Napola - Elite für den Führer

    • Napola - Elite für den Führer



      Produktionsland: Deutschland
      Produktion: Viola Jäger, Harald Kügler, Molly von Fürstenberg
      Erscheinungsjahr: 2004
      Regie: Dennis Gansel
      Drehbuch: Dennis Gansel, Maggie Peren
      Kamera: Torsten Breuer
      Schnitt: Jochen Retter
      Spezialeffekte: Mortimer Warlimont
      Budget: gering
      Musik: Angelo Badalamenti, Normand Corbeil
      Länge: ca. 109 Minuten
      Freigabe: FSK 12
      Darsteller: Max Riemelt, Tom Schilling, Jonas Jägermeyr, Leon A. Kersten, Thomas Drechsel, Martin Goeres, Florian Stetter, Devid Striesow, Joachim Bissmeier, Michael Schenk, Justus von Dohnanyi, Claudia Michelsen


      Inhalt:

      Deutschland 1942. Das Hitler-Regime ist auf dem Höhepunkt seiner politischen und militärischen Macht. Der 17-jährige Friedrich Weimer (Max Riemelt) aus dem Berliner Arbeiterbezirk Wedding ist ein begabter Boxer. Sein Talent öffnet ihm die Türen zu einer nationalpolitischen Erziehungsanstalt, der NAPOLA Allenstein, wo die zukünftige Elite des großdeutschen Reiches herangezogen werden soll. Friedrich sieht die Chance seines Lebens, sich von seinen Klassenschranken zu befreien und meldet sich gegen den Willen seiner Eltern in der alten Ordensburg an. In der ihm fremden Welt, beherrscht von nationalsozialistischer Zucht und Ordnung, erfährt er harten Konkurrenzkampf und unerwartete Kameradschaft. Bis ein grausamer Einsatz gegen entflohene Kriegsgefangene und die wachsende Freundschaft zu dem stillen und sensiblen Albrecht Stein (Tom Schilling), dem Sohn des Gauleiters, ihn vor eine Wahl stellen, die auch das Ende seiner Jugend bedeutet...


      Trailer:


      2 geile Szenen aus dem Film:






      Kritik:

      Die Darsteller sind durchweg sehr gut besetzt, obwohl Regisseur Dennis Gansel bedenken hatte, er wollte eigentlich vollkommen unerfahrene Laiendarsteller einsetzen um dem Ganzen mehr Realismus zu geben, wo aber keiner gut genug war. Gezeigt wird wie die beiden Jungs Friedrich (Max Riemelt) und Albrecht (Tom Schilling) im Nazi Erziehungslager an den harten Methoden dort zerbrechen, wobei am Filmende bekannt gegeben wird das auch noch jeder Junge für das Reich gefallen ist, als der Krieg schon längst verloren war. Besonders diese beiden spielen hier Oskar verdächtig, Riemelt ist auch Stammbesetzung bei den Filmen von Dennis Gansel. Die Kulissen sind sehr ansprechend und lösen reichlich Atmosphäre aus. Es gelingt hier schnell Dramatik und Sympathie aufzubauen, indem man unseren Friedrich als sehr talentierten Sportler vorstellt, der Herz hat, wo man aber sieht das er ebenfalls der Propaganda verfällt, bis die Geschehnisse mit seinem besten Freund Albert ihn umdenken lassen. Die Klasse Sounduntermalung passt sich bestens dem Geschehen an.

      Die Vorgesetzten sind hier sehr brutal und man schwitzt mit den jungen Soldaten kräftig mit.
      Unglaublich wie hier innerhalb von Sekunden aus den größten Außenseiter der Truppe der tragische Held wird, dies ist noch eine dramatischen Nebengeschichte die hier stattfindet. Zu Kampfgefechten kommt es erst zum Finale mal kurz, somit man hier kein Kriegsfilm erwarten sollte, zumal die kurze Hetzjagd sehr eigenwillig inszeniert wurde, was sicherlich nicht jedem schmecken wird, da die jungen Soldaten recht hilflos wirken und sogar Hemmungen zeigen den Gegner auch wirklich zu erledigen. Ob das nun realistischer ist als es bei den üblichen Blockbusterfilmen mit dieser Thematik, dass kann ich nicht beurteilen, aber es wirkt sehr bodenständig und glaubhaft. Zudem ist die Story auch eine andere, denn es handelt sich doch mehr um gerade mal 15 oder 16 jährige Jungs als um ausgebildete Soldaten die schon zu Mörder-Maschinen gepuscht wurden.

      Der Film hat mir doch mehr gegeben als die meisten amerikanischen Blockbuster mit der Thematik 3.Reich, in etwas so wie Der Junge im gestreiften Pyjama zuletzt, wenn gleich der Ablauf hier auch ein ganz anderer war.

      Das die Filme von Dennis Gansel hierzulande von Kritiker nicht ganz so gut ankommen wie International ist doch wieder mal schade.



      „Ich mach euch fertig bis euch das Wasser im Arsch kocht.“


      [film]9[/film]


      Der Untergang abgewertet von 8 auf 7 Punkte
      Operation Walküre abgewertet von 8 auf 7 Punkte
    • RE: Napola - Elite für den Führer

      Ein wirklich wichtiger Film, immerhin verstehen wir uns in Deutschland auf Filme wie diese. Unter was für einem Wahnsinn Kinder und Jugendlich damals aufgewachsen sind ist unglaublich, diese Bilder dokumentieren auf eindrucksvolle Weise die geschehnisse auf einer sogenannten Eliteschule. Der Finger wird hierbei nicht gehoben, sondern der Regisseur lässt geschickt das Geschehene aufzeigen. [film]8[/film]
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • Den kann man sich wohl angucken. Größtenteils wegen der guten schauspielerischen Leistung. Die Kulisse spricht mich persönlich auch sehr an.
      Bei der Masse an Filmen über das 3. Reich, müsste man meinen die Geschichtsaufarbeitung wäre irgendwann durch...
      Hier geht es aber um eine im Film noch nicht beleuchtete Thematik - die Erziehungsstätte der Nazis.
      Obwohl der Film sicher interessant und informativ ist, find ich ihn vorhersehbar und ziemlich plakativ. Was mich auch stört sind die vielen Nazi-Klischees.
      Mit den Schauspielern und einem vernünftigen Regisseur hätte man sicher auch ohne die bösen Nazis einen netten Film über Freundschaft, das Erwachsen werden und Zusammenhalt machen können, aber nun denn.

      [FILM]6[/FILM]