Dracula (1958)

    • Original von sid.vicious:

      Original von FUN:

      Kein Bock Englisch zu lesen. Was steht da in so in Kurzform?


      Soviel, dass man Filmrollen entdeckt hat, auf dem sich weiteres Material befindet. Dieses wird aufgearbeitet und in den Film eingefügt und irgendwann als DVD erscheinen.
      ....hmmmm auch wieder fraglich ob neue Szenen diesem Kunstwerk eher schädlich sind oder ob man noch etwas sinnvolles einfügen kann.
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...





    • Dracula
      (Dracula)
      mit Peter Cushing, Christopher Lee, Michael Gough, Melissa Stribling, Carol Marsh, Olga Dickie, John Van Eyssen, Valerie Gaunt, Janina Faye, Barbara Archer, Charles Lloyd Pack, George Merritt, George Woodbridge, George Benson
      Regie: Terence Fisher
      Drehbuch: Jimmy Sangster / Bram Stoker
      Kamera: Jack Asher
      Musik: James Bernard
      FSK 12
      Großbritannien / 1958

      Graf Dracula reist von seinem Heimatland Transsylvanien nach London. Auf der Suche nach frischem Blut zieht der zu einem Dasein als Untoter Verdammte durch das bunte Nachtleben der Großstadt, wo er seine Opfer findet. Aber hier begegnet er auch Dr. Van Helsing, einem fanatischen Wissenschaftler, der dem grausamen Treiben des mörderischen Vampirs ein Ende bereite will.


      Die Zeiten des klassischen Vampirfilms sind längst Geschichte und gerade aus diesem Grund ist es immer wieder schön, wenn man auf die alten Klassiker zurück greifen kann. Natürlich kommt man dabei auf keinen Fall um die Figur des Grafen Dracula herum, denn es gibt wohl kaum eine andere Figur, die dermaßen viele Verfilmungen nach sich gezogen hat. Selten wurde sich dabei detailgetreu an die literarische Vorlage eines Bram Stoker gehalten und gleichzeitig stellt sich unter den Fans des Sub-Genres immer wieder die Frage, wer denn nun eigentlich der beste Darsteller des Vaters aller Vampire ist. Zumeist teilen sich die Lager dann in Richtung Bela Lugosi und Christopher Lee, wobei Letzterer im vorliegenden Film das erste Mal in der Rolle des Grafen zu sehen ist. Das Werk von Terence Fisher stellt dabei lediglich den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Dracula-Verfilmungen aus dem Hause Hammer dar und schon in diesem ersten Film zeigt sich die unheimliche Präsenz eines Christopher Lee, der trotz im Prinzip verhältnismäßig kleiner Spielanteile allein durch seine diabolische Ausstrahlung den Zuschauer in seinen Bann zieht. Ihm zur Seite steht mit Peter Cushing eine weitere Hammer-Legende und die beiden Ausnahmekönner drücken der Geschichte auch eindeutig ihren persönlichen Stempel auf.

      Auch wenn Lee von Haus aus ein grandioser Schauspieler war, so ist er hier doch wohl ganz eindeutig in seiner absoluten Paraderolle zu sehen. War Lugosi 1931 noch viel eher die aristokratische Verkörperung von Dracula, so mischt sich bei Lee eine unheilvolle und diabolisch anmutende Note bei, für die ein exzellentes Make Up und die unverwechselbare Mimik des Darstellers verantwortlich zeichnen. Wie nicht anders zu erwarten gabe es zur damaligen zeit noch keine nennenswerten Härten zu sehen, denn Fishers Inszenierung geht ganz klar den klassischen Weg des Stoffes, was dem Szenario gleichzeitig eine unglaubliche Eleganz verleiht. Das macht sich nicht nur bei den Locations und Kostümen bemerkbar, sondern schlägt sich auch im Schauspiel sämtlicher Akteure nieder. So ist beispielsweise in etlichen Passagen eine für die damalige Zeit übliche Theatralik zu erkennen, doch was in der heutigen Zeit als absolut deplaciert erscheinen würde, wertet diesen meisterlichen Beitrag sogar noch zusätzlich auf.

      Cushing brilliert dabei in der Rolle des Doctor Van Helsing und liefert sich trotz der schon kurz erwähnten kleineren Spielanteile einen erbitterten Schlagabtausch mit seinem Gegenpart, der trotz dem Status einer etwas größeren Nebenrolle andere Akteure durch seine unheimliche Präsenz regelrecht verblassen lässt. Und so fällt es dann auch überhaupt nicht negativ ins Gewicht das der alte Blutsauger eher selten im Bild zu sehen ist, denn die grandiose Ausstrahlung eines Christopher Lee ist definitiv allgegenwärtig. Ganz nebenbei sollte man sich allerdings auch auf die gut vorgetragene Erzählung konzentrieren, die zwar durchaus an die literarische Vorlage angelehnt ist, sich aber dennoch auch diverse künstlerische Freiräume nimmt. Auch in visueller Hinsicht bekommt man eine Menge geboten und insbesondere durch die nun erhältliche Blu-ray Veröffentlichung wirken die kräftigen Farben des Szenarios wie eine wahre Labsal für die Augen des Betrachters.

      Letztendlich handelt es sich hier auf jeden Fall um einer der allerbesten Dracula-Verfilmungen und es gibt nicht wenige Leute, die das Werk auch über dem Universal-Klassiker von Ted Browning aus dem Jahr 1931 stellen. Das ist natürlich die reine Geschmackssache, aber definitiv war dieser Film dermaßen erfolgreich, das die berühmten britischen Hammer Studios noch mehrere Produktionen folgen ließen, die sich mit der Figur des Grafen Dracula beschäftigen. Für Freunde des klassischen Horrorfilms offenbart sich hier ein wahrer Leckerbissen, aber auch der jüngere Horror-Liebhaber sollte zumindest einmal einen Blick auf diesen Klassiker werfen, denn ansonsten kann man eigentlich unmöglich mit reden, wenn es um den bekanntesten aller Vampire geht. Von meiner Seite aus gibt es jedenfalls eine ganz klare Empfehlung, denn normalerweise sollte dieser Meilenstein in keiner gut sortierten Sammlung fehlen.


      Fazit:


      Der gute Terence Fisher hat nach dem 1957 erschienenen und extrem erfolgreichen "Frankensteins Fluch" nun auch die zweite prägende Figur des Horrorfilms mit neuem Leben beseelt und dabei wieder die beiden Schauspiel-Legenden Peter Cushing und Christopher Lee gemeinsam vor die Kamera gebracht. Eigentlich ist das schon ein ausreichender Grund für eine Sichtung, aber auch die nahezu perfekte Gesamt-Inszenierung lädt immer wieder dazu ein, sich diesen grandiosen Film immer wieder anzuschauen.


      [film]10[/film]
      Big Brother is watching you
    • Dracula/Horror of Dracula (Dracula, 1957/1958)


      Regie: Terence Fisher

      Produktion: Hammer Film Productions, GB, Drehzeit: 11.11.1957 bis 03.01.1958

      Mit: Christopher Lee, Peter Cushing, Michael Gough, Melissa Stribling, Carol Marsh, John Van Eyssen, Valerie Gaunt, Janina Faye, Olga Dickie, Barbara Archer, George Woodbridge, Miles Malleson, Geoffrey Bayldon

      Inhalt:

      Spoiler anzeigen

      Der Vampirjäger Jonathan Harker kommt auf Draculas Schloss in Siebenbürgen um diesem den Garaus zu machen. Dabei gibt er sich als Bibliothekar aus, der dort eine Stelle annimmt. Er findet einen gedeckten Tisch und eine Nachricht vor, die besagt, dass der Graf ihn nicht empfangen könne und Harker es sich bei Speis und Trank gemütlich machen sollte. Plötzlich taucht eine verstört wirkende junge Dame auf, die Harker um Hilfe anfleht, da sie eine Gefangene des Grafen sei. Ebenso rasch wie sie aufgetaucht ist, flüchtet sie wieder aus dem Raum und der Graf tritt selbst in Erscheinung. Er begrüßt Harker kühl, aber freundlich und zeigt ihm sein Zimmer. Später kommt die junge Dame erneut auf Harker zu und dieser nimmt sie tröstend in die Arme, wobei sie sich als Vampirin entpuppt. Harker wird gebissen. Plötzlich eilt Dracula zähnefletschend und mit blutigen Lippen herbei und schleudert das Vampirmädchen mit brachialer Gewalt durch den Raum. Nun ist Harker ein Gefangener des Grafen und er ahnt, dass seine Zeit bald um sein wird. Während des Tages entdeckt er eine Gruft mit 2 Särgen, in denen die beiden Vampire ruhen. Er pfählt das Mädchen, wird aber dann von Dracula überwältigt, der mit der einsetzenden Dämmerung erwacht.
      Nachdem er von seinem Freund Harker nichts mehr gehört hat, reist Dr.Van Helsing (Peter Cushing) nach Klausenburg in Siebenbürgen, wo er in einem Gasthaus mit den Ängsten der Dorfbewohner konfrontiert wird. In Draculas Schloss entdeckt er den mittlerweile zum Vampir gewordenen Harker in einem Sarg liegend und erlöst ihn mit einem Pfahl. Dracula selbst ist verschwunden. Dr.Van Helsing reist zur Familie von Harkers Verlobten Lucy und berichtet deren Bruder Arthur und seiner Frau Mina vom Ableben Jonathans. Lucy selbst ist allerdings matt und krank. Sie scheint unter Anämie zu leiden. Dr.Van Helsing entdeckt dann aber Bissnarben an ihrem Hals und weiß nun, dass Dracula sie offensichtlich als Ersatz für das tote Vampirmädchen auserwählt hat. Er gibt strikte Anweisungen, Knoblauchblüten auszulegen und unter keinen Umständen Nachts das Fenster zu öffnen. Vampire vertragen keinen Knoblauch und auch kein Tageslicht. Allerdings verhalten sich Draculas Opfer wie Suchtkranke, die quasi auf den "nächsten Biss" warten, was die Sache erschwert. Lucy fleht eine Bedienstete an, die Knoblauchblüten zu entfernen und das Fenster zu öffnen. Diese gibt nach und am nächsten Tag ist Lucy tot.
      Ihre Nichte Tania berichtet allerdings später, diese trotzdem gesehen zu haben. Dr.Van Helsing übergibt Arthur Jonathan Harkers Tagebuch und dieser begreift schnell, was vor sich geht. Sie spüren gemeinsam die untote Lucy auf, welche die kleine Tania in ihren Bann ziehen will. Das Mädchen wird gerettet und Lucy gepfählt. Arthur und Van Helsing wissen allerdings noch nicht, dass mittlerweile auch Mina unter den Einfluss Draculas geraten ist. Als sie es erfahren, treffen sie Vorkehrungen, die verhindern sollten, dass der Graf in´s Haus kommen kann. Dieser befindet sich jedoch schon längst darin und ruht in einem Sarg im Keller. Als Van Helsing erfährt, Mina habe verboten, den Keller zu betreten, stürmt er dorthin und findet den leeren Sarg vor. Mina liegt blutverschmiert auf ihrem Bett, kann aber durch eine Bluttransfusion gerettet werden. Kurz darauf wird sie vom Grafen entführt und Van Helsing nimmt zusammen mit Arthur die Verfolgung in`s Schloss auf. Dort kommt es zum Zweikampf zwischen Van Helsing und dem Vampir, wobei Ersterer zu unterliegen droht. Bevor er allerdings gebissen werden kann, gelingt es ihm, sich zu befreien. Er reißt die Vorhänge hinunter und das einfallende Tageslicht zerstört Dracula. Er zerfällt zu Staub.

      Anmerkungen:

      Hammers Dracula-Version von 1957/1958 lässt den seligen Bela Lugosi im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen. Diese Verfilmung setzt ganz auf Action und lässt reichlich rotes Blut fliessen. Die detailliert gezeigten Pfählungen waren für damalige Verhältnisse auffallend brutal und sicher auch grenzwertig. Das Erscheinen Draculas wird an einigen Stellen von einer kräftigen und aufwühlenden Musik untermahlt. Das Vampirfilm-Genre wurde völlig neu und nachhaltig definiert. Erstmals sehen wir die legendären Fangzähne, die nicht der literarischen Vorlage entsprechen und auch in der 1931er-Verfilmung nicht vorkamen. Trotzdem sind genau diese es, welche von nun an wohl jeder als typisches Markenzeichen der Horror-Vampire im Bewusstsein hält.

      Nach der schon sehr erfolgreichen Frankenstein-Verfilmung von 1957 hat Hammer nun endgültig seine Position in diesem Genre gefestigt und wurde zur wohl größten Autorität seiner Zeit auf dem Gebiet des Gothic-Horror. Hammer-Gründer William Hinds (1887-1957) durfte den Höhenflug der Firma leider nicht mehr miterleben. Er starb tragischerweise 1957 Bei einem Fahrradunfall. Sein Sohn Anthony Hinds war bei Hammer als Produzent und Drehbuchautor tätig, bis er 1968 die Firma verließ. Ihm war seine Privatsphäre derart wichtig, dass er sich seinen Nachbarn gegenüber noch 1963 als Friseur ausgegeben haben sollte.

      Die ausgesprochen effektiv und zähnefletschenden in Erscheinung tretenden Vampire schrieben rasch Filmgeschichte. Jene Szene, in der die untote Lucy die kleine Tania mit der Absicht nach draußen lockt, sich bei ihr einen Biss zu gönnen, wirkt besonders schön schaurig. Auch sehr wirkungsvoll ist die Einstellung, wo die junge Vampirin nach ihrer Pfählung zur Greisin schrumpft. Man erkennt allerdings, dass sie nach ihrem Ableben immer noch atmet. Auch Lucy darf nach ihrer Pfählung nochmal blinzeln. Die Darstellerinnen hatten wohl nicht die notwendige Disziplin, sich richtig tot zu stellen, und Terry Fisher dürfte beim Runterkurbeln dieser Szenen in Eile gewesen sein. :0: Christopher Lee schlägt in seiner Paraderolle Bela Lugosi um Längen. Dem 1956 verstorbenen Ur-Dracula wären bei dieser Generalüberholung seiner Figur wohl die Tränen gekommen. :0:

      Der fast 2 Meter große Christopher Lee verkörpert den Grafen sinister, kalt und sehr grausam. In der Anfangssequenz allerdings tritt er ausgesprochen kultiviert und redegewandt in Erscheinung und besticht durch vollendete Umgangsformen und eine vorbildliche Handschrift, was in krassem Gegensatz zu seiner animalischen Brutalität steht. Diese Seite wird im späteren Verlauf der Handlung und in den folgenden Filmen wieder fallengelassen. Erst 1970 sollte er erneut etwas mehr Text bekommen. Das "Suchtverhalten" von Draculas Opfern kann symbolisch für sexuelle Hörigkeit und Abhängigkeit der "schwachen Frau" von einem patriarchalischen und brachialen starken Mann verstanden werden. Der Biss steht für den sexuellen Höhepunkt. Terry Fisher soll Melissa Stribling auf Ihre Frage hin, wie sie die Szene in der sie gebissen wird spielen sollte, damit beantwortet haben, sie möge sich vorstellen den Sex ihres Lebens zu haben. :0:

      Peter Cushing ist die Rolle des agilen und sympathischen, aber auch unerbittlichen Dr.Van Helsing auf den Leib geschrieben. Er spielt diesen ausgesprochen vital und engagiert. Da Hammer in den folgenden Jahren damit beschäftigt war, sämtliche alte Universal-Monster wiederzubeleben und weitere zu erfinden, sollte es bis 1965 dauern, dass man wieder auf den bissigen Grafen zurückkam und mit "Dracula, Prince of Darkness" (Blut für Dracula) eine sehr gelungene Fortsetzung in´s Kino brachte. Ab 1968 wurden dann weitere Sequels um den immer wieder zu neuem Leben erwachenden Vampirgrafen gedreht, die das Thema rasch ausreizten und nicht mehr die Originalität der früheren Verfilmungen aufwiesen. Allerdings haben auch diese einen gewissen Unterhaltungswert.

      Kritische Zungen bemängeln, dass Farbe hier fehl am Platz sei, da schwarzweiß die stimmigere Atmosphäre liefern würde. Tatsächlich aber ist es Hammer gelungen, ihren Gothic-Horror in Farbe auffallend gut aussehen zu lassen. Ich bin allerdings der Meinung, dass bei dieser ersten Dracula-Verfilmung die atmosphärischen Feinheiten noch nicht zu 100% ausgereift sind. Die Nachtszenen hätten durchaus dunkler und düsterer ausfallen dürfen. Dennoch zeigt die restaurierte Fassung die Gothic-Sequenzen in einem sehr stimmigen und wirkungsvollen Blau-Ton.

      Peter Cushing soll Christopher Lee während der Dreharbeiten mit kühlem britischen Humor auf ein "Steak" eingeladen haben. In der englischen Sprache klingt "Steak" akustisch wie "Stake"(Pfahl). :0:

      Fazit:

      Terry Fisher ist es gelungen, den berühmtesten aller Film-Vampire auf Hochglanz zu polieren und mit einer gewaltigen Bildersprache völlig neu auszurichten, was dem wesentlich älteren Universal-Klassiker im Vergleich rasch die Luft auslässt. Der Streifen ist ein schillerndes Beispiel dafür, dass Gothic-Horror auch in Farbe wunderbar funktionieren kann.

      [film]9[/film]

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von spooky ()