erotisch, so wie es die schmucke X-Rated Hartbox ankündigt, ist hier natürlich auch nichts, auch wenn die zivilisierte Dame alsbald nackig und naturnah, so wie Gott sie erschuf, in der Gegend rumläuft. Und auch wenn die deutsche DVD anscheinend cut sein soll, obwohl das ja keinem so genau bekannt ist, befürchte ich, dass kein Goreeffekt diesen Film gerettet hätte.

      Im Delirium noch zu ertragen, sofern man denn auf Naturdoku mit ohne Plot steht, für Sexploitationsfans oder Kannibalenfans ist das hier nichts und es gibt hier auch freilich nichts, was weiterer Besprechung nötig hätte.

      Fazit:
      Natur kann so schön sein, aber nicht in diesem dilletantisch einschläferndem Liebesabenteuerschmu. Als Einschlafhilfe zu empfehlen, als reisserischer Sleazer eher weniger.

      Da gilt nur eins:

      14%

      [film]1[/film]